Urlaubsplanung heute

Früher, als ich noch jünger war (NEIN, damals lebten die Dinosaurer schon nicht mehr!), da war das Thema Urlaub immer das Highlight schlechthin. Wohin könnten wir fliegen und wie lange. Das hing meistens vom Budget ab. Und wir freuten uns riesig.

Heute – so ungefähr 30 Jahre später – stellen sich irgendwie total andere Fragen. Also, mal abgesehen davon, dass ich mich ohnehin zum Ferienmuffel entwickelt habe, sind die möglichen Feriendestinationen doch etwas zusammengeschrumpft. Wenn ich die Jungen höre, wie sie über mögliche Ferien diskutieren, dann geht es da eher darum zu sondieren, wo man möglichst gefahrenminimiert überhaupt noch Urlaub machen kann. Kriegsgebiete, polititsche Unruhen, Attentate und sonstige Widerstände machen es in vielen schönen Ländern unmöglich, überhaupt zu reisen. Oder zumindest wäre es mehr als gefährlich!

Eigentlich fängt es ja schon bei der Frage an, ob man überhaupt noch fliegen will. Nach den Meldungen der letzten Jahre könnte man manchmal tatsächlich meinen, dass Bombendrohungen oder ungeplante Landungen zur Tagesordnung gehören. Also weichen viele auf Ferien mit dem Auto oder der Bahn aus, weil sie so wenigstens dieses Risiko minimieren können. Bei mir würde die Lust auf unzählige Stunden im Stau meine Ferienfreude schon im Vorfeld kaputt machen.

Wie wäre es, wenn man die Ferienplanung in die heimischen vier Wände legen würde. Aus einem Zimmer gestaltet man einen Dschungel, aus dem Badezimmer macht man mit Katzensand einen Strand, die Terrasse wird zum Restaurant und das Sofa wird zur Wellnesszone. Eines wäre dabei ziemlich sicher: Günstig – check! Gemütlich – check! Stressfrei – check! Wettersicher – naja! Also: Mal wieder Balkonien geniessen kann auch nicht so falsch sein!

P.S.: Wie plant man eigentlich heutzutags eine Weltreise? Zickzack? Geht das überhaupt noch, bei so vielen Krisen- und Kriegsgebieten?

Parkfelder

Seit 30 Jahren bin ich Autofahrerin. Und auch genauso lange habe ich noch nie einen Unfall verschuldet – touch wood! Ich fahre seit Jahren immer grosse Autos, weil ich mich darin einfach sicherer fühle. Ich brauche das Gefühl, um mich herum viel Carrosserie zu haben, die mich schützt. Dazu muss ich weit oben sitzen, um mich nicht erdrückt zu fühlen, wenn ich andere Fahrzeuge überhole.

Nun haben sich aber in letzter Zeit entweder die Parkfelder allesamt gegen mich verschworen, oder mein Auto ist gewachsen. Nun ja, es könnte auch sein, dass meine 3D-Wahrnehmung sich mit jedem weiteren Jährchen verschiebt. Tatsache ist, dass diese blöden Parkfelder sich bei meinen Parkmanövern ständig dagegen wehren, ruhig liegenzubleiben. Kaum bin ich mir zu 100% sicher, dass ich mit meinem Wagen nun endlich innerhalb der Streifen stehe, hüpfen diese wieder 30 cm nach rechts oder links. Manchmal sind die Dinger beim Springen so dreist, dass ich aussteige und gleich auf zwei Parkfeldern stehe – und das, obwohl ich mein Auto ganz eindeutig nur in ein Feld manövriert habe … und zwar zielsicher.

Ich frage mich tatsächlich, wie sowas möglich sein kann. Seit Jahren fahre ich den gleichen Fahrzeugtyp. Vor kurzem habe ich einfach auf das neue Modell gewechselt und dabei hat sich in der Grösse nichts verändert. Vorher hat es mit dem Parkieren doch auch funktioniert. Warum zum Geier geht es jetzt auf einmal nicht mehr? Es kann doch nicht sein, dass ich mich zum Vollhorst entwickelt habe! Magie? Hexerei?

Ich schüttle regelmässig selber den Kopf, wenn ich aussteige und mal wieder mein Auto bestaune, das locker zwei Parkfelder in Beschlag nimmt, obwohl ich es mit Sicherheit nur auf eines gestellt habe…

Ausblenden, aber wie?

