Welcher Typ bin ich?

Viele von euch wissen es – den anderen erzähle ich es nun: Einen Tag nach meinem letzten Post, den ich mit dem absoluten Ferienkoller in den Knochen geschrieben habe, wurden die Meerferien vorzeitig beendet. Der finale Entscheid ist bedingt durch ein krankes Enkelkind gefallen. Ich meine: Was macht man mit kranken Zwergen, wenn sie fiebrig krank sind und das lärmige Zimmer im 37 Grad warmen Ferienland nicht mehr verlassen können? Was soll ich sagen: Die beiden Enkelzwerge (Nummer zwei bei der Rückreise auch bereits angesteckt) haben den Rückflug toll gemeistert – und die Lage ist erst zu Hause dann so richtig eskaliert. Wie gut, dass wir im letzten Moment noch abgereist sind – bevor die Kleinen so richtig fies krank geworden sind – mit dem ganzen Grippeprogramm, das man sich nur wünschen kann.

Und so fühlen sich die Ferienfotos nun ziemlich surreal an. Ferien? Wann? Ich bin einfach nur müde und meine süssen Enkelzwerge haben grosszügigerweise ihre Viren nun auch mit mir geteilt (ja, ihr dürft gerne Mitleid mit mir haben). Es hat schon einen Grund, dass man Kinder im jungen Alter haben sollte – wäre es nicht so, würden mein Tochterkind und ihr Partner vermutlich schon lange nicht mehr aufrecht gehen – die haben ungefähr vor 2 Wochen das letzte mal wirklich geschlafen.

Und so schaue ich mir nun inzwischen seit einer Woche die Ferienfotos der Facebook- und Instagram-Community an und frage mich, ob wir die einzigen sind, deren Ferien ein ziemlicher Flop waren!? Oder liegt es einfach an mir?

Da posten zum Beispiel die Wandervögel ihre Bergbilder wie wild. Berg hier, Baum da, Berg dort, Tannen überall! Und ich frage mich: Was zum Geier ist die Faszination von Wanderferien? Anstrengend, schwitzend, mit Insekten überall und die einzige Abwechslung, die ich sehe, ist die Form der Berge. Alles andere ist: BAUM, WEG, BLUME, BAUM, TANNE, WEG, BLUME … grün, grüner, am grünsten! Seit ich ein Kind bin, finde ich Wandern zum Wegrennen schön … und daran hat sich bis heute nichts geändert. Ich bin also definitiv nicht der Bergtyp!

Dann haben wir da die Sportverrückten. Sie Paddeln, Radeln, Klettern und laufen sich während der Ferien einen Wolf und finden es wunderbar. Und ich schaue entsetzt die Bilder an und denke: Warum tun die das? Anstrengend, schwitzig, Insekten, klebrig, bäh. Okay, ich bin definitiv nicht der Sportferientyp!

Absolut on top sind für mich die Campingspezialisten. Mein Verständnis erreicht dort den Grad „unterirdisch“ und ich werde nie verstehen, was man an einer von der Sonne aufgeheizten Kiste mit viel zu wenig Platz schön finden kann. Erst recht nicht, wenn man mit der Kiste auf einem Campingplatz eingepfercht zwischen gefühlt Millionen anderen steht. Boah! Wie gut, dass wir schon lange wissen, dass ich also auch nicht der Campingtyp bin.

Oh, die Kreuz- und Schifffahrer habe ich noch, deren Bilder wunderbar aussehen. Meine sähen anders aus. Mal würde ich rechts über der Reeling hängen und mal links … dabei würde ich mit meinem Mageninhalt den gesamtem Fischbestand der Weltmeere füttern. Und zwischendurch würde ich mich tödlich langweilen beim meditativen Glotzen aufs Wasser. Läck, der Wassertyp fliesst also auch nicht durch meine Adern.

Die Strandbilder und die schönen Altstädte der nahen Inseln finde ich nach wie vor am schönsten. Das stimmt nun tatsächlich. Aber nach 6 Tagen schwitzen und Sand und Sonnencrème und und und … ist dann auch dieses Thema ausgereizt. Der ausgeprägte Strandtyp bin ich also auch nicht.

Meine Güte 😩 was bin ich bloss??? Müsste ich mich selber analysieren, würde ich es so beschreiben: Ich bin der Typ Mensch, der sich gerne die schönsten Hotels ansieht, der die wunderbarsten Ferien bucht, der die kreativsten Ferienideen hat – um dann in der Realtität über alles zu meckern, was sich von den Bildern und meinen Vorstellungen auch nur einen Millimeter unterscheidet. De facto bin ich also eigentlich der Sofatyp, der zwar gerne bucht, dann aber nach zwei Tagen in der Regel schon wieder abreisen möchte. Vielleicht hätte ich besser eine Reisebüro eröffnet, um Ferien für andere zu organisieren und dann nur die schönen Bilder anzusehen. Da müsste ich weder packen, noch reisen, noch schwitzen, noch mich anstrengen – ich könnte mir nur die spannenden Geschichten anhören und das Material dazu sichten.

