Mein Fussabdruck

Kennt ihr sie auch, die tiefgründigen Gespräche mit lieben Freunden? Ich schätze solche Momente sehr und in der Regel klingen die Inputs aus diesen Gesprächen noch lange in meinem Kopf nach. Genauso wie bei einem Gespräch über die Frage:

„Was hinterlasse ich für einen Fussabdruck, wenn ich nicht mehr da bin?“

Ich habe mir diesbezüglich bislang nicht wirklich Gedanken gemacht. Und ihr so? Seit diesem Gespräch habe ich mir diese Frage aber schon ein paarmal gestellt. Wenn ich morgen nicht mehr da bin, was bleibt dann von mir? Klar, pragmatisch gesehen die Asche, welche irgendwo verstreut wird. Sonst nichts. Oder doch?

Ich habe versucht, mir vorzustellen, woran man sich erinnern wird, wenn ich nicht mehr als irdisches Wesen präsent sein werde.

An mein Geschreibsel?
An meinen Schuhtick?
An meine grosse Klappe?
An meine direkte Art?
An meine Ecken und Kanten?
An meine Grosszügigkeit?
An meine beruflichen Tätigkeiten?
An mein Grinsen?
An meine blitzenden Augen, wenn ich wütend bin?
An meine Geduld?
An meine Ungeduld?
An meine unerschöpflichen Ideen?
An meine Kreativität?
An meinen Lätsch, wenn mal etwas nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle?
An ….
An ….
An ….

All das sind Dinge, die extrem schnell verblassen.

Es gibt ja Menschen, die verabschieden sich von uns und bleiben trotzdem für immer. Menschen wie Beethoven, Michael Jackson, Albert Anker, Steve Jobs oder Goethe. Die hinterlassen ihr Wirken mit einem derart grossen Fussabdruck, dass dieser nie verschwindet. Über Generationen bleibt deren Vermächtnis bestehen.

Was aber, wenn man nicht zur Gilde dieser Übermenschen gehört? Bleibt dann der Fussabdruck nur für ein paar Monate – und dann ist er weg? Für immer weg? Oder: Wie könnte man es anstellen, dass man nicht einfach von dieser Welt verschwindet uns sich ein paar Monate später kein Mensch mehr erinnert, wer da mal war?

Mein Fussabdruck wird nicht besonders gross sein, dafür sind meine Füsse zu klein. Deshalb habe ich es mir zum Ziel gemacht, eine Menge kleiner Fussabdrücke auf meinem Weg zu hinterlassen. Überall trete ich zielgerichtet fest ab, in der Hoffnung, dass weder Wind noch Regen meine Abdrücke verschwinden lassen. Es wäre doch ein schöner Gedanke, wenn man im Wissen gehen kann, dass Menschen auf ihrem Weg immer mal wieder ein Grinsen im Gesicht haben, weil sie einen Fussabdruck von mir entdecken.

Wünscht ihr euch auch, dass man euch nicht vergisst, oder ist euch das nicht wichtig?

Hermine – aus dem Leben einer Filzmaus

Hey Leute – ich bin’s – HERMINE.

Die Modepraline hat mich eingeladen, euch auf ihrem Blog etwas aus meinem Leben zu erzählen. Ich bin eine Filzmaus (bloss nicht verwechseln mit der Filzlaus!!) – und ich wurde in flinken Frauenhänden geboren. Meine Adoptivmama hat einen Secondhandshop für Hundezubehör und Frauenzeugs (Kleider, Schuhe, Handtaschen und all so nen Kram halt …). Dort bin ich beruflich immer samstags eingespannt. (http://www.nemosgmbh.ch – auch zu finden auf Facebook und Instagram).

Die Menschen sagen, ich heisse Hermine. Ich bin aber überzeugt, dass ich JÖÖÖÖ heisse … wenn mich nämlich jemand sieht, dann folgt immer ein Quietschgeräusch, welches von einem JÖÖÖÖ gefolgt ist. Also müsste das eigentlich mein Name sein. Aber eben: Die wollten eine Hermine – also musste ich mich mit dem Namen abgeben. Wer fragt schon eine Maus??? Pha!!

