Raus aus der Komfortzone

Das Leben hält bekanntlich Dinge für einen bereit, die man lieber nicht möchte. Es fragt aber nicht, es tut einfach! Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg: Bei manchen verläuft er einfacher, bei anderen sehr schwierig. Steine hat es aber auf jedem Weg, das lässt sich nicht wegdiskutieren.

Wie oft sagt man in seinem Leben: „Das könnte ich niemals!“ oder „Ich wüsste nicht, wie ich sowas machen sollte!“ oder „Ich habe keine Ahnung, wie andere das machen – ich könnte das nie!“. Ich habe in meinem Leben diese Sätze so oft gebraucht, dass sie schon ihre eigentliche Bedeutung verloren hatten. Und doch hat das Leben nicht aufgehört, mich immer wieder vor mehr oder minder schwierige Aufgaben zu stellen. Manche davon bringen mich an meine persönlichen Grenzen – manche lassen mich diese sogar überschreiten. Und ich habe keine Ahnung, wie ich es mache: Ich mache einfach! Genau so, wie das Leben es mit mir auch macht!

Was ich mit meinen 52 Jahren aber mit Sicherheit gelernt habe: Man wächst an seinen eigenen Grenzen und – selbst wenn man sich nur noch schwach und leer fühlt, so wird man immer ein bisschen stärker. Nicht so, dass man Hanteln stemmen könnte – eher so, dass man mit festen Schuhwerk den steinigen Weg weitergehen kann. Ich habe auch gelernt, dass ich meine ganz persönlichen und kleinen Grenzen zu überwinden versuchen muss. Jede schwierige Aufgabe, die ich mir stelle, wird zu einer persönlichen Challenge mit mir selber. Und wenn ich sie schaffe, fühlt sich das gut an.

Wer immer in seiner Komfortzone verharrt, der stellt sich nicht wirklich den Herausforderungen des Lebens. Zu Hause, auf dem Sofa, inmitten meiner sicheren Umgebung, bei meinen Lieben und im mir bekannten Umfeld ist es einfacher, Herausforderungen zu meistern. Erst, wenn man den Schritt über den sicheren Zaun in die unbekannte Zone wagt, dann wächst man an sich selber. Klingt extrem nach übersinnlichen Sphären – ist aber ganz bodenständig und einfach.

Ich habe Angst vor Spinnen: Die nächste Spinne erlege ich selber, ohne dabei laut zu kreischen.
Ich gehe niemals an Orte, die ich nicht kenne: Ich fliege spontan ans Meer, ohne dabei in Panik auszubrechen.
Ich habe ein mulmiges Gefühl in Gewässern, wo Leben drin ist: Ich bade mit Fischen um die Wette, ohne einen Herzanfall zu bekommen.
Ich fühle mich in Kleidern sicher, würde mich aber niemals vor Fremden ausziehen: Ich überwinde mich und gehe im Badekleid über den Strand an gefühlt Millionen von Menschen vorbei (das war echt heftig)!!!!

Und genauso kann jeder üben, seine eigenen Grenzen auszuloten und dabei an sich zu wachsen und an Stärke zu gewinnen. Die Gewissheit, etwas zu schaffen, was man sich selber nicht zugetraut hätte, macht einen stolz. Wer es im Kleinen schafft, der wird auch an grossen Aufgaben nicht scheitern. Zumindest hoffe ich das … 🙂

Greta und die Luftmatratzen

Wieder daheim aus den Ferien auf der Baleareninsel Mallorca habe ich da noch etwas, was mir keine Ruhe lässt:

Luftmatratzen, Pink-Flamingo-Wasserkissen, Schwimmflügel, Gummiboote etc. etc. – ALLES aus Plastik und alles in rauhen Mengen vorhanden. Was wohl Greta dazu sagt und ihre alternative Idee würde mich brennend interessieren. Hier wird man fast geschlachtet, wenn man noch mit einem Plastiksack unterwegs ist. In anderen Ländern wird der Plastik zu Hauf in allen möglichen Formen zum Kauf angepriesen. Das Meer war voll davon – Kinder, Mamis, Papis, Omas, Opas, Jugendliche … alle kaufen sich die farbigen Schwimmhilfen und Spielzeuge und der grosse Wassertümpel sieht aus wie ein Spielparadies. Ich gestehe: Ich habe mir auch so ein kleines Luftkissen gekauft … um in den Wellen zu schweben. Kostenpunkt: 3 Euro.

