Kurz vor knapp …

Knapp – das könnte es in diesem Winter mit dem Gas und möglicherweise mit dem Strom werden. Die Zeichen stehen auf Sturm und wenn man die Kriegstätigkeiten von Putin beobachtet, dann könnte der Schlamassel tatsächlich ein Ausmass annehmen, den wir uns jetzt noch nicht so richtig vorstellen wollen. Aber wir hatten schliesslich auch nie eine Pandemie auf dem Radar … was also heisst: Nichts ist unmöglich, leider!

Nun, weitsichtig gehandelt haben jene, die schon lange nicht mehr am Gas hängen und die ihre Dächer mit Solarpanels bestückt haben. Zu jenen gehören wir leider nicht. Shame on us! Ich fahre einzig einen E-Wagen, der notabene aber auch am Strom geladen werden muss. Und unsere Zimmer werden mit der Gasheizung erwärmt. Das möchte ich ändern und habe guten Mutes jemanden kommen lassen, der mir da fachkundig Auskunft geben kann, wie wir einen Wechsel vornehmen können.

Der vermeintliche Fachmann, blutjung und etwas überengagiert, hat also unsere Heizung begutapfelt und festgestellt, dass selbige …

… ja fast noch neu ist,
… doch schade zum Auswechseln sei,
… in unserem höheren Alter vielleicht gar nicht mehr ausgewechselt werden müsse,
… wir schon ziemlich viel Geld sparen könnten, wenn wir NICHT umsteigen würden.

Okay, zugegeben: Nach soviel Fachkompetenz musste ich mich erst kurz sammeln, bevor ich kontern konnte. Das geht in meinem doch etwas höheren Alter nicht mehr so schnell, wie das in jungen Jahren noch der Fall war.

„Ihnen ist aber schon klar, dass es hier nicht um mein Alter geht, sondern um die Tatsache, dass das Gas knapp werden könnte.“
„Keine Angst, liebe Frau, das wird nicht passieren. Ich bin Gasheizungs-Monteur, dann wäre ich ja arbeitslos.“

Kabooom! Das Argument des Jahrhunderts. Noch mehr Fachkompetenz hätte mich glatt umgehauen. Deshalb habe ich gewünscht, jemanden sprechen zu dürfen, der sich ausserhalb der Gasheizungsmontage und der Weltpolitik auskennt. In den nächsten Tagen wird nun also eine neue Ansprechperson hier eintreffen. Wir dürfen also hoffen, dass selbiges Unternehmen noch über andere Fachkräfte verfügt, sonst sehe ich schwarz für hoffentlich warme Füsse im Winter.

LGBTQ

Vermutlich wissen die meisten, was die Buchstaben in meinem Titel bedeuten. Ich bin mir aber fast sicher, dass auch welche mitlesen, die jetzt denken, meine Katze sei versehentlich über die Tastatur gelaufen. Und ich muss gestehen, dass dieser Buchstabensalat auch in etwa so aussieht. Was er bedeutet?

L = Lesbian
G = Gay
B = Bisexual
T = Transgender
Q = Queer

Diese Wörter stammen allesamt aus dem Englischen und sind eine Sammelbezeichnung für Personen, die nicht heterosexuell sind oder deren Geschlechtsidentität nicht dem binären Modell von männlich und weiblich entspricht. Mit der LGBTQ-Bewegung haben sich also Menschen zusammengeschlossen, die sich nicht in den Schubladen der traditionellen Normen bewegen, welche in der Steinzeit irgendwann einmal in die Wände gemeisselt worden waren.

Und nun haben wir den Salat. Den Buchstabensalat, oder den Neigungssalat, oder wie auch immer man das nennen will. Warum? Weil wir für alles immer eine Schublade brauchen. Wozu? Was bringt uns das?

Was macht für mich einen liebenswerten Menschen aus? Klare Antwort: Sein Charakter, seine Seele, seine Ausstrahlung, seine Ideen, sein Humor und sein Verständnis. Ganz bestimmt gehört aber seine sexuelle Neigung nicht dazu. Die interessiert mich einen Deut! Schliesslich oute ich mich auch nicht regelmässig als Heterofrau. Wozu? Ich bin einfach ich. Finito! Ende! Das war’s!

