Brief an meine Nase – Challenge

Hallo liebe Nase

Ich mag Dich, ich hab Dich immer gemocht. Du passt einfach prima mitten in mein Gesicht. Du bist nicht stupsig, nicht knollig und nicht hakig. Du bist einfach so, wie Du sein musst. Und deswegen kann ich optisch gar nicht an Dir rummäkeln. Du kommst also weit besser weg, als meine Ohren!

Du bist ein überdurchschnittlich gutes Riechorgan – auf jeden Fall denke ich das. Ich rieche Dinge, die andere nicht riechen und ich habe tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes einen guten Riecher. Der Geruch, der einem beim Öffnen eines Müllcontainers entgegenschlägt, löst bei mir Brechreiz aus. Es gibt auch Parfums – zum Beispiel Poison – auf die Du total allergisch reagierst. Niesattacken und Kitzeln in der Nase sind das Resultat. Ganz empfindlich reagierst Du auch auf den Geruch von Alkohol. Den magst Du gar nicht und sendest immer Alarmsignale, wenn dieser Geruch in Dir hochkriecht. Mit Dir rieche ich 100 km gegen den Wind, wenn jemand getrunken hat. Das liegt wohl daran, dass ich gar keinen Alkohol trinke – deswegen riechst Du das so gut. Eigentlich wärst Du als Spürnase bei der Polizeit gut zu gebrauchen. Sollte ich mal arbeitslos sein, bewerbe ich mich als Suchhund bei der Drogenfahndung. Am Bellen arbeite ich noch.

Ich habe im Verlauf der Jahre dreimal versucht, Dich mit einem Nasenstecker zu verzieren. Das höchste der Gefühle war ein Jahr, bevor ich den Stecker wieder versehentlich rausgerissen habe. Ich bin einfach ein Schussel und habe Dich ein paarmal arg verletzt mit den Nasensteckerversuchen. Irgendwann habe ich dann kapituliert.

Eine Weile standen wir zwei auf Kriegsfuss – Du warst ständig verstopft und ich hasse es, wenn ich nicht atmen kann. Aus Wut und Frust habe ich Dich über Monate mit Spray drangsaliert, bis Du rebelliert hast. Auf einmal konnte ich ohne Spray gar nicht mehr atmen, weil Du den Spray dann doch toll fandest. Typisch Frau halt, es heisst schliesslich DIE Nase. Erst wolltest Du den Spray nicht, dann konntest Du nicht mehr ohne sein. Wie man es macht, ist es falsch! Ich musste also Deinetwegen zum HNO-Arzt, der mir einen Nasensprayentzug verordnete, weil ich Dich sonst komplett kaputtmachen würde. Das wusste ich ohnehin, aber jetzt war es ärztlich bescheinigt. Und weil ich Dich ja noch brauche, habe ich mich brav daran gehalten und brauche seit Jahren keinen Spray mehr. Du dankst es mir, indem Du nur noch selten verstopft bist. Gute Nase!

Das einzig Verräterische an Dir sind Deine Flügel. Wenn ich mich ärgere oder innerlich über etwas lachen muss, flatterst Du mit den Flügeln. Wer mich gut kennt, weiss dann sofort, was es geschlagen hat. „Ha, sie flattert mit den Nasenflügeln – alle Mann in Deckung!“ Das ist manchmal ein bisschen doof, weil Geheimnisse so schwer geheim zu halten sind. Ach ja, und wenn ich lache, flatterst Du derart fest mit den Flügeln, dass ich nicht selten den Spruch höre: „Achtung, gleich hebt sie ab!“

Sollte ich mal von einer Klippe springen, Du würdest mich mit Deinen Flügeln retten. Zusammen sind wir unschlagbar.

 

24 Gedanken zu „Brief an meine Nase – Challenge

  1. Mit 10 Jahren versuchte ich vom Klettergerüst in den Sandkasten zu springen und traf das Brett – Nasenbeinbruch. Mit 19 ließ ich das richten, neuer Bruch, Gips und dann heilte die Nase aus. Nach der OP nahm ich fatalerweise einen Spiegel zur Hand – Frankenstein war eine Schönheit gegen mich. Mit Ausgehgips durfte ich dann wieder in die Schule, ein halbes Jahr vor dem Abitur.
    Du glaubst nicht, wer alles ein Autogramm auf meinen Nasenschmuck schreiben wollte :mrgreen: .
    Aber seitdem sind meine Nase und ich ein wahres Team 😉 .

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  2. Mir wird schlecht und ich bekomme Gänsehaut, wenn ich bloß an das Zeug denke…schüttel!
    Das heißt genau so wie es riecht…was denken sich die Frauen denn, wenn sie es benutzen?
    Vielleicht, daß die Männer betäubt und willenlos werden? Würde mich nicht wundern!
    Ich fahre im Winter mit dem Bus zur Arbeit..ja hallelujah..da weiß ich morgens manchmal echt nicht was mir lieber wäre..die frisch,mit fürchterlichen Parfums oder Deodorants eingedufteten Mitmenschen, oder die die es nicht für nötig halten morgens zu duschen…kotz!
    Bin über jede Haltestelle froh, an der die Türen wenigstens für ein paar Sekunden aufgehen. Wenn es klappt, suche ich mir einen Sitzplatz gleich neben einer Türe.
    Ich freu mich schon so, wenn ich wieder mit meinem alten Motorroller in die Stadt fahren kann.
    Der stinkt zwar auch manchmal, aber anders!

    Manche sagen ja ich sei überempfindlich, aber meine Tochter versteht mich, sie hat das geerbt.
    Und mein Enkel vielleicht auch, er fächelt mit der Hand vor der Nase und sagt „Puhh“ wenn er die Windel voll hat.
    Gut, das ist natürlich anerzogen, aber er merkt es auch schon selbst..mit eineinhalb Jahren..daß er gerade nicht so gut riecht.
    Und für mich ist das echt manchmal schwierig das Malheur zu beseitigen. Früher bei meinen Kindern war das einfacher, da war man halt daran gewöhnt.
    Und das kleine Biest (sorry Schatz) macht das fast immer kurz nach dem Mittagessen, was die Sache nicht einfacher gestaltet.
    Vielleicht hilft eine Wäscheklammer?

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  3. Mein Mann riecht besser als ich.
    der merkt sofort wenn ich eine zigarette rauchen war.
    seit seinem herzinfarkt rauche ich ja nicht mehr in der wohnung nur noch in der oberen etage
    aber nicht mehr viel vielleicht 3 am Tag, merkt der sofort. Sagt der doch die Tage, irgendwie riechts verbrannt. und hat genau gewusst dass ich eine rauchen war.

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  4. Mein Kompliment an Deine verräterische Apührnase. Die Nase meiner Frau ist auch ungefähr hundert Mal so empfindlich, wie meine eigene. Ich habe den Verdacht, dass diese Unterschiede zwischen Männern und Frauen generell bestehen, habe aber keine Phantsie, woran das liegen könnte.

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  5. Siehst Du, meine Nase hatte ich ganz vergessen. Sie macht halt seit Jahr und Tag unauffällig ihre Arbeit, sitzt gerade und mitten im Gesicht und ist mit Sommersprossen gesprenkelt – ein Relikt aus der Kindheit. Ja – die Duftverschmutzung ist ein weites Feld!
    Schwesterliche Grüße!

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