Weil diese lustigen Sachen für kein Geld angepriesen werden, lassen es alle Touristen nach dem Urlaub auch einfach zurück. Im nächsten Urlaub wird ein neues farbiges Etwas gekauft. Aus Plastik. Ich sage nicht, dass das gut ist – aber ich weiss, dass wir immer schon solche Badesachen im Urlaub gekauft und zurückgelassen haben. Und es hat sich offenbar null und gar nichts daran geändert. Zumindest nicht, soweit mein Auge reichte.

Und ich habe mir vorgestellt, was Greta wohl machen würde, wenn sie über einen Inselstrand gehen und all die Plastiksachen sehen könnte. Schliesslich weibelt sie gerade am Umweltgipfel wieder für unseren Erdball und gegen die Klimaerwärmung. Und ich fühle mich nun noch bescheuerter, wenn ich nicht einmal mehr ein kleines Plastiksäckli im Einkaufsladen zu verlangen wage, während im Meer die Touristen alle mit Plastik baden gehen. Und ihr so???

Mallorquinischer Markt und zwei dumme Touristinnen

Ich bin immer noch auf der Insel – umgeben von Wasser und schwitzend ohne Ende. Mein heutiger Tag hat wenig erfolgreich gestartet. Ich bin am scharfen Bettrand hängengeblieben und habe mich mit dem Hinterkopf und dem Rücken auf den Betongussboden gelegt – mit Schwung und vollem Körpergewicht. Nun ja, ich musste ein paar Minuten liegenbleiben … und mich sortieren. In dieser Zeit ist mir ein zweiter Kopf gewachsen und ich habe jetzt noch ein Schleudertrauma mehr. Echt Leute, Ferien sind nichts für mich … ich mache NUR Mist!

Nach dem Frühstück sind wir dann gemütlich ins Dorf spaziert und über den Wochenmarkt geschlendert. Mir war mit meinem Brummschädel grad nicht nach Brutzeln in der Sonne. Und wie wir Frauen halt so sind: Da hatte es unfassbar viele Tuniken, die wir unbedingt haben mussten. Ist ja nicht so, dass wir nicht schon gefühlt 200 davon zu Hause hätten …

Mit über 50 sollte man meinen, dass Frau weiss, wie in Spanien die Sache mit den Preisen läuft. Die spanische Powerfrau am Marktstand erklärte uns mit fester Stimme, dass eine Tunika normal 35 Euro kosten würde … wenn wir aber zwei oder drei kaufen, dann gebe sie uns die für 30 Euro pro Stück. Freundschaftspreis, versteht sich! Und was machen wir? Wir fühlen uns geehrt und kaufen gemeinsam drei Tuniken – wohlmeinend, das Schnäppchen des Tages gemacht zu haben.

Jaja, klar, ihr wisst alle schon lange, dass wir verarscht wurden. WIR haben es aber erst gemerkt, als wir kurze Zeit später in einem Geschäft exakt dieselben Tuniken für 28 Euro das Stück entdeckt haben. Wir haben uns angeguckt und laut losgelacht. Was für dumme Touris wir doch sind. Ist ja nicht so, dass jedes Kind weiss, dass man auf den Märkten abzockt wird. Der Running Gag des Tages: WOW, WAS HABEN WIR DOCH FÜR EIN SCHNÄPPCHEN GEMACHT!

Wir tragen die Tuniken in Ehren … schliesslich haben wir sie von einer spanischen Freundin zum Freundschaftspreis erhalten! Immer schön positiv bleiben … 🙂

Die Modepraline geht baden …

… und das wortwörtlich – entgegen all meiner Abneigungen und Ängste!