Okay: Ich bin der Buchungstyp! Wie gut, dass ich nie behauptet habe, ich sei normal. Das ist ja nicht zum Aushalten mit mir. Wer es trotzdem schafft, hat einen Orden verdient … oder auch zwei!

Ferienkoller – wer kennt’s?

Balkönchen mit Aussicht …

Ich sitze auf unserem Minibalkönchen und schaue aufs sardische Meer. Ich bin ein grosser Sardinien-Fan, normalerweise. Diesmal sieht das anders aus – das hat verschiedene Gründe. Zuerst hat einiges mit unserem Hotel nicht geklappt, wie wir uns das vorgestellt hatten. Damit sich das ändert, muss man mit einer extrem wichtigen Schnute den Generalmanager zum Gespräch bestellen. Das muss man wiederholt tun – zu meinem Ärger natürlich, dann schaltet man noch den Sales-Manager ein und dann funktioniert es auf einmal. Dazwischen liegen aber gefühlt 2 Wochen (in Wahrheit sind es nur 6 Tage … fühlt sich aber länger an) – und es braucht diverse Mails, SMS, Telefonate und persönliche Gespräche … IN DEN FERIEN!!! 😦

Die Kampfsau in mir läuft in dieser Zeit auf Hochtemperatur und ich fange an, alles zu scannen, was mir auf die Nerven gehen könnte (First World Problems, ich weiss). Dazu kommt, dass die Hitzewelle auch vor Sardinien nicht halt macht, der Wind (der hier normalerweise bläst) sich in eine Schublade verkrochen hat, die Luftfeuchtigkeit der eines Hammam’s gleichkommt und die Mücken ihre gesamten Verwandten hier nach Sardinien geholt haben. Ich spraye anstelle von Deodorant nur noch Antibrumm an meinen gesamten Körper – das ist den Viechern aber schnurzegal. Die fressen uns alle – am liebsten zum Abendessen!

Und dann schleicht er sich an, der Ferienkoller … leise aus dem Hinterhalt kommt er … und mir geht auf einmal ALLES auf die Nerven. Der heisse Sand, die brennende Sonne, die am Körper klebenden Klamotten, das Hotelessen, die Räume mit Klimaanlage (weil zu kalt), die Räume ohne Klimaanlage (weil viel zu heiss), die Tische im Freien (weil zu heiss und zu mückenstichig), die Sonnencrème (weil zu klebrig), das Aftersun (weil zu wenig wirksam), die heissen Platten auf dem Gehweg, die vielen Menschen mit ihren verschiedenen Schweissduftnoten und überhaupt …
F E R I E N K O L L E R!!!

Eigentlich kenne ich ja dieses Phänomen von mir – das ist auch der Grund, warum ich nie mehr länger als eine Woche Ferien gebucht habe. Bis auf dieses eine mal jetzt – 11 Tage! WTF hat mich geritten? Ich dachte, mit Freunden und Familie und Enkeln machen längere Ferien mehr Sinn. Eigentlich machen sie das auch – es sei denn, ich bin dabei. Dann gibt es genau ein Problem: MICH!! Nach einer Woche habe ich regelmässig die Schnauze voll und möchte wieder nach Hause. Egal, wo ich gerade bin.

Ihr denkt jetzt, ich sei kein Prozent normal? Ihr habt recht!!

Ich wäre dann jetzt bereit, um abgeholt zu werden. Ich bin die im schwarzen Badekleid, auf dem winzigen Balkönchen (ich wusste gar nicht, dass man sowas Kleines überhaupt Balkon nennen darf), mit dem Laptop auf dem Schoss und der lang gezogenen Schnute.

P.S.: Ich habe mir vorhin im hoteleigenen SPA einen Beauty-Termin für mein verstochenes Miese-Laune-Gesicht gemacht. Die Dame hat gesagt, ich würde danach 10 Jahre jünger aussehen. Wenn das auch nicht funktioniert, dann laufe ich los in Richtung Heimat … piepegal, was alles noch dazwischen liegt.

Coach gesucht für …

… Menschen mit komplexen Krankheitsbildern,
… Alleinstehende, die eine fatale Diagnose bekommen,
… Kranke, welche mit allem überfordert sind,
… Patienten, die sich im Dschungel der Medizin verirren,
… Menschen, deren Krankenakten ganze Bundesordner füllen,
… Schwerkranke, die keine Kraft mehr für kritische Fragen haben.

