Brief an meinen Bauch – Challenge

Hallo Bauch

Du und ich, wir haben ein ziemlich gestörtes Verhältnis, ich weiss! Das ist auf unsere endlose gemeinsame Krankengeschichte zurückzuführen. Und die lässt sich leider nicht ändern. In meinem Leben fand ich Dich genau zweimal so richtig toll: In den beiden Schwangerschaften. Da warst Du nicht nur das Zuhause meiner Kinder, Du warst von aussen betrachtet auch eine Kugel, die ich stolz vor mir hertrug. Jeden Abend habe ich Dich damals mit Mandelöl eingerieben und Du hast es mir gedankt, indem Du nicht einen einzigen Schwangerschaftsstreifen bekommen hast. Danke! Toll gemacht, lieber Bauch.

Dass Du durch eine Blinddarmoperation, zwei Kaiserschnitte, eine Gallenblasenentfernung und eine Gebärmutterentfernung immer wieder aufgeschnitten wurdest, fanden wir beide nicht toll. Ganz und gar nicht. Und weil Du beleidigt bist, hast Du mit unzähligen Verwachsungen reagiert. Und damit machst Du mir nun das Leben ganz schön schwer. (Information an alle, die meinen, Kaiserschnitte seien easy und viel besser, als natürliche Geburten – vergesst es! Auf lange Zeit gesehen sind Kaiserschnitte richtige Quälgeister.)

Neben all den medizinisch gegeben Problemen bist Du zudem ganz schön wählerisch, was das Essen angeht. Esse ich Peperoni (die ich im Übrigen lieben würde), schickst Du mir Koliken bis zum Abwinken. Genauso schmollst Du bei Zwiebeln, Lauch oder Spinat. Und dabei liebe ich all diese Dinge sehr. Ganz schön gemein von Dir! Könntest Du nicht einfach jene Dinge hassen, die ich ohnehin nicht mag? Wie zum Beispiel Blumenkohl, Rosenkohl oder Innereien.

Schön flach warst Du gerade mal, bis ich das erste mal schwanger wurde (und das war mit 24 Jahren schon der Fall). Danach wars vorbei mit dem flachen Bauch. Nie wieder wurdest Du schön. Und heute bestehst Du nicht aus einem Pirellireifen, sondern gleich aus mehreren. Würde ich Dir einen Reissverschluss einsetzen lassen, könnte ich Dich als praktische Bauchtasche gebrauchen. Tschüss Bikini, tschüss taillierte Oberteile, tschüss enge Kleider – stattdessen: Hallo Shapeunterwäsche! First world problems, ich weiss, aber ich finde Dich hässlich und wir werden wohl nie mehr dicke Freunde. Also, ehm, doch: Dick schon, aber Freunde nicht! Tja, sorry Bauch, aber ich verbinde mit Dir soviel schlechte Erfahrungen, dass ich Dich einfach nicht wirklich gern haben kann.

31 Gedanken zu „Brief an meinen Bauch – Challenge

  1. also…
    ein flacher bauch ist eh kein bauch.
    und der modepralinische bauch hat offenbar heldenhaftes geleistet.
    helden setzt man denkmäler statt sie zu kritisieren.
    ich denke jetzt ernsthaft über zwei dinge nach:
    1. die gründung einer bürgerinitiative für die anerkennung der bäuche und zur wiedergutmachung dessen, was man ihnen weltweit so angetan hat und immer noch antut.
    2. ich würde sie gern mal mit rosenkohl bekochen. den koche ich nicht, sondern dern röste ich. schmeckt anders. vielleicht auch dem bauch
    🙂

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  2. Oh je, armer Pralinenbauch..deine Besitzerin mag dich nicht, vielleicht könnte dich jemand adoptieren?
    Aber ich verstehe die Praline, ich mag meinen Bauch auch überhaupt gar nicht. Er war schön prall und glatt bei Tochterschwangerschaft, zwischendurch etwas schlapp und ein Jahr später bei Sohnschwangerschaft wieder prall und glatt.
    Und dann wurde er aufgeschnitten..von einem Beckenknochen zum anderen…ratsch…als mein Babysohn fünf Monate alt war und sich eine gruselige Zyste von 11cm entwickelt hatte und der ganze Bauchraum entzündet war.
    Sehr schön war auch, als der Arzt nach der OP (im Beisein meines Mannes und der Kinder) gesagt hat..: „Da haben die Kleinen aber Glück, daß sie ihre Mama noch haben, das hätte auch tödlich ausgehen können“!
    Super oder?
    Na ja ich lebe noch, aber der Bauch ist seit damals mit einer Mutterschürze (kennt ihr das?) gekennzeichnet.
    Das ist der Schwabbel der runterhängt, obwohl man nicht sehr dick ist.
    Tja, das wäre nur mit einer OP zu beheben…aber nein ich will das nicht!

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  3. Warum gibt es keinen „gefällt mir nicht“ – Knopf? Deine Bauchgeschichte klingt schlimm man möchte dich am liebsten dafür trösten. Gefällt mir? Wem bittesehr gefallen Verwachsungen und andere Gemeinheiten? Mir nicht. Arme Praline.

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