Ich stell mich heute tot…

Kennt ihr das Gefühl, morgens aufzuwachen und bitte an nichts denken zu wollen. Die Glieder sind schwer – schwerer als beim Zubettgehen, der Kopf brummt (ohne Alkohol, einfach so), irgendwie tut alles weh und die Energie ist….WEG! Über Nacht hat sich das Blut in Blei verwandelt und der Kopf schreit laut NEIN. Einfach so, dass man gerne die Decke über den Kopf ziehen und mit keinem Menschen sprechen möchte. Ich nenne einen solchen Tag einfach nur Scheisstag! Einer derjenigen, den man in der Agenda gerne durchstreichen möchte. Zugegeben, ich habe solche Tage zum Glück nicht sehr oft, aber wenn ich mal einen habe, dann richtig. Dann nervt mich einfach alles. Die Sonne, das Zwitschern der Vögel, der Duft von frischem Brot, die Moderatorin im TV, die kleinen Buchstaben in der Zeitung – einfach alles. Tja, und an solchen Tagen beschliesse ich in der Regel, mich totzustellen. Es gibt in der Natur so clevere Tiere, die sich bei nahender Gefahr einfach totstellen. So führen sie den Feind an der Nase herum und dieser lässt sie in Ruhe.

Ich habe mir dieses Verhalten also abgeguckt. Schliesslich sind an Scheisstagen so ziemlich alle und jedes mein Feind, egal ob schön, nett, freundlich oder doof – alles nervt. Also stelle ich mich einfach tot und habe meine Ruhe. Ein einziger solcher Tag wirkt manchmal Wunder. Das Telefon klingelt? Klingeln lassen! Interessiert mich nicht, schliesslich bin ich sowas von tot. An der Türe läutet der Briefträger – na und, ich bewege meine bleiernen Glieder keine 2 Meter freiwillig. Einzige Ausnahme: Der Gang zum Kühlschrank. Schliesslich brauche ich Nervenfutter, um mir wieder Energie in meinen Körper zu zaubern. Termine? Absagen! Geht ziemlich einfach und sogar ohne schlechtes Gewissen. Schliesslich hat man hin und wieder einen „Ich-stell-mich-tot“-Tag verdient. Es ist ja nicht so, dass ich sonst das ganze Jahr hindurch in der Hängematte liegen würde. Manchmal gibt es einfach Tage, wo sich alles schwer und klebrig anfühlt und dann sollte man die Handbremse ziehen und sich dieses kurze Timeout gönnen.

An einem solchen Tag ziehe ich in der Regel nicht einmal den Pyjama aus. Ich ziehe vom Bett auf die Polstergruppe um, richte mich dort gemütlich mit Popcorn und Getränken ein, nehme die Kuscheldecke und werde von meinen Katzen umringt und vollgeschnurrt. Die Samtpfoten merken, wenn ich ausgepowert bin – sie schnurren dann noch lauter, als sonst. Als ob sie sagen möchten: „Ich bin da und lasse Dich nicht allein.“ Wusstet ihr eigentlich, dass das Schnurren einer Katze, welche sich auf unseren Bauch legt, das vegetative Nervensystem beruhigt. Gute Tiere, besser als jedes Medikament! Soweit, so gut. Dann schnappe ich mir meine DVD-Sammlung und glotze, bis die Augen viereckig sind und der Kopf vom Fernsehen noch  mehr weh tut. Einfach so! Und abends ziehe ich von der Polstergruppe wieder um ins Bett und denke: „Morgen wirds besser, heute war einfach ein Scheisstag!“

 

4 Gedanken zu „Ich stell mich heute tot…

  1. Das kenn ich auch, hab mich bis jetzt aber immer durchgebissen😖 aber dankeeeee für den Tipp mit dem „ich-stell-mich-tot“-Tag! Den führe ich ab sofort auch ein, sollte ich ihn nötig haben 👍👍👍 💃

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  2. 😂😂😂……… 👍 solche Tage kenne ich auch ………… aber ich finde das in Ordnung, Frau stellt sich „tot“ und geht mit ihrem Läunchen niemanden auf die Nerven. Ätzend finde ich es, wenn die eigene schlechte Laune an den Mitmenschen ausgelassen wird 😝 prima Artikel! Danke! 🌻

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