Briefkasten und so …

Früher war ich immer ganz aufgeregt, wenn ich den Briefträger gehört habe. Ich bin sofort zum Briefkasten gedüst um zu gucken, ob womöglich was für mich dabei sein könnte. Schliesslich hatte man damals noch Brieffreunde und lebte jenseits von SMS, Whatsapp und Co.

Heute höre ich den Briefträger zwar, aber wirklich interessieren tut mich der Inhalt des Briefkastens nicht. Zu 90% sind es nämlich ohnehin nur Rechnungen – die sind bekanntlich nicht nur langweilig, sondern auch teuer. Brieffreunde gibt es leider keine mehr (wer mir also gerne einen Brief schreiben möchte – sehr gerne, ich würde mich unheimlich freuen und sogar zurückschreiben!!!!). Meine Adresse ist von gewitzten Leserinnen und Lesern ganz einfach herauszufinden.

Heute hatte ich aber Post der ganz besonderen Art: Die Drogerie meines Vertrauens hat mir einen Brief geschickt. Wenn man in der Kundenkartei ist und regelmässig einkauft, bekommt man hin und wieder einen Gutschein zugestellt. Ich dachte ja, der Inhalt wäre also wie immer. Falsch gedacht! Ich öffnete den Umschlag und was mir entgegenfiel, liess mich stutzig werden: Ein Muster eines Antischuppenshampoos. Aha …

Was würdet ihr daraus schliessen, wenn ihr ein Antischuppenshampoo zugeschickt bekommt? Also ich fragte natürlich sofort meinen Göttergatten: „Hey, da schickt mir doch tatsächlich die Drogerie ein Antischuppenshampoo – was soll ich davon halten?“ Er trocken: „Du scheinst kameraüberwacht zu sein!“ BITTEEEEEEE??? Das war definitiv nicht die Antwort, die ich hören wollte. Man könnte glatt meinen, ich hätte Schuppen. „Ich habe aber gar keine Schuppen.“ Er äusserst empathisch: „Ist doch egal.“

Also wirklich: Wenn man mir netterweise ungefragt Antischuppenshampoos, Diätmittel oder Antifaltecrèmes zukommen lässt, dann könnte das ganz schlimm an meinem Ego kratzen. Ich möchte also lieber meine alten Brieffreunde zurück. Schreiberlinge gerne einen Schritt vor. Ich habe fertig!