Zwei Jahre ist es her …

Der 12. November – es sind zwei Jahre her. Vor zwei Jahren wurde uns von einer Sekunde auf die andere der Boden unter den Füssen weggezogen. Ohne Vorahnung, ohne Vorwarnung, ohne ein sachtes Gespräch wurden wir mit der Krebsdiagnose meines Göttergatten konfrontiert. Auf dem Korridor des Krankenhauses. Der Boden unter den Füssen tat sich auf und – da war nur noch ein schwarzer Abgrund.

Die Diagnose war niederschmetternd, die Prognose noch viel mehr. Nach dem ersten Schock legten wir zusammen mit dem Göttergatten den Schalter auf Kampfmodus um. Aufgeben war von der ersten Sekunde an keine Option, obwohl man uns sehr entmutigt nach Hause entlassen wollte. Noch heute höre ich den Satz des Arztes: „Auf ein paar Wochen kommt es bei ihrem Mann nicht mehr an.“

Inzwischen hat er mehrere schwere Operationen, diverse Bestrahlungen, pausenlose Chemiekäulen und immer wieder Rückschläge einstecken müssen … aber wir geben nicht auf. ZWEI JAHRE SPÄTER! Wer hätte das damals gedacht? Kein einfacher Weg, den wir da seit zwei Jahren zusammen gegangen sind. Mein Held hat mit seinem Optimismus, seinem unfassbar starken Lebenswillen und ganz viel Hoffnung und Zuversicht diesen Weg aber bisher erfolgreich gemeistert. Und ich bin wahnsinnig stolz auf ihn. Gemeinsam haben wir uns auf dem Onkoplaneten einrichten müssen – wohl oder übel. Und gemeinsam – als Familie – haben wir versucht, uns mit diesem Schreckgespenst Krebs zu arrangieren. Was blieb uns auch anderes übrig. Getragen werden wir von unserer starken Familie, unseren wunderbaren Freunden, vielen lieben Bekannten und sogar Unbekannten. Und eine inzwischen sorgfältig ausgesuchte Ärztecrew begleitet uns auf diesem Weg. Ja, richtig – UNS. Der Krebs betrifft nämlich alle, die den Weg mitgehen. Alleine wäre diese Aufgabe nicht zu meistern.

Bestimmt fragt ihr euch nun, wie es denn jetzt weitergehen wird – wie unsere Zukunft aussieht. Nun ja: Das wissen wir nicht. Wisst ihr, wie eure Zukunft aussehen wird? Es ist eigentlich ausgeschlossen, eine medizinisch verbindliche Aussage zu machen – schliesslich hiess es vor einem Jahr „auf ein paar Wochen kommt es nicht mehr an“.

Wir geniessen, was im Moment ist. Wir sind dankbar, gemeinsam den Weg so weit gegangen zu sein und diesen hoffentlich noch ganz lange weitergehen zu können. Kein Arzt kann mit Sicherheit sagen, was passieren wird. Schliesslich gibt es gerade in der Medizin Rätsel, die kein Mensch erklären oder lösen kann. Wir nehmen Tag für Tag, haben unsere Prioritäten überdacht und unser Leben neu organisiert.

Wer weiss schon, was morgen ist? Das gilt nicht nur für Krebspatienten – das gilt für alle Menschen. Und allen, denen mit einer solchen Diagnose der Boden unter den Füssen weggezogen wird, kann ich nur raten: Glaubt nicht alles, was euch gesagt wird. Jeder Mensch ist anders, jeder Körper reagiert anders und – auch die Götter in weiss haben nicht immer die absolut richtige Erklärung. Kämpfen lohnt sich immer – am besten gemeinsam!

Ich hab das beste Umfeld der Welt

Wer mit mir befreundet oder gar verheiratet ist, der muss einiges an Spontanität mitbringen. Anders bin ich nicht zu überstehen, sagt man. Warum? Weil ich problemlos täglich meine Richtung mehrmals ändern kann. Egal in welchem Bereich. Ich bin äusserst spontan, um nicht zu sagen: Ziemlich unstet – Rudi rastlos ist ein laues Windchen gegen mich!

