Ab in den Dschungel

„Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“

Kennt ihr den Spruch? Als bekennende Dschungelcamp-Zuschauerin kenne ich den Spruch natürlich nur zu gut. Es gibt schliesslich kein Format, bei welchem ekligere Dinge gegessen oder getan werden müssen; bei welchem der Seelenstriptease der Bewohner peinlicher ist; bei welchem man mehr Erfahrungen über Intrigen und Gezicke sammeln kann; bei welchem mehr Geheimnisse an die Öffentlichkeit kommen, die eigentlich keinen wirklich interessieren. Und dabei kann man erst noch genüsslich daheim auf der Coach sitzen und sich darüber amüsieren, wie leicht bekleidete Silikonunfälle oder ziemlich abgehalfterte C-Promis (oder eher Trash-Promis) Dinge tun, von denen man sonst nur aus Albträumen weiss. Wahrscheinlich bin ich genau deshalb immer wie eine Besessene mit dabei. Da werden Grenzen überschritten, die sonst nirgends überschritten würden, und genau das macht das Spektakel für mich so spannend. Wie weit geht wer und wozu ist Mensch in der Lage, wenn es um Geld geht.

Inzwischen ist ja auch dem letzten Zuschauer klar, dass nur Promis in den Dschungel gehen, die schon lange keine Promis mehr sind. Oder die nie Promis waren. Das Geld, welches RTL den Teilnehmern aber bietet, hilft dem einen oder anderen wohl aus der Finanzmisere, deshalb ist die Verlockung gross.

Und jetzt ist also klar: Am 16. Januar geht die neue Staffel los – und am 31. Januar werden wir wissen, wer die Krone aufgesetzt bekommt. Einziger Haken diesmal: Diese sogenannten Promis sind aus derart verstaubten Schubladen, dass ich die meisten nicht mal kenne. Noch nie gehört, noch nie gesehen, nicht mal gewusst, dass es die gibt! Na toll! Jetzt sind wohl also sogar die D-Promis schon zu schade für den Dschungel. Die Kandidatenliste beinhaltet Leute, die in Serien spielen, von welchen ich dachte, die gäbe es schon lange nicht mehr (die laufen schon gefühlte 50 Jahre). Oder die Tochter von Roberto Blanco! Hä? Ist die ein Promi, weil sie die Tochter von Roberto Blanco ist? Oder eine junge Dame, die beim Bachelor mitgemacht, aber nicht gewonnen hat. Ich weiss nicht mal, wie sie heisst, geschweige denn, wie sie aussieht. Oder die talentfreie DSDS-Teilnehmerin, der Bachelorette-Kandidat, den ich noch nie gesehen habe, eine ehemalige Glücksradfee (gibts das überhaupt noch?) oder ein ehemaliges Boyband-Mitglied, dessen Kohle sich in Luft aufgelöst hat. Ganz zu schweigen von Rolf Scheider, der lange an Heidi Klums Seite irgendwelche Logiken von sich gab und von dem niemand so genau weiss, was er eigentlich beruflich macht. Also, das heisst: Beruflich wird er im Januar Maden, Kakerlaken und Würmer essen und sich in Matsch und Pampe suhlen. Schlussendlich zu meinem Vergnügen und für seine Brieftasche, die sich aufgrund dessen wieder füllen wird.

Unterm Strich bin ich aber schon vor dem Dschungelstart enttäuscht: Wo sind die echten Dschungelpromis hin? Mit jeder weiteren Staffel werden die Namen unspektakulärer und unbekannter. Es kommt soweit, dass jeder sich einfach per E-Mail anmelden kann. Hinfliegen, Käfer mampfen, abkassieren, heimfliegen! Die neue Variante von Arbeitslosenentschädigung.

Ich werde beim Einzug wieder mitschauen. Auch wenn es nur wegen Sonja Zietlow und Daniel Hartwich (die beiden Moderatoren) ist. Die beiden find ich nämlich richtig lustig. Und die Gagschreiber im Hintergrund sind meine persönlichen Ikonen. Soviel lustiger Mist muss einem erst einmal einfallen. Das sind Wortkünstler auf einem ziemlich hohen Niveau, im Vergleich zu den no names, die in diesem Jahr Einzug halten. Mal schauen, obs mich wieder packt! Und wenns auch nur wäre, um neues Blogmaterial zu bekommen.

10 Gedanken zu „Ab in den Dschungel

  1. Das Problem mit den Promis ist, das heutzutage jeder schon als Promi bezeichnet wird wenn er irgendwo mal im TV gesehen wird oder in einem Magazin verteten ist. Da geht man irgendwann mal als Promi schonmal in der Masse unter oder ist schnell mal out weil in jeder Ecke die nächsten Promis lauern. 😉

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  2. Ich hab zwar noch nie Dschungelcamp geguckt- aber mir ist auch schon aufgefallen, dass es immer weniger Promi-Material auf dem deutschen TV-Arbeitsmarkt gibt. Wir stecken in einer wirtschaftli… ähm medialen Krise! Es werden auch immer mehr Promis aus dem Ausland eingeflogen, z.B. bei Voice of Germany, einfach weil es zu wenig erfolgreiche deutsche Sänger gibt. Aber solange „gute“ Unterhaltung auf den Bildschirmen flimmert, kann es mir egal sein!
    Jil

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