Frauenquote

Wer kennt ihn nicht, den Begriff Frauenquote. Jede Zeitung, jede Talkshow und jede Diskussion am Stammtisch verwendet ihn. Der Begriff ist in aller Munde und lässt mich nur noch ratlos den Kopf schütteln. Mit der Frauenquote will man die Gleichstellung von Frauen und Männern in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft fördern. Und weil man dies bislang nicht mit Vernunft und Verstand erreichen konnte, soll eine Quote dem nun Abhilfe schaffen. Für mich klingt das eher wie Behindertenhilfe. Also schon mal eins vorneweg: Ich bin für jede Art von Hilfe, um Schwächere zu stärken. Aber sind Frauen schwach? Oder gar behindert?

Frauen erbringen Leistungsausweise wie Männer. Frauen weisen sich durch mentale Stärke aus. Frauen haben einzig nicht ganz so viele Muskeln wie Männer. Und deswegen bekommen sie nun per Frauenquote den Schub, den sie eigentlich mit Leistung locker verdienen. Das fühlt sich für mich als Frau an, als ob mir jemand übers Köpfchen streichen würde und dabei mitleidig flüstert. „Nicht traurig sein, Frauchen, Du bekommst auch noch eine Chance im Leben, auch wenn Du nicht mit Muckis und Penis ausgestattet bist.“ Dass wir Frauen nicht alle einen Rollator und einen Behindertenaufkleber fürs Auto zugeschickt bekommen, grenzt an ein Wunder. Wollen wir denn wirklich per Quote dorthin, wo wir auch sonst schon lange hingehören? Ich für meinen Teil muss sagen: Nein danke! Wenn mich nur eine Quotenregelung an die Spitze bringt, dann verzichte ich doch lieber. Wer will schon eine Medaille geschenkt bekommen, wenn er sie mit Leistung holen kann? Da kann man den Stolz gleich in die Schublade packen.

Ich weiss nicht genau, wer den Urgedanken zur Frauenquote hatte. Deshalb will ich hier auch keine falschen Aussagen machen. Sollte es aber eine Frau gewesen sein, so war sie wohl gerade nicht im Besitze ihrer geistigen Fähigkeiten. Damit hätte sie sich nämlich gleich selber disqualifiziert. Und sollte es ein Mann gewesen sein, so würde das wieder einmal das gängige Bild untermauern, dass offenbar viele Männer von Frauen haben. Veraltet, total daneben und weit weg von der Realität.

An alle Frauen, die den Weg in die obersten Gremien aus eigener Kraft geschafft haben: Hut ab! Ihr habt meinen vollsten Respekt. An diejenigen, die dank der Frauenquote hochgepusht wurden: Schämt euch, da wäre ein „Nein danke“ angebracht gewesen. Alles andere ist Diskriminierung!

32 Gedanken zu „Frauenquote

  1. Pingback: Frauenquote?! Ja, vielleicht. Aber bitte auch die Haltung ändern! | zeitzuteilen

  2. Ich finde es auch absolut peinlich, dass eine zivilisierte Gesellschaft wie die unsere es nötig hat, der Frau auf diese Art und Weise ihren wohlverdienten Platz zu zuweisen. Warum können wir es nicht so machen, wie in einigen anderen Ländern auch? Da werden Bewerbungen, auch innerhalb von Firmen oder Behörden, anonym abgeschickt und einzig und allein nach der Leistung beurteilt. Und dass Frauen eine Menge leisten können, wissen wir doch … wie war das doch gleich mit dem Kinder bekommen (tief in die Klischéekiste greif 🙂 )

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  3. Die Frauenquote wurde von Frauen ins Leben gerufen; aber das nur am Rande.

    Die meisten Frauen bescherrschen die geltenden Regeln nicht. Die da wären:
    Netzwerke bilden
    Sich gut verkaufen
    Einen Föderer suchen
    Keine Konkurrenz scheuen
    Bei guter Leistung mehr Gehalt einfordern
    Auch mal jemandem auf den Fuß treten
    Das Privatleben hinten anstellen
    Selbstvertrauen zeigen
    Durchsetzungsvermögen beweisen

    Wer immer nett und hilfsbereit ist, wird beliebt, kommt aber selten in die Chefetage.