Da hab ich euch eben noch aus dem Strandkorb an der Nordseeküste oben berichtet, und schon bin ich in der geliebten Hansestadt Hamburg. Und all das mit dem Göttergatten und unseren lieben Freunden in einer 30-Minuten-Aktion heute beim Frühstück. Das ging so nach dem Motto:

Velotour durch die Weiten Nordfrieslands – erledigt (sogar zweimal)!
Bummeln durchs Dorf – erledigt (auch zweimal)!
Strandbesichtigung und Zwischenstopp im Restaurant im Meer – erledigt!
Fisch essen – erledigt!
Shopping – erledigt!

Und all das haben wir bei jeweils über 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von über 80% gemacht. So! Und so war meine Frage: Und was nun, ausser weiterschwitzen und schlechtem Schlaf mangels Klimagerät im Zimmer? Und da kam meine total spontane Idee: Einpacken, Chauffeur rufen, Hotel in Hamburg für Zimmer anfragen und buchen, Musicaltickets buchen und … tschüss und weg. Typisch für mich – sehr typisch. Und mein Umfeld ist in der Regel von meinen Aktionen entweder so geplättet, dass sie sich gar nicht mehr wehren können, oder aber sie kennen mich so gut, dass sie wissen, dass Gegenwehr ohnehin nichts bringt.

Ein liebe Menschin hat mich heute gefragt: „Hast Du eigentlich auch schon mal einen Urlaub plänmässig beendet?“ Meine Antwort: „Selten!!!“ Entweder verschiebe ich das Rückreisedatum oder ich ändere spontan die Destination oder wechsle das Hotel. Meist reisen wir sogar eher nach Hause, als geplant … weil ich auf einmal einfach die Nase voll habe.

Ja, Leute – ich bin richtig anstrengend … ihr habt recht! Und ich habe zum Glück unendlich liebe Menschen um mich herum, die meine Sinneswandel immer ganz geduldig mitmachen. Was habe ich doch für ein Glück! Danke, liebe Menschen um mich herum, dass mir mich so geduldig ertragt … ich würde ja vor mir selber davonrennen. Dieses ewige Hin und Her ist ja  nicht zum Aushalten. Aber: Ich war schon immer so! Scheint also ein Gendefekt zu sein:-)

Mama, die Rätselniete

Sie schiessen wie Pilze aus dem Boden, die Abenteuer- und Rätselräume … die Erlebnis- und Spielwelten für Erwachsene. Die meisten kennen die Adventure-Rooms. Inzwischen gibt es aber noch diverse Konkurrenten. Einer davon ist Escapequest – und weil der Sohnemann in Luzern bei Escapequest die Spieler einweist und die Räume betreut, musste auch die rätselresistente Mama kürzlich in den sauren Apfel beissen.

Zugegeben, ich bin keine Spielerin – egal welche Art von Spiel. Ich scheitere sogar an einem simplen Sudoku oder einem Kreuzworträtsel. Und Gruppenspiele sind schon gar nicht meine Stärke. Umso mehr war ich gespannt auf diese Herausforderung, welche ich mit dem Göttergatten, dem Tochterkind und deren Freund an einem Sonntag in Angriff nahm. Meine Bedingungen waren von Anfang an klar: Keine engen Räume und keine Dunkelheit … Platzangst würde mich da panisch werden lassen. Da es aber genügend verschiedene Räume zur Auswahl hat, gab es auch für die ängstliche Mama den richtigen Raum.

Der Sohnemann nahm uns in Empfang und wir wurden von ihm eingewiesen und mit dem nötigen Material ausgetattet. Dann wurden der Göttergatte und ich in einen Raum gesperrt und an Stühle gekettet, während das Tochterkind mit ihrem Freund im Nebenzimmer eingeschlossen wurde. Als erstes mussten wir mit Rätseln unsere Walkie Talkies finden, um uns mit den Jungen im Nebenraum überhaupt verständigen zu können. Wir waren nämlich aufeinander angewiesen, um uns von den Stühlen befreien zu können. Teamwork oder Teambuilding … es ist beides nötig und wichtig. Ein Teil der Lösungen war in unserem Raum, der andere Teil in deren Raum. Und wir schafften es erstaunlich schnell, zueinander zu kommen, um gemeinsam das gesamte Rätsel und letztlich die Befreiung aus dem Raum zu schaffen.

