Die Krux mit der deutschen Sprache

Ich dachte ja immer, ich könnte mich inzwischen nach unzähligen Aufenthalten in Hamburg ganz passabel in Hochdeutsch verständigen. Zumindest habe ich bislang noch immer bekommen, was ich haben wollte und das hässliche Kratzgeräusch im Hals der Schweizer ist auch nicht mehr ganz so schlimm in meiner deutschen Sprache.

Es gibt aber Wörter, die kann man nicht von der einen in die andere Sprache transferieren – weil sie nämlich ganz einfach nicht dieselbe Bedeutung haben.

Da gehe ich also in die Boutique meines Vertrauens zu meiner Lieblingshamburgfrau und da steht eine Kleiderstange voll mit Wollpullis in allen Farben. Die Farben lachen mich an. Ich greife danach, rümpfe die Nase und sage zu ihr:

„Die Dinger wären mega schön, aber die beissen!“
Sie so: „Die tun bitte was?“
Ich: „Die beissen, da ist so hässliche Wolle drin, die beisst auf der Haut!“
Sie grinst und meint: „Kann es sein, dass Du kratzen meinst?“
Ich so: „Ja, sag ich doch!“
Sie: „Nein, Du hast beissen gesagt. Nennt ihr das in der Schweiz so?“
Ich so: „Ja, in der Schweiz sagen wir „die biissä“ – was übersetzt heisst „die beissen“.“

Das fand die Lieblingshamburgfrau aber sowas von komisch. Sie hat das nämlich vorher noch nie gehört. Und beim Verlassen des Ladens musste sie sich nochmal vergewissern, dass ich wirklich beissen gesagt hatte. Nicht dass sie da beim Weitererzählen was verwechseln würde. Vermutlich hat es sich für sie wohl so angehört, als ob die Pullis uns beissen und verletzt zurücklassen würden. Quasi menschenfressende Pullis oder so …

Ja, für die Norddeutschen sprechen wir manchmal saukomisch – sie für uns aber auch! 🙂

Sprichwörter von A – Z / Buchstabe B

Besser spät als nie. Ja, das kann man sehen, wie man möchte. Wenn es darum geht, etwas zu lernen, dann bin ich voll dabei. Es ist nämlich besser, man lernt etwas spät, als es gar nie zu lernen. Oder eine späte Einsicht ist auch immer besser, als gar keine Einsicht. Wenn aber jemand immer zu spät kommt, und das solange ausreizt, bis noch die Ersatznerven überspannt sind, dann bin ich eher für NIE. Ich meine damit, dass ich keine Lust habe, stundenlang auf jemanden zu warten. Dann soll er es besser ganz bleiben lassen. Für mich also nur bedingt gültig, diese Redensart. Weiterlesen

MfG

Im Zeitalter der multimedialen Plattformen haben die Abkürzungen die Sprache erobert. Täglich sind diese im Gebrauch beim Schreiben von SMS, What’s app, Instagram, Twitter und Co. Manche Mitteilungen sind derart überhäuft mit Abkürzungen, dass unsereins eigentlich nur Bahnhof versteht. Auf manche Mitteilungen muss ich gezwungenermassen mit einem kurzen „hä?“ reagieren, weil ich null Ahnung habe, was man mir mitteilen wollte. Meistens hat der Absender ein Einsehen und sendet eine Übersetzung. Wie oft war ich schon froh darum, meine Kinder nach der Bedeutung von gewissen Abkürzungen fragen zu können, um nicht ganz so dumm dazustehen. Weiterlesen