Abartig teure Heiligenscheine

Diese Woche wurde in meinem Heimatkanton bekannt gemacht, dass CHF 50’000.– aus dem Lotteriefonds in den Vatikan geschickt wurden, um die Kaserne der Schweizer Garde zu renovieren. Aha!!! 😦

Man muss kein Finanzhirsch sein, um zu wissen, dass der Vatikan über mehrere Milliarden Euro Vermögen verfügt. Zudem hat er ein Immobilienimperium, welches sich über die ganze Welt erstreckt und die meisten besagter Immobilien stehen offensichtlich leer. Das jährliche Budget des Vatikans beläuft sich gemäss diverser Medien auf ca. 400 Millionen Euro pro Jahr. Das meiste dieses Geldes scheint Personalkosten abzudecken. Wie jetzt? Personalkosten? Diese Diener Gottes verdienen irdisches Geld? Die Leben nicht vom Glauben?

Warum kann mein bescheidener Verstand nicht verstehen, wie es sein kann, dass dieser Ministaat, der vornehmlich mit unfassbar fiesen Schlagzeilen wegen pädophiler Vergehen in aller Munde ist, noch Unterstützung der öffentlichen Hand braucht? Mein Taschenrechner will diese simple Einnahmen- und Ausgabenrechnung einfach nicht annehmen. Und dann hätte ich da noch eine weitere Frage: Diese alten, grauhaarigen Männer in ihren weissen Kutten, die ihre Heiligenscheine ganz offenbar in den Kinderzimmern ablegen – die bekommen Saläre für ihr Tun? Und werden vom obersten Weisskuttenträger mit dem Käppi noch geschützt? Und die Welt sieht zu und kann da rein gar nichts dagegen tun? –> Bestimmt findet sich da draussen jemand, der mir das glaubhaft und vernünftig erklären kann. Bislang ist es nämlich noch keinem gelungen.

Als Kind schon sehr kirchenkritisch, habe ich relativ bald schon den Bettel hingeschmissen und durfte – mit dem Segen meiner Eltern – dem verlogenen Religionsunterricht fernbleiben. Dem Kirchenaustritt stand alsbald auch nichts mehr im Weg.

Umso mehr will es einfach nicht in meinen Schädel, dass jener Staat, der gegen den Welthunger „anredet“, sich in medienwirksamen Superansprachen gegen Kriege äussert und Gewalt verurteilt, nicht einfach mal seine Kohle rausrückt und tatsächlich etwas TUT!!! Ich hätte da ein paar gute Vorschläge:

. Reorganisation des gesamten vatikanalen Konstrukts – extrem einfach, indem man diese alten
Männer dort einfach entlässt; spart ungemein viele Personalkosten und deckt Vergehen schlag-
artig auf.
. Verkauf der wunderbaren Immobilien – Erlös zu Gunsten der 3. Weltländer, die das Geld dringend
brauchen können.
. Auflösen der Schweizer Garde, welche notabene von Privatpersonen und den Schweizer
Behörden bezahlt wird, um die unsympathischen alten Männer in ihren Kutten zu beschützen.
Wären die alle nicht so gruselig, müssten sie auch nicht beschützt werden … so einfach ist
meine bescheidene Denkweise. Wenn diese Gardisten etwas Gutes tun wollen, dann dürfen sie
nach Auflösung des Vatikans die ganze Kohle in der Welt verteilen – dort, wo sie am Dringend-
sten gebraucht wird.
. Einsammeln aller Heiligenscheine – vermutlich braucht die Welt dann keine Atom- und auch sonst
keine andere Kraft mehr, um Strom zu erzeugen. Diese Scheine reichen bis in alle Ewigkeit.

Also ich finde ja meine Strategie extrem effizient. Wenn die Welt diese jetzt noch verfolgen könnte, dann würden so einige Ungerechtigkeiten auf dieser Kugel mit einem Aufwisch erledigt.