Ich muss gestehen, dass ich nicht allzuviel zur Lösung der Rätsel beigetragen habe. Irgendwie stösst da meine Fantasie sehr schnell an Grenzen. Die Jungen haben das weit besser im Griff … zumal die meisten schon mehr als einmal in solchen Räumen gespielt haben. Und der Göttergatte hat ein Auge für Dinge, die ich nicht mal sehen würde, wenn man sie mir vor die Nase hält. Tatsache ist aber: Wer als Erwachsener einmal etwas anderes machen möchte – seine grauen Zellen fordern und dabei Spass haben will – mit Freunden oder Familie einen Ausflug plant … für all jene ist ein Besuch in einem solchen Raum natürlich absolut witzig. Man kann bei der Anmeldung auch wählen, welche der Räume man spielen möchte – es hat nämlich mehrere zur Auswahl. Von obergruselig bis megaspannend, von extrem kreativ bis äusserst abwechslungsreich. Und altersmässig sind nach oben keine Grenzen gesetzt … Hauptsach Spass an der Freude!

Auch Firmen, die in Sachen Teambildung etwas Kreatives einbringen möchten, wählen des Öfteren solche Abenteuerräume. Und weil ich ausnahmsweise mal Werbung in sohnemannscher Sache mache, würde ich selbstverständlich die Räume in Luzern empfehlen. Mehr Infos erhaltet ihr unter:

http://escapequest.ch/lc

 

Wenn die Panik im Nacken sitzt

Die treuen Leser-/innen wissen es alle: Die modepralinsche Familie lebt seit 18 Monaten auf dem Onkoplaneten. Das fiese Krabbentier hat sich beim Göttergatten eingenistet und offenbar beschlossen, dort freiwillig auch nicht mehr auszuziehen. Zwar haben wir dem Hauptübeltäter per operativem Eingriff den Garaus gemacht – also quasi eine Zwangsräumung vollzogen. Blöderweise hat das Mistvieh aber schon seine halbe Familie im Körper des Göttergatten zum Wohnen eingeladen und so bleibt das Leben ein Kampf. Es gibt inzwischen eine Menge Krebszellen, die mit Therapien zu töten sind. Leider hat sich aber ein besonders fieser Geselle meinen Göttergatten als Träger ausgesucht … er scheint untötbar. Mit viel Chemie ist er bislang zumindest daran zu hindern, noch mehr Junge zu fabrizieren. Aber ganz zur Wohnungsräumung konnte das Krabbentier nicht bewogen werden.

Und so kommt es, dass der Göttergatte medizinisch streng überwacht und regelmässig durchleuchtet wird, um zu sehen, was die fiesen Ableger alles anzustellen versuchen. Das braucht Kraft. Für meinen Herzmenschen braucht es sowohl körperlich als auch mental eine unfassbare Stärke, um nicht durchzuhängen oder in Panik auszubrechen. Für uns rund um ihn herum ist es vor allem ein psychischer Kraftakt. Jeder geht anders damit um. Ich für meinen Teil habe an Tagen, an welchen grosse Untersuchungen anstehen und wir auf das Resultat warten müssen sämtliche Symptome, die das Wählen der 144 rechtfertigen würden. Mein Herz rast, stolpert und macht mir das Atmen schwer. Auf der Brust liegen gefühlt zwei Tonnen und im Nacken sitzt ein Teufel, der mich alle paar Minuten daran erinnert, dass demnächst eine Nachricht ankommen wird. Ob es eine gute, oder eine schlechte Nachricht ist, weiss man nie. Und das macht das Warten schier unerträglich. Sich auszumalen, was denn nun sein wird, wenn es schlechte Nachrichten sind, macht einen kaputt. Zumal man es sich eigentlich gar nicht ausmalen kann. Schon mehr als einmal erlebt weiss ich inzwischen, dass man sich auf diese Szenarien nicht vorbereiten kann. Sie erwischen einen immer wieder mit voller Wucht! Bei guten Nachrichten hört man regelmässig die Steine, welche von der Brust rollen und zu Boden donnern. Und den Teufel im Nacken kann man dann auch mit einem zünftigen Schütteln für einmal wieder von den Schultern werfen.

