Ausnahmezustand …

… ist, wenn

. Frauen anfangen, freiwillig wie die Irren Fenster zu putzen
. Männer nach Rezepten googeln, weil sie ja auch mal kochen könnten
. alle Schränke umgeräumt werden und man anschliessend nichts mehr findet
. man Menschen anruft, mit denen man schon ewig nicht mehr geplaudert hat
. man dem Unkraut beim Wachsen zusieht und es zupft, sobald es aus der Erde guckt
. man immer wieder nachschaut, ob noch genügend Klopapier vorhanden ist
. sich keine Waschberge türmen, weil man alles immer sofort erledigt
. Frau anfängt, die T-Shirts nach Farben zu sortieren
. der Mann sich auf einmal mit deutschen Krimiserien im TV begnügt
. man in alten Fotos kramt und dabei im Emotionsstrudel landet
. der Hund bald kein Fell mehr hat, weil er nacktgekrault wird
. die Katzen sich fragen, warum sie dauernd im Schlaf gestört werden
. man Dreck sieht, den man vorher nicht mal erahnt hat
. die Betten viel strenger gewaschen und frisch bezogen werden
. die Frisur in Richtung Bob Marley geht
. der Nagellack im Schrank bleibt
. alte Hobbys neu aktiviert werden
. man für jede Getränkeflasche einzeln in den Keller läuft, um sich zu bewegen
. man sich mehrmals am Tag so richtig schön auf die Nerven geht
. man auf einmal nach den zehn Fehlern im Bilderrätsel der Zeitung sucht
. man versucht, den Nachrichten auszuweichen
. man den Hundespaziergang auf einmal doppelt geniesst

man jeden Morgen aufsteht und sich fragt, wann der Spuk ein Ende haben wird!

Bleibt gesund da draussen 🙂

Wisst ihr …

… dass es unfassbar viele Arten gibt, sich zu bewegen. Jetzt, wenn der Radius eingeschränkt wird und viele in ihren Wohnungen gestrandet sind, wird die Bewegung spärlicher, was aber der Gesundheit nicht gerade gut tut. Wenn man nämlich nur noch rumsitzt oder -liegt, dann kann das zu Kreislaufproblemen und weiterführenden Erkrankungen führen. Das wollen wir ja alle nicht, oder? Wir haben genug zu tun mit diesem dämlichen Corona-Vieh!

Für alle, die nun denken „die kann gut reden, die kann ja ums Haus rennen“ …; es gibt ganz einfach Kreislaufförderer:

Während ihr in der Küche den Kaffee kocht oder den Apfel rüstet, schlüpft aus den Hausschuhen und wippt 30 mal vom Fuss auf die Zehen und wieder auf den Fuss. Rauf und runter … rauf und runter!!! Wenn ihr das nicht mehr könnt, dann vergesst nicht, eure Füsse beim Sitzen immer wieder zu bewegen. Kreisen oder Fuss rauf und runter, rauf und runter … das kurbelt auch den Kreislauf an!

Die einfachste Fitness überhaupt ist, wenn ihr ein dickes Buch oder eine stabile Kiste ins Wohnzimmer vor den Fernseher legt und euch so lange wie möglich hoch und wieder runter bewegt. Mal mit dem rechten Bein zuerst, dann mit dem linken Bein. Muskelkater am anderen Tag ist ein gutes Zeichen!

Ich habe viele dieser Gratistipps bei unzähligen Krankenhausaufenthalten gelernt und zum Glück nicht vergessen. Egal wie klein die Wohnung ist, es gibt keinen Grund, den Körper einrosten zu lassen!

Und am besten geht all das mit Musik – wer Lust hat, kann ja auch total schräg dazu singen – hört ja keiner … und sonst ist es auch egal … das lockert nämlich gleichzeitig noch das Zwerchfell. Vergesst euch ob all dem Coronawahn nicht … ihr werdet noch gebraucht. Also schön mit den Füssen wackeln und … ach ja: Regelmässig die Pobacken anspannen und wieder lösen … das funktioniert auch!

