Silvesteranlass, und dann …

ist sie da, die ultimative Frage: Wo bekommen Mann und Frau das passende Outfit her. Wer schon einmal in einem Hotel Ferien über die Feiertage gemacht hat, der weiss, dass dies textiltechnisch eine ziemlich Herausforderung sein kann. Bei den wunderschön arrangierten Silvesterdinnern oder den musikalisch umrahmten Glitzeranlässen herrscht fast immer ein Dresscode.

Nun ja, Frauen machen aus dieser Herausforderung in der Regel einen Shoppingtrip mit vollem Körpereinsatz. Schliesslich mögen die meisten Frauen den Marathon von Geschäft zu Geschäft und von Umkleidekabine zu Umkleidekabine. Ich sage bewusst „die meisten“, denn auch da gibt es Ausnahmen. Das übliche Klischee von der shoppenden Frau mit dem Mann, der vor dem Geschäft frierend und geduldig wartet, gilt nämlich auch heute noch. Also bei uns gilt es nicht. Mein Mann kommt nämlich schon gar nicht erst mit – wer will sich schon vor gefühlt 50 Boutiquen die Beine in den Bauch stehen und das Gejammere von überflüssigen Pfunden in Dauerschleife über sich ergehen lassen. Mein Mann nicht.

Dann hätten wir da noch die pragmatische Männerwelt. Die möchten einfach nur einen passenden Smoking. Oder einen tollen Anzug. Am besten mit dem passenden Rundherum gleich dazu. Und all das möchten sie vor allem, ohne sich ins Shoppinggetümmel stürzen zu müssen.

Ich habe bis heute keinen einzigen Mann kennengelernt, der es cool findet, sich für einen besonderen Anlass einen Anzug kaufen zu müssen. Und der Smoking ist bei den meisten Männern der Feind Nummer eins. Er sieht immer gleich und ähnlich aus, passt aber meist erst nach 38 Fehlversuchen und muss dann trotzdem noch abgesteckt, geändert und nochmal probiert werden. Männer sehen den Sinn darin nicht, sich all dies anzutun, um das glanzvolle Outfit genau einmal tragen zu können. Sie sind dafür zu pragmatisch und strukturiert im Kopf. Die meisten erachten es als herausgeworfenen Geld, das man besser hätte gebrauchen können. Und sie tun es in der Regel auch nur, weil die weibliche Begleitung mit grossen Kulleraugen den „ich-bin-sonst-so-traurig-Blick“ aufsetzt. Kaboooooom – der Mann steht schneller in einer viel zu engen Umkleidekabine, als er nein sagen kann. So funktionieren Beziehungen! 🙂

Nun habe ich etwas entdeckt, was das Leben der Männer soviel einfacher macht. Und die Partnerin mit den Kulleraugen darf sich auch freuen.
Da hat sich ein Startup etwas einfallen lassen, was den Beziehungsstress minimiert! Es gibt eine Plattform, auf welcher Mann sich sein Outfit per Mausklick zusammenstellen und nach Hause liefern kann. Mann braucht dafür nicht einmal die Kenntnisse über seine Kleidergrösse – der nette Herr auf der Plattform erklärt per Videobotschaft, wo Mann seine drei Masse nehmen muss, um den perfekt sitzenden Anzug oder Smoking geliefert zu bekommen. Und dazu kann Mann sich sogar die passenden Schuhe, den Gürtel, das Einstecktuch und die Uhr liefern lassen, wenn dies gewünscht wird. Klingt einfach? Ist es auch! Wir haben es ausprobiert. Und mein Mann trägt keine 08/15 Grösse – also dies alleine ist schon eine Challenge. Aber es hat funktioniert – und zwar perfekt passend und in kürzester Zeit.

Das Zückerchen zum Schluss kommt jetzt für die Frau an der Seite des adrett gekleideten Mannes: Die ganze Ware kommt nach dem Event ungewaschen zurück in den Karton und wird vom Briefträger per Pick up wieder abgeholt. Waschen? Reinigen? Bügeln? Nichts von all dem. Auch das wird für Mann (und Frau) erledigt.

