Haut ab!!!

Ich bin eine Träumerin – eine Albträumerin! Grauenvoll … ich träume jede Nacht, und zwar so real, dass ich oft nicht weiss, ob ich das nun wirklich erlebt oder nur geträumt habe. Und meine Träume sind immer stressig – niemals schön. Das hatte ich immer schon – jetzt aber noch vermehrt. Ich hoffe mal, das liegt an den Wechseljahren, dann sollte es ja danach wieder aufhören … vielleicht … die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Aber es ist unangenehm, wenn man morgens kaputter aufsteht, als man abends zu Bett geht.

Bestimmt kennen alle einen Albtraum. Meine Albträume sind aber nicht aus der Katergorie „Kettensägenmassaker“ oder „Mord und Totschlag“, sondern aus der Kategorie „Was theroetisch wirklich sein könnte“, zum Glück aber nicht ist. Das finde ich noch viel nerviger!

In meine Träume schleichen sich immer Menschen, die ich überhaupt nicht mag. Menschen, die ich aufgrund von Ereignissen oder Antipathien niemals sehe, tauchen nachts ungefragt in meinen Träumen auf. Was soll das? Die sitzen auf einmal in meinem Wohnzimmer und machen sich da breit – die essen meinen Kühlschrank leer, klauen meinen Hund oder wohnen auf einmal bei meinen Eltern und sind da nicht mehr rauszukriegen.

Man hat mir als Kind immer gesagt, dass man einen Traum nicht „weiterträumen“ kann. Nach einem Albtraum hat mich meine Mama immer getröstet und gesagt: „Der kommt nicht wieder – wenn man aufwacht, ist er fertig, dann kommen andere Träume.“ Heute weiss ich, dass das nicht stimmt. Ich schaffe es regelmässig, nachts aus einem fiesen Traum aufzuwachen, auf Toilette zu gehen und danach genau dort weiterzuträumen, wo ich aufgehört habe. Hä? Und während der Pinkelpause schaffen es die fiesen Gestalten in meinen Träumen sogar noch, ihre Kollegen und Familienmitglieder dazuzuholen.

Ich wünschte mir mal eine traumlose Nacht. Es soll ja Menschen geben, die niemals träumen. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, wäre aber froh, ich könnte das auch. Wenn ich nämlich Doofmenschen um  mich rumhaben möchte, dann würde ich mir die suchen. Es hat schon einen Grund, warum ich manche Menschen meide … dann könnten die ja so freundlich sein, und mich im Bett in Ruhe lassen. Idioten das!

Morgens um halb sechs …

… im Pyjama durch den Garten zu watscheln … sich zu fragen, warum noch kein Vogel zwitschert (selbst denen ist das zu früh), sich zu strecken und sich zu überlegen, ob man wieder ins Bett kriechen soll … seine Glieder zu recken und strecken bis es knackt und kracht überall … das tue ich NIEMALS freiwillig! Dazu bringt mich meine kleine Hündin, die findet, dass es jetzt noch cool wäre, mal so ein bisschen durch den Garten zu marschieren und zu frühstücken. Und weil ich dann in der Regel wach bin von der frischen Luft und vom Strecken und allem, was halt so dazu gehört, sitze ich nicht selten in aller Frühe in der Küche mit Kaffee und Zeitung und frage mich, was das um diese Zeit schon soll. Es ist zwar wunderbar ruhig – ich kann lesen, schreiben, die Ruhe geniessen und meine Hündin fragend angucken, die sich inzwischen schon lange wieder in ihrem Korb eingerollt hat und weiterschläft. Könnte das Tier vielleicht merken, dass sie dieses Ritual locker drei Stunden nach hinten verschieben könnte? Das fände ich wunderprächtig!

Manchmal krieche ich tatsächlich wieder unter die Decke. Wenn ich es aber nicht tue, dann habe ich um halb zehn schon die Wäsche erledigt, die Zeitungen gelesen, die Mails gecheckt, gehe unter die Dusche und denke: „Mensch, noch so früh – jetzt könnte ich eigentlich mit Ellie schon mal eine Runde laufen gehen.“ Im Gegensatz zu mir lässt sich das Fellknäuel aber nicht zu Bewegung um diese Zeit motivieren. Mich wecken, und selber dann einen auf faul machen … das ist ja wunderbar, oder nicht?

