Irgendwie anders …

Der Göttergatte und ich haben uns zum feinen Abendessen mit Freunden getroffen. Mit Freunden, die wir schon ein ziemlich langes Weilchen nicht mehr gesehen haben.

Abgesehen davon, dass wir unglaublich lecker gegessen haben, hat sich da etwas verändert, worüber wir herzlich gelacht haben:

Früher, als wir noch jung und knusprig waren, haben wir über unsere Jobs, über unsere „Schandtaten“, über die Familienplanung und über unsere kleinen Kinder gesprochen. Wer hat wieviele Zähne bekommen? Wer kann schon laufen? Wie läufts in der Schule? Sind noch mehr Kinder ein Thema? Wo gehen die nächsten Familienferien hin?

Heute ist das irgendwie anders. Zwar sind unsere erwachsenen Kinder immer noch ein Thema – zugegebenermassen sogar ein grosses Thema. Aber dann kommt es: Das Gespräch, über welches wir bei unseren Eltern und Grosseltern immer gelacht haben. Wer hat welche Beschwerden und was tut er dagegen. Kaputter Rücken und Physiotherapie. Neue Hüfte steht auf der Liste der offenen Projekte. Schulter macht Probleme und schränkt ein. Drehschwindel macht das Leben mühsam. Und so könnte man das Klagelied der altersbedingten Abnutzungserscheinungen weitersingen bis ins Unendliche.

Als wir bemerkt haben, worüber wir uns alle grad unterhalten, konnten wir herzlich darüber lachen, dass wir nun in der Rolle der alten Eltern oder Grosseltern sind. Die Schandtaten beschränken sich auf „ich glaube, ich nehme noch ein drittes Prosecco“ oder „komm, wir sind mutig und gönnen uns noch ein Dessert“! Und auf dem Heimweg um halb elf Uhr Abends haben wir die Jungen gesehen, die sich auf den Weg zu ihren Schandtaten gemacht haben … zu einer Zeit, in der unser Bett laut ruft: „Komm schon, hinlegen – Licht aus!“

Ja, so ändern sich die Zeiten!

Wenn der Herr Trömp kommt …

… dann steht die Schweiz Kopf!

Ich hab mich schlapp gelacht über die Ankunft des US-Präsidenten auf Schweizer Boden. Mehr an Sicherheitsdispositiv hat unser Land vermutlich insgesamt gar nicht zur Verfügung. Da kommt dieser – wie ich finde – gruselige und unsympathische Mensch zu Besuch und wir tun alles, um ihn zu beschützen. Und all das, damit er in Davos 50 Sätze ohne Inhalt ins Mikrofon schreien kann, welche von den Medien dann ohnehin zerlegt und uminterpretiert werden. Wozu?

Ich habe mich gefragt, wie es wohl sein mag, wenn man nicht mal furzen kann, ohne dass die ganze Welt das gleich erfährt. Schreckliches Gefühl! Wenn man sicherheitsgepanzert ist bis über beide Ohren kann das Leben doch einfach kein Leben mehr sein. Eingesperrt und abgesichert in jeder Lebenslage. Wie geht der Herr Trömp in Davos wohl aufs Klo? Mit einer Pinguinparade von Sicherheitsleuten im Schlepptau? Und die stellen sich dann rund um die Schüssel auf und gucken dem Herrn Trömp beim „was auch immer er da tut“ zu?

Was bringt diesem mediengeilen Menschen sein Status? Er hat ja nichts davon! Zwar könnte er alles auf der Welt tun  und haben, weil er sich das leisten kann – aber er kann es nicht, weil da draussen sehr viele darauf warten, ihn erschiessen zu können. Er ist so paranoid, dass er sogar eigene Blutkonserven und ein Küchenteam hat mitfliegen lassen; man weiss ja nie, Herr Trömp könnte sich am scharfen Briefpapier des Nobelhotels in den Finger schneiden!

Wie muss ein Mensch sich fühlen, der von der Mehrheit der Mitmenschen gehasst wird? Der sich keinen Schritt mehr frei bewegen kann? Der seine Bodyguards besser kennt als seine Familie? Der weiss, dass da draussen -zig Menschen nur darauf warten, ihn fallen zu sehen? Meine Güte, lieber Herr Trömp, was bin ich froh, dass ich nicht mit ihnen tauschen muss. Und ich finde, dass uns an hier rein gar nichts fehlt, wenn sie nicht hier sind – sie dürfen als getrost wieder abreisen!

Tschüss Herr Trömp!

