Pokemon go für Fortgeschrittene

Eigentlich habe ich ja gedacht, dass ich zwei richtige „Pokemon go“ ober-hyper-mega-giga-riesen Fans in Form meiner zwei Kids zu Hause hätte. Zwei von der Sorte, die es schaffen, beinahe blind durch die Welt zu gehen, nur um so ein Monsterchen zu fangen oder irgendwo ein Ei auszubrüten (das ist die Pokemon-Sprache für Mama’s).

Als ich aber kürzlich über den Züricher Hauptbahnhof gegangen bin, da wurde mir klar, dass meine Kids glücklicherweise noch zur humanen Sorte der Gamer gehören. Mit offenem Mund habe ich dort eine beachtliche Menge Menschen beobachtet, die auf ihren Campingstühlen – ausgerüstet mit tragbaren Ladestationen, Esswaren und Getränken – total abgedriftet auf ihre Handys starrten. Ich dachte ja erst, es handle sich vielleicht um ein Schullager oder so. Neiiiiin! Meine Kinder haben mich augenblicklich darüber aufgeklärt, dass dies alles Pokemon go – Spieler seien. Offenbar ist im Zürcher Hauptbahnhof eine ganze Horde dieser Monster zu Hause. Sowas spricht sich natürlich ganz schnell rum und nun sind dort mindestens genauso viele Spieler temporär ebenfalls zu Hause.

Auch für moderne Mamas ist dieser Anblick irgendwie komisch. Vom ca. 9-jährigen Knirps bis zum 40-jährigen Mann war dort alles vertreten. Und man kann nicht behaupten, dass der Zürcher Hauptbahnhof gerade gemütlich wäre, um sich dort mit Campingausrüstung niederzulassen. Es zieht, hat unendlich viele Leute und der Lärmpegel ist hoch. Aber diese Spieler sind derart in ihrem Spiel gefangen, dass sie von der Aussenwelt offenbar gar nicht mehr allzu viel mitbekommen.

Ich war auf der einen Seite fasziniert, auf der anderen Seite fand ich es fast etwas gruselig. Und ich stelle mir seither immer vor, dass mir irgendwo so ein Monster auflauert und mir im Nacken sitzt, ohne dass ich es bemerke.

Das Katzenkinder ABC

Seit wir unser Haus zu einer Katzenaufzuchtsstation umfunktioniert haben, sind auch die Gebrauchsvorstellungen unserer Einrichtungsgegenstänge überdacht worden. Alles, was bei uns im Haus steht, gehört den Katzenkindern. Mit ihren 10 Wochen haben sie beschlossen, dass sie uns zeigen, wozu man die Einrichtung eigentlich gebrauchen kann. Nicht für diese einfältigen Dinge wie unsere Menschenhirne bislang dachten.

Vorhänge sind eindeutig NUR zum Klettern da. Mit Löchern sehen sie ohnehin spezieller aus.
DVD’s werden nachts fein säuberlich im Wohnzimmer verteilt. Wer braucht schon einen DVD-Player, wenn man sich mit den Dingern auch einfach so vergnügen kann?
Kronleuchter haben wunderbar bewegliche Teile. Diese sind in erster Linie dazu da, um Bungeejumping zu üben und dabei zu testen, ob das Zeug richtig fest montiert ist.
Gebügelte Wäsche, welche nicht unmittelbar verstaut wird, gehört den Katzen. Das heisst, dass die Wäsche fein säuberlich wieder entfaltet und durchs ganze Haus geschleppt wird.
Ablagefächer werden zu Schlafplätzen umfunktioniert.
Rechnungen werden kurzerhand angeknabbert und verschleppt.
Schreibstifte dienen einzig zum Umbau der Katzenkiste und werden zur Not auch verscharrt.
Kissen mit Stopfmaterial werden auf ihre Stopfsicherheit getestet und wenn möglich entstopft.
Schuhbändel sind wunderbar, um die Kaufähigkeit des Kiefers zu trainieren.
Kratzbäume für Katzen sind total überflüssig, solange es Möbel hat. Das Sofa tut es auch. Der Kratzbaum steht für die Katzen nur im Weg.
Zeitungen werden von Katzenkindern sehr gerne und ausgiebig gelesen…bis sie in alle Einzelteile zerlegt sind.
Einkaufstaschen werden zu kleinen Wohnungen umfunktioniert.
Pflanzen sind perfekt, um die Krallen zu wetzen.