Ich arbeite daran, Ellie noch zur Langschläferin zu erziehen … also: Ich arbeite seit knapp drei Jahren daran …mit null Erfolg. Und so kommt es, dass meine Finger morgens schon über meine Tastatur flitzen. Mit Kaffee und Porridge und einem schlafenden Hund daneben. Und ja: Sowas tut man sich selber an, wenn man sich ein Tier zulegt, nachdem die Kinder erwachsen sind. Früher wollten die Kinder um 6 Uhr spielen oder Frühstück und ich habe mir immer geschworen: Wenn die einmal gross sind, dann wird mich keiner mehr vor Mittag aus dem Bett bekommen. Und dann … dann kam Ellie … 🙂

Ich habe einen AH …

Was ist wohl ein AH? Nun ja, alle kenne das AK (Arschlochkind). Das ist jenes, welches man anguckt und denkt: Ich möchte Dich einfach an den Haaren ziehen, weil Du so unsympathisch bist.

Der AH ist der Arschlochhund. Diese Variante habe ich zu Ehren unserer Ellie kreiert. Unsere kleine Mischlingshündin, die so unfassbar gescheit ist, dass sie uns das Leben ganz schön schwer machen kann.

Oooooch, süüüüüüüs, knuffig! Das sind die Worte, die ich regelmässig höre, wenn die Leute Ellie sehen. Sie wird gestreichelt, wirft sich auf den Rücken, schaut mit dem ultimativen Killerblick und wird von allen geliebt. Auch von uns! Aber eben … sie ist ein AH! Warum?

Nun ja: Wenn Ellie in den Ferien bei der weltbesten Hundefrau und ihrem Rudel ist, dann ist Ellie der Vorzeigehund schlechthin. Sie bettelt nicht, sie schläft nachts ruhig, sie springt nicht dauernd ins Bett, sie frisst ohne Hektik (im Rudel!!!!), sie kotzt nicht, sie hibbelt nicht dauernd rum und sie benimmt sich einfach wie im Bilderbuch.

Wieder zu Hause ist das irgendwie anders: Sie bettelt den ganzen Tag (obwohl sie nix bekommt), sie lässt mich nachts nicht ruhig schlafen, sie hüpft nonstop in mein Bett, sie schlingt, als ob wir ihr das Fressen klauen würden und sie kotzt morgens regelmässig nüchtern in  mein Bett. Zudem hibbelt und hüpft sie dauernd um mich rum und benimmt sich … ehm … NICHT wie im Bilderbuch.

Wenn ein Hund so genau zwischen dem Daheim und dem Ferienplatz unterscheiden kann, dann ist er aber ganz schön durchtrieben. Und wenn er dann noch gewisse Dinge auf Knopfdruck aktivieren kann, nur um sein Frauchen in die Sätze zu bringen – ja dann ist er ein AH! Zwar ein geliebter AH – aber eben ein AH.

Im übrigen kennt Ellie inzwischen das Wort Mixer. Wenn ich nämlich mal wieder die Nase gestrichen voll von ihrem Getue habe, dann schrei ich sie manchmal an und der Wortlaut ist in der Regel: „Du dummes Tier, ich steck Dich gleich in den Mixer!“ Dann legt sie die Ohren nach hinten, setzt sich hin und hebt die Pfote … (sorry Mama ….).

Ich knacke beinahe jede schwierige Alltagssituation … und scheitere an 7 Kilogramm Hund … vermutlich bin ich eben auch ein AF (Arschlochfrauchen) … oder so ….

Rücksichtsvolle Ellie

Meine kleine, vierbeinige, pelzige Freundin Ellie ist äusserst rücksichtsvoll. Sie passt nämlich sorgfältig auf, wohin sie kotzt :-). Aber die ganze Geschichte von vorne:

Wir nennen Ellie unseren kleinen Staubsauger. Das mag lustig klingen, ist aber etwas mühsam. Ellie ist sowas von futtergierig (vermutlich bedingt durch ihre Vergangenheit), dass sie wie ein Staubsauger durch die Strassen geht. Alles, was irgendwie nach fressbar aussieht, verschwindet in ihrer Schnauze. Egal, ob das Kaubonbons, Reste vom Döner oder Abfall ist. Ich muss aufpassen wie der Teufel, wenn ich schneller sein will als Ellie.