P.S.: Liebe Solothurner Regierung – die CHF 50’000.– hätte die arg von Corona gebeutelte Gastronomie- und Kulturszene bestimmt gut gebrauchen können. Dies nur so am Rande …

Eine Wutrede – jeder Impfgegener ein kleiner Diktator

Meine Blogger-Kollegin Sandra hat einen Text verfasst, den ich sowas von jederzeit unterschreiben würde, dass ich ihn euch auf meinem Blog nicht vorenthalten möchte. Danke Sandra für Deine Wutrede – sie könnte glatt von mir stammen! 🙂

Denkzeiten - Philosophie und Literatur

Ich bin ja sehr geduldig (*not) und überaus verständnisvoll (…), ABER: Wenn wichtige OPs verschoben werden, weil sich gewisse die Freiheit nicht nehmen lassen wollen, sich ungeimpft auf Intensivbetten auszustrecken, dann geht mir schlicht die Hutschnur hoch. #hueresiech

Das schrieb ich kürzlich auf Twitter. Ich war wütend. Und traurig. Weil genau das in meinem nächsten Umfeld passiert ist. Und ich hadere mit den Menschen, mit dem Teil der Menschen, die selbstzufrieden dasitzen und finden: Ich lass mir doch meine Freiheit nicht nehmen. Wo kämen wir da hin? Ich entscheide selber und ich impfe mich nicht.

Nun bin ich durchaus ein grosser Verfechter von Freiheit, erachte sie als hohes – wenn nicht höchstes – Gut. Nur: Was bedeutet Freiheit eigentlich? Haben, die, welche da so selbstherrliche Sprüche von sich lassen, die sie dann mit wohlklingenden Argumenten untermalen, wirklich eine Ahnung davon? Es sieht nicht so aus. Im Gegenteil. Wenn man ihre…

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Alles ausser BLAU – mit etwas GRÜN

Als Kommunikationsprofi stehen mir ob der Kommunikation unserer Regierung schon lange die Haare zu Berge. Ich bin keine Massnahmengegnerin, ganz im Gegenteil. Es wäre halt nur schön, wenn die Ansagen klar wären – sofern denn überhaupt Ansagen kommen.

Die schlechteste aller Varianten ist immer, zu einem Thema wie einer Pandemie einfach nichts zu sagen und das Volk im Ungewissen zu lassen. Das fördert Missstimmung, Angst und Chaos.

Wenn dann kommuniziert wird, dann wären klare Aussagen dringend nötig. Aussagen, für die man möglicherweise nicht zuerst einen Uniabschluss braucht, um sie nur ansatzweise verstehen zu können.

Aktuell leben wir in einem Massnahmenkommunikationsschlamassel, der seinesgleichen sucht.

Oder ist es doch viel einfacher, als es sich anfühlt?

Also ab sofort dürfen alle, die blaue Socken tragen, das Haus wieder verlassen, auch wenn sie einen positiven Schwangerschaftstest haben. Allerdings geht das nur, wenn die Schnürsenkel der Schuhe grün sind. Sollten diese weiss sein, so müsste der Test wiederholt werden. Allerdings muss dafür eine neutrale Toilette aufgesucht werden. Nicht zu vergessen sind dabei die Handschuhe. Ausser die Fingernägel sind rot lackiert, dann braucht es keine Handschuhe – dann sind allerdings auch die blauen Socken nicht zwingend nötig. Dann reichen simple Flip Flops.

Sollten innerhalb einer Familie mehrere Personen Flipflops tragen, dann dürfen die sich zu zehnt treffen, es sei denn, eine Person trägt Flip Flops mit Glitzersteinchen. Diese müsste sofort isoliert werden. Selbstverständlich zusammen MIT den Schuhen … UND den Steinchen.

Das Ganze muss ganz einfach 7 Monate so praktiziert werden – also bis zur Geburt des Kindes. Ja, die Schwangerschaftszeit wurde gerade von 9 auf 7 Monate verkürzt. Es sei denn, es handelt sich um eine Mehrlingsschwangerschaft. Dann kann man per neuem Test auf neutraler Toilette auf eine Sondergenehmigung von 9 Monaten Schwangerschaft hoffen. Allerdings ist dafür der Kanton zuständig.

Alles klar soweit?

Ich glaube, mein Ansprüche an eine klare Kommunikation sind ganz einfach zu hoch. Es wäre nämlich eigentlich ganz simpel. Kauft euch alle blauen Socken, grüne Schnürsenkel, 3 Toiletten und eine Schachtel Tests; dann lackiert euch die Nägel rot und legt euch Flip Flops zu – und schon seit ihr für alle Eventualitäten gerüstet. Das ist dann quasi wie:

Geimpft, Geboostert, Genesen und Getestet gleichzeitig.