Der Typ mit der Idee hat seiner Firma den passenden Namen verpasst: www.adretto.ch

Falls also vor euch eine Einladung liegt, die euch den Schweiss auf die Stirn treibt: Die Lösung gibts ganz einfach auf besagter Homepage. Und was ich daran zusätzlich schätze: Es ist nachhaltig!!! Im Schrank hängen nicht mehr tonnenweise Anzüge, die vor 20, 10 oder 5 Kilo noch gepasst haben. Es kommt immer nur jener, der gerade passt und gebraucht wird. Und dann ist er wieder weg.

Die Umwelt, die Brieftasche und die Männerwelt sagen unisono DANKE für diese fantastische Idee! Und die Frauen können den Männern künftig nochmehr Platz im Kleiderschrank klauen. Also bitte – mehr geht doch nun wirklich nicht.

Virenkoller lässt grüssen

Seit der Maskenparade in der Covidzeit scheint mein Immunsystem den Dienst zu verweigern. Jedes kleine Virüsschen, das sich irgendwo blicken lässt, wird von mir herzlich eingeladen, um sich bei mir breit zu machen. Und das Vierenvieh darf auch noch sein gesamte Verwandtschaft einladen, um bei mir Party zu feiern! Und weil ich bekanntlich Grosi der zwei lustigsten Enkelkinder bin, werde ich täglich mit Viren beschossen. Jup, Kleinkinder sind Virenschleudern! Aber ich kann ja unmöglich keine Enkelbesuche mehr machen, bis sie virenfrei sind – sonst sehe ich sie vermutlich nicht mehr vor nächstem Sommer!

Ich dachte ja immer, ein Schnupfen oder ein Halskratzen sei kein Thema für mich. Seit Corona sieht das etwas anders aus.

Ich befinde mich seit gefühlt Monaten im Dauerkampf gegen diese kleinen Mistviecher in meinem Körper, die mich jedesmal husten und rotzen lassen, dass ich kaum noch bis zur Nasenspitze sehe. Der Brustkasten ist hochtrainiert von den Hustenattacken und der Rüssel entwickelt sich zu einem roten Knollen. Schlafen? Fehlanzeige! Wie auch, wenn man kein Luft bekommt???

Auf meiner Küchenablage stehen anstelle von Leckereien Dinge wie Nasenspray, Hustensirup, Lutschtabletten und ein Inhalator. Und wenn ich jemandem in die Nähe komme, trage ich aus Rücksicht wieder Maske.

Ich dachte ja, dass ich die einzige sei, die damit zu kämpfen hat. Wenn ich aber rund um mich herum höre und sehe, was abgeht, dann haben vermutlich Firmen wie Tempo (Taschentücher) gerade Highlife. Gibt es eigentlich eine Familie, die nicht vom Virentheater betroffen ist?

Ich habe die letzten Monate soviele Coronatests gemacht, dass es für die nächsten 5 Jahre reichen dürfte. Und kein einziger war positiv. Also haben die anderen Virentierchen ganz offensichtlich vom grossen Coronakollegen profitiert und sind zu kleinen Monstern mutiert.

Der Supergau für die gute Laune ist, wenn ich morgens müde und mit Atemnot aus dem Bett krieche, draussen dicker Nebel liegt, es den ganzen Tag nie richtig aufhellt und – wegen Stromsparmassnahmen – unser gemütliches Zuhause einer Dunkelkammer gleicht. Ganz abgesehen davon rieche ich seit Tagen nicht mal den Kaffee, weil mein Rotzknollen komplett dicht ist. Warum nochmal soll ich also aufstehen???

Genauso habe ich mir den Winter vorgestellt. 😦

Betreutes Moderieren

Samstagabend und die Vorfreude auf eine Show, welche uns Jahrzehnte durch unser Leben begleitet hat. Wetten dass …

Jene, die mit Thomas Gottschalk quasi aufgewachsen sind, haben gestern bestimmt mit Chips und Getränk auf das erneute Revival der abendfüllenden Show gewartet. Ich auch!