Die Welt spielt verrückt. Überall herrscht Chaos. Ich muss gestehen, dass ich zunehmend ängstlicher werde. Etwas, was eigentlich so gar nicht meinem Typ entspricht. Aber mit jeder Schreckensmeldung wird es ein Stückchen schlimmer. Und man erklärt mir rundherum, ich soll das einfach ausblenden, nicht mehr Nachrichten schauen und mich daran gewöhnen.

Also das mit den Nachrichten klappt ja schon mal gar nicht. Egal wo man hinkommt: Irgendwo hat es ein laufendes Fernsehgerät, eine aufgehängte Zeitung mit einer Headline oder beim abendlichen TV-Film läuft auf einmal ein News-Text unten über den Bildrand, der auf das aktuelle Geschehen aufmerksam macht. Man kann den Nachrichten nicht entfliehen – ausser man zieht auf eine Alp ohne alles!

Mich daran gewöhnen? Ich muss gestehen, dass ich damit extrem Mühe habe. Es ist, als ob man mir sagen würde, ich soll mich an verdorbenes Essen gewöhnen. Klappt auch nicht – gibt immer wieder Durchfall!

Das Ausblenden fällt mir aktuell gerade besonders schwer, da ich in meiner zweiten Heimat Hamburg weile. Seit zwei Jahren bin ich regelmässig hier und – was sich in den letzten Monaten hier alles verändert hat, lässt sich schwer ausblenden. Für mich gab es bisher immer nur mein schönes Hamburg. In diesem Sommer zeigt mir die Stadt auf einmal ganz viele Schattenseiten, von denen ich nicht weiss, ob die immer schon da waren. Ich für meinen Teil sehe sie zum ersten Mal in diesem Ausmass.

Mein Göttergatte und ich machen beinahe alles zu Fuss – Ellie braucht schliesslich Bewegung und uns tut das auch nur gut! Dem Hund zuliebe gehen wir – wenn immer möglich – den Parks entlang. Diese Gänge gleichen in diesem Sommer zum ersten Mal einem Spiessrutenlauf durch Müllberge und unendlich viele Glasscherben (mit einem Hund ziemlich mühsam). War das immer schon so? Und überall sitzen ganze Sippen von Menschen, die mir Angst machen. Dunkle Augen, fremde Sprachen, vermummte Frauen und komische Gerüche. Klein Ellie spürt entweder meine Angst oder sie kann diese Menschen selber nicht einordnen. Auf jeden Fall hat sie hier angefangen, alles anzuknurren, was vermummt ist oder was dunkle Haut hat. Extrem schräg, denn getan haben uns diese Menschen ja nichts. Sie sind einfach fremd. Und offenbar auch nicht gewohnt, ihren Müll wieder wegzuräumen. Leider!

Selbst am Alsterbecken, wo man sonst so wunderbar auf den Treppen sitzen und aufs Wasser schauen kann, ist alles bevölkert mit Menschen, welche aus ihren Radios balkanähnliche Musik hören und die einem das Spazieren unmöglich machen. In Sippen von bis zu 30 Leuten sitzen, knien und liegen sie da und blockieren alles.

Die Tatsache, dass gestern abend eine Polizeistreife mit Blaulicht hinter mir aufs Trottoir fuhr und durchs Megaphon „Hände über den Kopf“ rief, macht mein Gefühl auch nicht besser. Ich dachte ja vor lauter Schreck zuerst, ich würde gebüsst, weil ich im Pyjama mit Ellie vor dem Haus Pipi machen ging. Ich bemerkte erst, als ich mich umdrehte, dass hinter mir eine komische männliche Gestalt stand, die ich nicht einmal bemerkt hatte. Prima! Herzlichen Dank auch … mein Herz ist kurzerhand in die Pyjamahose gerutscht.

Was passiert hier mit meinem schönen Hamburg? Oder anders gefragt: Was genau soll ich nochmal alles ausblenden?

Sommerloch

Kennt ihr das berühmte Sommerloch? Journalisten beklagen sich darüber, dass in dieser Zeit viel zu wenig los ist, worüber man schreiben könnte. Da werden alte Beiträge wieder aufgehübscht, um die Zeitung nicht ganz so mager erscheinen zu lassen. Und wenn eine Mücke Durchfall hat, dann schreibt man zur Not auch darüber einen Artikel. Durstrecke auf den Redaktionen.

