Pokemonesisch

Hilfe! Das Pokemon go – Fieber greift um sich. Überall sieht man Menschen mit den Mobiles vor der Nase durch die Strassen laufen und rumhüpfen. Hin und wieder bin ich mir nicht ganz sicher, ob lauter Irre irgendwo entlaufen sind.

Ich habe aktuell einen Pokesohn und eine Poketochter welche mit ihren Pokefreunden durch die Gassen ziehen. Dabei jagen sie nach diesen komischen Wesen und freuen sich wie kleine Kinder, wenn sie wieder eines erwischen. Selbst heute im Restaurant, als ich meinen Eisbecher bekam, sass gemäss meinem Poketochterkind ein solches Monsterchen auf einer Eiskugel. Durch das Handy hat sie auf meinen Eisbecher gezoomt und das Ding imaginär gefangen. Schwein gehabt, sonst hätte das Pokeviech womöglich mein Eiscrème gefressen.

Durch das Handy sieht man die Welt so, wie sie in echt ist – allerdings mit Pokemännchen und -frauchen drin. Da kreischt der Pokesohn auf einmal im Garten: „Jetzt ist mir dieses Vieh durch die Hecke in den Bach abgehauen.“ Ich renne raus, weil ich meine, der Hund sei womöglich runtergefallen – und dabei geht es wieder um ein Pokemon.

Aktuell dreht sich irgendwie die ganze Welt um diese Figuren. Verdächtig wurde es für mich eigentlich ab da, als die erwachsenen Kids plötzlich mit auf Spaziergänge gehen wollten. Oder der Pokesohn wollte mit dem Hund Gassi gehen – freiwillig! Ich frage mich, wieviele Hunde aktuell 25 mal täglich Gassi gehen müssen, weil diese Pokeviecher noch gefangen werden müssen?

Und wenn die Pokemonspieler/innen miteinander sprechen, dann könnte man glatt meinen, es haben sich einige Bekloppte zum Treffen verabredet. Da fallen Sätze wie:

„Meine Eier sind geschlüpft!“

„Hast Du das schon?“ „Weiss ich nicht, gehe gleich schauen auf dem Friedhof.“

„Was hast Du so für Eier?“ „5 und 10 Kilometer, und Du?“

„Mein Monster hat sich soeben entwickelt. Ich werde es dem Professor einschicken, damit ich mehr Bonbons kriege.“

Ich stehe daneben, verstehe nur Bahnhof und frage mich, ob ich dieses Spiel auch noch runterladen soll, damit ich mich an den Unterhaltungen beteiligen kann. Sonst fühle ich mich so ausgeschlossen – Kreischalarm! Wer im Moment also Menschen mit ihren Handys vor dem Gesicht durch die Strassen marschieren und komische Laute von sich geben sieht, der braucht sich nicht zu fürchten. Das ist das Pokemon-Fieber. Ich dachte ja, nach dem 10. Lebensjahr meiner Kinder hätte ich diese Phase hinter mich gebracht. Nun hat sie aber auf einem neuen Niveau wieder angefangen. Was wohl als nächstes kommen mag?

11 Gedanken zu „Pokemonesisch

  1. Lachanfall..pruust ! Sehr lustig geschrieben, besonders die Insiderunterhaltung..häää??
    Aber das nimmt schon sehr eigenartige Formen an. Wenn die Jäger nur spazieren gehen und den Hund bis zur Erschöpfung Gassi schleppen geht es ja noch, aber wenn Leute auf dem Motorrad erwischt werden, weil sie ihr Handy vorne auf dem Lenker montiert haben wo eigentlich das Navi hingehört und während der Fahrt jagen, oder manche in ehemaligen Kriegsgebieten auf alten Minenfeldern auf die Suche gehen ohne sich um die Warnschilder zu kümmern langt man sich schon an den Kopf oder?

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  2. An mir ist das bisher zum Glück weitestgehend vorbeigegangen.Es ist wohl dem glücklichen Umstand geschuldet, dass mir die dafür notwendige Hardware fehlt.

    Positiv ist, dass wir den Couchpotatoes nun keinen Lebertran mehr einflößen müssen, weil sie nun mit Hife des Sonnenlichtes genug eigenes Vitamin-D3 produzieren…

    Gefällt 1 Person

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