Hat die Seele überhaupt ein Geschlecht? Ich bin mir sicher, dass sie das nicht hat. In meiner Fantasie habe ich mir aber auch schon vorgestellt, ob beim Tod eines Menschen die Seelen je nach Buchstaben-Zugehörigkeit auf verschiedene Arten den Körper verlassen. Die einen im Blümchenkleid mit Flügeln, die anderen im schwarzen Anzug mit Propellern, wieder andere mit Glitzerkleid und pinken Federn oder mit Haitikleid und Feigenblättern. Was für eine quere Vorstellung.

Die Seelen suchen sich ihren Weg dorthin, wo sie gerne hinmöchten. Und das tun sie mit Sicherheit so, wie sie das möchten. Wie gut, dass wir da nicht auch noch dreinreden können.

Eines ist inzwischen aber sicher: Die Schubladen in unserem Denken werden immer mehr und sie werden immer bunter. Das alte verschrobene Möbel mit den zwei Schubladen ist schon lange nicht mehr im Gebrauch. Falls doch, bitte wenigstens bunt streichen. Danke!

Ich fände es wunderbar, wenn wir irgendwann keine komischen Abkürzungen, Zuordnungen und Bewegungen mehr bräuchten, um Menschen zu klassifizieren. Letztlich sind es nämlich einfach alles Menschen. Sie putzen sich die Zähne, sie gehen aufs Klo, sie pupsen, sie holen hin und wieder einen Popel aus der Nase und schneiden sich die Finger- und Zehennägel. Sie gehen zur Arbeit, zahlen ihre Rechnungen und sind Teil dieser Gesellschaft. Mehr nicht. Könnten wir uns also irgendwann einfach darauf einigen, dass man – wo auch immer – nicht mehr ankreuzen muss, zu welchem Geschlecht oder welchen sexuellen Neigung man sich bekennt, sondern dass es einfach ein Mensch ist, der seine Unterschrift irgendwo auf ein Papier kritzelt?

Meine Güte – wir sind ja so unglaublich kompliziert!

Von der Raupe zum Schmetterling …

… das wäre der Optimalfall der weiblichen Wechseljahre. Sich verpuppen, schlafen, schlüpfen und wunderbar leicht und neu erschaffen durchs Leben flattern. Mir wollte das nicht so recht gelingen. Ich habe mich zwar verpuppt, geschlafen, bin dann aber aus meinem Cocon gefallen und mit einem relativ kompakten Körper und viel zu kleinen Flügeln unsanft gelandet. Irgendwie lief das nicht wie geplant. Und weil mein Ego und meine ständig schweissgebadete Seele einen Booster brauchten, habe ich mich in die Hände DER lustigsten Schweizer Profistylistin Luisa Rossi begeben.

Ich habe mich ihr blind anvertraut – ein ganz neues Gefühl für mich. Normalerweise bin ich diejenige auf der beratenden Seite. Was für eine Herausforderung für ein Alphatierchen wie mich.

„Vertrau mir, ich mache das!“

Ich war sowas von gespannt, was jemand aus mir machen würde, der mich nicht aus meinem Alltag kennt.

„So meine Liebe, jetzt sage ich was geht – und hole noch die passende Tasche!“

Ich hatte eigentlich nur den Auftrag, geschehen zu lassen, was geschehen würde. Und sie rannte wie ein Wiesel durch den gesamten Riesenstore von PKZ an der Zürcher Bahnhofstrasse.

… okay, ein Missgriff durfte sein – ich fühlte mich wie Currywurst in Pelle …

Ansonsten brachte mir Luisa so ziemlich alles, was ich in meinen Schränken nicht ohnehin schon habe – ich wollte raus aus meiner Comfortzone!

„Stell Dich mal hin wie ein Model!“
„Knick die Hüfte ein ….!“
„Okay, lehn Dich an die Wand!“ (Anlehnen kann ich …)

Ich habe keine Ahnung, wieviele Schritte Luisa gemacht hat. Ich weiss nur, dass ich geschwitzt habe wie ein grunzendes Tier mit Ringelschwänzchen. Und das alleine vom ständigen Umziehen.