Eigentlich habe ich bis vor einigen Jahren geglaubt, dass wir in der Schweiz bestens aufgehoben seien, wenn ich an unser Gesundheitssystem und unsere hochkarätige Medizin gedacht habe. Seit knapp 6 Jahren weiss ich mit Sicherheit, dass dem nicht so ist. Und genau in dieser Zeit habe ich mich – autodidaktisch – zur Kampfsau an der Seite meines Göttergatten entwickelt.

Es ist nicht so, dass ich vorher ein scheues Rehlein gewesen wäre. Das war ich wahrlich nie. Ich bin nicht selten über meine eigene grosse Klappe gestolpert und habe mir mit zu vielen kritischen Fragen auch des öfteren mal eine Türe selber verschlossen. Rückblickend muss ich sagen: Ich bin froh um diese Gabe. Warum? Nun ja, ziemlich einfach:

Vor knapp 6 Jahren hat man meinen Göttergatten zum ziemlich schnellen Tod verurteilen wollen – mit einer Diagnose, die gemäss Statistiken und Erfahrungen ein langes Überleben unmöglich machen. Man sprach von wenigen Monaten. Die Reaktion des Göttergatten war: Vergesst es – ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selber gefälscht habe … drum schreibe ich meine eigene. Dann verschloss er sich vorübergehend für jegliche seelischen weiteren Verletzungen und konzentrierte sich auf sich und seine mentale Kraft.

Ich schnappte mir also meine Waffen und stellte mich mit ihm zusammen an die Front. Es gibt seit der Diagnose von damals keinen Tag, an welchem ich mich nicht über medizinische News informiere, mich in Studien einlese, Krankentagebuch führe, mich über Medikamente schlau mache, mich mit Spezialisten unterhalte, um Informationen kämpfe, die weiss gekleideten Götter (mit Ausnahmen) mit kritischen Fragen löchere, Akten vergleiche, Befunde hinterfrage, mit ihm von A nach B bis Z reise, um die richtigen Spezialisten für die richtigen Bereiche zu konsultieren und mich auf diese Gespräche vorzubereiten. Immer dabei: Die Unterlagen und das Tagebuch!

Rückblickend wissen wir, dass er mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr am Leben wäre, wenn wir nicht zum Duo-Infernale der Onkologie mutiert wären. Auf diesem Weg hat man uns soviel Unwahres erzählt, derart viele falsche Vermutungen geäussert, Informationen vergessen und folgenschwere unglückliche Sätze um unsere Ohren geschlagen, dass ich zur absoluten Kampfsau geworden bin.

Heute war wieder einmal ein Tag, an welchem wir – bei einer Besprechung mit dem Arzt unseres Vertrauens – einen Rückblick gewagt haben, um weitergehen zu können. Aus Erfahrungen lernt man ja bekanntlich und sie bringen einen weiter. Dabei habe ich die Frage in den Raum gestellt:

„Was passiert eigentlich mit Patienten, die alleine sind und die Kraft (warum auch immer) nicht haben, immer alles zu hinterfragen und sich selber um ihr Schicksal zu kümmern?“

Krasse Antwort gefällig?

„Die sterben, so einfach ist das!“

Solche Gespräche lassen uns nachdenklich und entsetzt zurück. Es ist also nicht so, dass alle die gleichen Chancen haben. Wer nicht die richtigen Fragen im richtigen Moment stellt, wird möglicherweise niemals die nötigen Antworten bekommen, um den Weg weitergehen zu können. Wer nicht unangenehm den Fuss in die Türe stellt, dem werden viele Türen wohl verschlossen bleiben. Wer alles glaubt, was man ihm sagt, der könnte schneller weg sein, als ihm lieb ist. Ganz besonders komplex wird es, sobald mehrere Ärzte verschiedener Disziplinen an einem Patienten ihr Wissen einbringen müssen, weil da unterschiedliche Baustellen sind, die es zu bearbeiten gilt. Informationen muss man sich nämlich holen – die werden nicht freiwillig weitergegeben. Ein medizinisches Politikum – und nicht selten ist es so, dass die hochkarätigen Koriphäen sich nicht um einen einzelnen Patienten bemühen, weil sie es nicht mehr nötig haben. Dafür stehen viel zu viele in der Warteschlange, die noch so gerne einen Termin hätten.

Mein Göttergatte meinte heute pragmatisch: „Das wäre ein Geschäftsmodell, welches man aufziehen müsste.“

Ja, da hat er recht – stellt sich nur mal wieder die Gretchenfrage, wer dafür Geld in die Finger nehmen würde, um Menschen als Patientencoaches auszubilden und diese dann auch bezahlt ihre Arbeit machen zu lassen. Eigentlich wäre es – meiner Meinung nach – ganz klar unser Staat, der intervenieren sollte. Abbau im Gesundheitswesen, Überstunden bis zum Umfallen, immer mehr administrative Tätigkeiten und und und … all das lässt es überhaupt soweit kommen, dass Ärzte keine Zeit, keine Lust und keine Kraft mehr haben, sich für den einzelnen Menschen einzusetzen. Ich möchte nicht wissen, wieviele Menschenleben so schon verkürzt wurden, weil sich keiner verantwortlich gefühlt hat.

