Mein wahres ICH?

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Eine liebe Kollegin von mir hat ganz spontan bei einem Ausflug dieses Bild von mir geknipst – und sie ist Fan davon. Ich muss gestehen, dass ich selber das Gefühl habe, schon bessere Bilder von mir gesehen zu haben. Sie ist aber absolut davon überzeugt, mit genau diesem Bild mein wahres und inneres ICH zu zeigen. Und weil sie so begeistert ist davon, hat sie mich auch gebeten, dieses Bild auf Facebook als Profilbild zu brauchen.

So – und jetzt mache ich sogar noch einen Egobeitrag auf meinem Blog darüber. Ich habe keine Ahnung, welche Dinge man auf diesem Bild sehen könnte, die man auf anderen Bildern nicht sieht. Sie meinte, man sehe das spitzbübische und liebliche an mir und es zeige gleichzeitig noch mein grosses Herz. Aha! Seht ihr das Herz auf diesem Bild? Wenn ja, dann werde ich mich wohl dringend in der Herzchirurgie anmelden müssen…

Nein, schon klar, was sie meint. Aber selber sieht man solche Dinge bekanntlich nicht wirklich. Zumal ich mich auf Fotos grundsätzlich ätzend finde. Ich wage sogar zu bezweifeln, dass es viele Menschen gibt, die sich gerne auf Fotos sehen. Die meisten sehen sich selber doch total anders, als die anderen dies tun. Und genau deswegen finde ich so spannend, dass sie dieses Bild derart wahnsinnig findet. Ich sehe einfach mich, von der Sonne geblendet und mit meinen berühmten Stirnfalten, die ich seit meiner Kindheit habe. Mein Inneres sehe ich nicht wirklich. Aber ich habe mir bildlich vorzustellen versucht, wie es aussähe, wenn man mein Inneres wirklich sehen würde … so mit Magendarmtrakt und offenem Herzen und Lungenflügeln und all den Innereien. Igittigitt…! Ich vermute, dass sie mit dem Inneren nicht meine Innereien gemeint hat. Aber eben: Mein verborgenes ICH kann ich auf keinem Bild erkennen … und ihr so???

Eine Portion Currynudeln mit Husten

Kürzlich am Bahnhof Takeaway: Die Tochter und ich stehen beim Asia-Foodstand und haben Hunger. Also lesen wir die Karte am Eingang und stellen uns an den Tresen. Ein düster dreinschauender Jüngling knurrt: „Was wollen?“ Ich: „Was ist rotes Curry?“ Er: „Curry!“ Ich dachte erst, er wolle mich veräppeln. Aber ihm war gar nicht nach Grinsen oder so – nicht einmal ansatzweise. Ich: „Scharf!“ Er: „Ja.“ Nun gut, ich bestelle zweimal zum „hier essen“ und wir setzen uns an einen Bistrotisch neben dem Tresen. Weiterlesen