„Statement-Shirts gehen immer!“
… zugegeben, diese Jacke habe ich dazwischen gemogelt …
„Luisaaaaaa – ich schwiiitze!!!“
Spuren eines Stylingmarathons …
… und ich musste nicht mal aufräumen.
Kombis, die mir sonst niemals eingefallen wären … uns die passende Tasche zum Schuh …
… und Kleider, die ich im Leben nicht beachtet hätte …

Es tut manchmal gut, sich aus der gewohnten Zone herauszuwagen und den Lead jemand anderem zu geben. Luisa war heute meine Schokolade für die Seele und der Booster für mein Ego. Wer weiss, vielleicht lernen ja auch kompakte Schmetterlinge mit kleinen Flügeln noch fliegen. Luisa hat da ganze Arbeit geleistet.

… wenn Yoga-Cracks entspannen, dann ist Spass garantiert …
Gute Laune auf zwei Beinen 🙂

Wer sich einmal in sehr begabte, lustige und ausgesprochen sympathische Hände begeben möchte – ich kann sie nur empfehlen.

Danke für dieses Erlebnis, meine liebe Luisa.

Sleepless in Ascona …

Ein kurzes Timeout in Ascona – das habe ich mir und meinen beiden alten Schulfreundinnen gegönnt. Das Trio Infernale war also endlich mal wieder gemeinsam unterwegs. In Erinnerungen schwelgen, viel lachen, darüber sinnieren, was wohl noch kommen mag und sich um nichts und niemanden kümmern müssen – das haben wir sehr genossen!

Oldies but Goldies …

Ich war über Ostern das erste mal in Ascona. Da war mein Haupthaar noch weiss. In der Zwischenzeit habe ich nach Jahren bekanntlich wieder auf dunkel gewechselt, weil man mich überall für sehr viel älter hielt, als ich in Wahrheit bin.

Zu meiner grossen Überraschung wurde ich in Ascona trotz der gewechselten Haarfarbe überall wieder erkannt. In den Restaurants, Boutiquen und im Hotel, wo ich an Ostern schon zu Besuch war. Das hat mich doch sehr verblüfft – ich bin nämlich die, welche sich weder Namen noch Gesichter merken kann. Da bin ich schon platt, wenn man mich gleich mit einem grossen Hallo willkommen heisst, obwohl man mich erst einmal im Leben gesehen hat. Eine Boutiquebesitzerin hat mir erklärt, warum das so sei: „Sie sind witzig und ihre Augen sprechen, das vergisst man nicht.“

Tadaaaaaaaa! Da ist sie also endlich, die Erklärung für die schlaflosen Nächte: Meine Augen sprechen. Wie soll man da schlafen können, wenn im Bett ständig gequatscht wird? Und weil es ja meine Augen sind, werden die sich kaum einig sein bei ihren Gesprächen. Also wird Rechts bestimmt immer mit Links schimpfen und Links wird sich lautstark zur Wehr setzen. Und wenn die das die ganze Nacht lang so machen, dann habe ich endlich die Erklärung, für meine lebhaften Nächte. Ich hatte ja die Wechseljahre und die Wallungen im Verdacht – und die Nachwehen von Corona. Nope! Es ist das Zweiaugengespräch – und deshalb werde ich es mal mit einer Schlafmaske versuchen. Vielleicht sind sie ja still, wenn ich sie unter eine Decke stecke … wer weiss.

Der Sommer ist da …

… und mit ihm die klebrige Sonnencrème, die Mücken, die Wespen, das Geschwitze und das Gemotze. Ich war mal ein ausgesprochener Wintermensch … mit Betonung auf WAR. Seit einer Weile kann ich den Sommer kaum erwarten und bin froh, wenn ich mir morgens nicht 6 Schichten anziehen und trotzdem frieren muss.

Während ich hier in die Tasten haue, sitze ich im Garten und schaue auf die Alpen. Dabei laufen mir die Schweissperlen den Rücken runter und kommen auf dem Badetuch zum Stillstand. In Verbindung mit der Sonnencrème gibt das ein richtig gruseliges Geschmiere und wenn dann da noch eine Fliege, Mücke oder Wespe landen will, hört man es aus unserem Garten lauft fluchen.

Nun ja – man kann nicht alles haben im Leben. Entweder Sommer, Wärme und die Begleiterscheinungen oder Winter und an den Allerwertesten frieren. Dann entscheide ich mich mal besser für Ersteres. Schliesslich muss ich nicht schon abends um fünf Uhr das Licht anmachen und die Nächte werden mit der Klimaanlage erträglicher gemacht.