Solltet ihr da draussen mit einer schlimmen Diagnose konfrontiert werden oder jemanden kennen, der im Dschungel der Medizin zu ertrinken droht: Sucht euch einen Kampfpartner, dem ihr zutraut, dass er euch begleitet. Nehmt die Hilfe an – auch wenn es manchmal schwer fällt. Es könnte bedeuten, dass dadurch Jahre gewonnen werden können, die man euch möglicherweise schon abgesprochen hat.

Ich wünsche allen Patient:innen eine Kampfsau an die Seite, die sich im richtigen Moment vor sie stellt und sich nicht scheut, sich auch mal sehr unbeliebt zu machen. Toi toi toi!!!!

Kurz vor knapp …

Knapp – das könnte es in diesem Winter mit dem Gas und möglicherweise mit dem Strom werden. Die Zeichen stehen auf Sturm und wenn man die Kriegstätigkeiten von Putin beobachtet, dann könnte der Schlamassel tatsächlich ein Ausmass annehmen, den wir uns jetzt noch nicht so richtig vorstellen wollen. Aber wir hatten schliesslich auch nie eine Pandemie auf dem Radar … was also heisst: Nichts ist unmöglich, leider!

Nun, weitsichtig gehandelt haben jene, die schon lange nicht mehr am Gas hängen und die ihre Dächer mit Solarpanels bestückt haben. Zu jenen gehören wir leider nicht. Shame on us! Ich fahre einzig einen E-Wagen, der notabene aber auch am Strom geladen werden muss. Und unsere Zimmer werden mit der Gasheizung erwärmt. Das möchte ich ändern und habe guten Mutes jemanden kommen lassen, der mir da fachkundig Auskunft geben kann, wie wir einen Wechsel vornehmen können.

Der vermeintliche Fachmann, blutjung und etwas überengagiert, hat also unsere Heizung begutapfelt und festgestellt, dass selbige …

… ja fast noch neu ist,
… doch schade zum Auswechseln sei,
… in unserem höheren Alter vielleicht gar nicht mehr ausgewechselt werden müsse,
… wir schon ziemlich viel Geld sparen könnten, wenn wir NICHT umsteigen würden.

Okay, zugegeben: Nach soviel Fachkompetenz musste ich mich erst kurz sammeln, bevor ich kontern konnte. Das geht in meinem doch etwas höheren Alter nicht mehr so schnell, wie das in jungen Jahren noch der Fall war.

„Ihnen ist aber schon klar, dass es hier nicht um mein Alter geht, sondern um die Tatsache, dass das Gas knapp werden könnte.“
„Keine Angst, liebe Frau, das wird nicht passieren. Ich bin Gasheizungs-Monteur, dann wäre ich ja arbeitslos.“

Kabooom! Das Argument des Jahrhunderts. Noch mehr Fachkompetenz hätte mich glatt umgehauen. Deshalb habe ich gewünscht, jemanden sprechen zu dürfen, der sich ausserhalb der Gasheizungsmontage und der Weltpolitik auskennt. In den nächsten Tagen wird nun also eine neue Ansprechperson hier eintreffen. Wir dürfen also hoffen, dass selbiges Unternehmen noch über andere Fachkräfte verfügt, sonst sehe ich schwarz für hoffentlich warme Füsse im Winter.

LGBTQ

Vermutlich wissen die meisten, was die Buchstaben in meinem Titel bedeuten. Ich bin mir aber fast sicher, dass auch welche mitlesen, die jetzt denken, meine Katze sei versehentlich über die Tastatur gelaufen. Und ich muss gestehen, dass dieser Buchstabensalat auch in etwa so aussieht. Was er bedeutet?

L = Lesbian
G = Gay
B = Bisexual
T = Transgender
Q = Queer

Diese Wörter stammen allesamt aus dem Englischen und sind eine Sammelbezeichnung für Personen, die nicht heterosexuell sind oder deren Geschlechtsidentität nicht dem binären Modell von männlich und weiblich entspricht. Mit der LGBTQ-Bewegung haben sich also Menschen zusammengeschlossen, die sich nicht in den Schubladen der traditionellen Normen bewegen, welche in der Steinzeit irgendwann einmal in die Wände gemeisselt worden waren.