Gestern haben wir in einem Restaurant gespiesen, welches Sitzbänke hatte. Unter diesen Sitzbänken verstecken sich bekanntlich gerne unendlich viele Speisereste. Zuerst hat Ellie ganz siegessicher einen eingepackten Lollipop hervorgeholt. Zu dritt und mit vereinten Kräften konnten wir diesen aus Ellies Schnauze holen. Das kleine Mistvieh (sorry!) hat eine Kraft im Kiefer, das gibts gar nicht.

Ich habe keine Ahnung, was sie sonst noch so alles unter diesen Bänken erwischt hat … ich habe drum keine Augen unterm Tisch. Ganz offenbar hat sie aber sehr ausgiebig staubgesaugt – denn in der Nacht hat die kleine Motte mir mein Bett vollgekotzt. Jap, leider gibt es kein schöneres Wort dafür. Nein – sie hat nicht ihr eigenes Bettchen bevorzugt … schliesslich will Madämchen ein sauberes Bettchen. Offenbar hat sie gemerkt, dass ihr übel wird und da hat sie es vorgezogen, zuerst auf meine Bettdecke zu hüpfen und sich DANN erst nochmal alles durch den Kopfe gehen zu lassen. Herzlichen Dank auch. Wie rücksichtsvoll! So musste ich ihr Bettchen nicht putzen. Nein!!! Ich musste eine nächtliche Bettbezugsaktion starten (inklusvie Waschmaschine und so…), um nicht in der Sauerei liegen zu müssen.

Man sagt doch immer, Hunde würden aus Erfahrung lernen. Ellie ist eine Ausnahme. Es ist nicht das erste mal, dass ihr vom ewigen Schrott fressen speiübel wurde – und sie tut es immer wieder!

 

 

Wie erklär ich meinem Hund…

…dass ICH gerne schlafen möchte?

Früher waren es die Kinder, die mit Sack und Pack in mein Bett umgezogen sind … vorzugsweise mitten in der Nacht. Heute schläft klein Ellie bei mir. Oder besser: Sie liegt neben mir und starrt mich an. Ich drehe mich weg, weil ich schlafen will und sie robbt unauffällig nach, um ihre Hundeschnauze auf mein Kopfkissen zu legen und mir ins Ohr zu atmen. „Gscht, weg da!“ Ich schubse sie zurück auf die andere Seite der Matraze. Sie schaut einen Moment beleidigt weg und wartet, bis ich die Augen schliesse. Dann hüpft sie mit einem unüberspürbaren Ellie-Hopser auf die andere Seite des Bettes und rollt sich an meinem Rücken zusammen, um eine Minute später wieder einen Sprung über meine Beine zu machen und mir mit der Pfote auf meinem Arm mitzuteilen, dass sie nicht schlafenslaunig ist. Zuerst macht sie das sanft. Wehe, wenn ich nicht reagiere – dann wird gekratzt mit der Pfote, was das Zeug hält. Weiterlesen

Hast Du schon Dein Bett gemacht?

Jeden Tag schüttle ich die Bettdecke und das Kissen aus, lüfte das Zimmer und bette das Ganze wieder fein säuberlich ein. Und jeden Abend, wenn ich ins Bett steige, frage ich mich, warum ich das eigentlich tue. Ich meine: Das ist doch in etwa die grösste Nonsens-Arbeit, die man sich denken kann. Man streicht es schön glatt, um es ein paar Stunden später wieder total zu zerknautschen. Und das ganze Spiel 365 Tage im Jahr. Also eigentlich eine Neverending-Story. Weiterlesen

…wie nach Hause kommen…

Wenn man in Urlaub fährt, erwartet man doch nicht selten immer was Neues. Neue Länder, andere Sitten, neue Menschen, fremdes Essen und jede Menge Überraschungen. Wir nicht! Bei uns ist in Urlaub fahren immer … wie nach Hause kommen … und das ist gut so. Seit gefühlt 100 Jahren fahren wir immer ins gleiche Hotel im gleichen Ort mit den gleichen Menschen in unser gleiches Hotelbett mit unserer gleichen Putzfee und dem gleichen Personal. Und weil das so ist, beginnen die Ferien so immer schon in der ersten Minute, wenn wir das Hotel betreten. Der bekannte Duft, die bekannten Stimmen, das wohlige Gefühl von „angekommen“ sein. Weiterlesen