Ich habe diverse Fortbewegungsmittel – unter anderem einen Truffelbrett (nicht zu verwechseln mit dem lapidaren Surfbrett). Damit flitze ich mit Mäusegeschwindigkeit durch meine Welt. Und wo immer ich lande … JÖÖÖÖÖÖÖ!!!

TRUFFELBRETT

Ich bin eine mäusemässig wichtige Persönlichkeit – es gibt sogar Präsidenten fremder Länder, die mich vor ihren Wagen posieren lassen. Zugegeben, solche Aktivitäten funktionieren nur, weil ich eben ein JÖÖÖÖ bin – meine Adoptivama käme dafür bestimmt in den Knast.

HERMINE FOR PRESIDENT

Bevor ich meine Gemächer verlasse, bekomme ich immer eine süsse Duftdusche. Das kitzelt in der Nase und löst mäusemässige Riesennieser aus. Die Adoptivmama meint, das müsse so sein und schnuppert anschliessend immer wie ein Hund an mir. Ich weiss nicht so recht, was ich davon halten soll …

SÜSSE MORGENDUSCHE

Ich bin eine echte Schweizerin! Warum ich das weiss? Die wollten mir doch tatsächlich einen Euroschein verfüttern. Nach dem ersten Bissen wurde mir so schlecht, dass klar war: Für mich gehen nur echte Schweizer Franken. Meine Familie ist aktuell noch nicht nachgereist – die stecken noch im Geburtskanal fest. Man hat mir aber unter meine Mäusemütze geflüstert, dass die alle käuflich sind … nur für alle Fälle … falls da draussen irgendwo Adoptivmamas auf meine Kumpels warten!

BÄH!

Die Adoptivmama hat mich kürzlich in einen Kleidershop mitgeschleppt – ich stand da in der Umkleide und das hat ziemlich gedauert, bis die kapiert haben, dass ich nicht in dieses Menschenzeug reinpasse … die sind manchmal echt schwer von Begriff! Ich finde mich nämlich so am schönsten, wie die Menschenhände mich geschaffen haben. Ich brauch nur eine Mütze, damit ich mir die Mauseohren nicht abfriere.

HERMINE GOES SHOPPING

Vorzugsweise reise ich ja in der Beuteltasche meiner Adoptivmama. Wenn sie grad mal keine hat, dann steckt sie mich in ein Mäuseverliess und in einen grossen schwarzen Beutel, der bei jedem Schritt so wankt, dass ich meinen Magen nur mit allergrösster Konzentration in meinem runden Mäusebauch behalten kann. Sie behauptet ja, sie liebe mich. Bei solchen Aktionen bin ich mir da doch sehr unsicher …

HERMINES LIEBLINGSPLATZ

Gibt es unter euch Menschen da draussen auch Winzlinge? Ich meine: So richtig winzig!!?? Die Adoptivmama meint es immer gut mit mir … nimmt mich aus dem Verliess, wenn sie was Leckeres isst – und dann steh ich da und komme nicht ran. Wisst ihr, wie gemein das ist????? Dann steh ich da, und gucke wie die Maus am Berg!!!!!!!

HERMINE MÖCHTE AUCH MAL …

Dasselbe Spiel macht sie übrigens, wenn sie leckere Drinks bestellt. Sie sagt, ich sei noch zu klein für Alkohol. Woher will sie das wissen, wenn sie mich nie probieren lässt?? Keine Leiter, kein Seil – nix, womit ich mich hochhangeln könnte! Ist das fies oder ist das fies?????

HERMINE SCHMOLLT

Ich wollte mich deswegen schon bei der Beschwerdestelle für Mäusefragen melden – aber der Hörer des Telefonapparats war so schwer, dass ich keine Chance hatte, ihn bis zu meinem Mäuseohr zu hissen. Da haben auch die vielen JÖÖÖÖ’s nichts geholfen, die mich angequietscht haben und trotzdem weitergegangen sind. So muss sich ET gefühlt haben, als er nach Hause telefonieren wollte und kein Mobilephone hatte.

GEHTS NOCH ETWAS GRÖSSER?????

Mutproben musste ich auch schon diverse über mich ergehen lassen. Die Adoptivmama wollte wissen, ob ich mutig genug für diese Welt bin. Und was tut sie? Sie wirft mich einem Löwen zum Frass vor!!! Wie gut, dass der kurz zuvor grad gefrühstückt hatte … ich fand das nur mittelmässig witzig!