Und nun haben wir den Salat. Den Buchstabensalat, oder den Neigungssalat, oder wie auch immer man das nennen will. Warum? Weil wir für alles immer eine Schublade brauchen. Wozu? Was bringt uns das?

Was macht für mich einen liebenswerten Menschen aus? Klare Antwort: Sein Charakter, seine Seele, seine Ausstrahlung, seine Ideen, sein Humor und sein Verständnis. Ganz bestimmt gehört aber seine sexuelle Neigung nicht dazu. Die interessiert mich einen Deut! Schliesslich oute ich mich auch nicht regelmässig als Heterofrau. Wozu? Ich bin einfach ich. Finito! Ende! Das war’s!

Hat die Seele überhaupt ein Geschlecht? Ich bin mir sicher, dass sie das nicht hat. In meiner Fantasie habe ich mir aber auch schon vorgestellt, ob beim Tod eines Menschen die Seelen je nach Buchstaben-Zugehörigkeit auf verschiedene Arten den Körper verlassen. Die einen im Blümchenkleid mit Flügeln, die anderen im schwarzen Anzug mit Propellern, wieder andere mit Glitzerkleid und pinken Federn oder mit Haitikleid und Feigenblättern. Was für eine quere Vorstellung.

Die Seelen suchen sich ihren Weg dorthin, wo sie gerne hinmöchten. Und das tun sie mit Sicherheit so, wie sie das möchten. Wie gut, dass wir da nicht auch noch dreinreden können.

Eines ist inzwischen aber sicher: Die Schubladen in unserem Denken werden immer mehr und sie werden immer bunter. Das alte verschrobene Möbel mit den zwei Schubladen ist schon lange nicht mehr im Gebrauch. Falls doch, bitte wenigstens bunt streichen. Danke!

Ich fände es wunderbar, wenn wir irgendwann keine komischen Abkürzungen, Zuordnungen und Bewegungen mehr bräuchten, um Menschen zu klassifizieren. Letztlich sind es nämlich einfach alles Menschen. Sie putzen sich die Zähne, sie gehen aufs Klo, sie pupsen, sie holen hin und wieder einen Popel aus der Nase und schneiden sich die Finger- und Zehennägel. Sie gehen zur Arbeit, zahlen ihre Rechnungen und sind Teil dieser Gesellschaft. Mehr nicht. Könnten wir uns also irgendwann einfach darauf einigen, dass man – wo auch immer – nicht mehr ankreuzen muss, zu welchem Geschlecht oder welchen sexuellen Neigung man sich bekennt, sondern dass es einfach ein Mensch ist, der seine Unterschrift irgendwo auf ein Papier kritzelt?

Meine Güte – wir sind ja so unglaublich kompliziert!

Von der Raupe zum Schmetterling …

… das wäre der Optimalfall der weiblichen Wechseljahre. Sich verpuppen, schlafen, schlüpfen und wunderbar leicht und neu erschaffen durchs Leben flattern. Mir wollte das nicht so recht gelingen. Ich habe mich zwar verpuppt, geschlafen, bin dann aber aus meinem Cocon gefallen und mit einem relativ kompakten Körper und viel zu kleinen Flügeln unsanft gelandet. Irgendwie lief das nicht wie geplant. Und weil mein Ego und meine ständig schweissgebadete Seele einen Booster brauchten, habe ich mich in die Hände DER lustigsten Schweizer Profistylistin Luisa Rossi begeben.

Ich habe mich ihr blind anvertraut – ein ganz neues Gefühl für mich. Normalerweise bin ich diejenige auf der beratenden Seite. Was für eine Herausforderung für ein Alphatierchen wie mich.

„Vertrau mir, ich mache das!“

Ich war sowas von gespannt, was jemand aus mir machen würde, der mich nicht aus meinem Alltag kennt.

„So meine Liebe, jetzt sage ich was geht – und hole noch die passende Tasche!“

Ich hatte eigentlich nur den Auftrag, geschehen zu lassen, was geschehen würde. Und sie rannte wie ein Wiesel durch den gesamten Riesenstore von PKZ an der Zürcher Bahnhofstrasse.

… okay, ein Missgriff durfte sein – ich fühlte mich wie Currywurst in Pelle …

Ansonsten brachte mir Luisa so ziemlich alles, was ich in meinen Schränken nicht ohnehin schon habe – ich wollte raus aus meiner Comfortzone!

„Stell Dich mal hin wie ein Model!“
„Knick die Hüfte ein ….!“
„Okay, lehn Dich an die Wand!“ (Anlehnen kann ich …)

Ich habe keine Ahnung, wieviele Schritte Luisa gemacht hat. Ich weiss nur, dass ich geschwitzt habe wie ein grunzendes Tier mit Ringelschwänzchen. Und das alleine vom ständigen Umziehen.

