Kann ich helfen?

Kennt ihr sie auch, die rhetorischen Fragen? Also eigentlich jene Fragen, die man aus Anstand stellt, insgeheim aber die Antwort schon kalkuliert hat. Eine kleine Auswahl gefällig?

Mein Göttergatte bereitet das Abendessen vor, wuselt wie wild durch die Küche und ich frage (wie immer) netterweise: „Kann ich etwas helfen?“ Natürlich rechne ich mit dem üblichen: „Nein, geht schon, danke.“

Zum Abendessen werden Gäste erwartet. Es klingelt, die Gäste sind da während in der Küche noch geschäftiges Treiben herrscht. Anstandshalber fragt der Gast logischerweise: „Gibt es noch etwas zu helfen.“ Und genauso normal ist die Antwort: „Nein, setzt euch ruhig schon mal hin, ich habs im Griff.“

Also eigentlich sind das doch rein rhetorische Anstandsfragen, die man nur deshalb stellt, weil man die Antwort schon einkalkuliert hat. Oder bin ich womöglich die einzige, welche das so handhabt. Ich muss nämlich gestehen, dass mich eine andere Antwort ganz schön überrumpeln würde. Stellt euch nur mal vor, der Göttergatte würde sagen: „Gerne – mach schon mal die Sauce und schäl mir die Karoffeln.“ Ach Du grüne Neune. Ich wäre ja hoffnungslos überfordert und würde denken, er sei krank. Oder auf die nette Nachfrage der Gäste würde ich ausnahmsweise mal sagen: „Aber sicher doch. Der Salat muss noch gewaschen werden und wenn ihr schon dabei seid – der Staubsauger bräuchte auch dringend noch etwas Auslauf.“ Die Augen möchte ich ja sehen…

Hand aufs Herz: Wer von euch stellt auch solche Fragen – immer in der Hoffnung, dass die Antwort so ausfallen möge, wie ihr sie euch wünscht? Ziemlich durchtrieben!

38 Gedanken zu „Kann ich helfen?

  1. Ganz ehrlich???
    Wenn ich bei Freunden bin, frag ICH erst gar nicht, ich packe mit an….
    und wenn ich bei Leuten bin, die erst noch zu Freunden werden …..
    da frag ich, ob ich was helfen kann und ich lasse mich dann auch nicht abwimmeln….. irgendwas gibt es immer…. und so signalisiere ich…. DAS wird eine tolle Freundschaft….

    Bei mir zu Hause sieht es da nicht anders aus…. wer NICHT fragt, dem wird nichts aufgebrummt …. aber wer fragt …. JA – DER muss natürlich mit ran … Fragen aus Anstand …. Muhahahaha, dass ich nicht lache 😀 …. (selber schuld!)

    Oder auch als Beispiel, wenn man jemandem Geld für etwas zustecken möchte, der es partout nicht annhemen will, weil er etwas gerne gemacht hat….. dann sollte man DAS so hinnehmen und wenn sich die Gelegenheit ergibt, hilft man jemand anderem OHNE dafür entlohnt zu werden ……

    Von mir hört man NIEmals:
    „und? – wie ist es so?“ … nur der Frage wegen …
    ich würde auch nicht antworten:
    „Gern geschehen“ … wenn es nicht so wäre
    …. oder dieses Berühmte:
    “ da nicht für“ … als Antwort, wenn sich andere bedanken…..

    DA SAGT MIR GERADE HEUTE JEMAND:
    „Du bist die Einzige, die ich kenne, die Einem die ganze Zeit in die Augen schaut, wenn man mit ihr redet…..“ ….. für mich hörte es sich erst negativ an…. vorwurfsvoll ….
    – wo soll ich denn hinschauen, wenn ich zuhöre…?
    😀 😀 😀 … ich komme gerade vom Hölzchen zum Stöckchen …. 😉

    GANZ liebe Grüße … und gute Nacht ….
    Katja

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  2. Also im Geschäft nervt mich diese Frage maßlos.
    „Nein danke, ich gucke nur mal“, antworte ich brav lächelnd.

    Wenn die wüssten, wie oft die Verkäuferinnen in Lebensgefahr schweben, weil ich mir beim Stadtbummel denke, die/der nächste, der das fragt, wird ermordet. Wenn ich Hilfe brauche frage ich schon nach, nur leider ist dann meist niemand da.

    Aus dem Mord wird’s dann doch nichts, weil mir das Mordwerkzeug fehlt und ich auch zu feige bin.

