Jemand hat die Jahre geklaut …

… oder wie ist es sonst zu erklären, dass unser Sohnemann auszieht?

Ja, er ist in der Tat alt genug und macht nun seinen Traum vom gemeinsamen Leben  mit der Partnerin in einer eigenen Wohnung wahr. Und ich sitze hier und denke:

Hä? Moment! Der hat doch eben noch mit seinen Legos gespielt, hat tonnenweise Bücher verschlungen und im Sandkasten geschimpft, wenn sich der Sand in seine Socken geschlichen hat. Es ist doch erst ein paar Wochen her, dass wir seine Schulzeugnisse unterschreiben mussten und ihm einen Batzen für seine super Noten gegeben haben.

Ich erinnere mich noch so gut, als ich einmal abends seine Bettdecke aufgeschüttelt habe und er einen Heulkrampf bekommen hat, weil ich seinen Teich mit seinen Enten drin mit meiner Schüttelaktion kaputt gemacht habe. Ja, in der Decke lagen Legoteile (Enten) und seine Bettdecke war der Teich. Total logisch, oder? Und ich unsensible Mutter habe das vor dem Schlafengehen einfach zerstört!

Es gibt so vieles, was mir nun wieder einfällt. Der kleine Junge, der immer alles genau erklärt haben wollte – der mit seinem Denkerblick immer alles beobachtet hat und sich dabei seine Gedanken gemacht hat. Der ABC-Schütze, der nie verstehen konnte, warum manche sich prügeln, wenn man doch einfach zusammen reden könnte.

Nun zieht er in sein eigenes Zuhause … was wir ihm sehr gönnen und mein Mama-Herz wird es schon noch kapieren … im Moment schwelge ich nur grad in einer Nostalgiewolke!

Kleiner Junge – erwachsener Mann … pass auf Dich auf! 🙂

P.S.: Für alle, die nun denken, er ziehe ans andere Ende der Welt, weil ich so nostalgisch werde … er zieht ziemlich genau 12-Autominuten von uns weg … kicher …

 

Déjà-vu

Es gab mal eine Zeit, da waren der Göttergatte und ich froh, wenn wir mal fünf Minuten Ruhe im Haus hatten. Eigentlich kam das während ein paar Jahren kaum einmal vor. War das eine Kind auf dem Weg zur Schule, war das andere schon wieder auf dem Weg nach Hause. Die Stundenpläne waren so, dass die Zeit oft gerade mal reichte, um kurz die Einkaufsliste durchzuackern und dann wieder auf der Matte zu stehen. Da waren die ruhigen Zeiten tatsächlich eine Seltenheit. Und ich weiss, dass wir – wie wohl fast alle Eltern – zwischendurch dachten, wie schön es doch wäre, mal wieder einen Abend in Ruhe mit hochgelegten Beinen vor der Glotze zu liegen und aus keiner Ecke ein „Mamaaaaaa“ oder „Papiiiiii“ zu hören.

Irgendwie hat dann irgendwer einen Knopf betätigt, auf welchem wohl SPEED oder so geschrieben stand. Oder wir sind versehentlich in eine Zeitmaschine geraten. Und nun ist es genau andersrum: Wir geniessen es, wenn zwischendurch mal wieder die ganze Familie gemeinsam am Tisch sitzt – oder vor der Glotze liegt. Und das kommt leider nicht mehr oft vor. Die Kinder sind erwachsen, gehen ihre eignenen Wege und – aus den heiss ersehnten fünf Minuten Ruhe ist irgendwie ein viel zu stilles Haus geworden. Auch die tierischen Gesellen, welche bei uns wohnen, können daran nichts ändern.

Hätte mir vor Jahren jemand gesagt, dass ich mein Programm mal danach richten würde, sicher zu Hause zu sein, wenn die Kinder beide da sind – ich hätte mir an den Kopf gefasst. Niemals! Und jetzt: Ich versuche, möglichst keine Termine zu haben, wenn die Beiden zum Abendessen da sind. Und ich geniesse die Zeit, wenn es mal wieder „Mamaaa“ schreit, selbst wenn es nur ist, weil der Sohnemann oder das Tochterkind irgend ein Wäschestück nicht findet.