MUTPROBE

Ich gebe zu, ich habe einen kurzen Moment überlegt, ob ich mir das Mäuseleben nehmen soll. Aber als ich in der Position zum Mäusetod stand, da kam kein KABOOOM! Also war das wohl ein Wink des Schicksals. Ich muss weiterleben – die Adoptivmama hatte wässrige Augen, als sie mich da wieder rausgeholt hat. Ob die mich womöglich doch liebt? Oder ob sie mich nur gerettet hat, dass sie eine billige Arbeitskraft für ihr Secondhandgeschäft hat? Ist Mäusearbeit nicht verboten – per Gesetz oder so???

HERMINE’s VERZWEIFLUNGSTAT

Und nach all dem, was mir meine Adoptivmama zugemutet hat, kam endlich die Rettung. Da wohnt nämlich noch ein Mann bei uns. Und der hat kapiert, dass für mich alles immer eine Nummer kleiner sein muss. Der hat für mich sogar ein leckeres Mäuseeis organisiert … und hat mich auf sein Bein gesetzt. Ey Leute, das war ja cool! Bis die Adoptivmama kam und mich wieder in mein sicheres Verliess und in den schwarzen Schwankbeutel gesteckt hat. Ich hab mich aber gerächt: Hab ihr in das Ding gekotzt … und zwar in pink!!! Pha!!! Bin ja nicht von gestern …

HERMINE LIEBT MÄUSEEIS

Falls ihr mir mal die Mäusepfote schütteln wollt, dann findet ihr mich immer samstags im Nemo’s Secondhand Shop in Bettlach. Dort ackere ich von 10 – 16 Uhr wie ein arme Filzmaus …

Danke, liebe Modepraline, dass ich Deinen Blog für meine mäusemässig wichtige Geschichte brauchen durfte – die Welt muss erfahren, wie man mit uns Mäusen richtig umzugehen hat.

Schmatz – HERMINE

Die grüne Frau …

… oder wie Laszivana durch den Speisesaal huscht!

Ferien mit Freunden – wie schön. Gemütlich, ohne Stress, am Meer, einfach nur Geniessen. Und dann kommt sie – die ultimative Pulsfrequenzerhöhung sämtlicher männlichen Gäste des Hotels. Ich habe sie Laszivana getauft. Warum?

Nun ja: Laszivana huscht morgens im neongrünen Hauch von Nichts mit ihren Stöckelschuhen durch den Speisesaal und hat an ihrem Po nichts, ausser einem Schnürchen (gemäss Duden STRING genannt). Man muss dazu sagen, dass der Po dem eines prallen Pfirsichs ähnelt und der Busen vom Beautydoc erinnert mich an zwei Billiardkugeln. Laszivana hält die Dinger beim Gehen auch immer fest, dass sie nicht aus dem Oberteil hüpfen.

Da sitzt man also gemütlich beim Frühstück, guckt sein Müesli und seinen Kaffee an und auf einmal müssen die Männer zum Fruchtbuffet, wo Laszivana steht. Manche setzen dafür sogar eine verspiegelte Sonnenbrille auf.

Wie alle im Hotel, hat auch Laszivana eine Gesichtsmaske, die ihr halbes Antlitz verdeckt. Wir rätseln also, ob das Gesicht auch so dermassen sehenswert sein könnte. Allerdings müsste man sich diese Frage gar nicht stellen, denn wenn Laszivana auftaucht, dann gehen zuerst alle Blicke zu den Billardkugeln, um anschliessend dem Schnürchen im Po beim Wippen zuzusehen.

Und jetzt kommts: Laszivana hat doch tatsächlich beim erneuten „Walk to the buffet“ vergessen, die Maske anzuziehen. Echt jetzt? Leute, wir wissen seither, warum sie Billardkugeln und Schnürchen hat, um Aufmerksamkeit zu erregen. Mit der Ausstrahlung ihres gelifteten und hyalorongefüllten Konterfeis wird sie es definitiv nicht mehr schaffen. Da strahlt nichts mehr – geht gar nicht mehr. Steif! Und die Schlauchbootlippen sind Lichtjahre entfernt von erotisch … sie ähneln eher einem dieser Bananabootdinger, die hier überall (mit Touristen vollgepackt) im Meer rumgeschleppt werden.