Was für ein Abend zum Fremdschämen … meine Güte! Nachdem man jahrelang wusste, dass der inzwischen über 70-jährige Talkmaster ein Garant für gute Unterhaltung war, so war ich gestern Abend auf meinem eigenen Sofa quasi dauerhaft peinlich berührt. Ich wage mal zu behaupten, dass man künftig auf ein Revival mit Gottschalk verzichten wird.

Wer von euch mitgeschaut hat, weiss bestimmt, wovon ich rede. Für alle anderen: Er hatte zwar seine Moderationskarten fest im Griff, die Sendung aber kein bisschen. Er tappte von Missgeschick zu Missgeschick, wirkte, als ob ihn die Sendung überhaupt nicht interessieren würde und musste x-fach von seiner Moderationskollegin Michelle Hunziker gerettet werden, um nicht vollends im Fett der Näpfe zu ertrinken. Seine Witze waren allesamt derart flach, dass kein Mensch auch nur ansatzweise lachen konnte und er schlenderte mehr als einmal ziemlich ziellos über die Bühne – so als ob er den Weg zurück zum Sofa suchen würde.

Es war traurig mitanzusehen. Die Maske hatte ihn zwar zum alten Gottschalk aufgepimpt und sein Outfit war glamurös und ausgefallen wie immer. Hinter all dem steckte aber ein total veränderter und ziemlich desorientierter Gottschalk, der die Grenzen nicht mehr kannte und ganz offensichtlich keine Ahnung von dem hatte, was er da tat. Michelle Hunziker war quasi seine Dauerbetreuung und Rettung während der ganzen Sendung.

Heute gibt es ja jenste Varianten von Betreuung: Betreute Senioren, betreute Kinder, betreute Tiere … seit gestern Abend gibt es jetzt betreutes Moderieren. Es konnte einem fast leid tun, die Misere mit anzusehen. Zumal es den Anschein machte, dass der rote Leopardenanzug den ehemals glanzvollen Talkmaster auffressen wollte. Ein Stück Vergangenheit, das gestern vermutlich in dieser Form live und in Farbe zu Grabe getragen wurde. Ich sage nur:

Wetten dass … Gottschalk nicht mehr zurück auf die TV-Bühne kommt?!

Gratis? Also her damit!!!

Das ist vermutlich die dümmste Überschrift, die mir je eingefallen ist. Ich gehöre nämlich zur Gilde der NICHT-Sammler von Gratismaterial. Im Moment fühlt es sich aber grad anders an. Warum?

Vor einer Woche habe ich die Grippeimpfung eingezogen – heute habe ich den aktuellsten Booster geholt. Da ich bis dato das Privileg hatte, beim Arzt des Vertrauens impfen zu können, war ich heute das erste mal in einem Impfzentrum. Und als ich da so in der Warteschlange stand und den Gesprächen der Menschen um mich herum lauschen konnte, wurde mir bewusst, wieviele Leute sich impfen lassen, weil es nichts kostet.

„Ist ja gratis, sonst würde ich es nicht machen“, wurde von mir zum Satz des Tages erkoren.

Echt jetzt?

Wieviel wert ist Gesundheit? Hätte ich das dort laut ausgesprochen, hätte ich vermutlich eine philosophisch-politisch-ethisch-moralisch kritische Diskussion losgetreten. Also habe ich das Gesicht lediglich hinter meiner Maske verzogen.

Zugegeben, es war mein erster Covid-Pieks, bei welchem ich bis kurz vorher auch nicht wusste, ob ich ihn wirklich machen soll. Die drei davor waren für mich nicht eine Sekunde ein Thema. Diesmal habe ich mich aber auch schwer getan. Ich hatte das Gefühl, dass mein System nun so langsam bereits sein sollte für das Vieh. Aber erstens habe ich es nicht unbedingt meinetwegen getan und zweitens habe ich ein klitzekleines bisschen Schiss vor Long-Covid. Ich kenne inzwischen zwei richtig dramatische Fälle, die weit entfernt sind von einem normalen Leben. Also her mit der Spritze!

