Komplimente sind Glückssache

Ich habe eine liebe Freundin mit Hund. Gemeinsam spazieren wir oft im Wald oder dem Aareufer entlang und philosophieren, lamentieren, kritisieren – vor allem aber lachen wir viel zusammen. Sie über mich – ich über sie – wir über uns. So auch letzthin … auf meine Kosten!

Sie schwamm mal wieder in ihrem sexy Bikini in der Aare, während ihr Hund die Füsschen kühlte und Ellie und ich aus sicherer Entfernung vom Ufer aus zusahen. Mein Hund und ich sind bekanntlich wasserscheu. Und weil die sexy Nixe danach trocknen musste, machten wir noch einen Spaziergang im warmen Sommerwind.

Während uns der Naturföhn durch die Haare blies, kam ich auf die Idee, mich in Richtung Himmel zu strecken … ganz spontan, einfach so. Keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin. Auf jeden Fall setzte ich an zu einer Pose, die im Yoga bestimmt einen Namen haben muss. Ich winkelte ein Bein an (stand also wohlgemerkt nur noch auf einem Bein) und faltete die Hände über dem Kopf. Dabei machte ich mich ganz lang und meinte: „Guck mal, diese Pose hat bestimmt einen Namen, oder?“ Ihre trockene Antwort darauf: „Ja, siehst aus wie ein geschwollener Flamingo!“

Wehe, ihr lacht jetzt! Ich meine – der Satz hätte so wunderschön sein können, wenn sie das „geschwollen“ weggelassen hätte. Aber nein: Bäääm!!! Brutale Ehrlichkeit in geballter Ladung. Das hab ich nun von meinen angefressenen 10 Kilo Übergewicht … der Flamingo sieht also geschwollen aus. Tja – damit muss ich nun leben. Auch die Tatsache, dass ich ihr sagte, dass ich nun ihretwegen zum Psychiater gehen müsse, hielt sie vom Lachkrampf nicht ab. Ich konnte mich aber kurzum revanchieren … sie hat es nämlich nicht so mit dem fehlerfreien Sprechen. Sie wollte mich geschwollenen Flamingo trösten, indem sie mir sagte, dass sie dafür morgens wegen ihres Rheumas öfters zuerst ein „Ibuproffein“ nehmen müsse, weil ihre Gelenke rostig seien. Jaja, Ibuproffein … eine Ableitung meiner Hundefreundin von Ibuprofen. Wäre ja alles halb so schlimm, wenn sie nicht im medizinischen Bereich arbeiten würde – und es TROTZDEM nicht richtig sagen kann! Pha … der geschwollene Flamingo kann wenigstens die Worte richtig aussprechen. So – da hast Du Deine Revanche! Ich zum Psychiater – Du zum Logopäden! 🙂

Politisch korrekt?

Ich bin heute mit einer lieben Frau und mit klein Ellie der Aare entlang spaziert. Wir haben geredet, gelacht und die Natur genossen. Dabei haben wir über die verschiedenen Gräser und deren Namen sinniert. Weize, Gerste oder wie auch immer die Dinger heissen. Einzig bei den Weihnachtsbäumen in der Baumschule wussten wir mit Sicherheit, dass das Weihnachtsbäume sind … obwohl das wohl kaum der Fachbegriff für die verschiedenen Tannen ist.

Bei den Tieren war ich da schon bewanderter. Der Graureiher, der im Feld stand und stolz den Hals gegen den Himmel streckte – oder die Störche, welche für die liebe Frau etwas ganz Besonderes waren, weil es diese in ihrer Heimat nicht einfach so am Strassenrand hat. Dann habe ich ihr natürlich auch von den vielen Zecken erzählt, die bei uns leider heimisch sind und die erst noch zu den giftigsten der Schweiz gehören. Wir wohnen nämlich inmitten eines Hochrisikogebietes. Mit dieser Story habe ich übrigens die liebe Frau dazu gebracht, Socken anzuziehen – und das will was heissen. Sie trägt nämlich NIEMALS Socken. Man könnte sogar behaupten, dass sie Socken hasst. Aber das mit den Zecken fand sie derart gruselig, dass sie sogar plante, im Kampfanzug anzurücken, um sich bloss keine Zecke einzufangen. Und ich dachte immer, ich sei extrem ängstlich in Bezug auf diese Viecher. Es gibt aber noch ängstlichere Wesen als mich.

Und dann waren auf der Aare noch die Schwäne, die Enten und … zwei äusserst komische Fiederwesen, die ich noch nie hier gesehen habe. Zwei Ententiere mit braunen Hälsen, terracottafarbenen Köpfen, identisch farbigen Augen (die man deshalb nicht erkennen konnte) und roten Kämmen auf dem Kopf. Die Rückenpartie war äusserst bunt. Ich gehe beinahe täglich an der Aare spazieren, aber diese Tiere habe ich hier noch nie gesehen. Und da stellte sich mir doch die weltbewegende Frage: „Sind das nun Tiere mit Migrationshintergrund?“ Wenn die aus einem anderen Gebiet in unsere Witilandschaft umgezogen sind, ist das dann in Ordnung oder gibt das in der Tierwelt einen Aufstand? Werden Tiere mit Migrationshintergrund geächtet oder lässt die Tierwelt die gewähren. Ja, genau das habe ich mich gefragt … aber ich habe noch keine Antwort gefunden … 🙂