Bleibt gesund! 🙂

Sonnige Herbsttage = Wandertage

In den letzten Tagen sehe ich überall nur Bilder von wunderschönen Bergpanoramen, geschossen von aktiven Wandervögeln. Es gibt im Moment kaum eine Bergspitze, die auf Facebook, Instagram und all den anderen Sozialen Netzwerken nicht fotografisch dokumentiert und textlich beschrieben ist. Und ich gucke mir die Bilder an und denke nur WARUM???

Kurz zur Erklärung: Alles, was über zwei Stunden an Fussmarsch dauert und wobei man schwitzt, gilt für mich als Wandern. Und alles, was eine Steigung beinhält, bei der man ausser Atem kommt, gilt für mich schon als Extremsport. Und die Tatsache, dass ich durch die Wälder und Wiesen streife, bedeutet natürlich nicht, dass ich eine Wanderfrau bin – nein: Ich habe eine kleine Hündin. Deshalb halte ich mich viel an der frischen Luft auf. Hätte ich dieses Fellknäuel nicht … nun ja, Couchpotatoe wäre dann wohl der richtige Ausdruck.

Wer nun denkt: „Die gute Modepraline jammert immer über ihr Gewicht und die überflüssigen und locker angefressenen Pfunde – die würde mal besser mit Sport anfangen“, denen muss ich sagen: Ihr habt ja recht. Aber es will nicht klappen. Mein innerer Schweinehund ist riesengross und mein Suchtpotential in Bezug auf Bewegung am Berg gleich null. Ich habs unzählige Male (freiwillig und unfreiwillig) versucht, das Resultat bleibt immer dasselbe: Ätzend!

Ganz besonders amüsant finde ich auch all die wirklich tollen Bilder überall, welche von den Pilzsammlern geschossen werden. Ich latsche durch den Wald und sehe diese Dinger nicht mal – und wenn ich sie denn doch sehe, dann habe ich weder eine Ahnung was es ist, noch freue ich mich darüber. Grässlich, oder? Unfassbar ignorant von mir, ich weiss. Ich versuche mich ja zu schämen, schliesslich weiss ich, dass Outdoorsportarten voll im Trend sind und ich gucke mir die Bilder ja wirklich gerne an. Das wars dann aber auch schon. Okay, ich habe eine Ausrede: Ich bin selten im Trend. Ich schwimme viel lieber gegen den Strom und reagiere antizyklisch. Vielleicht werde ich ja im nächsten Leben eine Bergführerin – so quasi als Strafe für mein Unverständnis gegenüber den rucksacktragenden Schwitzkeuchern, die jeden Berg erklimmen und dann erzählen, dass es süchtig mache und man nicht mehr ohne sein könne. Also ich kann EXTREM GUT ohne sein.

Und noch zur Info für alle Tierschützer: Mein Hund hat genügend Auslauf, und zwar bei jedem Wetter. Ich bin nämlich viel und ausgiebig draussen, aber halt nur, wenn es keine Berge im Weg hat. Aber eben – alles im Sinne meines Hundes. Letzthin wurde ich nämlich zu einem Stadtparkspaziergang animiert, bei welchem unsere Hündin nicht dabei war. Und ich habe mich gefragt: Was zum Geier mache ich hier inmitten der Bäume und Sträucher ohne Hund? Einmal mehr wurde mir dabei klar – das mit dem Wandern wird bei mir nix mehr. Der Zug ist abgefahren – schon lange!

Midlifecrisis

Neuer Lebensabschnitt; Veränderungen; neue Wege oder eben MIDLIFECRISIS. Alle nennen es ein bisschen anders. Ich nenne es Bewegung im Leben. Bewegung, die in meinem Fall durch eine harte Lebenserfahrung ausgelöst wurde und immer noch wird. Und weil einen Krisen im Leben verändern, reagiert das Umfeld entsprechend. In meinem Fall höre ich in der letzten Zeit des Öfteren, dass ich wohl endgültig eine Midlifecrisis habe.