Dass man sich aber impfen lässt, weil es gratis ist, das habe ich heute tatsächlich zum ersten mal gehört. Ich hab mir überlegt, ob jene, die sich deswegen impfen lassen, auch bei anderen Therapien nur zusagen würden, wenn sie gratis wären …

Anyway – ich bin quasi durch und durch abgesichert. Sollte ich also demnächst ausfallen, dann war es ein Erdbeben, ein Tsunami oder was auch immer mich noch umhauen könnte. Oder ich habe meine zwei absolut süssen, witzigen, lustigen aber total wilden Enkel versucht in Schach zu halten … die schaffen es auch, dass ich abends wie eine tote Fliege auf dem Sofa liege! 🙂

Garage leer – Auto geklaut?

Meine Güte – es wird echt nur noch schlimmer mit mir und meinem Gedächtnis.

Ich musste heute in die Apotheke. Ein Klacks, sind nur 5 Minuten zu fahren. Also Jacke und Schuhe angezogen, Tasche und Autoschlüssel geschnappt, Türe auf, Garagentor geöffnet und … NICHTS – gähnende Leere!
Mein erster Gedanke: Shit, jemand hat mein Auto geklaut.
Mein zweiter Gedanke: Kann nicht sein – den Schlüssel habe ja ich.
Mein dritter Gedanke: Seit wann nimmt mein Göttergatte mein Auto? (Unlogisch, denn ich hatte ja den Schlüssel.

Mein Gesicht hätte ich gerne selber sehen wollen, als ich in die leere Garage gestarrt habe. Die Entgleisung meiner Gesichtsmuskulatur hätte bestimmt ein Jahrtausendbild ergeben.

Ich stand also ziemlich irritiert vor meiner Garage und fing an zu denken. Das gleicht manchmal einem wahren Hirnzellenmarathon, wenn ich meine Denkmaschine anwerfe. Und dabei ist mir doch glatt eingefallen, dass ich gestern mit dem Auto zum Bahnhof gefahren bin, um in den Zug zu steigen. Und weil bei der Rückkehr ein minimalen Alkoholgehalt in meinem Blut war (ich trinke tatsächlich selten und nie viel – fahre dann aber aus Prinzip nicht mehr), habe ich mich vom Taxi nach Hause fahren lassen.

Ehm – ja, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Oder waren es Tomaten? Egal. Mein Auto stand definitiv noch in der benachbarten Stadt auf dem Bahnhof.

Wie gut, wenn die liebe Nachbarin gleichzeitig die liebste Freundin ist und zum Glück im Homeoffice arbeitet. So konnte ich sie kurz 5 Minuten ausleihen, um mich zu meinem Auto zu fahren. Lieben Dank dafür! 🙂

Aber so ein klein wenig Gedanken mache ich mir ja schon über meinen Denkapparat. Nicht nur, dass ich viel vergesse oder verlege, verwechsle oder schlicht einfach nicht mehr weiss – es dauert inzwischen auch einen Moment, bis ich wieder zurück in die Spur finde.

Es gibt 90-jährige, die sind vitaler in der Birne als ich. Meine Güte – vermutlich wird man mir mal den Rollator anbinden müssen, damit ich ihn nicht überall vergesse.

Unsere Zukunft liegt in der Tube

UHU-Alleskleber wird vermutlich künftig über unsere Zukunft bestimmen. Ich weiss noch nicht genau, ob ich das gut finden soll … tendenziell eher nicht!

Aktivisten verschiedener Organisationen haben ja bekanntlich einen neuen Lösungsansatz für Zukunftsprobleme gefunden. Man klebt sich mit Alleskleber einfach irgendwo fest, wo es gerade sehr unpassend ist. So erreicht man Aufmerksamkeit und kann laut auf seine Anliegen hinweisen. Der Lösungsansatz ist nicht selten tatsächlich im Wort bereits enthalten – die Sanität braucht nämlich des Öfteren mal ein bisschen Lösungsmittel, um die angeklebten Platzhirsche von den beklebten Böden und Gemälden zu befreien. Schlau? Darüber lässt sich streiten – aber ganz bestimmt keine Vorbildfunktion für unsere Nachkommen, soviel ist sicher.