Ihr möchtet wissen, wie alt Laszivana ist! Ehm … wir schätzen so zwischen 25 und 55 – echt schwierig zu beantworten, diese Frage – da ist nicht mehr allzuviel Echtes an diesem Werk. Aber wir halten seither immer sehr interessiert Ausschau nach einem neongrünen Teil mit Schnürchen im Allerwertesten. Also – vor allem die Männer …

Flurbereinigung

Wer hätte gedacht, dass ein fieses kleines Virus auch mal was Gutes mit sich bringen würde?

Das kleine C, welches nach wie vor die Welt in Atem hält, hat mich dazu bewogen, eine Aufräumaktion vorzunehmen. Wo? Nun ja, ich habe meine sozialen Medienkontakte entrümpelt und damit mein Umfeld leicht angepasst. Klingt krank – tut aber saugut. Auch im echten Leben habe ich das übrigens getan – da war aber wenig bis fast gar keine Anpassung nötig – was für ein Glück ich doch habe.

Man kann nun behaupten, ich sei intolerant, lasse keine anderen Meinungen zu und agiere zu extrem. Man hat recht! Aber für mich stimmt es GENAU SO!

Wenn es um ein Thema geht, welches die gesamte Menschheit und deren Schutz betrifft, dann neige ich ganz offenkundig zu einer extremen Intoleranz. Wie kommt das? Nun ja, ich überlege mir, was Menschen, die auf der Strasse gegen Sicherheitsmassnahmen aufgrund von Corona demonstrieren, mir bringen. Nichts! Ich überlege mir, was Impfgegner für den Schutz ihres Umfeldes tun. Nichts! Ich überlege mir, was Anarchisten für die Sicherheit unseres doch sehr ordentlichen Staates tun. Nichts! Und dann … ja dann überlege ich mir, was solche Menschen mir grundsätzlich bringen. NICHTS!

Ja, wir haben die Meinungsfreiheit in unserem Land. Wie gut, dass dem so ist. So kann ich nämlich meine Meinung offen kundtun und kann wählen, ob und mit wem ich mich abgeben will. Mir ist klar, dass die Welt sich in drei Lager gespalten hat. Die Impfbefürworter, die Impfgegner und die „Ist-mir-doch-egal“-er. Wie man unschwer in all meinen Posts erkennen kann, gehöre ich zur ersten Gruppe. Und was habe ich doch für ein Glück, dass meine Familie und meine Freunde genauso denken. Oder liegt es vielleicht einfach daran, dass ich schon VOR Corona – ohne es zu wissen – sorgfältig überlegt habe, mit wem ich mich abgeben möchte.

Meinen Liebsten würde ich mein Leben anvertrauen – und ich würde mein Leben für sie geben. Einem Impfgegner würde ich nicht mal meine Spinnen aus dem Keller geben … er würde sie aufgrund seiner Einstellung oder mangelnder Bildung vermutlich umbringen. Und ich mag keine Spinnen!

Ihr seht – das kleine fiese Virus hat ganz viel ans Tageslicht gebracht, was ich sonst womöglich nicht gemerkt hätte. Rücksichtslosigkeit und mangelnde Solidarität sind für mich Charaktereigenschaften, mit denen ich Mühe habe. Und weil ich wählen kann, möchte ich keine Menschen um mich haben, die damit bestückt sind.

Und genauso haben die „Anderen“ auch eine Recht auf freie Meinung und dürfen mich als intolerante Extremistin „entfreunden“. Manchmal helfen Flurbereinigungen, damit man mit leichterem Gepäck durchs Leben gehen kann. So kann man sich wieder dem Wesentlichen widmen und die Kraft am richtigen Ort investieren.

Eine fiese Vorstellung

Alle, die hier immer mitlesen, kennen meine Meinung zum Thema Impfen. Und ja, ich vertrete eine extrem klare und für viele Menschen unverständlich militante Meinung. Mit Ungeimpften will ich nämlich einfach nichts mehr zu tun haben. Ziemlich schnell erklärt.

