Zoobesuch

Wann wart ihr das letzte Mal im Zoo? Als die Kinder noch klein waren? Oder vielleicht sogar schon mit den Grosskindern? Oder mit den Ferienkindern? Wahrscheinlich einfach auf jeden Fall mit Kindern?

Mein Mann und ich waren vor kurzem nach Jahren zusammen im Zoo; nur wir zwei. Und dabei ist uns eingefallen, dass wir das letzte Mal im Zoo waren, als unsere Kids noch zur Schule gingen. Beim Zoobesuch ist uns auch bewusst geworden, dass das offenbar allen so geht, denn wir waren so ziemlich die Einzigen, die keine Knirpse dabei hatten. Warum eigentlich? Es war richtig schön! Wir konnten uns Zeit nehmen, und wir mussten keine Dreikäsehochs von irgendwelchen Absperrgittern fischen. Uns fiel auf, dass wir früher vor allem das Augenmerk auf den Kindern hatten, weil die ja bekanntlich blitzschnell sind. Wir waren also eigenlich nur darauf programmiert, die Kleinen vor dem Übersteigen des Bärengitters zu bewahren und darauf zu achten, dass sie nicht mit den Pinguinen schwimmen gehen.

Diesmal war alles anders. Wir konnten unendlich Zeit verschwenden, um die schönen Tiere zu beobachten. Allen voran meine Lieblinge, die Elefanten.

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Ich habe mich sogar dabei erwischt, wie ich einen kleinen Knirps beiseite drückte, damit ich den Elefanten mit Karotten füttern konnte. Diese gigantischen Lebewesen haben so etwas Beruhigendes an sich, was auf mich überspringt.

Oder die überdimensional grossen Galapagos-Schildkröten.

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Habt ihr euch schon einmal die Zeit genommen, diesen riesigen Panzerträgern beim Sonnenbad zuzusehen? Sowas von gemütlich und langsam, dass man sich einfach Zeit nehmen muss, denn diese Tiere bewegen sich nur in Zeitlupe. Da bekommt der Begriff Entschleunigung eine ganz neue Bedeutung.

Ganz anders bei den quirligen Pinguinen.

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Die süssen kleinen Frackträger watscheln wild durcheinander in ihrer hübsch angelegten Anlage, springen ins Wasser, schwimmen eine Runde, rutschen wieder an Land und schütteln sich trocken. Dass am Rand des Geheges jede Menge kreischende Kinder wild mit den Händen fuchteln, um auf sich aufmerksam zu machen, interessiert die lustigen Watschler nicht die Bohne.

Im Haus der Amphibien und Reptilien konnten wir uns endlich mal so richtig Zeit nehmen, die farbigen Frösche, die Echsen und all das andere Getier zu studieren, was man nicht gerne zu Hause im Bett haben möchte.

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Wir haben dort auch herausgefunden, dass in den vermeintlich leeren Terrarien sehr wohl irgendwo gut getarnte Bewohner leben. Früher hatten wir nur nie die Zeit, diese zu suchen, weil die Kinder immer schon mindestens fünf Fenster weiter gegen eine Scheibe hämmerten, um die Vogelspinne zu ärgern.

Fakt ist, dass wir einen ganzen Tag im Zoo verbrachten, gemütlich Eis essen konnten und uns fragten, warum wir das eigentlich nicht öfter tun. Ein Zoobesuch ohne Kinder ist definitiv äusserst entspannend, mindestens genauso schön, und man ist nie zu alt, um sich an all den hübschen Tieren zu erfreuen – und selber wieder ein bisschen Kind zu sein!

 

9 Gedanken zu „Zoobesuch

  1. Meine Meinung zu Zoos ist eher zwiegespalten: Nichts gegen einen Streichelzoo mit Ziegen, Hängebauchschweinen und Ponys. Aber ist es nicht purer menschlicher Egoismus, aus dem häufig zitierten Grund der Artenerhaltung Geparden, Bären, Elefanten & Co. in unnatürlich kleine Lebensräume zu pferchen? Tiger, die schon traurige Schneisen der Monotonie in den Boden gelaufen haben und Elefanten, die nicht artgemäß ganze Steppen erkunden und bewandern können, dienen als Anschauungsobjekte für genau die Spezies, die ihre natürlichen Lebensräume zerstört… Das fühlt sich nicht gut an und da kommt keine Freude auf. Mich macht das eher traurig. Zeigt euren Kindern wie faszinierend Schnecken sein können, lasst sie Pferde mit Äpfeln füttern und beobachtet Vögel in freier Wildbahn – Tiere glücklich, Mensch glücklich 🙂

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  2. Ich bin gern im Zoo und war auch wirklich noch nie (!!) mit Kindern da. Ich „prügle“ mich sogar regelmäßig mit den Kindern im Streichelbereich. Die Ziegen haben es mir einfach angetan, ich liebe Ziegen! Generell gibt es Zoos, die mir sehr gut gefallen und bei denen ich das Gefühl habe, dass es den Tieren auch gut geht. Da wären z. B. der Zoo in Hannover und ganz klar Hagenbeck’s Tierpark in Hamburg, aber auch die sehr kleine „Fauna“ hier in Solingen. Am schlimmsten fand ich bisher den Wuppertaler Zoo. Vor allem das Gehege der Eisbären. Die taten mir richtig leid…

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  3. Ich stehe Zoos immer mit gemischten Gefühlen gegenüber. Mir tun oft die großen Tiere leid, wenn die Gehege nicht genügend Auslauf oder Abwechslung bieten. Da mein jüngster Sohn allerdings gerne mal gehen möchte, werden wir das wohl nächsten Sommer mal wieder machen. Ich bin halt auch so eine typische Knirpsbegleiterin. 🙂

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