Wohl bekomms!

Gute Nachrichten für starke Nerven

Was für ein Glück: Es gibt auf dieser Welt nicht nur noch Corona!!! Ist das nicht wunderbar?

NEIN – ist es NICHT! Warum?

Wir hatten/haben Besuch vom Norovirus. Das ist der beschissenste und kotzübelste Kollege von Corona – und die Attribute sind wortwörtlich gemeint. Mit Noro schafft ihr es, in 24 Stunden locker 2 1/2 Kilo zu verlieren. Dazu gehören aber anschliessend auch übler Muskelkater, Knochenschmerzen, eine angeknackste Rippe und die grosse Angst, der Blähung nachzugeben, ohne dabei gleich die Hosen wechseln zu müssen. Auch ein Besuch im überfüllten Krankenhaus stand auf dem Programm – zum Glück nicht für alle.

Ich hatte als Begleitperson dabei das Vergnügen, die absolute Personalknappheit und Überforderung des Personals, welches völlig am Anschlag läuft, live mitzuerleben. Und ich kann euch nur raten: Werdet bloss nicht ernsthaft krank während einer Pandemie … das kann derzeit bös ins Auge gehen. Und es ist den Leuten an der Pflegefront nicht mal zu verübeln – sie haben einfach auch nur 2 Hände und 24 Stunden – UND JEDE MENGE UNBELEHRBARE IMPFGEGNER zu versorgen. Dass meine Nerven dabei ziemlich strapaziert wurden, muss ich euch wohl nicht näher ausführen – aber es leben alle noch – auch die gefühlt 20 Idioten, die mit ihren Zigaretten im Mund den Eingang versperrten …

Nun ja, dass der Kollege Noro fand, er müsse sich bei mehr als einem Familienmitglied einnisten, das war dann eher nicht so wahnsinnig toll. Wenn man die Nacht gleich stationär auf der Toilette verbringt und dabei mehr als einmal denkt, dass da schon lange nichts mehr sein kann, was den üblen Würgreiz auslöst … dann ist das nicht das liebste meiner Gefühle. Wenn man mit der Desinfektionsflasche durchs Haus schleicht, um bloss nirgends ein Norofamilienmitglied zu hinterlassen und sich alles anfühlt, als ob es ein Marathon wäre … ziemlicher Mist! Inzwischen ist unser Haus in eine Wolke von Desinfektionsnebel gehüllt. Die Nachbarn haben sich schon beschwert, dass der Dunst zu ihnen rüberziehe. Und meine Finger lösen sich demnächst auf; oder zumindest deren Haut löst sich so langsam ab.

Aber eben, wie eingangs schon erwähnt: Es gibt nicht nur noch Corona auf dieser Welt – es hat noch andere fiese Kollegen, die sich kein Mensch wünscht. Ihr findet, ich sei etwas zynisch? Das bemerkt ihr absolut richtig. Neben einem ohnehin schon lange angeschlagenen Nervenkostüm und einem akut angeschlagenen Magendarmtrakt habe ich nach der intensiven Showeinlage im Krankenhaus so eine oder zwei kleine Aggressionen gegen die Covid-Massnahmengegner, die mich noch zusätzlich zum Würgen bringen. Ich meine, der Satzteil: “ ….. wir wissen nicht, ob wir noch ein Bett finden, wir tun unser Möglichstes …“, der hat mich dann doch so ein klitzekleines bisschen aus der Fassung gebracht. Wir alle wissen ES – und immer noch laufen da draussen eine Menge Unbelehrbare rum, die meinen, ES doch besser zu wissen. Ihr Lieben Massnahmengegner: schneidet euch doch mal abends um halb acht eine Fingerkuppe ab und rennt in den Notfall in der Hoffnung, dass euch gleich geholfen wird … ich werde dann draussen stehen und mich köstlich amüsieren, wenn ihr erfolglos im Dreieck springt!!!!

