Tierquälerei als Weltkulturerbe

Ich koche vor Wut! Das darf doch wohl nicht wahr sein – aktuell in der Zeitung:

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Seit ich ein Kind bin, hasse ich Stierkämpfe. Selbst meine Eltern haben es im Urlaub nie geschafft, mich in eine Stierkampfarena zu schleppen. Im Fernsehen habe ich mir das einmal angetan und ich hätte ko….. können! Johlende Menschen schauen zu, wie ein Torero einen Stier bis über jede Grenze quält, um ihn anschliessend per Todesstoss zu „erlösen“. Das ist mindestens genauso krank, wie Hundekämpfe, Hahnenkämpfe oder was es sonst noch so an extremen Formen von Tierquälerei gibt.

In den letzten Jahren hat nun glücklicherweise ein Umdenken stattgefunden und die Besucherzahlen bei den Stierkämpfen sind derart eingebrochen, dass auch die Anzahl der Kämpfe drastisch abgenommen hat. Hurra – dachte ich. Und nun? Nun setzt sich Spanien tatsächlich dafür ein, dass der Stierkampf von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt werden soll. Hä? Akute Verblödung im Anmarsch! Ich meine, das würde bedeuten, dass diese hässliche Art der Tierquälerei mit öffentlichen Geldern unterstützt und die Kämpfe wieder gefördert würden. Ich versuche mal zu verstehen: Das Tragen von Pelzen versucht man überall mit immer strengeren Massnahmen einzuschränken (zu recht!), Tierkämpfe sind illegal und werden geahndet und … der Stierkampf soll zum Weltkulturerbe erklärt werden. Könnte mir jetzt jemand diese Logik erklären? Entweder habe ich über Nacht meine letzten Hirnzellen eingebüsst, oder die Menschheit ist gerade der akutesten Verblödung ausgesetzt, die je um sich griff!

Aus dem spanischen Königshaus kommen sogar Aussagen wie „Stierkämpfer besitzen eine hohe Intelligenz, Mut, Geschicklichkeit und üben eine Kunst aus, die es zu erhalten gilt“. Na ja, was erwarten wir auch anderes von einem Ex-König wie Juan Carlos, der bekanntlich auch als Elefantenjäger Schlagzeilen machte. Wie peinlich ist das denn? Offenbar gibt es sogar derart kranke Verfechter des Stierkampfes, dass sie diese „Sportart“ sogar zum Schulfach in Spanien machen möchten. Mir kommt gerade die Galle hoch! Aber sicher doch, warum auch nicht? Wie wär’s, wenn man in den Schulzimmern ein Bild von Juan Carlos aufhängen würde und dann das Dart-Spiel zum Schulsport machen würde? Das wäre doch eher zu rechtfertigen!

Ich freue mich immer, wenn ich höre, dass ein Torero vom Stier auf die Hörner genommen wurde. Ich freue mich auch immer, wenn bei der alljährlichen Hetzjagd der Stiere durch die engen Gassen von Pamplona die „mutigen“ Männer aufgespiesst werden.

Allen, die sich für dieses Weltkulturerbe einsetzen (besonders allen Toreros) wünsche ich, dass sie nackig in eine Arena gesperrt werden und massig wütende Stiere sich an ihnen austoben dürfen. Das wäre mal eine ganz neue Variante – und nicht mehr als fair, schliesslich hatten die Stiere bisher auch keine Chance!

38 Gedanken zu „Tierquälerei als Weltkulturerbe

  1. In Katalonien herrscht seit Juli 2010 ein Stierkampfverbot! BRAVO!!! Aber es ist so, von einem König, der auf Elefantenjagd geht, kann man nichts anderes erwarten, als dass er diese Tierquälerei unterstützt! Leider gibt es in Spanien sehr viele herzlose Menschen. Ich denke dabei auch an die vielen Jäger, die nach der Jagdsaison ihre Hunde erhängen, sie lebendig begraben oder anzünden. Das passiert auch mit den Hunden, die an Hunderennen teilnehmen müssen und zu schwach oder zu alt sind, um Erfolg zu haben. Spanien ist für mich ein NO-GO!!!