Jeder weiss, dass ich Sonne, Sand und Wasser hasse. Inseln sowieso! Und nun hat es mich doch tatsächlich, einer lieben Freundin wegen, auf ein Insel verschlagen. Von heute auf morgen: Mehr spontan geht ja wohl nicht! Wie gut, dass es so schnell ging … hätte ich Zeit zum Nachdenken gehabt, hätte ich es mir womöglich noch mal anders überlegt. Es ist nämlich in der Tat so: Es ist heiss, umgeben von Meer und voller Sand …

Mir war schon auf dem Hinflug klar, dass ich damit eine Challenge angenommen habe, bei welcher ich gerade meine Grenzen ziemlich heftig überschreite. Mir war aber auch klar, dass ich – trotz Meer – niemals in diesem riesigen Etwas baden würde. Bis heute. Ja, ich habe es tatsächlich getan: Ich habe mich mit der lieben wasserrattigen Begleitung ins riesige Nass gewagt. Quietschend wie ein Meerschweinchen, leicht panisch (da hat es Fische drin) und mit viel bäh (Sand!) bin ich an ihrer Seite todesmutig ins Meer gewackelt (jap, genau so hat es ausgesehen!).

Ich hätte mir im Leben nicht träumen lassen, dass ich das nochmal tue. Und als ich mal drin war und endlich keinen Boden mehr unter den Füssen hatte (das fühlt sich nämlich gruselig an), da fand ich es auf einmal ganz okay. Trotz Rückenblockade (die ich mir notbene von Zuhause mitgenommen habe) hab ich alles gegeben und bin geschwommen. Wenn man ausser Acht lässt, dass ich nun noch eine Zerrung am Oberarm habe, weil ich mich nicht recht bewegen kann und mich irgendwie vor dem Absaufen retten musste, dann war das richtig lustig.

Ich habe selbstverständlich meine Fotos bereits auf Facebook und meinem Whats app Status hochgeladen, um der Welt zu zeigen, wie sehr ich an meinen recht engen Grenzen arbeite. Leider können die meisten nicht glauben, dass wirklich ICH das bin auf diesen Bildern – oder meinen wohl, es seien Fakes. Naja, ich bin selber schuld, habe ich doch all die Jahre immer grossmaulig kundgetan, dass ich Inseln hasse – und Hitze, Sand und Meer noch vielmehr! Das hab ich nun davon.

Morgen werde ich mich in weitere Inselabenteuer stürzen – es sei denn, ich werde von irgendwelchen Halligalli-Malle-Deutschen davon abgehalten. Von diesen gibt es hier auf dieser Insel nämlich jede Menge. Deren Mineralwasser ist Bier und deren Niveau gleicht nicht selten dem eines kranken Primaten. Aber dazu  mehr in der nächsten Inselstory …

Hansemädchen, Geburtstag und Geschmatze …

Ich habe mir zum Geburtstag ein paar Tage in Hamburg im Lieblingshotel mit meiner Familie gewünscht. Es wurde ein wunderbare Woche – zum ersten Mal ist auch das kleinste Hansemädchen aus der Familie mitgereist. Und sie hat das klasse gemacht. Unser kleiner Sonnenschein ist definitiv ein „Reisefüdli“ … wenn was läuft, ist sie voll mit dabei! Fremde Menschen, Shopping, Restaurants, Lärm – unsere Kleinste strahlt übers ganze Gesicht!

Dann hat der Göttergatte im Hotel offenbar das ganze Personal gebrieft – da war nix mit „Geburtstag schön anonym“. Er hat für mich einen unfassbar riesigen Blumenstrauss organisiert, meinen Lieblingsmoscato servieren und eine Karotten-Sahne-Torte backen lassen. Vom Hotel habe ich eine Wellnessbehandlung und Pflegeprodukte geschenkt bekommen. Und im Frühstücksraum hat man mir einen schönen Geburtstagstisch mit Kerzen vorbereitet. Wahnsinn, oder? Alles wie ich mir das erträumt hatte. PERFEKT. Und ich habe jeden einzelnen Moment dieser Woche genossen!