„Statement-Shirts gehen immer!“
… zugegeben, diese Jacke habe ich dazwischen gemogelt …
„Luisaaaaaa – ich schwiiitze!!!“
Spuren eines Stylingmarathons …
… und ich musste nicht mal aufräumen.
Kombis, die mir sonst niemals eingefallen wären … uns die passende Tasche zum Schuh …
… und Kleider, die ich im Leben nicht beachtet hätte …

Es tut manchmal gut, sich aus der gewohnten Zone herauszuwagen und den Lead jemand anderem zu geben. Luisa war heute meine Schokolade für die Seele und der Booster für mein Ego. Wer weiss, vielleicht lernen ja auch kompakte Schmetterlinge mit kleinen Flügeln noch fliegen. Luisa hat da ganze Arbeit geleistet.

… wenn Yoga-Cracks entspannen, dann ist Spass garantiert …
Gute Laune auf zwei Beinen 🙂

Wer sich einmal in sehr begabte, lustige und ausgesprochen sympathische Hände begeben möchte – ich kann sie nur empfehlen.

Danke für dieses Erlebnis, meine liebe Luisa.

Sleepless in Ascona …

Ein kurzes Timeout in Ascona – das habe ich mir und meinen beiden alten Schulfreundinnen gegönnt. Das Trio Infernale war also endlich mal wieder gemeinsam unterwegs. In Erinnerungen schwelgen, viel lachen, darüber sinnieren, was wohl noch kommen mag und sich um nichts und niemanden kümmern müssen – das haben wir sehr genossen!

Oldies but Goldies …

Ich war über Ostern das erste mal in Ascona. Da war mein Haupthaar noch weiss. In der Zwischenzeit habe ich nach Jahren bekanntlich wieder auf dunkel gewechselt, weil man mich überall für sehr viel älter hielt, als ich in Wahrheit bin.

Zu meiner grossen Überraschung wurde ich in Ascona trotz der gewechselten Haarfarbe überall wieder erkannt. In den Restaurants, Boutiquen und im Hotel, wo ich an Ostern schon zu Besuch war. Das hat mich doch sehr verblüfft – ich bin nämlich die, welche sich weder Namen noch Gesichter merken kann. Da bin ich schon platt, wenn man mich gleich mit einem grossen Hallo willkommen heisst, obwohl man mich erst einmal im Leben gesehen hat. Eine Boutiquebesitzerin hat mir erklärt, warum das so sei: „Sie sind witzig und ihre Augen sprechen, das vergisst man nicht.“

Tadaaaaaaaa! Da ist sie also endlich, die Erklärung für die schlaflosen Nächte: Meine Augen sprechen. Wie soll man da schlafen können, wenn im Bett ständig gequatscht wird? Und weil es ja meine Augen sind, werden die sich kaum einig sein bei ihren Gesprächen. Also wird Rechts bestimmt immer mit Links schimpfen und Links wird sich lautstark zur Wehr setzen. Und wenn die das die ganze Nacht lang so machen, dann habe ich endlich die Erklärung, für meine lebhaften Nächte. Ich hatte ja die Wechseljahre und die Wallungen im Verdacht – und die Nachwehen von Corona. Nope! Es ist das Zweiaugengespräch – und deshalb werde ich es mal mit einer Schlafmaske versuchen. Vielleicht sind sie ja still, wenn ich sie unter eine Decke stecke … wer weiss.

Der Sommer ist da …

… und mit ihm die klebrige Sonnencrème, die Mücken, die Wespen, das Geschwitze und das Gemotze. Ich war mal ein ausgesprochener Wintermensch … mit Betonung auf WAR. Seit einer Weile kann ich den Sommer kaum erwarten und bin froh, wenn ich mir morgens nicht 6 Schichten anziehen und trotzdem frieren muss.

Während ich hier in die Tasten haue, sitze ich im Garten und schaue auf die Alpen. Dabei laufen mir die Schweissperlen den Rücken runter und kommen auf dem Badetuch zum Stillstand. In Verbindung mit der Sonnencrème gibt das ein richtig gruseliges Geschmiere und wenn dann da noch eine Fliege, Mücke oder Wespe landen will, hört man es aus unserem Garten lauft fluchen.

Nun ja – man kann nicht alles haben im Leben. Entweder Sommer, Wärme und die Begleiterscheinungen oder Winter und an den Allerwertesten frieren. Dann entscheide ich mich mal besser für Ersteres. Schliesslich muss ich nicht schon abends um fünf Uhr das Licht anmachen und die Nächte werden mit der Klimaanlage erträglicher gemacht.