Man stelle sich nur mal vor:

Gerda, Tilda, Nils und Kevin werden künftig kein Gemüse mehr essen. Sie kleben sich sonst nämlich einfach an ihren Kinderstühlen fest. Schliesslich lernen Kinder schnell.

Laura, Enea und Lydia drohen mit der UHU-Alleskleber-Tube, wenn der Lehrer sich durchsetzen will. Das ersetzt wunderbar bündig den Anwalt, mit dem die letzten Jahre wegen jedem Kaugummi gedroht wurde.

Gabi, Sven, Emma und Jürg werden auf die Hausaufgaben verzichten – es sei denn, die Eltern wollen eine Parkettklebeaktion ihrer Knirpse bewältigen.

Und wenn wir schon dabei sind: Man sagt, der Schulweg müsse zu Fuss absolviert werden, weil die Elterntaxis nerven und diese auch die dringend nötigen sozialen Kontakte unterbinden. NEIN, liebe Erwachsene. Künftig kleben sich die Heranwachsenden sonst einfach auf dem Schulareal fest. Ich befürchte, dass dann der Personalbestand massiv aufgestockt werden muss, um die Pubertiere wieder vom Areal zu bringen.

Also, ihr lieben UHU-Klebe-Fanatiker. Was ihr da unserer Zukunft in Form unserer Kinder vorlebt, ist einfach nur billiger Leim. Mehr nicht! Man löst keine Probleme, indem man sich festklebt. Und dabei spielt es absolut keine Rolle, ob es sitzend, liegend, an den Händen, den Haaren oder wie auch immer ist.

Ein Kind würde man schimpfend vom Boden lösen und zur Strafe ins Zimmer stellen. Alleine. Zum Nachdenken! Ich bin ja sehr dafür, dass man euch auch irgendwo eine Weile in eine Zelle leimt. Alleine. Zum Nachdenken!
Drum liebe Kinder: Nicht alles, was die Erwachsenen tun, ist zwingend richtig. Manchmal ist es auch einfach nur eine total bescheidene und verzweifelte Aktion, um auf sich aufmerksam zu machen. Man könnte es auch ADS nennen = Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. Also lasst die Finger vom Leim, sonst bekommt ihr womöglich zur Strafe irgendwelche Pillen, die ihr eigentlich gar nicht nehmen möchtet.

Mehr Argumente, weniger Leim – so geht das!

Groupies on tour again …

… was für ein fulminanter Abend im Zürcher Hallenstadion. Meine Girls und ich haben uns einmal mehr in die guten alten Zeiten zurück katapultiert und sind zu den Backstreet Boys gefahren. Unsere Jungen in der Gruppe kennen die Lieder aber genauso gut – schliesslich wurden sie damals bei uns im Bauch zum Takt der Backstreet Boys im Fruchtwasser rumgewirbelt (sorry dafür!).

Let’s fetz …

Wenn man davon absieht, dass wir rekordverdächtige 3 Stunden Fahrt (oder eben STAU) in den Knochen hatten, als wir endlich im Hallenstadion ankamen, so war die Vorfreude auf ein weiteres Erlebnis der Weibertruppe gross!! Klar, der Auftakt fand als erstes bei den Toiletten statt … man stelle sich mal 12 Frauen (mehrheitlich Middle-Ager) nach 3 Stunden ohne Pipi-Pause vor … ! 🙂

Aber dann ….

Prosit ….

… und e Guete!!! 🙂

Und während die Halle sich füllte – haben wir unsere Bäuche gefüllt.

Gestärkt haben wir die alten Zeiten aufleben lassen – die Choreos mehr oder weniger fehlerfrei mitgetanzt – die Texte in verschiedenen Sprachvarianten mitgesungen und uns benommen wie Hühner, die das erste mal den Stall verlassen dürfen!!!! 🙂

Ohne unsere Selfiequeen Manu (am rechten Bildrand) würde es kein einziges Selfie geben, auf dem wir alle zu sehen sind … danke Manu. Da wird das Alter vielen von uns zum Verhängnis …

Aber wir schaffen es fehlerfrei, uns einen Abend lang zu benehmen, als hätten wir gerade mit der Pubertät zu kämpfen (man sagt, die Wechseljahre haben eine ähnliche Struktur …):

Zugegeben, bei uns sah vieles nicht ganz so sexy aus wie bei den Jungs auf der Bühne …

… aber wir sind mit soviel Herzblut mit dabei, da macht uns keiner was vor …

Groupies forever!!