    Vielen Frauen steht auch der eigene Anspruch und das schlechte Gewissen im Weg. Von der Umwelt mal ganz abgesehen. Egal, was man tut: Es ist immer verkehrt! Hat man Kinder und macht Überstunden oder ist sogar am Wochenende weg, heißt es sofort „Rabenmutter!“. Kümmert man sich um Mann, Kinder und Haushalt, ist man wohl zu doof für einen anspruchsvollen Beruf. Allerdings hört man solche Argumente nur selten von einem Mann, aber oft von anderen Frauen (findet den Fehler!).

    Wir brauchen keine Frauenquote, sondern Veränderungen im Kopf und die Voraussetzungen, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bringen. Und wenn wir an der Spitze angelangt sind, können wir unsere eigenen Regeln machen.

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      • Danke! *knicksmach*

        Bei dem Thema kann ich mittlerweile nur noch den Kopf schütteln. Völlig vom Glauben abgefallen bin ich, als die Uni Leipzig 2013 einen neuen Titel für „Personen mit Professurenhintergrund“ eingeführt hat. Männern werden da jetzt mit „Herr Professorin“ angesprochen. In meinen Augen spinnen die doch alle!

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      • Wie schön, dass nicht alle derselben Meinung sind und – ich quatsche nie nach, was in der Zeitung steht – ich habe meine eigenen Meinung. Und ist genau so, wie sie in meinem Bericht steht! Quatsch hin oder her! 🙂

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  4. Ich habe Deinen Artikel mit Interesse gelesen, weil ich wie Du fühle und andererseits wieder zweifle. Es ist kaum 100 Jahre her, dass Frauen das Recht zu wählen erhielten. Bis 1977 musste eine Frau die schriftliche Erlaubnis ihres Mannes einholen, wenn sie berufstätig sein wollte. Und bis heute ist das Vorurteil, dass Mütter nach der Geburt des ersten Kindes nicht mehr so leistungsfähig sind wie männlich Kollegen fest in den Köpfen verankert, während ein Familienvater einer mehrköpfigen Familie nicht in Frage gestellt wird.

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  5. tach! klar, quote klingt komisch, verkehrt, grad in der modernen welt, in der wir leben. aber so lange frauen z.b. nicht den gleichen lohn für gleiche arbeit bekommen, ist eine diskussion zu dem thema dringendst nötig. wenn natürlich eine quote dazu führen sollte, daß die diskussion einschläft, weil ja jetzt was getan wird, dann ist sie mist. grundsätzlich ändern wird sie wenig, glaube ich. die entscheidenden punkte sind da weniger mukis & penis als vielmehr gebärmutter & kinderwunsch…woran tatsächlich auch die einfrier-idee nix ändern wird – was das nächste thema wäre 😉
    guten abend
    p.s.
    schön die vielen kommentare auf Deiner seite – und wohlverdient!

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    • Danke für das Kompliment und – ja, die Diskussion an sich ist ja nicht schlecht, aber als Kinder der 60-er Jahre habe ich es langsam satt, immer wieder über den gleichen Mist abzustimmen etc. Zu den i-Babies habe ich übrigens auch eine Story auf dem Blog (von wegen Einfrieren meine ich), denn das schlug ja dem Fass echt den Boden aus. Ich frage mich manchmal, ob den Leuten langweilig ist, dass sie die Zeit haben, solche Mistideen zu kreieren. Danke für den Kommentar! 🙂

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  6. HM, Stirnrunzeln meinerseits. Klar, eine Quote riecht nach zuviel Regulation, nach Markteingriffen.
    Als studierte Betriebsökonomin finde ich so etwas eher widerlich.
    ABER, es gibt sehr wohl noch viele Benachteiligungen für Frauen…
    Und auch Firmen, Bereiche, wo Frauen weniger zugetraut wird. Ich arbeite als Externe IT Projektleiterin in einer Grossen Bank…Ich stehe viel stärker unter Beobachtung als jeder Mann, wehe bei mir geht etwas schief, das schwatzt sich schnell rum…Und am grossen Releasemeeting im Oktober, als ich wegen noch nicht abgeschlossener letzter Testfälle Stellung nehmen musste, da drehten, als ich sprach, alle anwesenden Männer den Kopf nach mir um (ca 50). Die kennen mich jetzt auch alle.
    Frauen müssen viel mehr Erfahrung mitbringen bis sie ein Projekt leiten dürfen, einem Mann traut man dies viel schneller zu, wirklich. Hätte ich nicht getreten und geboxt, ich wäre jetzt mit 48 immer noch eine Projektassistentin.