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  2. Ein weiser Mann sagte einmal, dass meine eine Zivilisation daran messen kann, wie sie mit ihren Tieren umgeht. Tierquälerei sollte weder Weltkulturerbe sein, noch sollte das in unserer heutigen Zeit überhaupt ein Thema sein. Tierquälerei hat sofort aufzuhören, egal in welcher Form. Unsere Gesetze sind eh schon zu schlaff und greifen kaum, da braucht man das nicht auch noch anderswo zu fördern. In China werden tagtäglich tausende Marderhunde auf offener Straße erschlagen und abgezogen, während sie noch leben. Das ist angeblich auch Kultur – auf die ich gern verzichten kann. Wir als Menschheit brauchen keine Tierquälerei und sollten sie auch in keinster Weise fördern oder fordern. Wir können froh sein, dass die Tiere nicht sprechen können. Darum müssen die Gerechten Menschen auch umso lauter NEIN zu solchen Forderungen sagen. Wer gequälte Rinder sehen will, muss mal zum örtlichen Schlachthof gehen, dafür braucht man nicht nach Spanien fahren. Bei uns sehen die Tiere sich gegenseitig zu, wenn der Schlachter ihnen bei lebendigem Leib den Kopf abschneidet und sie ausweidet, das ist auch Tierquälerei und da schreit genauso wenig jemand nach Weltkulturerbe.

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    • Als ich am 21.12.2014 am Schweizerfernseher gesehen Habe, wie Sie Die Kuehe und die Schweine toeten, habe ich geweint und seither esse ich keinFleisch noch kein Fischer mehr, denn auch Die Tiere die in den Seen/Meere leben, sterben einen qualvollen Tod, also Finger wegg. Sah auch die Allerreichsten die Ferien in einem Hotel machten, lebendige Tiere die Im Wald leben wurden in der Hotelhalle eingepfercht und ein Koch zeigte eine Kiste voll von Hummern, die zusammengebunden auf- und nebeneinander geschichtet in dîner Kiste waren und mussten noch fuer Stunden auf inhérent qualvollen Tod warten, dièses Essen war fuer die superreichen. Habe immer gehofft, dass wenn man sehr Reich ist, dass einige diéser Menschen diesen armen Tieren hilft, aber nein man traegt auch noch Pelz, einfach zum ko… Ich lebe sehr gut oh ne Fleisch und Tiere aus dem Meer und die Pelze wollte ich nie tragen. Zu sehr Liebe ich die Tiere, Sie haben ein Recht geschaetzt zu werden. Auch gibt es noch zu viele Schweizerbauern oder Reiche, die ihre Kuehe, Schweine, Huehner, Kaninchen aufs grausamste hatlten, die sollten schwer bestraft werden und die Tiere sollten ihnen weggenommen werden, doch da sagt nicht einmal der Tierarzt etwas, dies habe ich auch nie verstanden. Es ist einfach grausamste. Auch die reichen Damen die Botox benutzen, sollten einmal wie das Tier hinhalten, d’azur sehen Sie nach der Spritzerei aufgedunsen aus, nicht einmal juenger noch huebscher sehen sie aus. Hoffe, dass einige Milionaerinnen dies lesen, aber die werden sich jà sowieso nicht aendern. Denkt bitte an die Tiere, Sie branchen unsere Unterstuetzung. Jésus hat die Tiere auch nicht gequaelt, war un dièse Quaelerei?

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  3. Ah, dein Text könnte von mir stammen. Wort für Wort.
    Es gibt nichts feigeres als diese arroganten Gockel. Als wir kürzlich in Toledo waren haben wir einmal durchs durchweg spanische TV gezappt und da lief gerade ein Kampf. Meine Töchter haben das zum ersten Mal gesehen und waren entsetzt. Mir ist so die Galle übergelaufen.
    Klar gibt es auch andernorts Tierquälerei, aber man kann ja nicht das eine durch das andere rechtfertigen.
    Oh Mann… Weltkulturerbe. Ich fasse es nicht. >.<

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  4. Stierkampf und Weltkulturerbe! Dann müssten unsere deutschen Schlachthöfe aber schon längst dazu gehören. Ich weiß, andere Länder andere Sitten. Das sei auch allen zugestanden. (Siehe Deutschland: Einführung der Maut). Aber deshalb den Stierkampf gleich ins Weltkulturerbe aufzunehmen, halte ich ein bisschen für übertrieben.

