Hirnknoten und Synapsenexplosion

Kennt ihr jene Tage, an welchen man denkt, das Gehirn habe sich über Nacht aus dem Staub gemacht? Ich habe keine Ahnung, woran es liegt und was der Auslöser für solche Tage ist, aber ich finde sie echt mühsam.

Da marschiere ich zum Telefon, weil ich … ja weil ich irgendjemanden anrufen wollte – beim besten Willen aber nicht mehr weiss, wer es war. Also gehe ich zurück in die Küche, wo meine Kaffeetasse mit dem kalten Kaffee immer noch in der Maschine steht, weil ich ihn einfach vergessen habe (und ich hasse kalten Kaffee).

Wenn ich es dann an jenen Tagen endlich schaffe, aus dem Haus zu kommen und mit jemandem spreche, sind oft auch die Wörter nicht unbedingt gerade zur richtigen Zeit in meinem Kopf. Da kann es schon mal vorkommen, dass ich wie eine Doofe nach einem total gewöhnlichen Wort suche, welches 10 Sekunden zuvor gerade noch da war. Und während des Sprechens … schwupp … einfach weg! Das nervt. Oder aber ich ändere ein Wort derart ab, dass ich selber nicht mehr weiss, ob ich das bin, die da quasselt. Die Lifttür wird zur Tiftlür oder das Hochhaus zum Hoshauch. Das ist in etwa so, wie wenn ein Wort zwar noch richtig den Hals herauf kommt, aber dann total quer das Tageslicht erblickt.

Und wenn der erste üble Versprecher mal geschehen ist, dann reissen die Dinger den ganzen Tag über nicht mehr ab. Ich mag solche Tage nicht. Da frage ich mich immer, ob in meinem Oberstübchen wohl noch alles im Lot ist, oder ob ich mal einen grossen Service machen lassen sollte. Das beruhigende finde ich, dass meine liebe Spazierpartnerin mit Hund auch verquere Worttage hat. Da wird bei ihr manchmal auch der Adlerhorst zum Hodlerarsch oder so …. Wie schön, dass es anderen auch so geht!

76 Gedanken zu „Hirnknoten und Synapsenexplosion

  1. Ich bin sicher, dass du MICH anrufen wolltest!
    Leider schlug dann der „Türrahmen-Effekt“ zu…

    Es ist nämlich so, dass wenn dein Hirn registriert, dass du soeben beim Passieren der Türöffnung den Raum verlassen hast, es dann diesen Vorgang gleich mit zum Anlass nimmt, unterbewusst Dinge, die du in eben jenem Raum im Kopf bearbeitet hattest, automatisch in die Schublade „erledigt/abgehakt“ zu verfrachten.
    Manchmal hilft es, in den vormals aufgesuchten Raum zurückzugehen, um sich erinnern zu können….wenn nicht, findet sich vielleicht wenigstens noch irgendein kalter Kaffee…

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  2. Au weia…ich finde an manchen Tagen morgens auch keinen Sinn in Zeitungsartikeln..
    da wird in meinem Kopf das Wort für Polizeibeamten zu gesprochen b.z.w. gedacht: ‚biiiemten‘ also von beamen (Enterprise!) Polizeibiieemten ???
    Dann lese ich noch zweimal drüber..ach so!! Ab dem zweiten Kaffee geht es dann wieder.
    Kommt auch wahrscheinlich von den vielen englischen Wörtern die uns um die Ohren gehauen werden heutzutage.
    Oder ich lese im vorbeifahren auf einer Autowerbung Wörter wie Rohrendreinigung..äh ich denke Rohrentreinigung schreibt man doch mit T, falls es das Wort überhaupt gibt?? Entreinigung.. nein gibt es nicht…grübel!
    Leider denkt mein Hirn ab und zu in die falsche Richtung beim lesen.

    Und ich finde die Ausdrücke Fellwurst, Teppichratte oder Fußhupe ganz schön gemein!!
    Nur gut, daß ich sie mir sowieso nicht merken kann..grins

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  3. Ach, ich glaub solche Tage kennt jeder ^^. Ich mag die Vorstellung, dass das Hirn da in Wartungsmodus geht (muss ja hin und wieder sein) da werden die Synapsen durchgeputzt und die Verschaltungen entwirrt. Is ja ganz klar, dass es da hin und wieder zu Verwortbuchselungen und kaltem Kaffee kommt (übrigens hab ich keinerlei wissenschaftliche Basis dafür, finds einfach nur nett).

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  4. Jeden Tag eine Banane! Hilft garantiert!!!! Und Fellwurst, Teppichratte — eine ungeheure Frechheit, wenn du willst, versorg ich Ellie mit allen internationalen Telefonnummern von Bierschutz- hoppla – Tierschutzorganisationen einschließlich greenpeace und was noch alles .. wirklich wahr.. schimpfgrummelgibtsdochgarnichtichholmirmalnebananefürsdenkenwoliegendienoch?…(das steht jetzt in eckigen Klammern: „Fellwurst“ ist aber wirklich lustig..*lachmichscheckig*)

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  5. Wenn das etwas ist, was einem so vorkommt, als würde es öfter passieren, als einem das lieb ist, dann würde ich mal zum Neurologen gehen, und ein Kopf-MRT anmahnen.
    Hat nix mit Panik zu tun oder weil es unbedingt einen Grund dafür geben muss, aber es wäre schon nicht schlecht, eine Meinung einzuholen, ob da was sein könnte.
    Ich habe auch lange Zeit etwas auf die leichte Schulter genommen.

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  6. Ach ja 😀 Bei mir kommt häufig die Kasse Taffee aus dem Mund raus. Oder die Taffe Kassee. Und viele andere Versprecher. Manchmal kommen die Wörter so schnell, dass sie fusionieren. Wie ein Autounfall, wo das hintere Auto ins Vordere eindringt. Ich habe mich schon gefragt, ob es sich um Vorzeichen von Demenz handelt. Ich beneide Leute, denen es nie passiert.

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