In diesem Sinne: Bleibt gesund – dann regelt sich alles andere von alleine! 🙂

Das Jahr 2 0 2 1 …

… ist vorbei. Es ist im Moment in aller Munde als grauenhaftes Jahr. Dem fiesen Virus haben wir jede Menge negative Erinnerungen zu verdanken. Ich habe mir heute, am ersten Tag im neuen Jahr überlegt, ob dieses Jahr denn wirklich nur schlechte Erinnerungen bei mir hinterlässt. Und was kann ich sagen: Ein dickes, fettes NEIN! Das Jahr hat auch eine Menge toller Erinnerungen fürs Leben.

Allen schönen Erinnerung voran haben wir im Februar einen Enkelsohn bekommen. Einen gesunden, lustigen und wunderbaren Jungen, der uns schon x-tausend mal zum Lachen gebracht hat:

Es gibt kein grösseres Privileg, als Enkelkinder lieben zu dürfen. Neben unserer süssen Enkeltochter haben wir also schon fast ein Jahr einen propperen Burschen, den wir begleiten und knuddeln dürfen. Liebe pur 🙂

Apropos Enkeltochter: Deren zweiten Geburtstag durften wir im Frühjahr feiern und das war ein Riesenspass.

Ein weiteres Ereignis also, das wir keinesfalls missen möchten. Kinder und Geburtstage sind etwas ganz Besonderes.

Auch im Frühjahr habe ich nach langer, coronabedingter Pause endlich meine Weibertruppe mit all meinen Freundinnen wieder treffen können. Was für ein Spass – und wieviele Geschichten, die es in dieser Zeit zu erzählen gab.

Ein Jahr ohne Freunde fühlt sich leer an – auch wenn wir immer auf irgendeine Wiese in Kontakt waren, so war das Treffen live und in Farbe halt eben doch ein Highlight.

Kurz darauf folgten unsere ersten Ferien zusammen mit den Enkelkindern. Österreich, unsere ehemals zweite Heimat, wartete auf uns. Was für ein wunderbares Erlebnis für unsere Tochter, ihren Lebenspartner und die Kleinen. Und wir durften dabei sein.

Wenn kleine Menschen die grosse Welt entdecken, dann ist das Balsam für die Seele.

Mensch und Tier haben sich in Österreich über den Besuch unserer Zwerge gefreut. Und wir haben es in vollen Zügen genossen.

Für jeden hielt Österreich etwas bereit.

Im Frühsommer feierten wir – frisch gegen das Coronavirus geimpft – den 75igsten Geburtstag meiner Mama. Das hat sich sehr besonders angefühlt, nach all den Monaten des Abstands:

Kurze Zeit später haben wir uns mit dem Sohnemann und seiner Freundin auf und davon gemacht. Wir hatten keine Lust mehr, der Zeit zu Hause beim Ablaufen zuzusehen … unsere Devise: Keiner kann uns mehr nehmen, was wir bereits erlebt haben. Also auf nach Sardinien.

Die wunderbare sardische Insel begrüsste uns in ihrer vollen Pracht. Weil es so schön war, beschlossen wir – kaum zu Hause – mit Freunden noch einmal hinzureisen. Also durften wir im Sommer die schöne Insel noch einmal geniessen:

Wir zelebrierten das Chillen und das Abhängen:

Der Göttergatte hat dem Begriff „Abhängen“ eine ganz neue Bedeutung gegeben. 🙂

Zwischen all diesen wunderbaren Erlebnissen genossen wir zu Hause wenn immer möglich unseren Garten und die wiedererlangte Freiheit dank der Covid-Impfung. Also reiste ich im Sommer – über meinen Geburtstag – mit einer lieben Freundin noch einmal nach Österreich, um einmal ganz anders zu feiern:

Jeden Abend rausgeputzt und stressfrei – ein paar wunderbare Tage durften wir geniessen.

Man könnte fast sagen, dass wir in weiser Vorahnung auf einen harten und mühsamen Winter im Herbst beschlossen, noch einmal zu verreisen. Mit lieben Freunden haben wir uns auf den Weg nach Malta gemacht. Eine wunderbare Zeit wartete dort auf uns:

Vermutlich habe ich mich da schon gefragt, welchen Weg die nächsten Monate uns führen würde. Aber wir haben wahrlich jede Sekunde genossen.

