Kampf im Kleiderschrank

In meinem Schlafzimmer tobt ein Kampf in den Kleiderschränken. Die dicken Winterpullis haben schon gemotzt, als ich die hübschen Frühlingsblusen und Shirts reingehängt habe. Dann haben sie noch lauter gemotzt, als ich sie ein bisschen in den Hintergrund drücken musste, um die dünneren Übergangspullis davorlegen zu können.

Im Gegenzug haben die frischen Frühlingssachen fröhlich pfeifend ihren Platz in Anspruch genommen und sich gefreut, dass sie schon ausgeführt wurden. Grummelnd sind die dicken Pullis immer weiter nach hinten gerutscht und die Luft im Schrank wurde immer dünner, während der Platz immer kleiner wurde. Auf einmal hingen nämlich Seidenblusen neben dicken Kaschmirjacken.

Im Kopf war ich ja schon auf Frühling eingestellt und habe mich mental also von den fetten Stricksachen nun verabschieden wollen – aber Petrus scheint da andere Pläne zu haben. Aktuell friert man sich draussen grad wieder den Allerwertesten ab und meine Kaschmirdinger haben zum Angriff geblasen. Weinerlich mussten die Frühlingsteile nach hinten rutschen … und kämpfen jetzt mit akuten Atemproblemen, weil die grossen Dicken sie fast erdrücken.

Ganz schlimm ist der Kampf in der Nacht, wenn ich gerne schlafen möchte. Da schimpfen die fetten Winterteile mit ihren dunklen Stimmen mit den leichten Frühlingsdingerchen, die sich mit feinen Stimmchen und vereinten Kräften zu wehren versuchen. Was für ein Lärm in meinem Schlafzimmer.

Um allen gerecht zu werden habe ich nun beschlossen, mich ab sofort nur noch wie ein Zwiebel anzuziehen … mit mehrfachen Schichten! Dann kommt der dünne Winterrolli halt unter die Frühlingsbluse und drüber schmeiss ich noch eine fette Kaschmirjacke. So ist mir warm … ich kann mal an- und wieder ausziehen wenn ich schwitze oder friere und der Streit im Schrank hört auf. Aber platzmässig wird es so langsam richtig eng, wenn Petrus sich nicht bald mal entscheiden kann, ob er nun Frühling oder doch lieber noch eine Weile Winter haben möchte.

Ich sage nur: Wie gut, dass es diese wahnsinnig wichtigen Probleme im Leben einer Frau gibt – uns wäre sonst ja langweilig … 🙂

Das schlägt dem Fass den Boden aus…

…oder wie bringe ich meine Blutwerte wieder dahin, wo sie hingehören?

Nicht genug, dass ich im 50-sten Lebensjahr bin.
Nicht genug, dass ich wechseljahrgeplagt bin.
Nicht genug, dass ich Wallungen habe.
Nicht genug, dass ich nachts nicht schlafen kann.
Nicht genug, dass ich Fressattacken habe.
Nicht genug, dass ich zugenommen habe, wie ein vollgesogener Schwamm. Weiterlesen

Reblog – Dicke haben es schwer…

..und zwar nicht nur auf der Waage! Laut diversen Erhebungen und Statistiken haben Dicke es generell im Leben schwerer – sei es im Job, beim Dating oder beim Shopping. Ganz egal wo, irgendwie scheinen Dicke immer ein bisschen am Rand zu leben. Ich kapiere bis heute nicht, warum um das Gewicht immer so ein Tamtam gemacht wird. Solange die Körperfülle nicht krank macht, sollte sie in meinen Augen schlicht und einfach kein Thema sein. Selbstverständlich sehe ich das anders, wenn sich körperliche Probleme einstellen. Aber ansonsten: Warum dieses Theater? Weiterlesen

Du hast doch alles…

…also sei gefälligst glücklich! Was für ein komisches Denken. Aber leider landläufig absolut gängig und normal. Obwohl es sowas von falsch ist – mehr falsch geht gar nicht. Wenn ich mal traurig bin, keine Kraft habe, mich einfach nur verkriechen möchte und auch keine Lust auf Unternehmungen habe, dann kommt es nicht selten vor, dass ich auf Unverständnis stosse. Und Sätze wie: „Hä, aber Du hast doch alles, warum bist Du denn nicht glücklich?“ gehören dann zu den meistgehassten Sätzen überhaupt. Ich muss jetzt hier mal eines grundlegend klären, und zwar für alle und ganz langsam, wenn nötig auch zum Abschreiben:

– Das Einfamilienhaus im Grünen
– Der schnelle Wagen in der Garage
– Die schönen Klamotten
– Die coolen Schuhe
– Die regelmässigen Ferien
– Das schuldenfreie Leben
– Das neue Handy
– Der Zweitwagen

…und all das andere scheinbar wichtige Zeug im Leben macht nicht glücklich. Nicht einmal ein klitzekleines bisschen.

Wer also glaubt, dass Leute, die auf dem Konto ein paar Franken mehr haben als andere, immer glücklich zu sein haben, der irrt gewaltig. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind nämlich nicht mit Geld zu bezahlen. Auch wenn die Fernsehfamilie Geiss das vielleicht so erscheinen lässt. Oder habt ihr schon mal versucht,

– Gesundheit
– Zurfriedenheit
– eine intakte Familie
– Motivation
– Sinn
– Lebenselixier
– Kraft
– Freunde

…und andere wichtige Dinge im Leben zu kaufen? Funktioniert nicht! Noch viel weniger funktioniert es,

– Krankheit
– Schmerzen
– Leid

– Unglück
– Kraftlosigkeit
– Müdigkeit
– Trauer

…und weitere einschneidende Ereignisse mit Geld aufzuwiegen? Geht nicht! Keine Chance!