Jap, der Blick auf die Alpenkette ist wunderbar … blöderweise stehen die Dinger ein kleines Bisschen im Weg. Würden die etwas zur Seite rutschen, könnte ich vermutlich das Meer sehen. Das fehlt nämlich in unserem Garten. Der Pool im übrigen auch! Ich mag nicht so gerne Chlorwasser. Der grosse Tümpel mit dem Salzwasser und den Bewohnern von Käpt’n Igloo ist nämlich seit meinem Wandel auch zu meinem Freund geworden.

Krass, was sich in den Wechseljahren so alles gewechselt hat. Die Jahreszeitenpriorität hat sich komplett gewandelt; das Schlafverhalten wurde zum Nahkampf mit Kissen und Decke; die Taille hat sich endgültig verabschiedet und wurde von einem weichen Omabauch in Beschlag genommen; meine hibbeliges Wesen wurde um einiges ruhiger; meine Rastlosigkeit hat schon mehr als einmal der Gelassenheit das Feld überlassen und meine Energie ist nicht mehr da, wo sie mal war. Und ich bin auf einmal gerne und öfters alleine – ganz für mich. Nur ich mit mir! Das konnte ich früher keine 10 Minuten aushalten. Das einzige, was stabil geblieben ist: Immer Hunger und niemals satt!

Jetzt wechsle ich mal die Position – sonst ist die Vorderseite verbrannt und die Rückseite noch roh – also … die von meinem Körper – mir ist es nämlich viel zu heiss zum Grillieren. Geniesst die warmen Tage!!! 🙂

Die Arbeit rund um das Thema Sterben

Vor einem Monat wurde das Solothurner Hospiz mit einem grossen öffentlichen Interesse eröffnet. Der Weg bis dorthin war lang – die Resonanz dann durchwegs positiv. Ich durfte als Kommunikationsfachfrau das Projekt begleiten – und darf nach wie vor über diese anspruchsvollen Tätigkeiten berichten. Gerne teile ich mit euch mein Interview mit der Führungsfrau des Hopiz Solothurn.

Die Geschäftsführerin Cristina Pitschen ist seit dem ersten Tag vor Ort und zieht alle Fäden. Eine Tätigkeit, mit unzähligen Facetten, die viel Flexibilität und Empathie erfordert. Wie geht es der Frau, die das Hospiz jetzt steuert?

Cristina, Sie schauen zurück auf den ersten Monat – wie ist Ihr Resumée?

Ein spannender, herausfordernder und wunderschöner Monat mit einem schlicht grossartigen Team. Alles fügt sich zusammen wie ein wunderschönes Mosaik.

Tag 1 war zugleich auch der Tag der ersten Patientin, die eingezogen ist. Lief alles bereits reibungslos?

Ja, unser erster operative Tag verlief reibungslos und wir durften in der Tat unsere erste Patientin im Hospiz willkommen heissen.

Worin unterscheidet sich ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin in einem Hospiz zu Ihren vorherigen Tätigkeiten bei der Spitex?

In Bezug auf die Verantwortung unterscheidet sich die Tätigkeit überhaupt nicht. Es sind dieselben Themen – die Personalführung, betriebswirtschaftliche Aufgaben, Qualitätsthematik und das Aufbauen und Stärken von Vertrauen.
Etwas anders war – im Gegensatz zur Spitex – keine vorgegeben Strukturen und Prozesse zu haben, sondern diese von Grund auf aufzubauen. Dies war sowohl eine grosse Herausforderung als auch eine wunderbare Chance.
Unterscheiden tut sich auch die Nähe zu den Patientinnen und Patienten und deren Bezugspersonen, was ich an dieser neuen Arbeit sehr schätze.

Es herrscht die verbreitete Meinung, dass die Arbeit in einem Hospiz durchwegs traurig sein muss. Ist das so?

Die Arbeit mit schwerstkranken und sterbenden Menschen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, welche zugleich viele unbezahlbare und wertvolle Erfahrungen mit sich bringt.
Sterben ist ein Teil des Lebens.
Und oft ist es doch so, dass wenn sich der erste Schleier der Trauer hebt, uns die Erinnerung an den geliebten Menschen ein Schmunzeln entlocken kann.
Bei uns darf auch gelacht werden, den Humor ist sowohl für Sterbende als auch für ihre Pflegenden und Ärzte eine wichtige Ressource. 

Der erste Tag im Hospiz war zugleich auch der erste offizielle Arbeitstag für das gesamte Team vor Ort. Wie war das?

Wir alle haben uns auf diese neue Aufgabe sehr gefreut.
Es war einerseits die Freude, endlich diesem sinnvollen Projekt Leben zu geben; andererseits war es an der Zeit, dass sich die Pflegenden mit all ihrem Wissen, ihrer Kompetenz, Professionalität und Empathie der Arbeit widmen können, welche sie aus Überzeugung machen.
Es war ein Ankommen in einem Haus, das viel Geborgenheit für Patientinnen und Patienten, ihre Bezugspersonen, aber auch für uns als Mitarbeitende bereit hält.