Und zu guter letzt hat uns das fiese Virus dann einen Strich durch unsere Hamburg Reisepläne gemacht. Dort wollte ich nämlich zum Jahresende mit meiner Weibertruppe hinreisen. Weil wir uns aber diese Seelenzeit nicht nehmen lassen wollten, haben wir Hamburg kurzerhand in die Schweizerberge nach Verbier verlegt, wo wir es uns haben gutgehen lassen:

Ein lustige Zeit mit lieben Menschen.

Natürlich hatte das 2021 auch schlechte Zeiten. Da diese aber ohnehin im Zeitalter von Corona viel stärker gewichten, haben ich diese bewusst weggelassen.

Ich finde, dass unterm Strich das 2021 nicht ganz so schlecht war, wie sein Ruf. Zumindest für mich nicht. Wenn ich überlege, wieviele wunderbare Ereignisse und Erinnerungen in meinem Herz einen Platz bekommen haben, dann war es sogar ein gutes Jahr.

Jetzt beissen wir uns durch den harzigen Winter 2022 und dann wird es hoffentlich wieder ein gutes Jahr.

In diesem Sinne – auf zu neuen Abenteuern, sobald es wieder möglich ist!

Alles gut soweit …

… im Leben der Modepraline. Und doch ist es ruhig geworden auf meiner Plattform. Warum? Ganz einfach:

  • wenig Licht (Sonne)
  • viel Nebel
  • ungeliebte Weihnachtszeit
  • Kälte
  • neue berufliche Herausforderungen
  • Omikron
  • aggressive Menschen

All dies zusammen ergibt so eine Art kreative Blockade. Ich mache ganz viel, weiss es aber überhaupt nicht in Geschichten zu verpacken. Im Gegenteil – ich bin grad sehr froh, wenn ich meine grauen Zellen für pragmatische und faktenbezogene Dinge brauchen darf. Die Emotionsschiene läuft aktuell sehr im Leeren. Das ist zwar eher ein männliches Verhalten, ich weiss – aber es ist auch ein Verhalten, welches mir in solchen Lebensphasen hilft, mich jeden Tag aufs Neue zu motivieren.

Ich habe meine Blickrichtung etwas geändert. Das war dringend nötig, weil mein Hirn mich täglich durchschnittlich dreimal angeschrien hat, weil ich ihm immer dieselben Themen serviert habe. Auch wenn ich tonnenweise lese und in gewissen medizinischen Gebieten inzwischen wohl den Facharzt ablegen könnte, so hat sich mein Kopf doch ziemlich aufgelehnt. Und auch wenn ich politisch und wirtschaftlich interessiert bin, so hatte ich das Gefühl, zu neuen Ufern aufbrechen zu müssen.

All dies hat meine kreative Blockade wohl noch unterstützt – und deshalb ist es aktuell hier sehr ruhig. Ich weiss, dass sich das wieder ändern wird. Aktuell bin ich aber grad sehr ausgeschrieben – beruflich bin ich nämlich schreibtechnisch auch sehr aktiv unterwegs … und die Welt besteht ja nicht nur aus Buchstaben.

Ich wünsche euch allen schöne Festtage und vor allem gute Gesundheit – wir lesen uns im 2022 wieder. Bis dahin trage ich noch einige Termine in meine Agenda … auf dem Weg zu neuen Ufern.

Häbet Sorg!

Delta lebt gut in der Schweiz

Mir ist gestern Abend ein kleines fieses Virus begegnet. Auf dem Spaziergang mit meiner Hündin hat es in einer Hecke gelauert. Es hat sich mir als Delta vorgestellt. Wisst ihr, was Frau tut, wenn der Name Delta fällt? Sie hüpft gefühlt 500 Meter rückwärts mit einem einzigen Schritt!!! Das Vieh hat mich laut ausgelacht und gesagt, dass sein Lieblingsland die Schweiz sei. Auch seine Familie und seine Kollegen finden unser Land übrigens perfekt, um sich breit zu machen. Die wandern hier alle ein. Warum? Ganz einfach, weil die anderen Länder ihm das Leben nicht ganz so einfach machen, wie wir das tun – aber wir warten zu … schliesslich steht eine wichtige Abstimmung an.

