Strukturiert chaotisch

Ich habe vermutlich eine gespaltene Persönlichkeit. Absolut multitaskingfähig und strukturiert im Kopf bringe ich an einem Tag meist mehr zustande, als der durchschnittliche Mensch. Checklisten werden bei mir zackig abgearbeitet und ich gehe nicht gerne zu Bett, bevor ich nicht alles erledigt habe. Soweit, so gut. Man könnte glatt meinen, ich sei perfekt … wenn da nicht der Chaot in mir wäre – und der kommt mir dauernd in die Quere.

Wie kann es sein, dass der Kopf gedanklich und in den Abläufen absolut strukturiert ist und die Aktivitäten so absolut einfach zu bewältien sind, während sich die Papier- und Ablageberge zu Hause türmen? Irgendwie passt das doch nicht zusammen. Das eine ICH ist top organisiert, das andere ICH versinkt im Chaos. Ich finde NIE, was ich gerade suche. Und mit Suchen meine ich, dass es an rund 24 verschiedenen Orten im Haus auf gefühlt 200 mehr oder weniger hohen Papierbergen liegen könnte. Das geht soweit, dass ich der Bank oder Versicherung sage, dass sie doch bitte die Kopien gleich für mich ablegen sollen … ich finde sie ohnehin in zwei Tagen schon nicht mehr. 😦

Das bedeutet, dass bei uns die Schubladen nicht zum Öffnen gedacht sind … in Anbetracht des Chaos, welches da drin herrscht, ist an ein Öffnen leider nicht mehr zu denken. Und Schränke sind bei uns Selbstausräumer. Die öffnet Mann oder Frau auf eigene Gefahr. Kann durchaus sein, dass der Inhalt von selber raushüpft, weil ich solange reinstopfe, bis nix mehr geht.

Menschen, die Ordnung haben, die müssen definitiv mehr Zeit im Leben haben. Die finden nämlich immer sofort, was sie suchen. Und ich habe sogar Eltern, die so funktionieren. Irgendwie sind die Gene da im Eilzugtempo an mir vorbeigerauscht. Im Gegenteil: Wenn mich jemand nach etwas fragt, dann muss ich immer gleich vorneweg nehmen, dass es dauern kann und ich nicht garantiere, dass es überhaupt jemals gefunden wird. Und da wir eine moderne Familien-WG sind, wächst mir das Chaos zeitweise über den Kopf. Wir sind nämlich eine Familie bestehend aus lauter Chaoten. Der Göttergatte startet zwar hin und wieder einen verzweifelten Versuch, eine Logik ins Ganze zu bringen, scheitert aber in der Regel an den eigenen Verknotungen im Hirn.

Das ist dann regelmässig der Moment, in welchem nur noch die Mulde vor dem Haus hilft. Dann hole ich zum absoluten Befreiungsschlag in Schubladen, Schränken, Regalen und Möbeln aus. Ich kann mich sehr gut von Dingen trennen – das funktioniert sogar so gut, dass nicht selten der Göttergatte anschliessend ziemlich stinkig in der Mulde nach Verträgen oder Policen sucht, die ich kurzerhand mit entsorgt habe. Schliesslich würde es viel zu lange dauern, wenn ich jede Schublade noch einzeln durchchecken müsste. Also kippe ich in der Regel ganz einfach komplette Inhalte weg. Dabei denkt das strukturierte Hirn in mir: „Wenn es wichtig ist, dann ist es bestimmt irgendwo wieder zu beschaffen.“ Jap – so passiert es auch jedes Jahr wieder, dass mein armer Göttergatte fehlenden Unterlagen für die Steuererklärung nachrennen muss, die ich einfach organisatorisch sauber im Müll entsorgt habe. Das ist eben meine Version von Abfalltrennung – ich habe x Ablageberge, bis es mir zuviel wird, und dann entsorge ich sie einfach alle. Das ist dann der Tag, an dem ich mich vom Abfall trenne. Chaosqueen lässt grüssen 🙂

Memories

Warum nur fallen mir in letzter Zeit soviele Geschichten aus meiner Kindheit, Jugend und „alten Zeit“ wieder ein? Ich habe manchmal das Gefühl, dass meine letzten 49 Jahre sich wie ein Film in meinem Kopf abspuhlen. Dinge, die schon Jahrzehnte her sind, tauchen auf einmal wieder in meinen Träumen auf und fallen mir wieder ein. Hmmmm… Weiterlesen

Kehrseite der Medaille

Meine Freundinnen und ich sassen gestern mit Ellie in Hamburg im Park. Gemütlich, unter Bäumen, bei Sonne und 26 Grad. Und wir sinnierten darüber, warum wir eigentlich wieder zurückfliegen. Wir machten uns auch Gedanken, was wir mit einem immens grossen Lottogewinn machen würden. Job hinschmeissen und einfach durch die Welt gondeln? Nur noch geniessen? Arbeiten? Irgendwie kamen wir auf keine klare Antwort. Und dann kam ER. Weiterlesen

Wohin mit dem Abfall?

Was in einem Haushalt alles so anfällt an Abfall, glaubt kein Mensch. Jedes Ding ist in mindestens zwei Folien, eine Schachtel und möglicherweise noch in ein Täschchen verpackt. Je nach Anzahl Personen pro Haushalt fallen da täglich wahre Abfallberge an. Was mir aber letzthin jemand erzählt hat, war für mich Grund genug, eine Blogstory daraus zu  machen.

Besagte Person lebt zusammen mit ihrem Partner in einem Zweipersonenhaushalt. Die Beiden sind ein eingespieltes Team und liefern mir immer wieder tolle Müsterchen, um Geschichten daraus machen zu können.

Sie haben sich letzthin eine neue Kaffeemaschine angeschafft. Die Frau des Hauses hat kurz zuvor den Abfall zum Container getragen und einen neuen Abfallsack in den Eimer getan. Das gute Gefühl von entrümpelter Küche hat sich bei ihr eingestellt. Der Mann des Hauses nimmt nun aber die neue Kaffeemaschine in Betrieb, was mit Abfall verbunden ist. Logisch, schliesslich ist ja auch jedes Kabel separat verpackt und die ersten Testdurchläufe hinterlassen auch Spuren, welche entsorgt werden müssen. Sie verteidigt aber ihren neu geleerten Müllsack und hat eine neue Lösung. Sie schnappt sich eines der „knisternden“ kleinen Säckchen, welche niemals dicht und auch nicht wirklich tragfähig sind. Er bekommt die Order, den Abfall gefälligst da reinzupacken und den schönen neuen Müllsack im Eimer in Ruhe zu lassen. Alles wunderbar. Familienfrieden wieder intakt! Bis auf die Gretchenfrage: „Und wohin willst Du nun mit diesem doofen Minisack voll Abfall?“ Weiterlesen