Dicke fette Raupe …

Welche Frau kennt sie nicht: Die Werbung, die uns vorgaukelt, dass man immer aussehen sollte wie 20ig?

Gefühlt 250 Diätprogramme und 2 Tonnen Farbanstriche und 94 Haarfärbungen später merkt dann auch die dümmste Frau, dass das alles NICHT MÖGLICH IST!

Die tollen Bilder, die uns Ü50 Frauen immer und überall gezeigt werden, sind von 16-Jährigen Mädchen, die auf älter getrimmt werden (per Fotoshop, versteht sich). Und wir haben den grössten Stress, auch so aussehen zu wollen. In meinem Freundeskreis ist aber nicht eine Ü50igerin, die eine glatte Stirn oder kein graues Haar hat. Und die meisten kämpfen mit Gewichtsproblemen, weil die Wechseljahre finden, dass man die ganze Garderobe wechseln sollte – am besten von Kleidergrösse 38 auf Kleidergrösse 44!

Irgendwie machen wir also irgendetwas falsch, denn DIE FRAU gibt es einfach nicht. Aber: Es gibt DIE RAUPE – und die macht definitiv etwas richtig. Die frisst sich nämlich genüsslich durch alles, was ihr in die Quere kommt, bis sie so richtig prall und fett ist. Dann verpuppt sie sich und – ZACK, ein wunderschöner Schmetterling schlüpft aus dem Kokon, breitet seine Flügel aus und fliegt der Sonne entgegen. Hä? So einfach geht das.

Schamlos vollfressen, dann schlafen ohne Ende und zum Schluss wunderbar in die Ferien fliegen, ohne vorher eine Diät zu machen, um in den Bikini zu passen. Und all das ohne Make up, ohne Enthaarung, ohne Hungern, ohne Fotoshop oder sonstige Hilfsmittel.

Einfach so! Fressen, schlafen, aufwachen und schön sein!!!

Das mit dem Fressen habe ich bereits getan … jetzt muss ich nur noch ins Bett gehen, schlafen, aufwachen und schön sein. Ich arbeite daran …

What do you want to do ?

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Barbapapa

Hallo im neuen Jahr! 2020 – klingt irgendwie komisch … wie ein futuristischer Film.

Seit ich zu den Steinmalern übergegangen bin, stolpere ich wieder über Geschichten, die ich schon fast vergessen hatte. Manche Steine bieten sich von der Form her einfach an, gewisse Sujets draufzumalen. Unter anderem sind da die Formen der ganzen Familie von Barbapapa. Und da ist mir etwas aufgefallen:

Früher war die Welt um einiges fortschrittlicher, als heute! Wir haben es einfach nicht bemerkt, weil kein Mensch deswegen laut geschrien und es auf Social Media gepostet hat!!

Ist euch bewusst, dass Barbapapa rosarot ist? Mir war das gar nicht bewusst. Es war einfach normal. Und wisst ihr was? Kein Mensch hat „schwul“ oder ähnliches dazu als Schimpfwort benutzt. Der Papa durfte ganz in Ruhe rosa sein, ohne dass man dabei auf inkorrekte Gedanken kam.

Und: Ist euch auch bewusst, dass Barbamama kohlrabenschwarz ist? Schwärzer geht es nicht. Und niemand, aber wirklich niemand ist auf die Idee gekommen, sie als „Negerin“ zu beschimpfen. Die politisch korrekten Aussagen waren damals schlicht und einfach kein Thema und es wurde auch nicht aus allem ein Drama gestrickt!!

Barbazoo, der gelbe Geselle der Familie ist ein aktiver Umweltschützer und setzt sich für das Klima und die Tierwelt ein. Zugegeben: Er hat das natürlich nicht in New York vor der UNO Vollversammlung gemacht, aber er hat es schon getan, da hat noch kein Mensch gewusst, dass es einmal eine Greta Thunberg geben wird.

Barbalala, die grüne Schwester ist sehr verträumt und still. Nichts kann die Gute aus der Ruhe bringen. Musisch ist sie sehr begabt. Das war und ist einfach so. Kein Mensch hat darüber sinniert, ob es eine Hochbegabung, ein ADHS oder ein Asperger sein könnte. Es ist einfach nur Barbalala und das ist gut so.

Barbabella, die Violette in der Familie schminkt sich gerne, mag Schmuck und Kleider und gutes Parfüm. Sie hat Angst vor Spinnen und wird bei deren Anblick ohnmächtig. Süsses Ding – heute würde man das „doofe Obertussi“ nennen und sich ausgiebig darüber auslassen.