Kurz und gut: Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, gehört den Katzen. Sogar der Hund. Ellie hat offenbar beschlossen, die kleinen Samtpfoten trotz äusserst aufdringlicher Art als Kumpels zu akzeptieren und sie im Notfall auch mal zu erziehen. Als Notfälle gelten Situationen, in welchen die Kleinen dem Hund in den Schwanz beissen oder die Krallen in die Nase hauen. Da ist auch für Ellie fertig lustig. Aber ernsthaft zubeissen würde sie niemals.

So nervig wie die Kleinen sein können, so lustig sind sie eben auch. Also nehmen wir halt die Kollateralschäden in Kauf.

Clevere Strategie

Wie macht man aus einer simplen Handtasche ein Teil, welches so heiss begehrt ist, dass Frau fast alles dafür bezahlt und zur Not auch sechs Jahre auf einer Warteliste steht, bevor sie das Objekt der Begierde endlich bekommt.

Ich muss zugeben, dass ich dieses Phänomen nie so ganz begriffen habe. Jetzt habe ich aber in der hiesigen Tageszeitung einen Artikel über dieses Phänomen gelesen und muss zugeben: Die Strategie dahinter ist clever!

Anfang der 80-iger Jahre sass die Schauspielerin und Sängerin Jane Birking im Flugzeug von London nach Paris und ärgerte sich über ihre Strohtasche, welche einfach nicht ins Gepäckfach passen wollte und alle Habseligkeiten ausspuckte. Sie jammerte bei ihrem Sitznachbarn darüber, dass es keine anständige Lederhandtasche mit Platz und Verschluss auf dem Markt gebe. Zufälligerweise war ihr Sitznachbar der Chef des Modehauses Hermès. Dieser begann noch während des Fluges auf der Serviette eine Tasche zu skizzieren und drei Jahre später präsentierte Hermès die „Birkin Bag“. Ein schlichte, unspektakuläre Handtasche, welche fortan der Dauerbegleiter von Jane Brikin war. Auf jedem roten Teppich, bei jedem Anlass – einfach überall wurde sie mit dieser Tasche fotografiert, was zur Folge hatte, dass die Nachfrage nach dieser Tasche gross wurde.

Hermès beschloss, diese Tasche nur ausgewählten Personen zu verkaufen und keine ganzen Serien zu produzieren. Also kamen anfänglich nur Promis in den Genuss der Tasche, deren Grundpreis bei CHF 9’000.– liegt – mit viel Luft nach oben. Um aber auch dort nicht einfach Taschen rauszugeben, bestand nach kurzer Zeit eine Warteliste für die Birkin Bag. Es wäre ein Leichtes für Hermès gewesen, die Tasche in einer grossen Stückzahl zu produzieren. Doch der Effekt der künstlichen Knappheit wirkte und so konnte Hermès über Jahrzehnte sowohl sich als auch die Tasche in aller Munde halten. So kann man die Exklusivität eines Artikels sichern: Man hält ihn künstlich knapp und der Mensch funktioniert genau so, wie die cleveren Marketingleute sich das vorstellen. Was ich nicht einfach haben kann, muss unbedingt her – irgendwie! Koste es, was es wolle!!! Damit sichert man das Begehren und kann irgendwann mit dem Preis machen, was man will. Die Fangemeinde bezahlt, was verlangt wird.

So hat die Birkin Bag sich bis heute als DIE Handtasche gehalten. Insider behaupten ja, es bestehe sogar eine Warteliste für die Warteliste. Ganz schön schräg, dieses Taschenvolk. Ich bin mal – zum Spass – bei Hermès reinspaziert und habe gesagt, ich hätte gerne eine Brikin Bag. Ihr hättet die Gesichter des Personals sehen sollen. Ich glaube, wenn ich nach einem rosafarbenen Einhorn gefragt hätte, wären die Blicke weniger entsetzt gewesen. Sorry – es war ja auch nur ein Spass!🙂

Lebenswert?

Wann ist bei einem Tier ein Leben rettenswert?
Wer entscheidet über Leben und Tod?
Spielen Kosten dabei eine Rolle?

Als ehrenamtliche Mitarbeiterin in einem Tierheim werde ich im Alltag mit Fragen konfrontiert, die mich nicht selten ins Grübeln bringen. Vieles klingt in der Theorie so logisch und einfach – in der Praxis sieht es aber ganz anders aus.

Wenn eine verunfallte und verwaiste Katze bei uns abgegeben wird, dann wird nach einem ersten Augenschein das Tier dem Tierarzt vorgestellt. Dieser stellt einen Befund und erläutert, ob eine Rettung möglich ist und ob sie Sinn macht für das Tier. Dabei überschlägt er im Kopf gleich noch die Kosten, welche für eine Rettung entstehen werden. Hat das Tier keine Besitzer (also ein Findeltier), so muss das Tierheim mit Spendengeldern für diese Kosten aufkommen – es sei denn, man entscheidet sich gegen die Rettung des Tieres.