Selbst auf dem Nachbarbalkon mussten sich die Youngsters anstrengen, um mit uns Omas mithalten zu können.

Das obligatorische Gruppenfoto nach dem schweisstreibenden Abend …

… wurde letztlich noch von meinem Sohnemann und seiner Freundin gebombt, die sich auf dem Nachbarbalkon über uns amüsiert haben …

… what a night!!!

Ich möchte mich tendenziell eher weniger darüber äussern, wie das Befinden heute so ist. Fakt ist: Ich lebe und atme ein und aus – das ist wohl genug Arbeit für die Tatsache, dass wir erst um 2 Uhr morgens in unsere Betten kamen. Was ich so gehört habe von meinen lieben Girls, so gehts den meisten ähnlich … und auch unsere jungen Weiber leben heute mehrheitlich von Kaffee und Red Bull – verleiht Flügel … es sei denn, der Wechseljahrspeck gewichtet zu schwer … dann halt nur offene Augendeckel. Das ist aber auch schon was!!

Wie schön, dass wir noch solche Erlebnisse teilen dürfen – ein Privileg! 🙂

Held oder Depp

Vor einigen Monaten habe ich mich entschieden, auch etwas zur Verbesserung unseres CO2 Haushaltes beizutragen. Ich habe mich deshalb von meinem Benzinauto verabschiedet und mir ein Strommobil gekauft. Eine gute Sache, wie ich fand. Ich wurde sogar von vielen auf das tolle Auto angesprochen.

Ja, das war vor ein paar Monaten.

Jetzt sieht die Welt offenbar ganz anders aus. Aktuell bin ich eine der dummen Tröten, die ein Auto fährt, welches an der Steckdose aufgeladen werden muss – und das, obwohl wir vor der Energiekrise des Jahrhunderts stehen. Aha …

Kein Mensch hat noch vor ein paar Monaten von der besagten Energiekrise gesprochen – im Gegenteil: Überall wurde propagiert, dass die Zukunft auf der Strasse elektrisch sein wird. Und gewisse Grossstädte in unseren Nachbarländern lassen schon gar keine Benziner mehr in ihre Innenstädte. Jetzt stimmt das also alles nicht mehr.

Es gibt doch für jeden Mückenschiss irgendeine Anlaufstelle, die professionelle Auskunft über fast alles geben kann. Gibt es auch eine Anlaufstelle für Verwirrte wie mich, die von Woche zu Woche nicht mehr wissen, was nun richtig oder falsch ist; die sich beinahe täglich fragen, welche Regeln nun wo gültig sind; die verzweifelt versuchen, am Montag das richtige zu tun, um am Dienstag festzustellen, dass das vermeintlich richtige schon keine Gültigkeit mehr hat.

Echt jetzt – so langsam wird es mir echt zu bunt – oder eben zu schwarz. Es gibt immer mehr Tage, an denen mich das ungute Gefühl beschleicht, dass ich – egal was ich mache – ganz bestimmt auf dem Holzweg bin.

Weihnachtsbeleuchtung JA oder NEIN?
E-Autos JA oder NEIN?
Elektrische Zahnbürste JA oder NEIN?
Grossveranstaltungen JA oder NEIN?
E-Bikes JA oder NEIN?

Fragen über Fragen – und ich weiss, dass jede Antwort, die jetzt vermeintlich richtig scheint, übermorgen schon wieder falsch ist.

Ich glaube, ich mache es jetzt einfach so: Mir können alle Ratschläge und guten Tipps am Allerwertesten vorbei gehen und ich mache einfach das, was ich will. Und der Trend interessiert mich dabei einen feuchten …. (jede/r darf einsetzen, was er oder sie möchte).

Die Wahrscheinlichkeit, richtig zu liegen, ist in etwa so gross, wie der Sechser auf dem Lottozettel. Ich spiele also einfach nicht mehr mit. So!

