Das Leben ist eine Achterbahn

Wenn man selber vom Schicksal gebeutelt wird, dann denkt man nicht selten, damit ganz alleine zu sein. Die Frage nach dem Warum lässt einen oft verzweifeln und doch findet man keine Antwort. Und das Gefühl, dass es bei allen besser läuft, als bei einem selber, kann einen schon mal hadern lassen.

Da ich bekanntlich sehr offensiv mit allen Themen umgehe und auch nicht einsehe, warum Krankheiten wie Krebs, Demenz oder Hirnschläge einfach totgeschwiegen werden sollten, erfahre ich in letzter Zeit, dass es kaum jemanden gibt, bei dem das Leben einfach geradeaus verläuft. Die Bürden, welche die Familien zu tragen haben, sind nicht bei allen gleich schwer. Aber irgendwie haben alle das Problem, dass irgendwo der Schuh drückt.

Manchmal denke ich, dass es am Alter liegt – die „Einschläge“ der tragischen Ereignisse häufen sich oft dermassen, dass ich das Gefühl habe, all das gar nicht mehr verarbeiten zu können. Wir scheinen in einem gefährlichen Alter zu sein. Herzinfarkte, Hirnblutungen, Krebserkrankungen und Todesfälle gehören beinahe zu den alltäglichen Infos die einen erreichen und ich habe das starke Bedürfnis, zwischendurch mal kurz HALT zu schreien, um durchatmen zu können.

Und dann denke ich wieder: Das scheint der Lauf des Lebens zu sein. Es geht phasenweise schön wie geplant – um dann wieder holprig, steinig und schier unerträglich zu werden. Ob es den perfekten Lebensweg überhaupt gibt? Ich möchte einmal von jemandem hören, dass er sein Leben als schlicht perfekt empfindet und keine harten Kämpfe ausfechten muss. Leider hoffe ich da offenbar auf ein Märchen. Die Regel der steinigen Wege scheint keine Ausnahmen zu machen … oder ich kenne sie einfach nicht.

Dass ein Weg Kurven hat, das war mir immer klar. Dass man hin und wieder auch Steine beiseite räumen muss, das wusste ich auch. Dass manche Wege aber ganze Lawinen bereithalten, oder einen mit Überschwemmungen schier ertrinken lassen, das musste ich auf ziemlich harte Weise lernen. Und dann gibt es noch jene Wege, die auf einmal – ohne Vorwarnung – einfach aufhören. Nach dem Motto: Ende Gelände! Dann ist da nur noch Leere. Auch das gibt es.

Ich werde mir niemals anmassen zu beurteilen, welche Schicksale schlimmer sind als andere – ich finde nur, dass der Lebensweg manchmal ruhig ein bisschen gradliniger und einfacher verlaufen dürfte. Das wünschte ich mir nicht nur für uns – es gibt da noch eine ganze Menge andere Fälle, denen ich das mindestens genauso wünschen würde.

In diesem Sinne: Geniesst jeden Tag, der so verläuft, wie ihr euch das wünscht. Es kann sich nämlich sehr schnell ändern!