Wir hatten kürzlich einen Fall, bei welchem eine rabenschwarze Jungkatze bei uns abgegeben wurde. Das kleine Fellknäuel lag miauend im Wald mit angeknabbertem Ohr, total kaputtem Schwanz und einem völlig deformierten, aber äusserlich unverletzten Schädel. Streichelte man das verletzte Tierchen, so fing es an zu schnurren. Die Kleine wurde vom meinem Tochterkind in die Tierklinik gefahren (das Tochterkind arbeitet inzwischen auch des Öfteren im Tierheim und im Tierschutz mit) und – wie sollte es auch anders sein: Das Tochterkind beschloss, dass man das Tierchen unbedingt retten müsse – koste es, was es wolle. Die Tierärzte informierten nach eingehender Untersuchung, dass das Tierchen schmerzfrei werde leben können, allerdings mit einer Totalamputation des Schwanzes, einer Teilamputation eines Öhrchens und mit einem deformierten Kopf (dort war nämlich der Muskel der rechten Schädelseite vom Knochen abgerissen, was das Gesicht schief hängen lässt).

Das Tierheim (inzwischen Besitzer des Findlings) beschloss, diesem Tierchen eine Chance zu geben. Die Operation wurde also gemacht. Und das Tierchen hat diese gut überstanden. Inwischen heisst das Tierchen im übrigen Luna und lebt sich in seinem neuen Zuhause bei der Tierarzthelferin ein. Diese hat sich nämlich auch sofort in das schwarze Samtpfötchen verliebt und es nach der OP mit nach Hause genommen.

Die kleine Luna ist also gerettet worden. Sie lebt schmerzfrei und dankt die Rettung mit ihrem lauten Schnurren. Ob eine solche Rettung Sinn macht, darüber streiten sich die Fachleute. Tatsache ist, dass sich gerade bei solchen Eingriffen die Besitzer nicht selten gegen eine Rettung aussprechen, weil es schlicht zu teuer ist. Also spielt definitiv auch das Geld eine grosse Rolle. Hätte das Tier anschliessend für immer Schmerzen, so würde ein Eingriff auch tatsächlich keinen Sinn machen. Wenn es aber schmerzfrei leben kann, so ist wahrlich die Entscheidung sehr schwer. Wie würdet ihr entscheiden?

Allen Leuten recht getan…

…ist eine Kunst, die niemand kann! Und wenn man es doch versuchen möchte, wird man schlussendlich kläglich verzweifeln. Es ist unmöglich. So einfach ist das!

Warum ich das weiss? Weil ich Bloggerin bin. Eine Bloggerin, die täglich eine Geschichte aufschaltet, hat viele Leser/innen. Darunter hat es mindestens genauso viele verschiedene Ansichten, Vorlieben, Einstellungen und Ideen. Und das macht die Sache schliesslich spannend. Wie langweilig wäre es, wenn alle gleich denken würden.

Ich habe in letzter Zeit des Öfteren ein breites Grinsen auf dem Gesicht, wenn ich die abwechslungsreichen Kommentare zu meinen Geschichten lese – sei es auf meinem Blog oder auf Facebook. Da gibt es jene, die finden, dass meine Tiergeschichten nun doch etwas langweilig sind und sie lieber andere Themen hätten. Oder jene, die finden, dass ich zu pauschal Kritik an gewissen Gesellschaftsthemen äussere. Dann gibt es Leser/innen, die mich gerne bekehren würden und solche, die finden, dass ich doch bei den Tiergeschichten bleiben oder gleich ein Kinderbuch daraus machen sollte.

So abwechslungsreich meine Themen sind, so unterschiedlich sind die Reaktionen. Und das ist es, was ich spannend finde. Deshalb werde ich weiterhin genau das schreiben, wonach mir gerade ist. An manchen Tagen ist mir nach Weltuntergang, an anderen nach Komik, an wieder anderen nach Fellnasen und Samtpfoten. Das Beste daran: Als Bloggerin habe ich die Freiheit, meine Meinung in die grosse weite Welt zu schicken, ohne dabei jemandem Rechenschaft abgeben zu müssen. Und ich finde es unglaublich bereichernd, wenn Reaktionen kommen, welche mich möglicherweise auf eine andere Sichtweise lenken. Wir lernen alle – ein Leben lang. Und das ist es doch, was das Leben ausmacht.

Man stelle sich nur einmal vor, wir wären uns alle immer einig – HILFE! Ein schrecklicher Gedanke … schnarchenslangweilig und öde!

