Und wieder eine Taxigeschichte

Alleine aus den Taxifahrten in Hamburg könnte ich ein Buch machen. Was hier die Taxifahrer so alles zu berichten wissen, ist einfach zum Kreischen. Das geht los bei der Politik der lieben Angela, weiter über das Schietwetter und die dämlichen Baustellen und endet bei den Privatgeschichten des jeweiligen Fahrers. Manchmal spassig, manchmal ernst – manchmal wütend und manchmal auch zum Nachdenken.

Diese Tage hatten meine Freundinnen und ich aber den mit Abstand lustigsten Taxifahrer Hamburgs. Wir stiegen ein uns sahen eiigentlich nur zwei Reihen weisse Zähne. Das breiteste Grinsen eines pechschwarzen Taxifahrers, das ich je gesehen habe. Und ich dachte noch so: „Schade, wieder ein Fahrer, der kein Deutsch spricht – also auch keine lustige Unterhaltung.“ Weit gefehlt!

Kaum auf der ersten Kreuzung, fing er auch schon über das vordere Fahrzeug an zu schimpfen.
„Nun fahr doch Mensch!“
Ich grinste und sagte: „Ach, da sitzt bestimmt ein Mann drin.“
Er schwenkte auf die Nebenspur, um neben das Fahrzeug zu fahren und meinte siegessicher: „Nichts Mann, eine Frau sitzt am Steuer. Aber das ist eine Fremde. Die Nummernschilder sind nicht von hier.“
Ich so als Witz: „Sind sie ein bisschen fremdenfeindlich?“
Er guckte mich frech an und meinte daraufhin nur trocken: „Ich? Ich bin ein totaler Rassist!“
Hey Leute – stellt euch mal das Bild vor. Ein rabenschwarzer Taxifahrer aus Ghana grinst euch an und erklärt euch, dass er totaler Rassist sei. Ich meine, das kann doch kein Mensch ernst nehmen. Er meinte es aber sehr wohl ernst, und erzählte auch sofort seine negativen Erlebnisse in Hamburg mit Albanern und anderen unangenehmen Gesellen, die ihm das Leben schwer machen.

Wir lachten uns gemeinsam mit ihm quer durch Hamburg und er erzählte uns seine Geschichte, welche im übrigen erst noch spannend war. Und er zeigte uns – während der Reise an der Ampel – Bilder seiner Enkelkinder. Und als ich ihn aus der Reserve kitzeln wollte meinte ich:
„Ach wissen sie – sie sind aus Ghana und sind Rassist. Wir sind Schweizer und sind Rassisten!“
Er daraufhin: „Neeee, Schweizer sind keine Rassisten. Die nehmen alle! Egal woher, die Schweiz empfängt alle mit offenen Armen. Ich weiss das!“

Nun ja, wo er recht hat, hat er recht. Ob das aber nun gut ist, sei dahingestellt. Wir haben uns auf jeden Fall selten mit einem rabenschwarzen Taxifahrer aus Ghana, der seit unzähligen Jahren in Deutschland lebt und sich selber als Rassisten bezeichnet, so sehr amüsiert.

N.B.: Wisst ihr, wie unser schwarzer Taxifahrer den Wechseljahren gesagt hat? „Mo….Me….Ma….Mo….Mono….ah – ich hab’s: Monopause!“ Jawohl, in Ghana ist das die Monopause…

11 Gedanken zu „Und wieder eine Taxigeschichte

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