Wenn wir schon warten, bis besagte Abstimmung am Wochenende über die Bühne ist, dann hoffentlich nicht vergeblich. Unter anderem geht es dabei nämlich darum, Menschen besser vor dem Vieh und seinen Folgen schützen zu können. Das kann sowohl gesundheitlicher, als auch finanzieller Schutz sein, der dringend nötig ist. Und es hilft uns, dieses Vieh besser im Auge zu haben. Überwacht werden wir deshalb trotzdem nicht – und wir werden auch kein Überwachungsstaat. Wer das denkt, der nimmt sich ganz einfach viel zu wichtig, denn warum sollte der Durchschnittsmensch so spannend sein, dass man ihn überwachen wollte?

Ich habe also sofort meine Unterlagen ausgefüllt und in den Briefkasten geschmissen. Ich möchte irgendwann doch wieder ein halbwegs normales Leben führen können. Das fände ich echt genial! Und ich wünsche das allen da draussen, die unter den Einschränkungen auch beruflich sehr leiden. Allen voran den Künstlern, Clubs und Kulturschaffenden, die ganz schön im Delta-Lauch stehen.

Ich habe als Kind gelernt, dass man in schwierigen Situationen zusammenhält und sich gegenseitig stützt! Danke liebe Eltern – ich bin froh, dass ich noch weiss, wie das geht. Leider scheint dieses Denken da draussen ganz vielen Menschen abhanden gekommen zu sein. Und das in einem Land, wo nie wirklich verzichtet werden musste. Da wird mir übel, echt! Es gibt Länder, die wünschten sich unsere Luxusprobleme – die haben nämlich weniger als nichts. Die haben nicht einmal das Allernötigste. Und hier wird gejammert auf einem Niveau, dass mir sämtliche Haare zu Berge stehen.

Wer dem Delta noch nicht begegnet ist, oder wer das Abstimmungscouvert noch zu Hause hat, ohne es ausgefüllt zu haben – bitte legt ein JA in die Urne! Für uns, unsere Kinder, unsere Zukunft und die Vernunft! Dankeschön 🙂

P.S.: Ich habe Bill Gates über meinen implantieren Mikrochip im Oberarm angefunkt – er hat nicht mal Antwort gegeben. Scheint sich also einen Deut für mich zu interessieren. Drum, keine Panik – impfen könnt ihr auch getrost – Bill ist es egal!

5 Jahre seit …

… ich an diesem grauen Novembermorgen aus dem Fenster schaute und wusste, dass sich unser Leben nie wieder so anfühlen würde, wie es sich zuvor angefühlt hat.

Es war der Morgen, nachdem man mir auf dem Korridor eines Krankenhauses die Diagnose „Krebs“ bei meinem Göttergatten ins Gesicht klatschte. Es war der Morgen, an jenem ich mit meiner Hündin in den Garten ging und nicht verstehen konnte, warum sich die Welt noch genauso dreht, wie sie dies zuvor getan hat. Es war jener Morgen, an dem ich mich fragte, wie ich mir ein Leben ohne meinen Göttergatten vorstellen sollte.

An diesem Tag habe ich funktioniert wie eine Maschine. Ich habe organisiert, durchgedacht, aufgegleist und auf Raten der Ärzte alles Administrative in die Wege geleitet, um einen prognostizierten nahen Tod zu regeln, soweit man dies halt eben regeln kann. Es war, als ob mein ganzen System auf Autopilot geschaltet hätte und ich stand neben mir und schaute mir bei all dem zu.

Der Göttergatte hatte auch zu diesem Zeitpunkt die Tragweite dieser Diagnose noch nicht verstanden – zum Glück. Er war guter Dinge und lag wohl im Krankenhaus, allerdings mit einem völligen Unverständnis für all die Geschehnisse um ihn herum, und mit dem einen Satz, den ich nie vergessen werde: „Was interessieren mich die Statistiken dieser Ärzte, ich schreibe meine eigene Statistik?!“

Ich hatte damals nicht einen Hauch von Verständnis dafür. Meine Welt war aus den Fugen geraten und er war selbst da noch stoisch.

Nun – ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass uns ein Spaziergang bevorstand. Wir gehen gemeinsam einen nicht immer einfachen Weg. Und er hat schon so einiges über sich ergehen lassen müssen. Unser Leben hat sich nachhaltig verändert und ich frage mich oft, was gewesen wäre, wenn er sich nach der vernichtenden Diagnose aufgegeben hätte. Aber Fakt ist, dass er dies niemals getan hat und so hat er aus prognostizierten wenigen Monaten inzwischen inzwischen 5 JAHRE gemacht!!!

