Bitte nicht bewegen

Wer von euch war schon einmal in einer MRI-Untersuchung? Für diejenigen, die es nicht kennen: MRI stammt von der englischen Bezeichnung Magnetic Resonance Imaging. Dies ist ein Verfahren, welches die Gewebestrukturen im inneren des Körpers bildlich darstellt, und zwar Millimeter für Millimeter. Dazu wird man auf eine ziemlich schmale Bahre (sowas wie ein zu kleines Bett) gelegt, möglicherweise fixiert (je nach Körperstelle, die durchleuchtet werden muss)  und wenn man zu den absoluten Glückspilzen gehört, bekommt man noch Kontrastmittel in die Blutbahn gespritzt.

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Dann wird man in eine Röhre geschoben, in welcher es ganz schön kracht und rumort (von den Magnetplatten). Für diejenigen, die bislang verschont blieben: Stellt euch eine ziemlich laute und hektische Technoparty vor, bei welcher man den Rhytmus nie findet. So ähnlich klingt das Hämmern im Inneren der Röhre. Platzangst ist bei dieser Untersuchung defintiv kein guter Begleiter, denn Platz hat man da drin absolut keinen. Mein Rezept zum schadlosen Überstehen – Augen vor der Einfahrt schliessen und erst wieder öffnen, wenn ich wieder draussen bin. Ich leide nämlich unter Platzangst. Mit absoluter Konzentration und ruhiger Atmung habe ich es bislang aber immer geschafft. Es gibt bei diesen Untersuchungen einfach eine Krux, die ich mir bis heute nicht erklären kann: Man wird mehr als einmal eindringlich gebeten, sich absolut NICHT zu bewegen, da die Bilder sonst nicht brauchbar sind. Nur ruhiges Atmen ist erwünscht. Kein Husten, kein Kratzen, kein Niesen – absolut nichts, was Bewegung in die Gliedmassen bringt. Nicht einmal mit dem Zeh wackeln.

Ok, verstanden! Wie aber kommt es, dass ich bei JEDER dieser Untersuchungen einen hartnäcken Hustenreiz verspüre, kaum schiebt man mich in diese Röhre? Oder woher kommt das komische Jucken unterm Schulterblatt, sobald ich weiss, dass ich mich nicht mehr kratzen kann. Mir ist bewusst, dass mein Gehirn mir jedes Mal einen Streich spielt – aber ich weiss bis heute nicht, wieso es das tut und wie ich das umgehen kann. Die längste Untersuchung in einer solchen Röhre hat bei mir knappe 90 Minuten gedauert. Angefühlt hat es sich wie zwei Tage, in denen ich permanent damit beschäftigt war, das Husten zu unterdrücken (obwohl ich keinen Husten hatte) und das Jucken überall (was ich sonst NIE habe) zu ignorieren. Eine wahre Glanzleistung in Sachen Konzentration. Da vergisst man glatt die Platzangst. Es ist, als ob das Gehirn einen in solchen Situationen auf besonders fiese Art testen möchte. Das funktioniert übrigens auch in anderen Situationen. Wenn ich hier jetzt schreibe, dass ihr bitte alle die nächsten 5 Minuten auf gar keinen Fall an einen rosaroten Elefanten denken sollt, dann gehe ich jede Wette ein, dass ihr mindestens einmal (ziemlich sicher aber mehrmals) einen rosaroten Elefanten vor eurem geistigen Auge haben werdet. Diese verflixten Hirnwindungen!

8 Gedanken zu „Bitte nicht bewegen

  1. Ich bin froh, dass ich noch nie in die „Röhre“ musste! Ich denke, ich würde versuchen mir was Schönes vorzustellen (aber das hatten wir ja hier schon mal irgendwo – ich glaube, das ist nicht so Dein Ding 🙂 ) …und übrigens juckt es mich jetzt am Kopf, seit ich von den Läusen gelesen habe und der rosarote Elefant ist mir auch schon begegnet 🙂

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  2. Hihi, mir geht das jedes Jahr so, wenn die Kinder erzählen, dass die Läusetante wieder in der Schule war und jemanden heimgeschickt hat, weil er einen kleinen Krabbler auf dem Kopf hatte. Da fängt bei mir das grosse Jucken an.
    Sind wir nicht alle ein bisschen Psycho??? 😀

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  3. Das letze MRI, inklusive Kontrastmittel natürlich (welch ein Glückspilz ich doch bin), hatte ich am Montag. Das Problem beim Augenschliessen bei mir, ich bin 3 mal eingeschlafen und der Artz musste mich mühsam aufwecken 😜

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