Und so gibt es in der Familie von Barbapapa noch ganz viele unterschiedliche Charaktere, die einfach okay sind. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich diese Figuren gesammelt habe und dass mich die Geschichten faszinierten. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass man aufpassen musste, was man erzählt oder gesagt hat – und schon gar nicht, dass man sich über falsche Farben, Formen oder Aussagen auslassen musste.

Wie einfach und wunderbar ist sie doch, die Welt von Barbapapa. Könnten wir nicht einfach ein bisschen mehr so sein wie sie?

What do you want to do ?

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4. Advent??

Ja, ich weiss, Greta hat es ja gesagt: WIR SIND SCHULD! Sorry …

Im Wohnzimmer habe ich alle 4 Kerzen angezündet und das Haus ist festlich dekoriert … aber es will so gar keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Könnte am Frühling liegen? Ja, am Frühling!

Ich gehe dick eingepackt mit meiner kleinen Hündin spazieren und schwitze wie ein Pferd (woher kommt bloss diese blöde Redewendung?). Der Föhn peitscht uns die Regentropfen waagerecht ins Gesicht. Frei nach dem Motto: Von aussen nass und unter dem Mantel auch nass … (schwitz).

Überall liegen Herbstblätter auf dem Boden und machen den Spaziergang zur Rutschpartie. Ich versuche mir vorzustellen, es wäre Schnee. Aber es will einfach nicht gelingen – dafür schwitze ich viel zu sehr und es ist grau-braun-bäh. Klein Ellie findet den Spaziergang auch nur mässig okay … ihr Blick sagt tendenziell eher: „Bist Du bescheuert, mich bei diesem Wetter rauszuschleppen?“

Die Diskrepanz zwischen „Indoor“ (festlich) und „Outdoor“ (weit weg von festlich) ist krass. Und ich habe in diesem Jahr auch das Gefühl, dass die Abendspaziergänge nicht gleich schön sind, wie die anderen Jahre im Dezember. Es hat viel weniger Häuser, die sich in zauberhafte Lichterdinger verwandelt haben. Irgendwie hat die Klimadiskussion sogar eine Menge der schönen Weihnachtslichter verschwinden lassen. Jedes Jahr habe ich mich im November bei den nassen und dunklen Abendspaziergängen auf den Dezember gefreut, wenn die vielen Lichter mir wieder den Weg erhellen. In diesem Jahr sind aber viele dieser Wege dunkel geblieben. Es fühlt sich so „novembrig“ an!

Jaja, ich weiss – der Winter kommt schon noch … so im Mai oder so. Und JAHAAAA, ich weiss auch, dass wir selber schuld sind. Sagt Greta!

Ich wünsche euch allen frohe Festtage und gemütliches Beisammensein im Kreise eurer Lieben – und bleibt gesund!!

Eine steinige Sache

Manch einer da draussen fragt sich vielleicht, warum es auf diesem Kanal aktuell grad so ruhig ist. Nix passiert! Alles im grünen Bereich. Ich bin nur per Zufall auf etwas gestossen, was mir grad so den Ärmel reingezogen hat, dass ich mich fühle wie ein kleines Kind. Steine bemalen!

Durch Zufall bin ich von einer Freundin darauf aufmerksam gemacht geworden, dass es ein Facebook-Gruppe gibt (CH Rocks Original), in welcher lauter Steinemaler, Verstecker und Finder sind. Das Prinzip ist total einfach: Man nimmt aus der Natur einen Stein nach Hause, bemalt diesen mit Acrylfarbe und beschriftet ihn auf der Rückseite mit „CH Rocks Original“ und – falls genügend Platz vorhanden – noch mehr Informationen wie „Auslegeort“ und „Neu platzieren oder behalten“. Dann legt man den Stein irgendwo aus, wo er bestimmt von jemandem gefunden wird – öffentlich Plätze oder Spazierwege eignen sich besonders gut dafür. Der Finder des Steins macht im Optimalfall ein Foto vom Fund und postet dieses auf „CH Rocks Original“. Er schreibt dazu, ob er den Stein neu platzieren oder behalten möchte. Und so passiert es, dass manche Steine grosse Reisen antreten. Andere finden einfach ein neues Zuhause. Was sie aber alle gemeinsam haben: Sie bereiten Freude! Das ist auch Sinn und Zweck der Gruppe. Freude bereiten – sowohl den Machern, als auch den Findern.