Kann sein – macht aber nichts. Wenn ich mich 360 Grad um mich selber drehe und reflektiere, was alles passiert, dann muss ich sogar sagen, dass ich genau dasselbe auch behaupten würde, wenn ich eine Frau in meinem Alter mit meinen „Anfällen“ beobachten würde.

Ich verändere mich nicht nur körperlich (Kilos und Schwerkraft lassen grüssen) – ich ändere auch meine Sichtweise auf diverse Dinge. Ich habe mich nicht nur tätowieren lassen – ich breche auch mit Konventionen, die ich bislang immer eingegangen bin. Und: Ich trinke neuerdings mal einen Limoncello, einen Apérol oder einen gespritzten Weisswein … und das nach beinahe 50 Jahren Alkoholabstinenz. Ja, ich habe bislang keinen Alkohol getrunken. Ach ja: Ich gehe an Konzerte und verhalte mich wie ein Groupie … ohne mich dabei zu schämen. Klar, es kann sich eigentlich nur um eine ausgewachsene Midlifecrisis handeln. Oder aber ich habe ganz einfach erkannt, dass ich nur ein Leben habe und dieses von jetzt auf gleich vorbei sein kann. Und weil ich nicht 100 Dinge bereuen möchte, die ich niemals getan habe, weil „man“ sie nicht tut, habe ich nun entschieden: Ich mache, was ich will – und es ist mir schnurzegal, was die Leute dazu für eine Meinung haben. Ich muss nämlich niemandem gefallen, ausser mir selber. Und vielleicht noch meinem geliebten Göttergatten. Der fand aber in den letzten 30 gemeinsamen Jahren so gut wie immer alles in Ordnung, was ich gemacht habe. Der freut sich sogar, wenn ich mich freuen kann wie ein kleines Kind, während ich von einem gelungenen Weiberabend erzähle.

Also: Wenn eine Midlifecrisis bedeutet, dass man auf einmal das Gefühl hat, für jeden einzelnen guten Tag im Leben dankbar sein zu müssen und nicht mehr irgendwelchen Regeln und Vorgaben gerecht werden zu wollen … ja, dann habe ich sie: DIE AUSGEWACHSENE MIDLIFECRISIS. Und wisst ihr was? Sie tut nicht mal weh! 🙂

Wenn die Hexe einschiesst

Wer schon einmal einen Hexenschuss hatte weiss, wovon ich nun erzähle. Wer bislang verschont blieb, dem wünsche ich, dass das so bleiben möge. Vorab soviel: Der Begriff Hexenschuss kommt aus der mittelalterlichen Vorstellung, dass Krankheiten von übernatürlichen Wesen (z.B. Hexen, Elfen etc.) mittels Pfeilschuss dem Menschen zugefügt werden. Dann bedanke ich mich doch recht herzlich bei der dämlichen Hexe, die letzthin in meiner Duschkabine nur darauf wartete, mir beim Ausstieg ins Kreuz zu schiessen. Hinterrücks, unangemeldet, fies und sowas von hinterhältig! Weiterlesen

Sportmuffel

Es soll Menschen geben, die süchtig sind nach Bewegung. Ich gehöre definitiv NICHT dazu! Mein Suchpotenzial in Sachen Sport ist gleich null. Es besteht keinerlei Gefahr, dass ich mich freiwillig sportlich betätige, obwohl ich weiss, dass es dringend nötig wäre. Ich bin mit meinen 47 Jahren in einem Alter, wo die Wehwechen anfangen, die Gelenke so langsam einrosten und das Gewicht tendenziell eher nach oben zeigt. Auch die Gefahr für Herz-Kreislauferkrankungen ist gross, wenn man sich sportlich nicht betätigt. Und für die Psyche soll es auch gut sein. Das weiss ich alles, ich bin ja nicht dumm: Nur FAUL!

Ich habe im Verlauf der letzten Jahre einiges an Sportrichtungen ausprobiert: Nordic Walking, Pilates, Step Aerobic, Zumba – nichts hat mich gepackt. Einzig die Sportschuhsammlung hat sich vergrössert.

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