Drum muss ich mich manchmal echt fragen, wenn ich Leuten zuhöre, die zu wissen meinen, dass materiell gutgestellte Menschen per se glücklich zu sein haben. Schliesslich haben die ja keine Probleme. Also nur, weil man keine Betreibungen hat, bedeutet das noch lange nicht, dass man gesund, glücklich und schmerzfrei ist. Mich ärgert das immer wieder. Dann kommen noch intelligente Stammtischsätze wie: „Jaja, die Reichen, die können schon erzählen – denen fehlt es ja an nichts!“ und ich werde zum hochexplosiven Dampfkochtopf. Reiche Menschen sind nicht die Bohne anders als arme Menschen. Der einzige Unterschied ist das Bankkonto. Sonst nix! Und Bankkonti scheinen generell im Volksmund überbewertet zu sein. Über reiche Menschen wird gesprochen, als ob sie entweder „Götter“ oder „totale Idioten“ wären. Und zwar immer. Ich muss euch schon wieder enttäuschen: Selbst Superreiche verdauen ihre Nahrung per Magendarmtrakt und … man höre und staune – beim Austritt aus dem Körper stinkt es keine Bohne weniger, als beim ärmeren Nachbarn. Da fallen also keine Goldtaler ins Klo. Und das Toilettenpapier besteht nicht aus Noten. Ach ja – und habe ich schon erwähnt, dass sich 40 Grad Fieber bei einem Superreichen mindestens genaus bescheiden anfühlen, wie beim armen Schlucker? Und die Diagnose einer unheilbaren Krankheit haut jeden aus den Schuhen, ganz egal, wie der Kontostand aussieht.

So, das musste jetzt hier mal raus! Mich nervt dieses bescheuerte Schubladendenken. Dieses …
… reich = doof
… dick = undiszipliniert
… arm = faul
… arbeitslos = dumm
… dünn = krank
… hässlich = asozial
… hübsch = erfolgreich

…ist einfach nur zum Ko…., ehm, tschuldigung: Erbrechen! Jeder ist, wie er ist – und jeder hat seine Probleme. So ist das Leben. Furchtbar einfach – und überhaupt nicht spektakulär. Sorry, wenn ich nun womöglich die schubladisierte Gedankenwelt vieler zerschlagen habe. Aber ein Reset wäre dringend nötig!

Dick, doof, unglücklich

Was für eine nette Überschrift, nicht wahr? Und wer nun denkt, dass ich von mir rede, der kann sich das Grinsen auf den Stockzähnen gleich wieder verkneifen – das tue ich nämlich nicht. Die hiesige Tageszeitung tut dies heute! Und sie beruft sich dabei auf eine Studie, welche die Zürich Versicherung in Auftrag gegeben hat. Diese Studie trägt nun den hübschen Titel „Eidgenössischer Glücksindex“ (wow, heutzutage gibt es echt nichts, was es nicht gibt) und bringt Schreckliches zutage. Weiterlesen

Fiese Spiegel

Shopping macht Spass. Ein schöner Tag. Alleine oder in Gesellschaft auf die Jagd nach schönen neuen Errungenschaften für den Kleiderschrank zu gehen, ist ein tolles Gefühl. Man sollte einfach gute Laune haben, wenn man auf Shoppingtour geht, denn alles andere endet sonst nur im Desaster. Frusttage ziehen Frustkäufe nach sich – und diese sind bekanntlich nie brauchbar. Zumindest ich kaufe bei Frustkäufen nur Sachen, die ich dann NIE anziehe, weil ich mich beim Einkauf so schlecht gefühlt habe, dass ich mich im Nachhinein immer frage, was mich da geritten hat.

Aber anyway: Auf zum positiven Shoppingerlebnis. Gut gelaunt und voller Zuversicht, dass jede Menge schöner Dinge auf mich warten. Schon im zweiten Geschäft werde ich fündig. Eine tolle Hose aus Spitze lacht mich an. Ich schnappe das edle Teil und verschwinde in der Umkleidekabine. Schuhe ausziehen, Hose ausziehen und Unterwäsche richten. Dann der Blick in den Spiegel – in der gut ausgeleuchteten Kabine (mir wär lieber, es wäre dunkler). Wo zum Teufel kommt diese Cellulite auf einmal her? Die war doch gestern noch nicht da. Ich drehe mich zur Seite und finde, dass dieser Spiegel richtig bescheiden ist. Heute morgen war ich definitiv noch nicht so dick! Ok, versuchen wir es einmal mit der schönen Spitzenhose. Vom Bügel nehmen, einsteigen und….reinwürgen! Komische Grösse, finde ich. Die fällt bestimmt extrem klein aus. Anders kann ich mir nicht erklären, dass sie sich so saumässig klein anfühlt. Aber der Knopf geht zu, yeah! Blick in den Spiegel – oh Schreck! Dieser unsäglich brutale Spiegel zeigt mir jede Delle, die ich nicht sehen möchte, und das grelle Licht lässt mich sowieso aussehen, als ob ich gerade von den Toten auferstanden wäre. Nein, das kann es nicht sein. Umziehen und weitersuchen ist angesagt. Weiterlesen