Jene, die sich auf Biegen und Brechen einfach nicht vorstellen können, wie man so extrem sein kann, denen möchte ich folgendes für ihren Denkapparat mitgeben:

Stellt euch vor, ihr begleitet einen geliebten Menschen über Jahre auf einem schwierigen Weg einer unheilbaren Krankheit. Ihr tut dies im Wissen, dass jeder Tag ein Geschenk ist. Ihr tut dies auch im Wissen, dass die unfassbar hochentwickelte Medizin und Chirurgie das Leben dieses Menschen schon mehrfach retten und damit auch verlängern konnte. Dies sogar mit einer guten Lebensqualität. Und dann … kommt da auf einmal die Gewissheit, dass bei einem Vorfall zum jetzigen Zeitpunkt eine Rettung schlicht nicht möglich wäre, weil die einzigen beiden Krankenhäuser der Schweiz, welche die Apparaturen und die Chirurgen dafür hätten, leider ihre Intensivstation gefüllt haben mit Covidpatienten. 90% dieser Patienten sind ungeimpft. Im lapidaren Klartext würde das also bedeuten, ihr müsstet euren geliebten Menschen quasi „opfern“, weil dort ein Ungeimpfter einen Platz blockiert, der nicht hätte blockiert werden müssen.

Rattert es bereits im Kopf?

Alleine diese Vorstellung zieht mir den Magen zusammen und lässt mich innerlich kochen. Ich habe in meinen Albträumen schon Menschen die Beatmungsschläuche aus dem Hals gezogen, um meinen geliebten Menschen retten zu können. Ja, solche Gedanken kommen einem auf dem langen Weg einer unheilbaren Krankheit.

Ich für meinen Teil kann nur einmal mehr betonen: Wer sich bewusst und grundlos entscheidet, sich nicht impfen zu lassen, dürfte keinen Anspruch auf ein Bett der Intensivstation eines Krankenhauses haben. Da wäre ich knallhart. Es gibt nämlich ausser Covid jede Menge tödliche, gefährliche und fiese Krankheiten, welche für die Betroffenen einen Aufenthalt auf der Intensivstation nötig machen. Diese Patienten haben im Vorfeld die Wahl nicht, ob sie diese Krankheit bekommen möchten oder nicht. Sie werden davon einfach überfallen. Es gibt nämlich keine Impfung gegen Krebs, Herz-/Kreislauferkrankungen oder andere schlimme und bedrohliche Krankheiten. Bei Covid hat man die Wahl – man kann sich impfen lassen. Zwar ist man nicht 100 vor einer Ansteckung geschützt, aber der Krankheitsverlauf sollte zumindest so sein, dass man keinen Platz auf der Intensivstation braucht. UND DAS IST DOCH WOHL GRUND GENUG!!

Gibt es jetzt immer noch Leute da draussen, die es nicht verstehen??

Impft euch!!

Keine Nerven mehr für dummdödel Diskussionen – keine Nerven mehr für Fake-Statistiken – keine Nerven mehr für wahnsinnig unqualifizierte und anarchistische Äusserungen – keine Nerven mehr für Ausreden – keine Nerven mehr für Gespräche mit bildungsfernen Allesgegnern.

Wir haben alle nur ein Leben und das gilt es zu schützen. Also impft euch oder verzichtet auf einen Platz in einem Krankenhaus – am besten mit Stempel auf der Stirn, damit ihr bloss keinem ein wichtiges Bett klaut!

Globi hat sowas von recht …

Bikini-Schönheitsideal

Es gibt massig Schönheitsideale … und ich entspreche einfach keinem davon. Frau hadert da ja schon ab und zu, wenn all die Anti-Cellulite-Crèmes, die Antifalten-Masken, die Abnehmkuren und die Schönheitsshakes einfach den Alterungsprozess mit all seinen Nebenschauplätzen nicht aufhalten können.

Bei mir nützt nichts von all dem. Und ich weiss auch wieso: Ich bin 54 Jahre alt … also ist es mein Körper auch!!! Meine Beine tragen mich seit 54 Jahren durchs Leben, also dürfen sie auch nicht mehr ganz so taufrisch sein.

Meine Füsse wurden in all den Jahren von mir in unzählige Schuhe reingequetscht, in welche sie eigentlich gar nicht wirklich reingepasst haben – Jugendsünden lassen grüssen. Da darf ich jetzt nicht motzen, wenn sie nicht mehr aussehen wie frisch geschlüpft!