Jap, der Blick auf die Alpenkette ist wunderbar … blöderweise stehen die Dinger ein kleines Bisschen im Weg. Würden die etwas zur Seite rutschen, könnte ich vermutlich das Meer sehen. Das fehlt nämlich in unserem Garten. Der Pool im übrigen auch! Ich mag nicht so gerne Chlorwasser. Der grosse Tümpel mit dem Salzwasser und den Bewohnern von Käpt’n Igloo ist nämlich seit meinem Wandel auch zu meinem Freund geworden.

Krass, was sich in den Wechseljahren so alles gewechselt hat. Die Jahreszeitenpriorität hat sich komplett gewandelt; das Schlafverhalten wurde zum Nahkampf mit Kissen und Decke; die Taille hat sich endgültig verabschiedet und wurde von einem weichen Omabauch in Beschlag genommen; meine hibbeliges Wesen wurde um einiges ruhiger; meine Rastlosigkeit hat schon mehr als einmal der Gelassenheit das Feld überlassen und meine Energie ist nicht mehr da, wo sie mal war. Und ich bin auf einmal gerne und öfters alleine – ganz für mich. Nur ich mit mir! Das konnte ich früher keine 10 Minuten aushalten. Das einzige, was stabil geblieben ist: Immer Hunger und niemals satt!

Jetzt wechsle ich mal die Position – sonst ist die Vorderseite verbrannt und die Rückseite noch roh – also … die von meinem Körper – mir ist es nämlich viel zu heiss zum Grillieren. Geniesst die warmen Tage!!! 🙂

Die Arbeit rund um das Thema Sterben

Vor einem Monat wurde das Solothurner Hospiz mit einem grossen öffentlichen Interesse eröffnet. Der Weg bis dorthin war lang – die Resonanz dann durchwegs positiv. Ich durfte als Kommunikationsfachfrau das Projekt begleiten – und darf nach wie vor über diese anspruchsvollen Tätigkeiten berichten. Gerne teile ich mit euch mein Interview mit der Führungsfrau des Hopiz Solothurn.

Die Geschäftsführerin Cristina Pitschen ist seit dem ersten Tag vor Ort und zieht alle Fäden. Eine Tätigkeit, mit unzähligen Facetten, die viel Flexibilität und Empathie erfordert. Wie geht es der Frau, die das Hospiz jetzt steuert?

Cristina, Sie schauen zurück auf den ersten Monat – wie ist Ihr Resumée?

Ein spannender, herausfordernder und wunderschöner Monat mit einem schlicht grossartigen Team. Alles fügt sich zusammen wie ein wunderschönes Mosaik.

Tag 1 war zugleich auch der Tag der ersten Patientin, die eingezogen ist. Lief alles bereits reibungslos?

Ja, unser erster operative Tag verlief reibungslos und wir durften in der Tat unsere erste Patientin im Hospiz willkommen heissen.

Worin unterscheidet sich ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin in einem Hospiz zu Ihren vorherigen Tätigkeiten bei der Spitex?

In Bezug auf die Verantwortung unterscheidet sich die Tätigkeit überhaupt nicht. Es sind dieselben Themen – die Personalführung, betriebswirtschaftliche Aufgaben, Qualitätsthematik und das Aufbauen und Stärken von Vertrauen.
Etwas anders war – im Gegensatz zur Spitex – keine vorgegeben Strukturen und Prozesse zu haben, sondern diese von Grund auf aufzubauen. Dies war sowohl eine grosse Herausforderung als auch eine wunderbare Chance.
Unterscheiden tut sich auch die Nähe zu den Patientinnen und Patienten und deren Bezugspersonen, was ich an dieser neuen Arbeit sehr schätze.

Es herrscht die verbreitete Meinung, dass die Arbeit in einem Hospiz durchwegs traurig sein muss. Ist das so?

Die Arbeit mit schwerstkranken und sterbenden Menschen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, welche zugleich viele unbezahlbare und wertvolle Erfahrungen mit sich bringt.
Sterben ist ein Teil des Lebens.
Und oft ist es doch so, dass wenn sich der erste Schleier der Trauer hebt, uns die Erinnerung an den geliebten Menschen ein Schmunzeln entlocken kann.
Bei uns darf auch gelacht werden, den Humor ist sowohl für Sterbende als auch für ihre Pflegenden und Ärzte eine wichtige Ressource. 