5 Jahre, in welchen wir viele Steine aus dem Weg räumen mussten; allerdings eben auch 5 Jahre, in welchen wir soviel Schönes erleben konnten. Ich hätte damals nicht im Traum daran gedacht, dass wir noch gemeinsam Grosseltern werden könnten. Im Gegenteil: In meinem Kopf war der Gedanke, dass ich all das nicht mehr mit ihm erleben würde. Inzwischen sind wir zweifache Grosseltern, haben einige wunderbare Reisen gemeinsam gemacht und durchleben gar gemeinsam eine Pandemie. Okay, zugegeben: SELBIGE stand nicht auf unserer Bucketlist; aber da wurden wir leider nicht gefragt.

Das Krebsvieh ist leider zäh, sehr zäh … und leider unbesiegbar – aber wie er wenige Monate in 5 Jahre verwandelt hat, macht doch Mut, dass unser Weg noch etwas dauern wird. Und es macht Hoffnung auf weitere Erlebnisse, mit welchen ich damals nicht gerechnet habe.

Wie heisst es so schön: Das Spiel ist erst zu Ende, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat. Wir gehen in eine weitere Verlängerung und starten heute das 6. Jahr. Unfassbar!

Was lernen wir daraus? Mit dem Kopf im Sand haben wir zu wenig Luft, um auch harte Wege in Angriff zu nehmen. Also immer schön den Kopf oben halten …

Ein Jahr Long Covid Patient

Ein lieber Bekannter, dessen Stimme die halbe Schweiz aus dem Radio kennt, feiert heute sein Einjähriges – oder nein, er feiert es eben nicht, weil ihm die Kraft zum Feiern auch nach einem Jahr noch fehlt.

Ein Jahr ist es her, seit er die Diagnose Long Covid bekam. Und man müsste meinen, dass es doch in dieser Zeit möglich sein sollte, sich wieder zu erholen. Nun ja, es gibt bestimmt welche, bei denen das möglich ist. Bei ihm leider nicht. Und er gehört weder zum alten Eisen, noch zur vulnerablen Gruppe, noch ist er ein Impfgegner. Ihn hat es erwischt, als die Impfung schlicht noch kein Thema war. Und als er dachte, es sei überstanden – da ging die Odyssee erst richtig los.

Covid überstanden, frischt geputzt und bereit für den Alltag – dachte er. Da hat aus dem Hinterhalt nämlich der Long Covid Hammer zugeschlagen. Und auf einmal war nichts mehr, wie es einmal war.

Mit Erschöpfung, Konzentrations- und Atemproblemen kam der totale Breakdown vor einem Jahr. Nichts ging mehr. Der Job, die Freizeitaktivitäten, die Freunde, die Familie – alles Fehlanzeige. Da war nur noch Müdigkeit, Kraftlosigkeit und eine unfassbare Leere.

Damals bestand noch die Hoffnung, dass es zeitnah besser werden würde. Da war mal die Rede von ein paar Monaten. Nun ja, ein Jahr sind auch ein paar Monate – ziemlich genau zwölf an der Zahl. Und in diesen zwölf Monaten waren sogar einige dabei, die er in einer Kur verbrachte. Dort wurde seiner Krankheit speziell Rechnung getragen und er wurde umsorgt, um wieder ins Leben starten zu können.

Und heute? Heute hat er auf Facebook folgenden Post gemacht:

„Ihr Lieben. Ich begehe heute den ersten Jahrestag meiner Long Covid Erkrankung. Feiern kann ich ihn ja nicht. Ich wünsche mir, dass ich wieder Treppen steigen kann, ohne nach 5 Stufen ausruhen zu müssen. Ich wünsche mir Tage, an denen ich nicht überlegen muss, ob die Kraft nach dem Einkauf noch reicht, meinen besten Freund Mario zu besuchen. Ich wünsche mir Tage, an denen mein geliebter Job als Moderator nach der dritten Sendestunde nicht zur Strapaze wird, weil ich mich kaum noch konzentrieren kann. Ich wünsche mir Energie zurück.
Energie, die Leben heisst.
Long Covid ist, wie es der Name sagt, eine lange Krankheit. Und die wünsche ich mir nicht. Die wünsche ich keinem.“