Meine Oberschenkel wippen im Takt meines Ganges mit – und sie werfen an besonders doofen Tagen sogar Falten dabei. Aber sie sind schliesslich die Pfeiler meines Hinterteils und haben ganz schön schwer zu tragen. Also bitte …

Seit 54 Jahren sitze ich auf meinem Hinterteil, da wäre es wohl etwas viel verlangt, wenn das Ding noch aussehen würde wie ein Babypopo. Bekanntlich werden Dinge, die man platt sitzt, langsam aber sicher breiter … physikalisch gesehen ist das so.

Oh, meine Bauchtaschenproblemzone gehört auch zu mir. Bislang wollte mir einfach noch keiner einen Reissverschluss einsetzen – dann hätte ich nämlich meine ganz spezielle und eigene Bauchtasche immer mit dabei – in Form von Speck in Verbindung mit Schwerkraft. Aber hey: Dort haben schliesslich mal unsere beiden Kinder drin gewohnt. Und jetzt wohnen da immer noch unzählige Meter Darm drin. All diese Meter müssen regelmässig gefüttert werden. Also bitteschön – da ist nichts mehr mit Sixpack. Eher Sixspeck – aber das muss so!!!

So langsam schleichen sich auch die Winkearme an – fiese Dinger sind das. Ich winke, und der Unterarm winkt völlig losgelöst und autonom noch gefühlt 2 Minuten weiter! Nun ja – ich mache null Komma keinen Sport und habe in jungen Jahren gerade ein einziges mal ein Fitnesscenter von innen gesehen. Selber schuld!

Streng wie ich mit mir bin, habe ich mich lange gefragt, ob denn die kleine Schwester von Moby Dick auch noch einen Bikini tragen darf. Ich habe sogar mittels Fotopräsentation meine Mama um Rat gefragt (und die ist noch strenger als ich). Sie war sich zuerst etwas unsicher, meinte dann aber „Geht grad noch“. Und so habe ich für mich beschlossen: G E H T !!! Weil: Ich bin gesund, und alles andere ist schnurzpiepegal. Ja, ich gucke neidisch den Hammerfigürchen am Strand hinterher, um dann festzustellen, dass die meisten davon kaum 20 Jahre alt sind. So habe ich auch mal ausgesehen – aber jetzt darf man mir meine 54 Jahre ansehen und wer es nicht sehen möchte, der kann ja das Meer bewundern.

Danke, lieber unperfekter Körper, dass Du mich seit 54 Jahren durchs Leben trägst – ich stecke Dich als Liebesbeweis dafür NICHT in einen unbequemen Badeanzug. Zumindest im Moment noch nicht … alles andere wird sich zeigen! Also benimm Dich gefälligst …

Eine Frau – 1 Million Geschichten

Ich habe in diesem Jahr meinen Geburtstag seit langem das erste mal nicht mit meiner Familie verbracht. Ja, richtig! Ich habe mir einen Egotrip mit einer lieben Freundin gegönnt und bin zum Wellness-Shopping-Essen-Trinken-Schwatzen aufgebrochen.

Im weltbesten Wellnesshotel, welches im Verlauf der Jahre fast mein zweites Zuhause wurde (und das meiner Familie) gibt es diese eine Frau. Angekommen im letzten Drittel des Lebens ist sie alles andere als müde. Und sie hat mich vom ersten Tag an fasziniert. Mir und meiner Freundin wurde die Ehre zuteil, mit ihr einen Abend an der Bar zu verbringen und ihren Geschichten zu lauschen – und dies, nachdem sie seit dem Lockdown nie mehr einen Abend an der Bar verbracht hat. Noch einmal danke dafür, meine Liebe!!! 🙂

Ist es nicht faszinierend, dass sie vor Jahren mit ihrem Gatten im Bauernhof 9 Gästezimmer mit Fliesswasser gemacht hat, die immer gut gebucht waren? Nein, das allein ist noch nicht wirklich faszinierend. Wer aber noch nie in diesem Hotel war, der muss wissen, dass dieses riesige Anwesen heute insgesamt 430 Gäste gleichzeitig bewirten kann. Und die Belegschaft besteht aus 300 stolzen Mitarbeiter-/innen. Und all das hat diese Frau gestemmt – sie war zu Beginn für alle Bereiche gleichzeitig verantwortlich, hat jeden Abend die Gäste persönlich begrüsst (und zwar jeden) – hat den ganzen Garten bewirtschaftet und … ach ja, da war doch noch was: Sie hat noch drei wunderbare Kinder grossgezogen – so ganz nebenbei. Zwei davon sind inzwischen bereits nachgerückt und haben die Führung der unglaublichen Wellnesstitanic übernommen – zusammen mit einer weiteren tollen Frau, die in die Familie eingeheiratet hat.