Der erste Tag im Hospiz war zugleich auch der erste offizielle Arbeitstag für das gesamte Team vor Ort. Wie war das?

Wir alle haben uns auf diese neue Aufgabe sehr gefreut.
Es war einerseits die Freude, endlich diesem sinnvollen Projekt Leben zu geben; andererseits war es an der Zeit, dass sich die Pflegenden mit all ihrem Wissen, ihrer Kompetenz, Professionalität und Empathie der Arbeit widmen können, welche sie aus Überzeugung machen.
Es war ein Ankommen in einem Haus, das viel Geborgenheit für Patientinnen und Patienten, ihre Bezugspersonen, aber auch für uns als Mitarbeitende bereit hält.

Konnten Sie in der Nacht vor dem ersten offiziellen Tag schlafen?

Ja, konnte ich. Ich habe stets einen gesunden Schlaf.

Wie muss ich mir Ihre Tätigkeit vorstellen? Vornehmlich im Büro, oder mehr an der Front?

Es ist eine Mischung aus beidem. Gerade dieser Umstand macht meine Arbeit so unglaublich wertvoll.

Haben Sie aktuell – bis sich das Team und der Alltag im Hospiz eingespielt hat – noch Zeit für sich?

Nun, meine Priorität und mein Herz liegen aktuell in der Arbeit, dem Aufbau und bei den Mitarbeitenden des Hospiz Solothurn. Das ist auch richtig so.
Alles braucht seine Zeit.
Später wird es auch wieder etwas mehr Zeit für mich selbst geben.

Wo schöpfen Sie Kraft für Ihren Alltag im Hospiz?

Ich denke es ist weniger Kraft die es braucht, sondern vielmehr eine gesunde Energie. Diese schenken mir einerseits meine Familie und meine Freunde, welche mich unterstützen. Auf der anderen Seite finde ich den Ausgleich in der Natur und mit meinen Hunden.
Aber auch die Mitarbeitenden und die neue Aufgabe schenken mir jeden Tag Freude und Energie.

Was war ihr schönster Moment in diesem Monat?

Es gibt nicht einen, es gibt unzählige…

Ich bedanke mich für das Gespräch und wünsche Ihnen alles Gute und viel Zufriedenheit in Ihrer anspruchsvollen Tätigkeit.

ALLES EINE LÜGE!

Mit grossem Interesse habe ich einen Bericht verfolgt, der veranschaulicht hat, dass in unseren Körpern weisse und braune Fettzellen vorhanden sind. Verstanden habe ich vor allem, dass die weissen Fettzellen die Energie speichern und uns demzufolge dick werden lassen, während die braunen die Energie abgeben und uns abnehmen lassen. Aha …

Weil ich ja ein helles Köpfchen bin war klar, dass ich den Forschern unter die Arme greifen würde. Man ist ja schliesslich hilfsbereit und sozial. Und die Umwandlung von weiss Zellen in braune Zellen sollte nun wirklich kein Problem darstellen.

Ja, ihr ahnt es: Ich habe den Liegestuhl in den Garten gezerrt, meine weissen Fettzellen mit Sonnencreme eingeschmiert – was ich notabene hasse, weil sich dann alles irgendwie so klebrig anfühlt – und habe mich mit höchster Konzentration im XXL Bikini auf der Liege platziert. Ich muss dazu sagen, dass ich natürlich den Tag abgewartet habe, an welchem es 30 Grad war. Wenn schon, denn schon!

Nach den ersten 30 Minuten war ich schon mal klatschnass geschwitzt und musste mir dringend Flüssigkeit zuführen. Der Blick in den Spiegel hat mir gesagt: Etwas dunkler, aber immer noch XXL. Mist!

Also habe ich mich erneut auf die Liege gelegt und habe angefangen, im Geiste mit meinen Zellen zu sprechen. „Kommt schon, ihr weissen Dinger, wandelt euch und schmelzt gefälligst davon. Ich verspreche auch, dass ich künftig das ultragrosse Magnum-Eis nicht mehr vor dem Schlafengehen esse. Ich schwöre!“

Nach weiteren 30 Minuten schaute ich an mir runter und hoffte, dass die Schweisstropfen die Fettzellen gleich mitnehmen würden. Irgendeinen Sinn muss es ja schliesslich haben, wenn man sich bei 30 Grad mit klebrigem XXL-Körper in die Sonne legt und schwitzt wie ein Ferkel.