In den Strassen sieht es auch nach Sommerloch aus. Viel weniger Menschen sind unterwegs als sonst. Und im Fernseher laufen viele der spannenden Talkshows der Nacht auch nicht – Sommerpause.

Warum zum Geier sind diese Löcher alle auf den Sommer geplant? Damit man sich tödllich langweilen kann? Zeitung – öde. Strassen – leer. Fernseher – schnarch. Und wenn man sich dann auf den Weg zum Lieblingsitaliener macht, merkt man, dass der sich auch verkrümelt hat – Sommerferien.

So, und nun habe ich noch einen Grund mehr, den Sommer nicht zu mögen. Der besteht nämlich nicht nur aus unnötig schwülen Tagen, sondern dazu aus lauter Löchern, die das Leben auch nicht gerade spannender oder angenehmer machen. Ich werde NIEMALS ein Sommermensch. Es gibt nichts, was den Sommer besser machen würde, als den Winter. Wirklich nichts. Im Winter sind die Kleider, die Schuhe, die Temperaturen und das Essen schöner.

Ich pflege aktuell gerade mein persönliches Sommerloch! *lach*

Und wieder ein Sommer…

…in welchem alle zu wissen meinen, dass Ferien im Süden am Meer doch einfach das schönste sind.

Warum zum Geier glaubt man mir nicht, dass ich es einfach nur ätzend und langweilig finde? Schon beim Gedanken an einen Liegestuhl bekomme ich Ausschlag. Und beim Gedanken an das stundenlange Glotzen aufs Meer schläft mir das Gesicht ein und in den Ohren fängt es zu rauschen an. Langweilen kann ich mich auch noch, wenn ich tot bin. Aber doch nicht jetzt, so mitten im Leben.

Das beste daran ist, dass alle versuchen, mich mit ihren Destinationen zu ködern und jeder scheint die bessere Idee zu haben, um mir die Strandferien schmackhaft zu machen.

„Du musst nur mal nach Dubai fliegen, Du wirst es lieben!“
„Korsika ist die perfekte Destination für Dich, das wird auch Dir gefallen.“
„Rhodos hat so viel Charme, das musst Du einfach mögen.“
„Das Meer Ägyptens ist wie eine Badewanne, das wäre auch für Dich perfekt.“

Nein! Da war ich überall schon und ich finde es – mit Verlaub – überall gleich schnarchenslangweilig und viel zu heiss. Drum hier nochmal zum Mitschreiben für alle, die mich immer noch bekehren wollen:

Die Modepraline hasst

– Hitze
– Liegestühle
– Sonnencreme
– Meer
– Sand
– Fische (es sei denn, es sind Fischstäbchen)
– nackte und behaarte Körper rundherum
– Schweiss
– Sandaletten

Daran wird sich bis zu meinem Umzug in die Holzkiste auch nichts mehr ändern. Drum könnt ihr auch ruhig weiter den Kopf schütteln, wenn ich Regenwetter hundert mal lieber habe, als die sonnigen 30 Grad-Tage. Da bin ich nämlich nur am Leiden. Ich mag es nicht und es wird mit dem Älterwerden nicht besser.

Ich war bestimmt im letzten Leben ein Eisbär und habe auf einer Scholle in der Arktis gelebt. Nun frage ich mich immer, was ich hier soll – vor allem im Sommer. Ich könnte mich locker mit 12 Monaten Winter abfinden. Vor allem, wenn Schnee liegt. Eisbäääääär….

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Füsse lecken für Anfänger

Wir waren heute wegen der unerträglichen Hitze in der Hansestadt am Elbstrand spazieren. Wenigstens da war eine angenehme Brise, die einen nicht ganz so arg kleben liess. Ellie liebt den Elbstrand und steckt regelmässig die Nase in den Sand, um zu niesen. Ich glaube, dass sie snifft. Eine Sandsnifferin!

Leider hat auf unserem Spaziergang irgendetwas Unbekanntes Ellie’s Pfote gebissen oder gestochen. Sie war auf einmal total durch den Wind, drehte sich wie eine Irre um die eigene Achse, winselte und biss sich wie verrückt in die Pfote. An Gehen war zu Beginn gar nicht mehr zu denken. Nach einer Weile nur noch auf 3 Beinen und unter Schmerzen. Meine Güte, tat das Tier mir leid. Ich kann es nicht haben, wenn das Fellknäuel leidet – vor allem dann nicht, wenn ich nicht weiss, was sie hat. An der Pfote war nichts zu sehen, aber sie schnappte, wenn man sie berühren wollte.