Seit Jahren begleitet uns diese Familie und wir begleiten sie. Und es ist mir ein Rätsel, wie eine Frau – angekommen im Herbst des Lebens – nach wie vor sprüht vor Energie, jeden Tag im Garten mit Gummistiefeln und Gartenjacke anzutreffen ist und nicht die Bohne von Müdigkeitserscheinungen zeigt. Und was sie in all den Jahren erlebt und erschaffen hat, das würde nicht nur eine Million Geschichten geben … es wäre genug spannendes Material, um es zwischen zwei Buchdeckel zu packen. Für ihre Nachkommen und für alle, die staunen über dieses Wunderwerk, welches hier im schönen Österreich von einer Frau mit ihrem Gatten und einer ganzen Familie vollbracht wurde. Und 300 zufriedene Mitarbeiter sind wohl Grund genug, um dieser Familie mehr als ein Kränzchen zu winden.

Ich werde wiederkommen, sobald wie möglich – und ich wünsche mir, dass diese wunderbare Frau ihre Geschichten irgendwo festhält, damit sie nicht vergessen oder verloren gehen. Sie gehören nämlich wirklich als gesammeltes Werk niedergeschrieben: Für alle, die nicht daran glauben, dass mit viel Fleiss und Disziplin unglaubliche Dinge möglich sind – und für alle jene, welche die Geschichten irgendwann nicht mehr von der unermüdlichen Frau persönlich erzählt bekommen werden. Das wünsche ich mir sehr 🙂

Danke Martha.

http://www.schwarz.at

Zwei Herzen in meiner Brust

Ich bin Schweizerin – mit Leib und Seele. Oder doch nicht? Genetisch bin ich ja eine Italoschweizerin – der Papa ist Vollblutitaliener, die Mama Vollblutschweizerin. Ich bin hier geboren und absolut verschweizert aufgewachsen – bis auf ein paar Ausnahmen: Ich durfte in jungen Jahren nämlich vieles nicht, was meine Freundinnen durften. Der strenge Papa hat mit Argusaugen geschaut, dass ich nicht einen Zentimeter über die Gartenhecke gucken konnte.

Jetzt, als zweifaches Grosi und mit 54 Jahren merke ich, dass in meiner Brust definitiv zwei Herzen schlagen. Ich habe wohl typische Eigenschaften, die total zur Schweizerin passen:

Pünktlichkeit
Zuverlässigkeit
Zielstrebigkeit
Durchhaltevermögen

Irgendwie sind da aber noch vielmehr Eigenschaften, die ganz und gar zur Italienerin passen:

Enges Familienverhältnis
Sturheit
Erweiterter Horizont
Nachbarschaftshilfe
Grosszügigkeit
Offenheit
Entspannter Umgang mit Regeln

Als Mama habe ich mit der Kraft der beiden Herzen erzogen – offen, frei, ohne enge Grenzen und mit viel Liebe. Als Ehefrau bin ich sehr schweizerisch: Freiheitsliebend, autonom und nicht einzuschränken (armer Göttergatte). In der Küche bin ich ganz bestimmt nicht eine Italienerin – Kochen ist nämlich so gar nicht mein Ding.

Als Grosi bin ich nun tatsächlich froh um meine beiden Herzen in meiner Brust – ein schweizer Italogrosi oder ein italienisches Schweizergrosi hat nämlich ganz viel Liebe und Geduld für seine allersüssesten Enkel der ganzen Welt. Und bei den beiden kleinen Menschen kommt alles zum Vorschein, was ich an Positivem weitergeben kann.