Okay, nach insgesamt zwei satten Stunden Sonnenbad (ohne Bad) habe ich kapituliert. Mein Haut ist wohl etliche Stufen dunkler geworden – den Fettzellen scheint das aber schnurzegal zu sein. Der Spiegel sagt, dass ich nach wie vor den XXL-Bikini brauche. Die Waage sagt dasselbe. Was also ist dran, am Märchen mit den braunen und weissen Fettzellen? Ich habe gegoogelt und folgendes gefunden:

Na wunderbar!!! Lieber Herr Alexander Pfeifer – hätten Sie das vielleicht überall so veröffentlichen können, dass auch ich gleich über diesen Artikel stolpere? Dann hätte ich mir die Schwitzerei sparen können.

Fazit: Der nächste Versuch findet in der Kältekammer der Schlachterei statt – vielleicht habe ich da mehr Glück, meine weissen Zellen zu überreden, sich in Braune zu verwandeln.

Muttertag. Muttertag?

Alle Jahre wieder – Muttertag und ich überlege immer dasselbe: Braucht es einen Muttertag um zu realisieren, was Mütter alles leisten?

Ich weiss seit meiner Geburt, dass es mich ohne meine Mutter nicht gäbe. Und ich weiss seit meiner Kindheit, dass meine Mutter die Insel ist, zu der ich schwimme, wenn das Ertrinken droht. Seit ich selber Mutter bin weiss ich auch, dass damit eine Verantwortung kommt, die ein Leben lang bleibt. Aber auch eine Liebe, die mit keiner anderen zu vergleichen ist. Ausser vielleicht mit der als Grossmutter (schliesslich ist in diesem Wortgebilde ebenfalls das Wort Mutter enthalten).

Seit unsere Tochter nun auch zweifache Mutter ist, sehe ich „von aussen“, was eine Mutter täglich leistet. Unentgeltlich und aus Liebe.

Seien wir mal ehrlich: Egal wie hochdekoriert ein Manager ist – er würde vermutlich keinen Monat als Vollzeitmutter überleben. Wenn doch, dann würden möglicherweise die Kinder aber nicht überleben. Oder die Haushaltung sähe aus wie Sau und der Pizzabote wäre Dauergast.

Ich kenne keinen andere Job auf dieser Welt, der soviele Kompetenzen beinhaltet, wie der einer Mutter.

Stelleninserat:

Wir suchen eine Frau. Arbeitspensum 24/7 – lebenslang. Ferien: Keine. Gehalt: Null. Erwartet wird Verständnis, gute Nerven, Geduld ohne Ende, Kampfbereitschaft in allen Lebenslagen, psychologische Kenntnisse für alle Fälle, medizinische Kenntnisse in diversen Fachgebieten, Kreativität, Flexibilität, gute Bildung (Hausaufgaben), immer ein offenes Ohr, überdurchschnittliche Belastbarkeit und die Gabe, ohne Schlaf überleben zu können, Kochkenntnisse, Fahrausweis für Transporte aller Art, Affinität für Wasch- und Putzarbeiten, die Gabe zu verzichten.
Bei Interesse können alle weiteren Aufgaben in einem persönlichen Gespräch geklärt werden. Am besten erleben sie es aber selber – man kann es sich nämlich nur vorstellen, wenn man live mittendrin ist. Der Job ist unkündbar!

Würde sich ein Mensch, der alle Sinne beisammen hat, ernsthaft auf ein solches Stelleninserat bewerben? Ich denke nicht. Die Natur hat es also so eingerichtet, dass wir nur die Schokoladenseite werten, wenn wir entscheiden, eine Familie zu gründen. Wäre das nicht so, wäre die Menschheit schon lange ausgestorben. Und die Schokoladenseite ist es auch, die uns in Krisenzeiten als Mutter am Leben hält: DIE LIEBE, die mit keiner anderen zu vergleichen ist.