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  5. Die letzten Zuckungen eines untergehenden korrupten Zweiparteien-Regimes. Warte bis zur nächsten Wahl, den Banditen wird es ergehen wie ihren Freunden wie in Griechenland. Beide Abzockerparteien werden gemeinsam in die Opposition geschickt, Katalonien und das Baskenland unabhängig, und das lächerliche Königshaus abgeschafft. Darauf freue ich mich. Viva Podemos!

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  6. oh…. das ist jetzt vermintes gelände.
    ich teile deine meinung über diesen touristenscheiss in pamplona, bei der zumeist junge amerikaner ums leben kommen.
    deine empörung ist so deutlich, dass ich mich kaum wage…. jetzt etwas dagegen zu setzen, weil ich mich gegen tierquälerei genauso empöre.
    ich trage keinen pelz, ich esse kein fleisch, aber ich habe viele stierkämpfe gesehen.
    ich will es nicht verteidigen, denn ich glaube tatsächlich, man muss ein bisschen was verstehen davon.
    ich habe verletzte torreros gesehen…. und nein…. es ist kein spass… und du würdest dich nicht freuen, das zu sehen.
    und ich weiß, dass das rindfleisch auf unseren tellern qualvoll darauf landet. die kampfstiere leben 5 jahre auf großen weiden, gut abgeschirmt, weil es eher scheue denn wütende tiere sind. und ja…. sie sterben innerhalb von 20 minuten in der arena.
    das gelingt den armen rindern, die im lkw-konvoi zu uns kommen, nicht. die leiden deutlich länger und schlimmer.
    aber natürlich ist das kein argument.
    ich will es auch nicht verteidigen (please kein shit-storm)….ich möchte nur dafür werben, die dinge ein bisschen differenziert zu betrachten.
    (ps…. ggfs. bitte diesen kommentar löschen)

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    • Also von meiner Seite sicher keinen Shit-Storm und ich lösche auch keine Kommentare, es sei denn, sie enthalten Beleidigungen. Wie gut, dass es verschiedene Denkansätze gibt. Du hast Deinen, ich habe meinen. Ich bin toleranz genug, andere Meinungen „leben“ zu lassen (wie nett von mir *grins*), aber ich finde es deswegen nicht weniger bescheuert! 🙂

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    • Meertau, ich verurteile Dich nicht, das steht mir auch nicht zu, aber ich kann es echt nicht nachvollziehen, dass Du sowas unterstützt! Auch wenn es die Tiere 5 Jahre schön haben, ist es in keinster Weise gerechtfertigt, sie am Ende ihres Lebens (welches normalerweise ja noch viel länger dauern würde) unter Belustigung der Menschen so brutal abzuschlachten!
      Ich habe ein Bild von einem Torero gesehen, der während des Stierkampfes erkannt hat, WIE Unrecht es ist, was er da tut…
      Leider konnte ich das Bild nicht hier reinkopieren, aber der Text sagt alles dazu…

      „Ein Moment der Reue: Matador Torero
      Alvaro Munera´s Karriereende, eine innere Einsicht
      Das geht alle Reiseanbieter an, die das Verbrechen durch Reiseboykott längst beendet haben könnten. Einen Monat oder eine Saison keine Urlauber, und der Spuk wäre vorbei.

      Übersetzung:
      Dieses unglaubliche Foto markiert das Ende der Karriere von Matador Torero Alvaro Munera. Er brach in Reue mitten im Kampf ab, als er erkannte, gegen welch sanftes Tier er „kämpfte“. Auch durch die picadors schmerzlich verwundet, hat er den Matador nicht angegriffen. (Der Blick auf das Gesicht des Bullen sagt alles für mich). Der Torero wurde ein eifriger Gegner der Stier“kämpfe“.
      Torrero Munera wird mit den Worten von diesem Moment zitiert: „Und plötzlich sah ich den Stier. Er hatte diese Unschuld, die alle Tiere in ihren Augen haben. Es war wie ein Schrei nach Gerechtigkeit tief in mir. Ich beschreibe es wie ein Gebet – denn wenn man gesteht, ist zu hoffen, dass man Vergebung bekommt. Ich fühlte mich wie der größte Scheiß auf Erden.

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