Was es in dieser wunderbaren Stadt alles zu sehen gibt, ist unglaublich. Die Vielfalt der Menschen reicht, um abends die Hirnwindungen wieder entwirren zu müssen, bevor man einschlafen kann. Was mir diesmal besonders aufgefallen ist? Nun ja:

Kim Kardashian scheint irgendwo ein Nest voller Sprösslinge abgelegt zu haben. Hier rennen beinahe alle jungen Frauen mit gemachten Riesenmöpsen (nein, ich meine NICHT die Hunde), mit Schlauchbootlippen, viel zu kleinen Näschen, mit kilometerlangen Kunstwimpern UND noch längeren Fingernägeln rum … und sie sind allesamt GENAU GLEICH geschminkt. Grauenvoll!!!

Im Chanel und im Louis Vuitton stehen die Asiaten an, um alle dieselben Taschen zu ergattern … schnurzegal, ob schön oder nicht: Sie wollen alle einfach DIESELBEN Teile haben!

Und dann wären da noch die arabischen Gäste der Hansestadt. Meine Güte: Manchmal wussten wir fast nicht, ob wir noch in Deutschland sind. Kopftücher, dunkle Teints und schwarze Bärte ohne Ende. Und leider – achtung Klischee – die meisten ohne Benehmen! Wenn im Speisesaal am Frühstücksstisch neben uns zwei Männer sitzen (die Frauen sitzen ja schliesslich separat an Tischen) und das Omelett mit den Händen essen und dabei schmatzen, dass wir uns nicht mehr verstehen … nun ja … dann ist das wie ein Unfall. Man möchte wegsehen, aber es geht nicht. Und weghören schon gar nicht! Das absolut zuvorkommende Servicepersonal wird von diesen Männern behandelt, als ob sie aus der untersten Schublade gekrochen kämen. Kein BITTE, kein DANKE … nichts. Höchstens eine abschätzige Handbewegung. Schliesslich sind ja die Fachkräfte im Service in der Regel auch Frauen – und da haben arabische Männer so ihre Probleme mit. Hallo? Ja, es gibt andere … davon haben wir aber leider nicht viele gesehen. Diese besonderen Herren der Schöpfung tauchen auf und man hat das Gefühl, dass deren Geld die Welt regiert. Grauenvolle Art, sich aufzuführen.

Was die Angestellten eines wunderbaren Hotels an der Alster so alles erleben, das geht manchmal echt zu weit – zumindest für meinen Geschmack. Sie müssen aber nett und zuvorkommend bleiben, und dafür haben sie meinen allergrössten Respekt. Und ich muss dazu sagen, dass wir heute auch ein deutsches Ehepaar erlebt haben, das sich über ALLES beschwert hat – ohne Punkt und Komma, ohne einmal Luft zu holen. Dass der Frühstücksraum voll, und das Personal im Dauereinsatz war, das war ihnen egal. Beschweren war angesagt! Es ging alles zu langsam. Hallo? Ihr sitzt im Hotel und seit im Stress (mit vermutlich ungefähr 80 Jahren) … warum bleibt ihr dann nicht einfach zu Hause!?

Unsere Woche war perfekt und wir haben ALLES genossen und an Eindrücken mitgenommen, was möglich war. Unsere Hansestadt ist und bleibt unsere Hansestadt. Wir kommen wieder 🙂 Und unser kleiner Sonnenschein war der Liebling aller … egal in welcher Sprache … „jööööööööh“ klingt irgendwie überall gleich!

 

Erinnert ihr euch an Conzuela?

Conzuela ist die runde Freundin meines Tochterkindes: Der Staubsaugerroboter. Also aufgrund des Namens eigentlich die Staubsaugerroboterin …

Conzuela verrichtet nun schon eine ganze Weile im Hause des Tochterkindes ihren Dienst. Schön brav putzt sie, wo ihr beauftragt wird, dies zu tun. Und sie macht das gründlich – schliesslich kennt sie gewisse „Sperrzonen“ nicht. Und so kam es, wie es irgendwann kommen musste. Conzuela hat auf Abbruch gearbeitet: Sie hat 21 Puzzleteile von einem überdimensional grossen Puzzle buchtsäblich gefressen! Das Riesenpuzzle war unter dem Bett des Tochterkindes auf Karton geklebt und in vermeintliche Sicherheit gebracht worden. Conzuela fand wohl, dass man dieses undefinierbare Ding trotzdem abknabbern müsse … und hat kurzerhand 21 Puzzleteile gefressen.