Wüsste man das vor der Geburt der Kinder, man würde jede Minute viel intensiver geniessen. Zumindest geht es mir so! Zwar bin ich stolz auf meine beiden Grossen, aber ich wünschte mir manchmal halt die beiden Kleinen wieder zurück. Zum Knuddeln und Geschichten erzählen. 🙂

Neues Gefüge

Früher musste ich, wenn Urlaub angesagt war, immer alles gefühlt 100-fach organisieren, damit die Katzen gefüttert, die Wäsche gemacht, eingekauft und weiss der Herr was noch alles gemacht war. Und im Geschäft galt es, alles aufzugleisen, damit nichts liegen bleibt. Heute sieht das total anders aus. Warum? Weil der Sohnemann – inzwischen erwachsen und noch bei uns lebend – das Management in dieser Zeit übernimmt. Weiterlesen

Ups!

Manche Dinge ändern sich schneller, als man denkt. So ist es bei uns im Moment gerade. Unser Tochterkind ist im Sommer in ein anderes Land und dazu noch in eine Grossstadt gezogen, um den Studiumstraum zu verwirklichen. Ein mutiger Schritt, den ich sehr bewundere. Ich weiss nicht, ob ich mich das mit 20-ig getraut hätte. Viel spannender aber noch: Das Tochterkind ist gegangen – und nun ist eine junge Frau auf Urlaub nach Hause gekommen. Schwupp! Irgendwie ist da in der Zwischenzeit eine Ladung Selbständigkeit, Charakterstärke, Mut und Zielstrebigkeit auf das Tochterkind runtergefallen. Und das ist schön zu sehen. Weiterlesen

Glucke sucht Küken

Hilfe, meine Kinder sind erwachsen geworden und haben vergessen, mir das mitzuteilen. Irgendwie ging das plötzlich so schnell, dass ich da wohl etwas verpasst habe. Und nun? Nun habe ich zwei grosse Gluckenflügel und keine Jungen mehr, die darunter wohnen wollen. Oder nur noch, wenn wirklich Not am Mann oder der Frau ist. Seufz:-( Mama wird arbeitslos.

Und nun kommt die Frage aller Fragen: Wäre ein kleiner Hund die Lösung? Einer, der immer bei mir wäre, der bei mir schlafen, mit mir Fernsehen, mich zur Arbeit begleiten und mich anhimmeln würde. Und den ich bemuttern, verhätscheln und umsorgen könnte. Diese Vorstelllung finde ich je länger, umso schöner. Einziger Haken: Meine drei Katzen. Also zwei davon sind noch relativ jung, und würden sich wohl an den neuen Gesellen gewöhnen. Aber der alte Kater, der nun schon 15 Jahre bei uns lebt – ich fürchte, dass der das nicht mehr so einfach hinnehmen würde. Deswegen bin ich mir da noch nicht so sicher. Vielleicht warte ich mit meinem Vorhaben doch noch ein Weilchen. Ich will nicht schuld daran sein, wenn unser Mister Miau das Zeitliche segnet, weil ein bellender Kollege einzieht. Weiterlesen

Das tut man nicht…

Wer ist man? Wir alle? Langweilig! Als Kind streckt man hin und wieder jemandem die Zunge raus. Man nennt den Spielkameraden zwischendurch ein Arschloch. Der besten Freundin zieht man an den Haaren, wenn sie nervt. Man bohrt genüsslich in der Nase und steckt den Popel anschliessend in den Mund. Man rülpst im Restaurant und alle kichern. Man pupst im Kindergarten – zum Gelächter aller anderen. Und wenn man beim Einkaufen etwas nicht bekommt, darf man auch mal einen Tobsuchtsanfall bekommen, ohne dass die Welt untergeht. Weiterlesen

Happy birthday, Lieblingstochter

Heute vor genau zwanzig Jahren wurdest Du geboren. Morgens, kurz vor acht kamst Du mit stolzen 3800 Gramm zur Welt – und warst damit immer noch fast ein Kilo leichter, als Dein grosser Bruder. Obwohl Du über ein stattliches Gewicht verfügt hast, hatte ich das Gefühl, nun auch Baby bekommen zu haben (bei Deinem Bruder waren wir uns nicht sicher, ob er womöglich selber aus dem Spital marschieren würde, weil er so schwer und riesig war!). Du hattest kurze, pechschwarze Haare und eine süsse, kleine Nase. Weiterlesen