Lieber Christian – all das wünsche ich Dir auch – von ganzem Herzen! Und weil ich weiss, wie sehr Du an Deinem Leben, Deinem Job und allem, was dazu gehört hängst, hast Du es sowas von verdient, Deine alte Form zurückzubekommen. Du hast recht – man wünscht diese Krankheit niemandem. Wenn ich aber den Impfgegnern bei Ihren Demonstrationen zusehe und den Superschlauen bei ihren Rundumschlägen gegen die Medizin- und Pharmagiganten zuhöre, dann muss ich unweigerlich jedesmal an Dich denken. Es kann jeden treffen – egal wie alt, wie fit, wie hübsch, wie schlau, wie interessiert oder gebildet.

Danke Christian, dass Du aus Deiner Erkrankung nie ein Geheimnis gemacht hast – wer weiss, vielleicht konntest und kannst Du damit doch noch den einen oder anderen dazu bewegen, sich impfen zu lassen.

Ich schicke Dir eine Wagenladung Energie – für jeden Tag ein bisschen mehr! 🙂

Mein Fussabdruck

Kennt ihr sie auch, die tiefgründigen Gespräche mit lieben Freunden? Ich schätze solche Momente sehr und in der Regel klingen die Inputs aus diesen Gesprächen noch lange in meinem Kopf nach. Genauso wie bei einem Gespräch über die Frage:

„Was hinterlasse ich für einen Fussabdruck, wenn ich nicht mehr da bin?“

Ich habe mir diesbezüglich bislang nicht wirklich Gedanken gemacht. Und ihr so? Seit diesem Gespräch habe ich mir diese Frage aber schon ein paarmal gestellt. Wenn ich morgen nicht mehr da bin, was bleibt dann von mir? Klar, pragmatisch gesehen die Asche, welche irgendwo verstreut wird. Sonst nichts. Oder doch?

Ich habe versucht, mir vorzustellen, woran man sich erinnern wird, wenn ich nicht mehr als irdisches Wesen präsent sein werde.

An mein Geschreibsel?
An meinen Schuhtick?
An meine grosse Klappe?
An meine direkte Art?
An meine Ecken und Kanten?
An meine Grosszügigkeit?
An meine beruflichen Tätigkeiten?
An mein Grinsen?
An meine blitzenden Augen, wenn ich wütend bin?
An meine Geduld?
An meine Ungeduld?
An meine unerschöpflichen Ideen?
An meine Kreativität?
An meinen Lätsch, wenn mal etwas nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle?
An ….
An ….
An ….

All das sind Dinge, die extrem schnell verblassen.

Es gibt ja Menschen, die verabschieden sich von uns und bleiben trotzdem für immer. Menschen wie Beethoven, Michael Jackson, Albert Anker, Steve Jobs oder Goethe. Die hinterlassen ihr Wirken mit einem derart grossen Fussabdruck, dass dieser nie verschwindet. Über Generationen bleibt deren Vermächtnis bestehen.

Was aber, wenn man nicht zur Gilde dieser Übermenschen gehört? Bleibt dann der Fussabdruck nur für ein paar Monate – und dann ist er weg? Für immer weg? Oder: Wie könnte man es anstellen, dass man nicht einfach von dieser Welt verschwindet uns sich ein paar Monate später kein Mensch mehr erinnert, wer da mal war?

Mein Fussabdruck wird nicht besonders gross sein, dafür sind meine Füsse zu klein. Deshalb habe ich es mir zum Ziel gemacht, eine Menge kleiner Fussabdrücke auf meinem Weg zu hinterlassen. Überall trete ich zielgerichtet fest ab, in der Hoffnung, dass weder Wind noch Regen meine Abdrücke verschwinden lassen. Es wäre doch ein schöner Gedanke, wenn man im Wissen gehen kann, dass Menschen auf ihrem Weg immer mal wieder ein Grinsen im Gesicht haben, weil sie einen Fussabdruck von mir entdecken.

Wünscht ihr euch auch, dass man euch nicht vergisst, oder ist euch das nicht wichtig?