Der Herzmann des Tochterkindes musste danach mit Maske und Handschuhen bewaffnet ein Operation an Conzuela vornehmen. Sie wurde „aufgeschlitzt“ und ihre „Eingeweide“ wurden eingehend kontrolliert. Alles, was da nicht reingehörte, wurde entnommen – und Conzuela hatte echt ganze Arbeit geleistet. Sie hatte die Teile ja nicht nur verschluckt … sie hatte sie dabei auch noch ziemlich ramponiert. Der Verdauungsapparat von Conzuela hatte den Puzzlestücken ziemlich zugesetzt.

Jap, so kann die Putzhilfe auf einmal zur Mörderin werden. Da war das Tochterkind aber gewaltig sauer auf Conzuela. Und auch die Operation hat nichts daran geändert, dass Conzuela locker wieder zuschlagen könnte, wenn man nicht aufpasst. Der ist nämlich piepegal, wenn man sie gerade hasst. Die bahnt sich ihren Weg geradewegs wieder dahin, wenn man sie nicht daran hindert. So kann es schon mal vorkommen, dass die Einsätze von Conzuela vorab einen Aufbau von Hindernissen erfordert, damit sie nicht auf Kollisionskurs mit den filigranen Teilen des Mobiliars fährt.

Wie gut, dass ich keine Conzuela habe … die hätte bei mir schon lange eine Gratisflugstunde bekommen!

Facebook erinnert mich …

… an Dinge, die ich selber nicht mehr auf dem Schirm habe. Und manchmal ist das ganz schräg!

Gerade heute hat Facebook mich daran erinnert, dass ich vor vier Jahren einen Post aufgeschaltet habe, mit welchem ich in meinem Geschäft auf die neue Herbstkollektion aufmerksam machte. Ehm … stimmt! Da war doch was: Ich hatte ja mal ein Geschäft (zeitweise sogar mehrere). Ich war Geschäftsfrau und habe für meine Arbeit gelebt. Krass!

Hätte mich jemand gefragt, wann das war, ich hätte glatt gesagt: In einem anderen Leben – vor 40 Jahren! In meinem Kopf ist all das schon so lange gelöscht, dass ich mich gar nicht mehr wirklich an diese Zeit erinnern kann. Gelöscht? Oder verdrängt? Oder rausgefallen? Keine Ahnung!

Wenn sich das Leben auf einmal ändert und die Prioritäten ganz neu sortiert werden, dann kann es schon mal vorkommen, dass man das Gefühl hat, in mehreren Leben unterwegs zu sein. Der Kopf kann ganz offensichtlich nicht alles abspeichern. Das vermeintlich Unwichtige wird ganz einfach aus dem Topf gekippt. Oder bei mir ist das zumindest so. Vielleicht bin ich auch einfach extrem vergesslich – das ist durchaus möglich. Das würde auch erklären, warum ich täglich gefühlt 20 Leerläufe mache, bei welchen ich unterwegs eben vergesse, was ich ursprünglich wollte. Irgendwann im Laufe des Tages kommt es mir dann zufälligerweise wieder in den Sinn.

Dass ich aber einen ganzen Lebensabschnitt einfach gelöscht habe, das ist doch etwas seltsam. Es fühlt sich an, als ob ich einen Film gesehen hätte – irgendwann … über eine Frau mit Boutiquen. Und dann war er irgendwann vorbei, der Film. Obwohl er 10 Jahre gedauert und ganz viel Energie gefordert hat, ist er nur noch schemenhaft in meinem Memory. Eigentlich fast gar nicht mehr. Hätte mich damals wohl jemand gefragt, ob ich diese Zeit jemals vergessen würde – ich hätte bestimmt geschworen: NIEMALS!

Tja, so kann man sich täuschen. Irgendwie hat diese Zeit wohl zu wenig Nachhaltiges zu verbuchen, als dass sie für mich noch präsent wäre. Ich hätte das selber so nicht erwartet. Aber als Facebook mir heute sagte „Hey, weisst Du noch … vor 4 Jahren?“, da war ich doch sehr verwirrt. War das meine Zeit? Sind das meine Erinnerungen? Wo sind die alle hin? Weg!

Schräge Sache …