Home sweet home

Ich habs getan: Als bekennender Reisemuffel bin ich mit dem Göttergatten auf eine Marokko-Rundreise gegangen. Wir hatten zusammen eine wunderbare Zeit – als Paar. Er konnte mich sogar dazu bewegen, in ein kleines Boot zu sitzen, auf eine Insel zu tuckern, die Füsse im Meer zu baden und barfuss durch den Sand zu wandern. Auch wenn das für euch alle bestimmt einfach nur himmlisch klingen mag, so bin ich derweilen mächtig stolz auf mich, das getan zu haben. Wer regelmässig und schon lange bei mir mitliest, der weiss auch warum. Ich mag weder Strand, noch Meer und erst recht keine Schiffe.

Das Gute ist: es hat überhaupt nicht weh getan und ich lebe noch. Meine persönliche Erkenntnis: Auch mit Ü50 wird das bei mir nichts mehr mit dem Reisefieber. Irgendwie lief da in meinem Genprogramm etwas gehörig falsch. Schon in jungen Jahren war das so – selbst auf der Hochzeitsreise durch Australien wollte ich gefühlt 100 Mal nach Hause fliegen. Und daran hat sich im Laufe der Jahre so gar nichts geändert. Ich bin und bleibe unverbesserlich – oder noch schlimmer: ich werde immer schwieriger. Reisen zur Erweiterung des Horizonts soll ja bekanntlich sehr förderlich sein. Temporär habe ich also meinen Horizont immer mal wieder kurz geöffnet. Wenn ich ehrlich bin, ist mein Horizont aber doch seeeeeehr gut einzugrenzen. Der geht nämlich eigentlich nur ungern weiter als bis zur Schweizergrenze. Höchstens noch Österreich und Deutschland wird miteingeschlossen. Das wars dann aber auch schon.

Inzwischen weiss ich, dass ich mit meiner Abneigung gegen Reisen nicht ganz alleine bin. Ich habe sogar eine liebe Freundin, mit welcher ich nur mit Zahnbürste verreisen müsste – wir wären nämlich jeweils am Abend ohnehin schon wieder daheim … infolge Reiseabbruchs.

Ja, die Anzahl meiner nicht beendeten Reisen geht vermutlich ins Guinessbuch der Rekorde ein. Ich wage zu behaupten, dass es deren mehr waren, als beendete Reisen. Entweder wurde ich krank, dass Wetter war bescheiden oder ich hatte schlicht und einfach die Nase voll. Ich bin die sattelfeste Queen der Umbuchungen und wer mit mir unterwegs ist, stellt sich am besten schon zu Beginn darauf ein.

Mein schönster Platz auf Erden ist und bleibt mein Zuhause – Horizont hin oder her 😀

Ausblenden, aber wie?

Die Welt spielt verrückt. Überall herrscht Chaos. Ich muss gestehen, dass ich zunehmend ängstlicher werde. Etwas, was eigentlich so gar nicht meinem Typ entspricht. Aber mit jeder Schreckensmeldung wird es ein Stückchen schlimmer. Und man erklärt mir rundherum, ich soll das einfach ausblenden, nicht mehr Nachrichten schauen und mich daran gewöhnen. Weiterlesen