Konnten Sie in der Nacht vor dem ersten offiziellen Tag schlafen?

Ja, konnte ich. Ich habe stets einen gesunden Schlaf.

Wie muss ich mir Ihre Tätigkeit vorstellen? Vornehmlich im Büro, oder mehr an der Front?

Es ist eine Mischung aus beidem. Gerade dieser Umstand macht meine Arbeit so unglaublich wertvoll.

Haben Sie aktuell – bis sich das Team und der Alltag im Hospiz eingespielt hat – noch Zeit für sich?

Nun, meine Priorität und mein Herz liegen aktuell in der Arbeit, dem Aufbau und bei den Mitarbeitenden des Hospiz Solothurn. Das ist auch richtig so.
Alles braucht seine Zeit.
Später wird es auch wieder etwas mehr Zeit für mich selbst geben.

Wo schöpfen Sie Kraft für Ihren Alltag im Hospiz?

Ich denke es ist weniger Kraft die es braucht, sondern vielmehr eine gesunde Energie. Diese schenken mir einerseits meine Familie und meine Freunde, welche mich unterstützen. Auf der anderen Seite finde ich den Ausgleich in der Natur und mit meinen Hunden.
Aber auch die Mitarbeitenden und die neue Aufgabe schenken mir jeden Tag Freude und Energie.

Was war ihr schönster Moment in diesem Monat?

Es gibt nicht einen, es gibt unzählige…

Ich bedanke mich für das Gespräch und wünsche Ihnen alles Gute und viel Zufriedenheit in Ihrer anspruchsvollen Tätigkeit.

ALLES EINE LÜGE!

Mit grossem Interesse habe ich einen Bericht verfolgt, der veranschaulicht hat, dass in unseren Körpern weisse und braune Fettzellen vorhanden sind. Verstanden habe ich vor allem, dass die weissen Fettzellen die Energie speichern und uns demzufolge dick werden lassen, während die braunen die Energie abgeben und uns abnehmen lassen. Aha …

Weil ich ja ein helles Köpfchen bin war klar, dass ich den Forschern unter die Arme greifen würde. Man ist ja schliesslich hilfsbereit und sozial. Und die Umwandlung von weiss Zellen in braune Zellen sollte nun wirklich kein Problem darstellen.

Ja, ihr ahnt es: Ich habe den Liegestuhl in den Garten gezerrt, meine weissen Fettzellen mit Sonnencreme eingeschmiert – was ich notabene hasse, weil sich dann alles irgendwie so klebrig anfühlt – und habe mich mit höchster Konzentration im XXL Bikini auf der Liege platziert. Ich muss dazu sagen, dass ich natürlich den Tag abgewartet habe, an welchem es 30 Grad war. Wenn schon, denn schon!

Nach den ersten 30 Minuten war ich schon mal klatschnass geschwitzt und musste mir dringend Flüssigkeit zuführen. Der Blick in den Spiegel hat mir gesagt: Etwas dunkler, aber immer noch XXL. Mist!

Also habe ich mich erneut auf die Liege gelegt und habe angefangen, im Geiste mit meinen Zellen zu sprechen. „Kommt schon, ihr weissen Dinger, wandelt euch und schmelzt gefälligst davon. Ich verspreche auch, dass ich künftig das ultragrosse Magnum-Eis nicht mehr vor dem Schlafengehen esse. Ich schwöre!“

Nach weiteren 30 Minuten schaute ich an mir runter und hoffte, dass die Schweisstropfen die Fettzellen gleich mitnehmen würden. Irgendeinen Sinn muss es ja schliesslich haben, wenn man sich bei 30 Grad mit klebrigem XXL-Körper in die Sonne legt und schwitzt wie ein Ferkel.

Okay, nach insgesamt zwei satten Stunden Sonnenbad (ohne Bad) habe ich kapituliert. Mein Haut ist wohl etliche Stufen dunkler geworden – den Fettzellen scheint das aber schnurzegal zu sein. Der Spiegel sagt, dass ich nach wie vor den XXL-Bikini brauche. Die Waage sagt dasselbe. Was also ist dran, am Märchen mit den braunen und weissen Fettzellen? Ich habe gegoogelt und folgendes gefunden:

Na wunderbar!!! Lieber Herr Alexander Pfeifer – hätten Sie das vielleicht überall so veröffentlichen können, dass auch ich gleich über diesen Artikel stolpere? Dann hätte ich mir die Schwitzerei sparen können.

Fazit: Der nächste Versuch findet in der Kältekammer der Schlachterei statt – vielleicht habe ich da mehr Glück, meine weissen Zellen zu überreden, sich in Braune zu verwandeln.