Ich bin froh, Mutter zu sein – weiss aber, dass es nicht immer einfach ist. Deshalb verstehe ich auch alle, die sich bewusst gegen diesen harten Job entscheiden.

Allen, die sich als Mütter im Leben behaupten und diesen Job ernst nehmen, möchte ich ein Kränzchen winden. Ich weiss, was ihr alle leistet. Danke dafür! 🙂

Alles hat ein Ende …

… auch das Leben. Wie gerne schieben wir diese Tatsache beiseite. Keiner möchte endlich sein – und doch sind wir es. ALLE. Manche früher, andere etwas später. Geblieben ist noch keiner. Daran können wir nichts ändern. Das einzige, was wir möglicherweise bestimmen können ist, wie wir den letzten Weg gehen möchten.

Vermutlich denken sich jetzt viele, dass sie einfach zu Hause tot umfallen wollen. Nun ja, wer möchte das nicht? Schmerzfrei, kurz und frei von Krankheiten oder Gebrechen sich von dieser Erde zu verabschieden, das wäre der Wunschgedanke der meisten Menschen. Im Zeitalter der Hightechmedizin ist das leider den wenigsten vergönnt.

Das Thema Tod war bei mir schon als Kind in meinen Gedanken präsent. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist – aber es hat mich immer interessiert und ich habe mich immer schon damit beschäftigt. Schliesslich habe ich mich auch mit der Geburt beschäftigt. Und alles, was zwischen Geburt und Tod ist, beschäftigt mich täglich – MEIN LEBEN.

Was aber, wenn sich meine Leben dem Ende neigt? Was, wenn ich zu Hause nicht mehr sein kann, es aber tunlichst vermeiden möchte, in einem Krankenhauszimmer klinisch rein oder in einem Heim meinen letzten Weg zu gehen? Was, wenn ich trotzdem gerne gut aufgehoben, gepflegt und mit allen nötigen Medikamenten versorgt sein möchte? Dann gibt es in meinem Heimatkanton seit neustem ein Hospiz. Einen Ort, an welchem mit viel Liebe ein Zuhause auf Zeit erschaffen wurde. Mit Empathie, baulichem Geschick und ganz viel Menschenliebe wurde ein Haus erschaffen, wo gleichzeitig sechs Patient:innen den letzten Weg gehen können. Alleine? Natürlich nicht. Familie und geliebte Menschen dürfen diesen Weg nach Gutdünken begleiten und haben den nötigen Freiraum für Körper und Seele, um Abschied nehmen zu können.

Ich engagiere mich sehr für dieses Projekt und erfahre oft, dass Menschen innerlich einen Schritt zurück machen, wenn ich sie auf das Thema Sterben und Tod anspreche. Warum? Es betrifft uns alle! Und Angst machen vor allem jene Themen, die wir unter dem Tisch lassen. Nehmen wir sie aus der Verbannung hervor und legen wir sie auf den Tisch, dann merken wir ganz schnell, dass sie an Schrecken verlieren. Warum sprechen wir hochzivilisierten Menschen über alles – ausser über den Tod? Weil er zu wenig sexy ist? Fakt ist: Der Tod wird immer unwiderrufbar und deshalb auch traurig sein. Er wird immer ein Abschied für die Ewigkeit sein. Das ändert sich aber nicht, wenn wir ihn einfach wortwörtlich totschweigen. Wir können es uns allerdings leichter machen, indem wir ihm den nötigen Raum geben – denn er gehört nunmal dazu – bei jedem von uns. Genauso wie das Lachen, das Weinen, das Freuen und das Trauern.

Ich bin deshalb unglaublich stolz auf die Erschaffer des wunderschönen Hospiz‘, welches gestern seine Türen öffnen konnte. Und wenn euch immer noch ein kalter Schauer den Rücken runterläuft, dann schaut euch die Bilder an, die ich vor Ort gemacht habe. Es ist tatsächlich ein Ort, der ganz viel Wärme, Liebe und Geborgenheit ausstrahlt und der eine Lücke schliesst, die es leider in unserer Gesellschaft immer noch gibt.

Wohlig warme Farbtöne …
… mit Nischen für Besucher …
… mir viel Liebe zum Detail …
… mit dem Auge für das Wärmende …
… der Möglichkeit, zum Füsse hochlegen …
… dem Platz für die kleinen Besucher …
… dem Platz, um der Seele und dem Körper eine Pause zu geben …
… und der Möglichkeit, immer einen Blick nach draussen werfen zu können.