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    • Aber wie Du richtig sagst: Du hast getreten und geboxt! Also doch lieber Treten und Boxen als per Quote nach oben geschoben zu werden. Wo/wer sind wir denn? Gibt es auch eine Männer-Küchen-Quote? Die Vernunft soll bitte siegen, nicht die künstliche Regel! Du hast es doch auch so geschafft. Also Hut ab! 🙂

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    • Hier wird aber nicht mit gleichen Ellen gemessen! Auch Männer müssen treten und boxen um nach oben zu kommen. Wer aufsteigen will, muss zeigen, dass er zu etwas fähig ist. Da braucht es wirklich keine Frauenquote.
      Die Frauenquote schafft zusätzlich zu den im Beitrag genannten Nachteilen auch unattraktive Stellen in Chefetagen (wir bräuchten eigentlich keinen zusätzlichen Mitarbeiter, aber wegen der Quote stellen wir noch eine Frau ein…)
      Provokant: Wenn die Frauen wirklich gleich gut arbeiten können, wie Männer (wovon ich überzeugt bin), dann braucht es keine künstliche Anhebung des Frauenimages!

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      • Yep, sehe ich eben auch so – deswegen bin ich auch gegen diese dämliche Quote. Entweder Mann/Frau ist gut, oder eben nicht. Leistung zählt, nicht Geschlecht. So sehe ich das! Der/die Erfinder der Frauenquote müssen einen an der Waffel haben, echt. Und wehe, wenn das eine Frau war….:-( 😦

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    • Interessant! So ist es. Und, wenn die einzige oder eine der Wenigen etwas Falsch machen, stehen sie derart im Focus, dass es heißt: das ist aber wieder ein schlechtes Beispiel. Dabei gibt es auch bei Männern schlechte Beispiele, fällt aufgrund von Masse nur weniger auf 🙂

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  7. Ich gebe dir da recht, ich empfinde die Frauenquote auch als „Trostpreis“. Wie traurig, dass wir in einem Land und einer Zeit leben, in der so etwas überhaupt notwendig ist. Sollte es nicht längst selbstverständlich sein, dass Frauen in Chefetagen vertreten sind?

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  8. Tja, woher weiß ich nun, warum ich meinen Job habe? Ich hoffe natürlich es ist die Leistung, aber es könnte auch der Quote geschuldet sein…. Ich bin mir auch nicht sicher ob ich den Platz in der Arbeitsgruppe, nicht nur wegen meines Geschlechts bekommen habe. Mein Chef hat mich zwar nicht deswegen eingemeldet – da bin ich mir sicher – aber die Einladung? Schließlich waren wir nur 4 Frauen von 30 Personen…. So ist das Leben im Land der Frauenquote. Ich weiß nie, warum ich eine Chance bekomme, doch dass ich sie nutze, das liegt an mir! – Das ist mein Weg damit umzugehen, gefallen tut mir die Frauenquote schon seit Jahren nicht!

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  9. Als Vater einer behinderten Tochter, trifft mich die Art wie Du Behinderung mit nicht leistungsfähig gleichsetzt. Meine Tochter kann nicht gehen. Sie will kein Mitleid, aber sie möchte auch nicht dadurch daran gehindert werden zu zeigen, was sie kann, dass ihr unnötige Hindernisse wie Treppen in den Weg gestellt werden.

    Und dass es kaum Frauen in den Vorständen deutscher Unternehmen gibt, liegt sicher nicht an der mangelnden Leistung von Frauen – oder ihrem mangelnden Karrierewillen, sondern daran, dass man im Zweifel lieber den schlechter qualifizierten Mann nimmt. Das stellt wirklich eine Behinderung von Frauen durch Männer da. Und da setzt die Frauenquote an.

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    • Ich wollte keinesfalls behinderten Menschen zu nahe treten! Für mich als Frau fühlt sich eine Frauenquote aber an, als ob man die Frau als behindert behandeln möchte. Das ist die Aussage! Nichts anderes! Ich bin Meilen entfernt davon, Menschen mit einer Behinderung ausgrenzen zu wollen, im Gegenteil! Im ürigen stelle ich Behinderung nicht mit „nicht leistungsfähig“ gleich, denn sonst hätte ich ja damit gesagt, ich stelle die beiden Dinge sich gegenüber. Mit Deiner behinderten Tochter hat mein Artikel null und nichts zu tun. Im Gegenteil, ein Mensch mit Behinderung wird wohl weniger behindert behandelt, als Frauen, die man per Frauenquote in die Chefetagen katapultieren will. 🙂

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