Ich bin dankbar für meine beiden Seiten – jede hat ihr Gutes und wenn man all das richtig bündelt, dann kommt am Schluss manchmal tatsächlich etwas Brauchbares bei raus! Aber nur manchmal … 🙂

Wie umgehe ich eine Regel?

Ich war gestern mit einer Freundin einkaufen. Die Geschäfte haben auf „Herbst“ umgestellt und das verhasste Ausverkaufschaos ist fast überstanden. Es lohnt sich also wieder, durch die schönen Läden zu ziehen und die wunderbar präsentierte Herbstmode zu bewundern. Und da war sie, die Verwirrung gleich zu Beginn unserer Shoppingtour.

Im ersten Geschäft stand eine Familie total maskenlos gemütlich beim Einkauf. Ein komisches Bild. Wir haben uns schon so an die Masken gewöhnt, dass wir uns irritiert anguckten und uns fragten, ob die Maskenpflicht gefallen sei und wir das verpasst hätten. Das Personal war aber maskiert … unlogisch …! Also fragte ich am Geschäftseingang, ob die Maskenpflicht für Kunden nicht mehr sei. Antwort: „Doch, die ist schon noch, aber diese Kunden haben ein ärztliches Attest, welche sie von der Maskenpflicht befreit.“

Hä?????

Ihr hättet die Synapsenexplosion in meinem Kopf sehen sollen. Ein Attest, welches mich von der Maskentragpflicht befreit? Ich habe natürlich sofort auf der Seite des BAG gegoogelt. Logisch, ich bin nun mal interessiert – immer und überall. Was brauche ich, um an dieses Attest zu kommen?

Das BAG sagt:

„Sie können nachweisen, dass Sie aus besonderen Gründen keine Maske tragen können. Dazu zählen beispielsweise Gesichtsverletzungen, Atemnot, Krankheiten wie Demenz und Alzheimer, Angstzustände beim Tragen einer Maske und Behinderungen, die das Tragen einer Maske nicht zumutbar oder umsetzbar machen. Für den Nachweis sämtlicher medizinischer Gründe ist ein Attest einer Ärztin bzw. eines Arztes oder einer Psychotherapeutin bzw. eines Psychotherapeuten erforderlich.“

Aha. Also ich konnte bei dieser Familie nicht den Hauch einer Gesichtsverletzung erkennen. Demenz und Alzheimer schliesse ich auch aus – sie waren schliesslich allesamt in der Lage, selbständig einzukaufen, zu bezahlen, Gespräche zu führen und mit meiner kleinen Ellie zu schäkern. Also kommen nur noch die psychischen Probleme in Frage. Und unter selbigen scheint die ganze Familie zu leiden. Meine Güte – wie schrecklich!

Also echt jetzt: Veräppeln kann ich mich selber. Ich weiss, dass es Maskenverweigerer gibt. Aber dass man dann mit einem ärztlichen Attest rumwedelt, um die Maskentragpflicht zu umgehen, das beleidigt meine Intelligenz. Es ist nämlich nicht nachvollziehbar, dass eine ganze Familie dasselbe psychische Problem hat. Es sei denn, das Problem heisst „Rücksichtslosigkeit“ – DAS wiederum kann ich mir sehr gut vorstellen. Schliesslich schützt man bekanntlich mit der Maske sein Gegenüber. Und dann kommt bei mir aber sofort die Frage auf: Welcher Arzt stellt ein solches Attest aus? Oder anders gefragt: Wieviele Flaschen Wein kostet ein solches Attest? (Das war jetzt laut und ketzerisch gedacht …).

Liebe Maskentragverweigerer: Wenn ihr diese Regeln schon so schlimm findet, dann habt doch wenigstens das Rückgrat, die Regel offiziell zu brechen und die Busse zu bezahlen, wenn ihr erwischt werdet. Oder geht ganz einfach nicht zum Shopping und bleibt im heimischen Garten. Diese ärztlichen Atteste (ich schliesse da Menschen mit Behinderungen selbstverständlich aus) sind ein totaler Witz und eine Beleidigung für alle, welche sich an die Regeln halten.

P.S.: Ob ich meine Wallungen und die Tatsache, dass die Maske dann an meinem Gesicht klebt und ich eine mittlere Krise schiebe auch medizinisch verwenden kann, um an ein solches Attest zu kommen?