Das Team rund um dieses letzte Zuhause hat einen grossartigen Job gemacht. Man kommt rein und hat das Gefühl, zu Hause zu sein.

Ich hoffe, dass ich euch zum Nachdenken anregen durfte – vor allem jene, die das Thema gerne unter dem Tisch lassen würden. Nehmt es einmal für einen kurzen Moment hoch ans Tageslicht, betrachtet es und überlegt euch, wie ihr euch euren letzten Weg wünschen würdet.

C19, C20, C21, C22

Keine Angst, es sind keine physikalischen Formeln. Ich habe von Physik nämlich soviel Ahnung wie ein Huhn vom Stricken. Es sind meine Bezeichnungen für die kleinen Covid-Viren in meinem Kopf. Angefangen hat es ja im Jahre 2019, erwischt hat es mich im 2022 – dazwischen waren noch zwei Jahre, in denen sie auch aktiv waren, diese bescheidenen Viecher.

5 Wochen ist es her, seit es mich erwischt hat – und ich dachte echt, es wäre mit diesem grippeartigen Gefühl während 8 Tagen erledigt. Nope! Weit gefehlt. Diese Covidianer haben ganz offenbar beschlossen, sich in meinem Kopf heimisch einzurichten und alles durcheinander zu bringen. Echt jetzt?

Kennt ihr das Geräusch, wenn man dem Staubsauger bei Vollgas den Stecker zieht? Dieses gerade noch laute Heulen und dann nur noch Sumsen und – ZACK, RUHE! So fühlt sich mein Energiedepot an, wenn ich schlechte Tage habe. Und die sind leider aktuell in der Überzahl. Gerade hab ich noch das Gefühl, ich möchte heute etwas unternehmen. Frisch geduscht ziehen die Covidianer meinen Stecker und – ich bin leer. Erschöpft!

Als ob das nicht schon mühsam genug wäre, haben sie sich ganz offenbar auch hinter meinen Memoryautomaten gemacht. Ich mache täglich gefühlt 86 Leerläufe, weil mir einfach nicht mehr einfallen will, was ich gerade eben noch wusste. Ich rede mit jemanden und während des Gesprächs verliere ich den Faden – Filmriss! Ganz zu schweigen von Meetings, in welchen ich plötzlich anfange zu gähnen und beim besten Willen den Gesprächen nicht mehr folgen kann. Bleiernde Müdigkeit und gähnende Leere im Kopf dominieren mich auf einmal und ich habe das Gefühl, unter einer hermetisch abgeriegelten Käseglocke zu sitzen. Im Fachjargon nennen sie diesen Zustand Brainfog. Wie schön – dieses absolut bescheidene Gefühl hat einen Namen, der mir aber absolut nichts nützt!

Richtig peinlich wird es, wenn ich während eines Gesprächs die Wörter verwechsle und sich im Bauch Buchstabensalat zusammenbraut um sich dann in Form von Wortkotze über mein Gegenüber zu ergiessen. Wunderprächtig! Ich kann den Gesichtszügen meines Gegenübers erkennen, wenn ich mal wieder totalen Müll von mir gebe. Inzwischen bin ich schon soweit, dass ich dann frage: „Habe ich gerade wieder etwas erzählt, was keinen Sinn ergibt?“

Und weil mich all das so furchtbar nervt, muss ich es allen erzählen. Die Reaktionen sind meist dieselben: „Das braucht Zeit und Geduld!“

Prima – meine Kernkompetenzen sind ZEIT und GEDULD!!! Gerade ich habe davon relativ wenig Ahnung. Die Kampfsau, die immer auf der Überholspur mit Multitaskingfähigkeiten glänzte, braucht auf einmal Zeit und Geduld. Das kann ja heiter werden.

Falls ich euch nicht grüsse – sorry, vermutlich hab ich wegen der Covidianer in meinem Kopf vergessen, dass wir uns kennen. Falls ich mich atypisch benehme … ihr wisst ja, die Covidianer. Und falls ihr hier unfassbar viele Schreibfehler findet, so dürft ihr diese behalten – auch daran sind die Covidianer schuld.

Ich will meine Energie zurück! SOFORT!!!!