Albtraum

Ich gehöre zur den Menschen, die nie traumlos schlafen. Ich weiss gar nicht, wie es sich anfühlt, traumlos schlafen zu können. Ob das normal ist, weiss ich nicht, denn es war immer schon so. Zudem kann ich mich immer an meine Träume erinnern und diese auch detailliert wiedergeben. Natürlich tue ich das nicht immer, denn damit müsste ich täglich meine Mitmenschen mit uninteressanten Geschichten malträtieren. Wer will das schon?

Was ich aber gar nicht mag, sind die anstrengenden Albträume, die mich leider auch regelmässig plagen. Diese fühlen sich meist so real an, dass ich morgens komplett kaputt erwache und mich zuerst buchstäblich selber sortieren muss, um halbwegs in der Spur zu laufen. Dieses Gefühl mag ich gar nicht. In meinen Albträumen kommen zudem immer Menschen vor, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Keine Ahnung, wie die da rein geraten. Ein Traumanalytiker würde mich wahrscheinlich nach meinen Erzählungen für verrückt erklären. Da geraten Onkel, Freunde, Eltern, Kinder, Angestellte oder flüchtige Bekannte womöglich in ein Flugzeug über dem offenen Meer, schiessen wild um sich, verfolgen mich und überall krabbeln hässliche Getiere aus den Lüftungsgittern. Komischerweise weiss ich während eines solchen Traumes immer, dass ich träume. Als ob ich neben meinem Bett stehen und mir beim Träumen zusehen würde. Aufwachen funktioniert aber trotzdem nicht. Und entspannend schlafen erst recht nicht. Morgens fühle ich mich wie gerädert und frage mich, ob ich überhaupt geschlafen habe.

Es ist mir sogar schon passiert, dass ich jemanden nach seinem Befinden gefragt habe, weil ich Traum und Realität nicht mehr auseinanderhalten konnte und tatsächlich dachte, diese Person hätte einen Unfall gehabt. Stattgefunden hat es aber nur in meinem Traum. Zum Glück! Ich bin immer froh, dass sich in der Regel solche Katastrophen auf meine Träume beschränken, sonst hätte ich in meinem Umfeld langsam keine lieben Menschen mehr. Und würde immer eintreffen, was ich träume, so würde ich mich schon lange nicht mehr aus dem Haus trauen. Ich weiss, dass ich schon als Kind immer geträumt habe. Da konnte ich in all meinen Träumen fliegen, das fand ich besonders schön. Viele Menschen behaupten ja, dass mit Beendigung der Pubertät und den Verknüpfungen im Gehirn das Träumen zurückgeht oder sogar ganz verschwindet. Das hat bei mir nie funktioniert. Ob das nun bedeutet, dass ich immer noch in der Pubertät stecke oder meine Synapsen sich einfach nicht verknüpfen wollen, überlasse ich den Lesern.

18 Gedanken zu „Albtraum

  1. Diesen Artikel muss ich unbedingt meiner Mum zeigen. Ihr geht es genauso! Sie schreibt mir dann manchmal Nachrichten, ob alles ok ist, weil sie wieder etwas von mir geträumt hat. Ich kann mich nur ab und zu an Träume erinnern. Aber erst vorgestern: Da habe ich im Traum anstatt Halsschmerztabletten ein Spülmaschinentab gegessen. ;))

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  2. Daniela- ich finde es super, dass du eine Träumerin bist 🙂 Hab vor einiger Zeit einen Traumpost gemacht und bin in den Recherchen über Psychologen gestolpert, die sagen, unsere Träume sind wie ein innerer Therapeut für uns! Und wirken ausgleichend! Da ham wir wilden Träumer doch wieder alle Geld gespart 😉 Kuss L*

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    • Nö, ich schlafe ständig zu wenig und kann mich trotzdem an die Träume erinnern. Daran kann es also nicht liegen. Ich wünschte, ich könnte mich an alles so gut erinnern, wie an meine Träume. Denn es gibt Tage, da weiss ich gerade noch so knapp, wo ich wohne, weil ich inzwischen so vergesslich bin 🙂 🙂

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  3. ich kenne das auch, ich hatte jahrelang Albträume, die sind jetzt verschwunden, damals gings um den Tod meiner Mutter. heute hab ich Träume, immer dieselben, immer gleiche Szenen. ich bin nachts unterwegs, mit Flugzeug, Bahn und Bus, verlaufe mich, finde mich nicht mehr zurecht, und dann merkwüridigerweise lande ich immer im gleichen Hotel, was eine regelrechte Absteige ist, verwinkelt, eng, man findet den Ausgang nicht mehr. Dann erwache ich morgens total zerschlagen. das ist wirklich schlimm. nicht jede nacht, aber sehr oft.

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  4. Liebe Daniela!

    Oh, ich träume auch, jeder träumt. Nur erinnern sich die meisten Menschen nicht an das Geträumte, weil sie es nicht gewohnt sind, jemanden davon zu erzählen oder es aufzuschreiben. Ich träume viel und oft verrückte Sachen. Ich erzähle sie gerne meinem Schatz, und dieser erzählt mir seine. Manchmal kann ich mich an gleich drei Träume erinnern, dann wieder an gar keinen. Sehr unterschiedlich. Je nach Inhalt und Wichtigkeit für mich. Manchmal denke ich auch, das war jetzt real, aber dann bin ich meist froh, besonders wenn es ein schlechter Traum war, dass es nur ein Traum war. So richtig schlimme Albträume, wie du, wo man gerädert aufwacht, habe ich Gottseidank nicht. Wenn du schreibst, du weißt, dass du träumst, dann kannst du versuchen, die Geschichte zu deinen Gusten ins Positive zu verändern. Das geht nur, wenn du weißt, dass du träumst beim träumen.

    Herzliche Grüße, und ich wünsche dir in Zukunft nur schöne Träume,

    Caroline

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