Originelles Geschenk

Mein Tochterkind hatte in seinem Jahr in Hamburg in der Wohnung einen Lieblingswasserkocher. Dazu hatte sie ihren Lieblingsteekrug und gefühlt 500 verschiedene Arten Tee. Sie ist eine Teetrinkerin, wie ich keine zweite kenne.

Zurück aus Hamburg, wieder im Schweizer Zuhause, wurde ziemlich schnell lamentiert, dass es hier einfach extremst (neue Wortkreation) an einem Wasserkocher und einem Teekrug fehle. Nun ja, bislang haben uns diese Dinge nicht gefehlt, aber jetzt, wo sie uns so klar darauf aufmerksam machte, meinte ich auch: „Stimmt, das wäre eine gute Idee. Sowas ist nie falsch!“

Nun ja – nun hatte ich ja Geburtstag und ihr ahnt vielleicht, was jetzt kommt. Das Tochterkind hatte nämlich auf einmal die zündende Idee, was sie mir unbedingt zum Geburtstag schenken müsse. Etwas, was ich mir schon lange wünschen würde – wie sie mir erklärte. Irgendwie beschlich mich da schon ein sehr komisches Gefühl – denn ich habe absolut keine Wünsche, ausser Gesundheit für mich und meine Familie. Und danach sah die riesige Tasche, mit welcher sie siegessicher nach Hause kam, definitiv nicht aus.

Ja, dreimal dürft ihr raten, was ich heute vom lieben Tochterkind total uneigennützig zum Geburtstag bekommen habe. Meinen langersehnten Wasserkocher (oder war das ihr Wunsch?), mit dem noch länger ersehnten Teekrug (logisch, ich wollte schon immer mal so ein Ding…) und dazu meinen Lieblingstee (Schwarztee – der Lieblingstee des Tochterkindes). Und das breite Grinsen auf ihrem Gesicht hättet ihr sehen sollen, als ich die Geschenke auspackte. „Gell, Mam, das hast Du Dir doch in Wirklichkeit schon soooooo lange gewünscht?“ Jap, wird wohl so sein. Tief in mir drinnen war der Wunsch bestimmt irgendwo begraben. Und ratet mal, wer sich heute damit einen Krug Schwarztee gekocht hat! Also: Ich war es nicht!🙂

Ich bin ein Löwe…

…und zwar ein uralter Löwe. Im Sternzeichen zumindest – ich bin nämlich exakt am 22. August geboren und somit am letzten Tag im Sternzeichen des Löwen. Einen Tag später, und ich wäre eine Jungfrau im Sternzeichen. Und wenn man die beiden Tierkreiszeichen vergleicht, würde dieser eine Tag einen vollkommen anderen Menschen aus mir machen.

Es ist ja bekanntlich nicht so, dass ich viel auf Horoskope und ähnliche Sachen gebe. Aber wenn ich den Löwen so zuschaue, dann bin ich wohl schon eine Löwin. Gefrässig, manchmal einfach zu faul, um aufzustehen und auf der anderen Seite blitzschnell, wenn es darum geht, die Familie zu verteidigen. Eine richtige Löwenmutter. Und als Königin der Tiere sehe ich mich sowieso … solange niemand im Zeichen des Tigers, des Panthers oder des Leopards geboren ist, werde ich das führende Tier in der Savanne sein.

Ich kann laut brüllen. Mindestens genauso gut beherrsche ich aber auch das Schnurren, wenn ich etwas erreichen will. Und wenn ich mal zubeisse, dann tut es richtig weh. Es braucht viel, bis ich meine Beisser einsetze. Wenn es aber mal soweit ist, dann rette sich besser, wer sich noch retten kann. Auch eine alte Löwin kann noch rennen.

Wenn diese Sache mit den Sternzeichen wirklich stimmen sollte, dann müssten ja Menschen, die am 22. August um 23.59 Uhr geboren werden total anders sein, als jene, die zwei Minuten später (23. August um 00.01 Uhr) das Licht der Welt erblicken. Ist das so? Machen zwei Minuten einen anderen Menschen aus einem. In der Astrologie müsste das doch eigentlich so stimmen.

Das allerbeste an der Sache mit den Sternzeichen ist ja, dass ich zu Hause auch die Chefin bin. Ich lebe nämlich in einem Aquarium. Göttergatte: Fisch! Sohnemann: Fisch! Tochterkind: Fisch! Ich brauche also nur am Aquarium zu stehen und ihnen beim Schwimmen zuzuschauen. Und wer nicht im richtigen Kreis schwimmt, den hole ich mit der Pfote kurz ins Trockene, bis er/sie japsend nach Luft schnappt. Dann zeige ich mich grossmütig und lasse das Fischlein wieder schwimmen gehen. Gut gebrüllt, Löwe!