Schreiben von A – Z: E = Ehrlich

Ehrlich währt am längsten! Dieses Sprichwort ist wohl so alt wie die Menschheit – und verliert nie seine Gültigkeit. Mit winzig kleinen Ausnahmen. Ich bin grundsätzlich eine ehrliche Haut. Mir sieht man das Lügen an – meine Mutter hat mich auf jeden Fall immer gleich erwischt, wenn ich es als Kind versucht habe.

Heute bin ich in einem Alter, wo man mit dem Lügen ohnehin aufpassen muss. Womöglich vergisst man nämlich, wen man mit welcher Lüge hinters Licht geführt hat und dann fliegt die Geschichte auf. Nun ja, wenn man sich zum Beispiel vor einem Treffen drücken will und sich mit einer Lüge aus der Nummer rettet, dann sollte man beim nächsten mal schon noch wissen, warum man abgesagt hat. So nach dem Motto: Hatte ich nun Migräne, Grippe oder Rücken? Das läuft dann nämlich sonst so ab:

„Hey, schön dich zu sehen? Geht’s dir wieder besser?“
„Hä, wieso? Ich war nicht krank.“
„Was, du hattest doch letzten Monat diese Lebensmittelvergiftung. Deswegen hast du doch unser Treffen abgesagt.“
Kurzer Pulssprung, blitzschnelles Nachdenken und….
„Ach das? Ja, das war echt happig. Aber ich habe mich zum Glück schnell wieder erholt.“
„Musstest Du Medikamente nehmen?“ Mist, was zum Henker muss man in einer solchen Situation wohl nehmen und wie zum Geier kam ich bloss auf diese bescheuerte Idee mit der Lebensmittelvergiftung?
„Ja, ich musste zwei Wochen Antibiotika nehmen, deswegen war ich so schlapp.“
„Dann gehts dir jetzt aber wieder gut genug, dass wir uns zum Essen treffen können?“
„Also zum Essen vielleicht eher nicht, weil mein Darm noch etwas lädiert ist. Aber wir können uns doch nächsten Monat mal treffen. Bis dahin ist mein Darm sicher wieder auf dem Damm.“
„Gute Idee, ich freue mich. Ich ruf Dich an.“
„Super!“
„Und pass auf Deinen Bauch auf.“
„Hä? Ach ja, mein Bauch. Danke, mach ich.“

So kanns laufen, wenn man die Notlügen nicht im Griff hat. Selber schuld eigentlich, wenn man sich in solche Situationen reinmanövriert. Als ehrliche Haut sollte mir das eigentlich nicht passieren. Da sollte ich doch konsequenterweise bei der Wahrheit bleiben. Aber es ist manchmal so schwierig, wenn sich jemand auf etwas freut, und das nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Das sind in der Regel diese Situationen, in welchen ich die Notlügen zücke. Und mich hin und wieder ganz schön in den Schlamassel reite!

Ehrlich währt eben doch am längsten!

15 Gedanken zu „Schreiben von A – Z: E = Ehrlich

  1. Hmmm, verstehe, also ich bin auch eine „ehrliche Haut“ und mir sähe man auf Meilen an, wenn ich lügen würde – deswegen tu‘ ich es gar nicht erst 😉 Selbst Notlügen – ich weiss nicht mal genau, was eine NOTlüge ist – ich meine, was genau ist denn die Not und ab wann ist es eine Not…??? Bei fremden Leuten aus Höflichkeit oder Diplomatie vielleicht mal ruhig sein oder eine Ausrede wählen, okay, da muss ich mir ja auch nix merken 😉 bei meinen Freunden würde ich immer hoffen, dass sie meine Ehrlichkeit zu schätzen wissen. Aber naja, vielleicht bin ich da auch zu rigoros – naja, bis jetzt ging’s ja 😉

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    • Ich bin geschäftlich bedingt immer mal wieder zur einen oder anderen kleinen Notlüge gezwungen, so nach dem Motto „auf den Typen habe ich nun echt keine Lust, will ihm das aber nun nicht gleich so sagen“. Nachdem ich dies aber nun auf dem Blog veröffentlicht habe, dürfte sich das in Zukunft auch erledigen! 🙂 🙂

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      • Ich find’s auch völlig okay oder sogar ab und an gut, wenn das jemand kann – ich hätte vielleicht auch ein-zwei Bilder mehr in meinem Leben verkauft, wenn ich’s könnte 😉 und bestimmt weiß nicht jeder nach dem Lesen Deines Blogs, dass ER/Sie gemeint sein könnte – wobei – ich weiß ja nicht, wie oft Du die Lebensmittelvergiftung „verwertet hast 😉 😉 schönen Sonntagabend noch…

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  2. Mein E ist Eile: keine Eile beim Jugendamt, aber über Ehrlichkeit im Jugendamt hätte ich auch ein paar Seiten schreiben können. Vielleicht sollte ich das Alphabet mehrmals durchgehen. Ich mach mir mal ne Liste. Wünsche dir in Zukunft mehr Gedächtnis (= mehr Erfolg) bei deinen Notlügen. Übrigens kannst du bei L deinen heutigen Beitrag einfach rebloggen, wenn du nicht nur unehrlich sondern auch noch faul wärst. ;-D xD

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  3. Meine Eltern hatten mir als Kind weisgemacht, meine Nase würde wackeln wenn ich lüge. Ich weiß noch, wie ich im Bad vor dem Spiegel stand und mir selbst Lügen erzählte, um das zu testen. Triumphierend rief ich meiner Mutter zu, dass da gar nix wackele, worauf sie blitzschnell meine Euphorie dämpfte: „das funktioniert natürlich nur bei anderen“, und mich wieder in Ungewissheit stürzte. 😀

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