Der Award für das grösste Gejammere geht an…..

….die Schweizerinnen und Schweizer.

. Ja, ich bin auch eine Schweizerin.
. Nein, es gibt diesen Award nicht.

Wenn es ihn aber gäbe, wir würden ihn sowas von diskussionslos gewinnen – mehr geht nicht! Ich kann täglich mindestens einmal nur den Kopf schütteln. Da begegnen mir Sätze wie:
„Wir können dieses Jahr nur 2 Wochen Sommerferien machen, es geht terminlich nicht anders.“
„Unser zweites Auto ist in der Reparatur. Ich weiss gar nicht, wie ich das nächste Woche mit nur einem Auto machen soll.“
„Meine dunkelgraue Hose passt nicht mehr. Was soll ich jetzt zur grauen Bluse nur anziehen?“
„Unsere Kinder haben nach der Schule immer noch mindestens eine Stunde Hausaufgaben. Ich finde das unglaublich, was die heute leisten müssen.“
„Die Tanzstunden sind wieder teurer geworden – langsam müssen wir uns überlegen, ob wir uns das noch leisten können.“
„Ich muss unbedingt mein Handyabo wechseln, ich hatte gestern in Hinterarschpfupfigen (nein, diese Ortschaft gibt es nicht…) keinen Empfang.“

So, das sind sie also: Die First World Problems von Herr und Frau Schweizer. Und ich möchte bei solchen Aussagen schreien, und zwar richtig laut. Schreien: „Hallo? Schon mal über die Landesgrenzen hinaus geschaut?“ Bestimmt stand die Schweiz auch schon mal besser da. Sicher könnte man immer und überall noch mehr haben und besser sein. Aber wir jammern auf einem Niveau, bei welchem andere sich als Könige fühlen würden. In der Schweiz muss keiner verhungern. Unser soziales Netz ist stabil genug, um auch Härtefälle aufzufangen. Und die Schweiz ist mit sozialen Institutionen dichter besiedelt, als sonst ein anderes Land. Und was machen wir? Jammern! Warum? Weil es uns einfach viel zu gut geht – ja, auch jetzt noch! Oder hat sonst jemand eine Erklärung für das Gejammere von Herr und Frau Schweizer?

Wir wohnen in einem politisch und finanziell sehr stabilen Land, wenn man mit den umliegenden Ländern vergleicht. Der Lebensstandard in der Schweiz ist überdurchschnittlich hoch. Das Bildungssystem ist absolut intakt. Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor nicht so schlecht, wie ihn alle reden wollen. Sicher, er war vor der Eurokrise besser, aber im Vergleich zu unseren Nachbarländern geht es uns immer noch sehr gut. Was also möchten Herr und Frau Schweizer gerne, dass sie nicht mehr jammern würden? Das würde mich ernsthaft interessieren!

54 Gedanken zu „Der Award für das grösste Gejammere geht an…..

  1. Da bin ich voll und ganz mit Dir einverstanden!!!! Ich bin unendlich dankbar, dass ich in der Schweiz geboren wurde und hier leben kann – das sage ich soooo oft, wenn Leute wieder mal über die Steuern oder unsere Gesetze fluchen. Klar, manchmal rege ich mich auch ab gewissen Dingen auf, aber für nichts in der Welt möchte ich tauschen und wo anders leben!

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  2. Oh wie kommt mir das bekannt vor. Ich denke manche haben Luxus Probleme und wissen gar nicht wie gut es ihnen eigentlich geht.
    Manchmal ist ein Blick über den Tellerrand (oder eben Landesgrenzen) hilfreich ;0)

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  3. Die Schweizer, die jammern, sollten einmal die Augen öffnen und über die Grenze schauen, weit weg reisen.
    Das Schauen und Hören mit Menschen in Ländern die ihr tägliches Essen hart erarbeiten und von Hand in Mund leben.
    damit der Magen nicht knurrt….he Jammerleute, wacht auf!
    Hier im Sozialstaat Schweiz.
    Mensch, unsere tägl. Problemchen sind echt keine! Klage auf höchsten Niveau!

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  4. Das Jammern auf hohem Niveau ist, meiner Meinung nach, ein gesellschaftliches Problem…und das weit über die Schweizer Landesgrenzen hinaus…

    Was ich zudem beobachte: eigentlich will jemand der fragt „Wie geht es Dir?“ gar nicht WIRKLICH wissen wie es demjenigen geht….denn kaum holt man Luft um zu antworten schweifen Blick und Thema schon auf ein anderes Ziel…..dieses „Wie geht es Dir?“ als Floskel!? Als Einleitung für ein Gespräch!? Aber selten ein wirkliches Interesse an der Person…

    Köstlich zu beobachten die Reaktionen auf meine Antwort „Oh…um es mit Heinz Erhard zu beantworten: am liebsten gut! 😊“…….21….22….23….😝😂😂😂😎😏

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  5. Sogar von Deutschland aus erscheint die Schweiz wie das gelobte Land. Und das will was heißen. Ich glaube es gibt kaum ein Land auf der Welt mit einem höheren Lebensstandard als in Deutschland und der Schweiz.

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      • ja fürchterlich, ich kenne da einen blog, da hat eine frau ihren mann nach 12 jahren ehe nicht mehr sehen können und hat sich getrennt. hat 2 kinder. die hat sich auch halb totgejammert, weil sie jetzt nicht mehr so viel geld hat wie vorher und in eine kleinere wohnung ziehen muss. jetzt hat sie einen neuen an ihrer site, hoffentlich wird sie mit dem glücklicher. 🙂 im moment schreibt sie nicht, nichts neues mehr, hat sicher keine zeit mehr wegen dem neuen Mann

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  6. Mein persönlicher Gnnnnnrk😣-Satz:

    Ich frage: „Geiht’s guet?“
    Und Antwort in leidendem Tonfall: „Naja, es muuueeeess…“
    Und dann stellt sich auf Nachfrage heraus, dass eigentlich doch alles tiptop läuft. Aber immer erst mal dieses blöde „es muuueeess“.

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