Ja, und so ist es gekommen, wie ich nicht gedacht hätte, dass es kommen würde. Ich bemale wie eine Irre Steine und lege diese mit viel Freude aus – in der Heimatgemeinde, in der Nachbarstadt, im und ums Krankenhaus … wo ich gerade bin. Und ich spaziere inzwischen wie ein Hund durch die Welt, mit der Nase immer auf dem Boden. Also, natürlich mit den Augen – schliesslich möchte ich auch einen Stein finden. Der Finder ist bei uns aber eher der Göttergatte 🙂 Mir müsste man einen Felsbrocken vor die Haustüre legen; und selbst da wäre nicht sicher, dass ich ihn sehen würde …

Und so sitze ich nun in beinahe jeder freien Minute im Wintergarten und freue mich über meine Steine. Ich bin zwar total unbegabt – aber das Schöne ist, dass es nicht darum geht, wer den schönsten Stein bemalt, sondern einzig um die Freude. Es macht mir Spass und die Tatsache, dass meine Steine aussehen wie Kinderwerke, lässt mich trotzdem weitermalen. Schaut her, hier eine kleine Auswahl:

In der kurzen Zeit, in welcher in nun aktiv in dieser Gruppe mit dabei bin, habe ich schon ganz viele schöne Geschichten rund um die Steine erfahren dürfen. Und es macht einfach Spass. Ich bin wieder ein bisschen Kind mit meinen Farben und der Freude an jedem Stein, der bereit zum „Auswildern“ ist. Und am allerschönsten finde ich es, wenn ich abends bei Adventsbeleuchtung und Ingwertee mit meinen Pinseln zugange sein kann. Jap – die Modepraline ist wieder zum Kind mutiert. Das macht aber nichts – es tut auch nicht weh … es macht einfach nur Spass!

In diesem Sinne: Allen da draussen eine schöne Adventszeit! 🙂

Modepraline goes „Gesunde Ernährung“

Der Zeitpunkt ist gekommen, in welchem man sich mit Freundinnen trifft und nicht mehr über die Kinder redet, sondern über die Beschwerden, die einen gerade plagen. Oder darüber, wer möglicherweise was an sich hat machen lassen, weil die Haut so glatt oder die Figur so schön ist. Also hab ich vor ein paar Wochen beschlossen, mich mit Ü52 und als Oma auch wieder ein bisschen in shape zu bringen. Man sagt ja: Ist der Körper gesund, so ist es der Kopf auch (oder war das umgekehrt?).

Egal: Ich habe meine Ernährung auf vitaminreich, mit wenig Industriezucker, mit gesunden Fetten und Proteinen umgestellt. Klingt total einfach, weil man nie Hunger hat, aber halt einfach das Richtige essen muss. Und DAS ist manchmal verdammt schwierig; zumal meine Hormone mitten im Wechsel mit mir Achterbahn fahren. Gestern war so ein Tag: Ich war aggressiv und hätte alles mampfen können, was mir in die Quere kam. Auch Schuhe kaufen hat daran nichts geändert – und dann ist es wirklich schlimm! Mit einer lieben Kampfgenossin, die ihre Ernährung auch umgestellt hat, habe ich mich in der Stadt in ein Café gesetzt. Und was haben die da rund um uns herum serviert? Vermicelles mit Meringue, Eis und Schlagrahm! Ich dachte, ich drehe am Rad.

Ich so: „Ich würde töten für ein Vermicelles!“
Sie so: „Nix da, wir bleiben stark!“
Ich so: „Denkst Du, dass das wirklich sooooo schlimm ungesund und fett ist?“
Sie so: „Nun ja, in einer Miniversion bestimmt nicht so – aber schau Dir die Portionen hier an.“
Ich so: „Was machen wir dann?“
Sie so: „Wir nehmen einen Fruchtsalat und stellen uns vor, es wäre ein Vermicelles!“

Das auf dem Bild war also unser Vermicelles 2.0 – und ich habe weiterhin auf die Nebentische geschielt. Meine Freundin hat genüsslich ein Früchtchen nach dem anderen in den Mund gesteckt und dabei gemurmelt:

„Hmmmmm … so ein feines Vermicelles ist das!“
Ich so: „Echt jetzt? DAS kannst Du Dir vorstellen? Ich schmecke nur Früchte.“
Sie so: „Nein, Du musst Dir das nur ganz fest einreden.“

Liebe Leute da draussen: Auch wenn ich die Augen schliesse und mir dabei ein Stück Mango in den Mund stecke – es riecht beim besten Willen nicht nach Vermicelles! Aber ich war tapfer und habe durchgehalten. Ohne meine Kampfgenossin wäre ich bestimmt schwach geworden und hätte mich geärgert – aber irgendwann in diesem Herbst muss noch ein Vermicelles sein. Ein Echtes!!! Gesund hin oder her …