Liebe S B B …

… als Schweizerisches Qualitätsunternehmen auf Schienen kann es doch nicht so schwierig sein, die Sache mit der Pünktlichkeit in den Griff zu bekommen. Oder doch?

Ich fahre des öfteren mit ihren Zügen – auch wenn es inzwischen tatsächlich nicht mehr der günstigste Weg zum Reisen ist. Es ist halt oft einfach angenehmer, als auf der überfüllten Autobahn im Stau zu stehen. Dass ich heute ihretwegen aber beinahe einen Herzkasper bekommen habe, das finde ich nur mässig toll!

Ich habe mir gewissenhaft – schweizerisch eben – die Verbindung für heute schon gestern Abend rausgeschrieben. Und ich habe gesehen, dass ich fürs Umsteigen auf dem HB Zürich für meinen Anschlusszug 8 Minuten Zeit für 7 Bahnsteige habe. Reicht locker!

Kaum habe ich mich in den fast leeren Wagen in ein Abteil gesetzt, kam auch schon die Durchsage, dass wir aufgrund einer Gleisstörung mindestens 5 Minuten Verspätung haben werden. Kurze Rechnung in meinem Antizahlen-Hirn hat ergeben, dass ich also die 7 Bahnsteige in 3 Minuten schaffen muss. Schuhwerk für einen Run eher mässig – aber machbar!

Soweit so gut, wenn ihre 5 Minuten Verspätung auch wirklich 5 Minuten wären. In Wahrheit sind wir ziemlich genau 2 Minuten vor Abfahrt meines Anschlusszuges in Zürich eingefahren. Und die automatischen Türen dieser Züge öffnen sich NIE langsamer, als wenn man es eilig hat. Echt, das Ding hat sich in Slow-Motion mit diesem hässlichen Zischgeräusch geöffnet, so als ob es mich hätte auslachen wollen …

Ich bin – wie vom Teufel gejagt – aus dem Wagen gesprungen … und mit dem mässig optimalen Schuhwerk losgerannt. Den Bahnsteig entlang bis zum Ende der Geleise und dann los durch die Halle und vorbei an gefühlt 20’000 Menschen, die mit ihren Koffern einfach nur im Weg rum standen. Der Zug, den ich erwischen musste, stand gemütlich und stoisch auf seinen Gleisen – bekanntlich haben die Dinger aber zuvorderst eine Lokomotive, in die man nicht reinhüpfen kann. Also zuerst noch gefühlt den halben Zug entlang rennen, den Zugbegleiter mit der Pfeife zur Abfahrt pfeifen hören und dann – Sprung durch die erstbeste Türe rein in das Gefährt.

Sehr geehrte SBB – können sie sich auch nur ansatzweise vorstellen, wie eine 55-jährige, untrainierte Grossmutter mit absatzbestücktem Schuhwerk nach einem solchen Sprint aussieht? Nein? Dann fragen Sie den Zugbegleiter, der meinte, mir ein Sauerstoffzelt bringen zu müssen!!! Ich weiss nicht, wann ich das letzte mal eine solche Strecke in knapp 2 Minuten mit Absatzschuhen durch unzählige Menschen absolviert habe. Vermutlich habe ich das eigentlich noch NIE gemacht. Aber ich weiss, dass ich wie ein Sack Kartoffeln auf dem Sitz hing und Schnappatmung hatte. Sprechen war für rund 5 Minuten unmöglich und mein Herz drohte mir aus der Brust zu springen.

Okay, zugegeben, ich könnte mal etwas für meine Fitness tun und rund 20 Kilo abspecken – dann wäre das alles viel leichter gegangen. Aber genauso könnten sie doch einfach mal pünktlich sein. Dann wäre nämlich auch der stolze Preis ihrer Tickets wenigstens ein kleines bisschen gerechtfertigter (gibt es diese Steigerung?).