Nach einer ziemlichen Verzweiflungsodyssee meinerseits (ich bin fürchterlich) haben wir uns in ein Restaurant gesetzt, ich habe Ellies Pfote gekühlt und sie ist eingeschlafen. Nach dem Aufwachen ging sie erst zaghaft, dann aber wieder auf vier Pfoten. Ich verstand die Welt nicht mehr. Bienenstich? Flusskrebs? Ratlos!

Auf jeden Fall gingen wir auf dem Rückweg zur Wohnung im Hundegeschäft vorbei und holten uns Pfotensalbe, um ihr wenigstens damit vielleicht etwas Gutes zu tun. Ich schmierte ihr die Pfote damit ein und sie leckte alles wieder weg. Lecker! Dabei dachte ich: „Was für den Hund gut ist, kann für mich wohl kaum schädlich sein.“ Ich habe nämlich unglaublich rissige und spröde Füsse. Also habe ich meine Flossen auch damit eingeschmiert – zur Freude von Ellie, die sich sofort an meinen Füssen zu schaffen machte. Ich wurde von der nassen Hundezunge abgeschlabbert und abgeleckt und kicherte mich kaputt ob der hibbeligen Fussfetischistin.

Falls also jemand Lust auf eine Runde Fusslecken hat, so kann ich die Pfotenpflege für Hunde empfehlen. Kitzelt lustig, wenn das Tier wie wild um die Füsse hüpft und mit der Schlabberzunge zugange ist. Mal schauen, ob ich morgen schöne und sanfte Pfoten habe.

Verkehrte Welt

Die Modepraline mag keinen Sommer – schon gar nicht, wenn er heiss ist! Jeder, der hier mitliest, weiss das. Also bin ich mit Mann und Hund in den Norden geflüchtet. Und wie empfängt mich die geliebte Hansestadt? Mit noch mehr Hitze und einer Luftfeuchtigkeit, dass man meinen könnte, man sei im Regenwald. Hallo? Wo ist meine geliebte kühle Brise geblieben. Und wo sind die Wolken, welche sich immer so wunderbar schützend vor die Sonne schieben? Könnte Petrus vielleicht mal darauf Rücksicht nehmen, dass wir hier in einer Dachwohnung hausen, in welcher es sich aktuell anfühlt, als ob man in einer Sauna sitzen würde!?

Kleine Ellie hächelt im Dauermodus, ich tropfe und jammere vor mich hin und der Göttergatte findet es „doch ganz schön warm“. Die liebe Hundefreundin (diesmal aber ohne Hund), welche aktuell gerade zu Besuch ist, findet es angenehm. Das kann auch nur jemand sagen, der Wallungen nur vom Hörensagen kennt und kein Gramm zuviel auf den Rippen hat. Alles, was unter 25 Grad ist, empfindet sie als kalt. Zum Schreien! Ich meine: 21.30 Uhr und auf der Terrasse sind immer noch 25 Grad … in Hamburg!!!! Hä??? Hätte ich tropische Verhältnisse gewollt, wäre ich in die Karibik geflogen. Ich will mein bewölktes, brisengekühltes und angenehmes Hamburg zurück! Was soll das mit diesen dämlichen Wetterkapriolen?

Und nun das gravierendste aller Weltprobleme überhaupt: Ich habe keinen Sommerpyjama in Hamburg. Wer rechnet auch damit, dass die Schweissperlen spät abends immer noch  rinnen und es keinen Millimeter abkühlt? In meinem Hamburger Schrank liegen lauter Pyjamas mit langen Hosen. Okay – ich werde wohl oder übel in den Unterhosen schlafen müssen, auch wenn ich das eigentlich überhaupt nicht mag. Ich fühle mich ohne Pyjama irgendwie so … so … so unfertig!

Würdet ihr Ellie’s Blick sehen, ihr würdet verstehen, woher der Begriff „tierische Hitze“ kommt. Sie hächelt und schaut mich an, als ob sie mich bitten möchte, ihr doch dieses doofe Fell auszuziehen.

Ich respektiere ja alle Sonnenanbeter, die ans Meer in die Hitze reisen. Deshalb habe ich mir ja auch eine nördliche Destination ausgesucht. Und nun? Wo bleibt der Respekt der Wettermacher für Menschen wie mich? Ich lege hiermit offiziell mein Veto ein!!