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  3. „Kann ich noch etwas helfen?“

    „Ach wenn du so fragst…die Hausfassade braucht noch einen Anstrich, der Mülleimer steht schon seit 3 Wochen in den Startlöchern und die Leiche im Keller müsste auch mal so langsam entsorgt werden, bevor die Nachbarn auf die Ideen kommen, ich würde mich neuerdings mit der Wissenschaft der Entomologie befassen.
    Vergiss aber am Ende nicht, das Auto wieder von allen Spuren zu bereinigen. Ich habe echt keine Lust darauf, dass morgen das CSI auf der Matte steht und mir meine kostbare Zeit mit unsinnigen Fragen stiehlt!!!“

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  4. Hm, denke, wenn ich da länger überlegen würde, würden mir sicher ein paar typische Anstandsfragen einfallen. Aber im Normalfall hüte ich mich eher davor, mein Freundeskreis und mein Mann sind da recht straight forward und denen fällt sicher was ein, was ich helfen kann, also frag ich lieber nur, wenn ich auch helfen will. Gilt genauso für die Frage:“Wie geht’s dir?“ wenn ich’s nicht wirklich wissen will frag ich nicht nach, das kann schon mal ausufern ^^.

    Bezüglich in der Küche mithelfen lassen – unsere Küche ist sehr klein und unsere Gäste sind für gewöhnlich sehr hilfsbereit, was dann oft dazu führt, dass ich/wir sie aus Platzgründen ins Wohnzimmer vertreiben müssen. Aber immer wieder fallen uns doch Kleinigkeiten ein, die gemacht werden müssen und sich mit der Platzaufteilung vereinbaren lassen. Also bei uns fragt man auch besser nur, wenn man wirklich mithelfen will ^^.

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  5. Speziell die Gastgeberfrage taucht schon auf, aber eher gezielt „Soll ich das schonmal mit reinnehmen?“ wenn ich sehe das etwas rumsteht, was noch an den Essplatz soll zum Beispiel.

    Küchentechnisch bin ich selbst der Typ, der alles gut organisiert und im Griff hat – und ich kann es nicht ab wenn jemand bei mir mitwerkelt. Unvorstellbar das ein Gast, fertig gestylt, Hände vorm ausgehen gecrémt, Ringe angelegt, gerade im Zug viele Haltestangen angefasst plötzlich Salat waschen soll….um sich dann die Hände ( und somit den angelösten „Dreck“ ) in meinem Küchenhändehandtuch zu trocknen, was ich dann mit richtig sauberen Händen gleich wieder benutze…oder Oups auf den Boden gefallen und gleich weiterbenutz und wieder zurückhäng…wuuuuäääähhhhh….denn meistens werden so Aufgaben ja im Eifer des Gefechts übergeben und derweil man sich unterhält das Händewaschen „vergessen“…alles schon beobachtet…bzw. vor kurzem im WG-Leben erlebt….giddigitt!

    Daraus resultierend stelle ich selbst diese „Blanko“-Frage schon gar nicht….denn ich gehe davon aus das mein Gastgeber auch seinen Ablauf kennt und sich nur soviel zumutet, wie auch zeitlich zu schaffen ist.

    Was anderes ist es in der Familie oder wenn von vornherein zum gemeinsamen Kochen eingeladen wird. Das kann dann durchaus seinen eigenen Charme haben – allerdings unter Einhaltung der hygienischen Mindestvoraussetzungen 😜😂😋

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  6. Ich frage nicht sondern mache einfach. Gerade bei guten Freunden. Da hat sich noch nie jemand beschwert, vor allem wenn ich die Teller abräume, in die Spülmaschine lade etc. Ich sehe Arbeit immer wenn sie mir vor die Füsse fällt.
    Auch nach Büroparties, verziehe ich mich jeweils irgendwann gerne in die Küche zum Abwaschen. Meist bleibe ich da nicht alleine, dann gibt es gemütliche philosophische Diskussionen am Abwaschtrog…

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  7. Da sind meine Dosis ganz anders. Wenn sie eingeladen sind, sind sie Gäste und tun einen Teufel irgendwo mit Hand an zu legen. Sie genießen ganz und gar ihr Gastsein. Bei guten Freunden legen sie auch schon mal die Füße hoch. Und was ist das Ende vom Lied? Alles bleibt mal wieder an mir hängen. Schnief!

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  8. DIE rhetorische Frage schlechthin 😁. Aber ich habe es eigentlich noch ganz gern, wenn ich zu Gast bin und mich nützlich machen kann, wenn die Hausfrau (oder der -mann) am Rotieren ist. Besser jedenfalls als dieses doofe peinliche Schweigen, wenn man sich eigentlich nichts zu sagen hat, weil man sich vielleicht noch nicht so gut kennt.

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