Sollte ich morgen mit Muskelkater, Herzrhythmusstörungen oder einer SBB-Rennzerrung aufstehen, werde ich leider den juristischen Weg beschreiten müssen – und zwar pünktlich und ohne Absatzschuhe! Damminomol!! 😦

Erfrischend ehrlich

Bekanntlich bin ich Grossmutter zweier süsser Enkelkinder. Das ältere der beiden Kinder (das Mädchen) ist äusserst sprachgewandt und kennt keine Gnade, wenn es um Ehrlichkeit geht. Einfach herrlich – ich liebe sie! Der Jüngling hat die Sache mit der Sprache noch nicht ganz so fest im Griff (ist auch erst anderthalb Jahre alt) und macht mehr mit Geräuschen, als mit Worten – aber sein Gesicht spricht Bände und lässt uns regelmässig losprusten. Hollywood wartet bestimmt schon auf den kleinen Mann.

Aktuell sehr amüsant sind die Weisheiten unserer kleinen Trulla. Wenn sie mich mit ihren grossen braunen Kulleraugen anschaut und ich verliebt sage:

„Am liebsten würde ich Dich fressen, aber das wäre ja dumm, weil dann bist Du ja weg und ich kann Dich nicht mehr lieben“, dann sagt sie pragmatisch:
„Keine Angst Grosi, das ist nur ein Sprichwort – das passiert nicht wirklich.“

Ah, sorry – kleine Klugscheisserin.

Heute hat sie ihre Mama (meine Tochter) mit einem herzhaften „Gopferdami“ zum Lachen gebracht. Es sieht ja schon lustig aus, wenn eine kleine Zuckerschnute mit etwas mehr als drei Jahren aus dem kleinen Mund ein fettes Schimpfwort raushaut.

Heute Abend habe ich ihr eine Gutenacht-Geschichte vorgelesen. Sie hat sich an mich gekuschelt und auf einmal angefangen, an mir rumzuschnuppern. Ich war verwirrt.

„Was machst Du da? Stinke ich?“
„Neiiiiin, Grosi, Du riechst nach Maggi!“

Okay, das bedarf einer Aufklärung, das ist mir klar. Erstens ist Maggi das ultimativ liebste auf dem Esstisch unserer Enkelin. Und zweitens war ich heute in der Ayurveda Ölmassage und dieses Öl hat offenbar ein Gewürz drin, welches nach Maggi riecht. Meine Tochter hat nämlich dann auch an mir geschnuppert und gemerkt, dass die Kleine recht hat. Maggi!

Bei besonderen Belohnungen hat die Kleine ihre ganz eigene Logik. Selbständig aufs Klo gehen gibt (nur beim Grosi) ein saures Pilzli. Neuerdings kommt sie aber ganz gerne reinmarschiert – geht in die Küche und möchte schon mal vorneweg ein Pilzli. Wenn ich dann sage, dass das doch nur bei einem Bisi der Deal ist, dann rennt sie los. Ja, ihr ahnt es – auf die Toilette. Und von dort kräht es dann:

„Du kannst das Pilzli schon auf den Tisch legen, Grooooosi, ich pinkle nämlich grad!“ 🙂
„Und wenn ich das nicht mache.“
„Das ist der Deal, Grosi – ich muss sonst ein RIESEN Theater machen.“

Okay, alles klar – ganz schnell Pilzli holen – ihre Theater sind nämlich filmreif und können locker die Dauer eines Blockbusters knacken!

Das beste war aber, als ich ihr heute beim Zähneputzen gesagt habe, dass ich ihren Namen so wunderschön finde und ich auch so heissen möchte. Sie hat mich getröstet und gesagt:

„Du heisst halt Grosi, das ist auch schön.“
Ich so: „Nein, ich BIN dein Grosi, aber ich heisse Daniela.“
„Dann heisst Du also eigentlich Grosi Daniela Jäggi?“
„Ja, genau, lustig, gell?“
„Okay, Grosi, wir könnten sonst vielleicht Namen tauschen.“
„Das geht leider nicht – ich muss meinen Namen behalten.“
„Macht nichts, dann ist das einfach unser Geheimnis, gell Grosi!“

Okay, ihr da draussen – meine Enkelin hat jetzt ein Geheimnis: Sie weiss, dass ihr Grosi einen Namen hat – aber sie sagt ihn euch nicht! Ha!!!! 🙂

Ich liebe Kinderweisheiten.