Und wie sagt man so schön: Nach der Untersuchung ist vor der Untersuchung. Das Leben in der Dauerangst fordert einen manchmal übel und die Unbeschwertheit leidet. Aber es gibt nichts, was man dagegen tun könnte. Wir haben zwar inzwischen gelernt, im Hier und Jetzt zu leben, weil das Morgen schon wieder ganz anders sein kann – aber es ist nicht immer so einfach, wie es sich hier tippen lässt. Es braucht Kraft, Zuversicht, Geduld, Liebe, ein starkes Umfeld und die besten Mediziner, die man nur finden kann.

Ohne Familie und Freunde wäre das Leben auf dem Onkoplaneten nicht auszuhalten, das ist sicher. Umso dankbarer bin ich, dass wir auf diese Menschen zählen können. Jene eben, die mich während meinen Herzkaspereskapaden versuchen in Schach zu halten, damit ich die Kraft habe, um dem Göttergatten immer zur Seite stehen zu können. Gemeinsam gegen das fiese Krabbentier!

Warum in die Ferne reisen …

… wenn das Schöne liegt so nah?

Facebook, Instagram, Snapchat und Co. sind voll von Ferienbildern aus der Karibik, den Malediven oder sonstigen Destinationen am anderen Ende der Welt. Wunderschön – aber warum immer so weit weg?

Ich gönne mir derzeit mit lieben Freunden eine Kurzauszeit … achtung, festhalten … in Zürich! OMG!!! Wie kann ich nur … in Zürich? Furchtbar, oder? Eben nicht!

Es gibt tatsächlich im schönen Zürich ein Hotel, welches ganz viel der schönen Feriendestinationen unter einem Dach beheimatet. Ayurveda in Form von Essen, Wellness, Schönheit und Wohnen. Aber auch das ganz Normale, für jene, die kein Fan von Ayurveda sind. Betritt man das Haus, wird man vom Duft von Ferien, Wohlfühlen und Bleibenwollen begrüsst. Und – entgegen aller bislang gemachten Erfahrungen in den Schweizer Hotels – ist die Freundlichkeit in diesem Hause nicht zu toppen.

Ich dachte ja bislang, ich müsste nach Österreich oder ganz einfach ins Ausland fahren, wenn ich nett umsorgt werden möchte. Ich wurde gerade eines Besseren belehrt. Hier gibt es das Rundum-Sorglospaket im eigenen Land. Wer hätte das gedacht? Ach ja: Ich werde für diese Berichterstattung weder vom Hotel noch vom Tourismusverband bezahlt – ich finde es einfach wunderbar, dass ich ins Auto sitzen, eine Stunde fahren und mich in den Ferien fühlen kann. Ein paar Bilder gefällig?

 

Und für jene, die jetzt auf die gute Idee kommen, selber mal in der Schweiz Ferien zu machen, hier noch der Link zum Haus: https://atlantisbygiardino.ch. Das Hotel liegt übrigens am Waldrand – Naherholungszone pur. Und zur City sind es mit dem hoteleigenen Shuttleservice 10 Minuten.

Jetzt kommt noch die Korrektur zum Thema „Arrogante Zürcher“ von der Modepraline. Landauf, landab wird erzählt, die Zürcher seien alle arrogant. Immer wieder höre ich dieses Vorurteil und ich muss einmal mehr dagegen halten. Wir sind drei intensive Tage und Abende durch Zürichs Gassen, Geschäfte, Restaurants und Cafés geschlendert, haben uns beraten, bedienen und verwöhnen lassen und wir wurden durchwegs nett behandelt. Dies, obwohl wir immer nur in Jeans, Sneakers und unblondiert unterwegs sind. Egal, in welchem Geschäft wir einkehrten, wir wurden freundlich empfangen und zuvorkommend bedient (bis auf eine Ausnahme – Jimmy Choo lässt grüssen). Und das Highlight sind Zürichs Taxifahrer. Von Kroatien über Griechenland bis zu Haiti haben wir jegliche unterhaltsame Geschichtsunterrichtsfahrten gemacht. In den Restaurants wurden wir auch in Jeans überall hervorragend bedient und es gibt für mich 100 Gründe, dies alles wieder zu machen. Es gibt aber nicht einen einzigen Grund, warum ich es nicht mehr tun würde.

Das schlimmste an den paar schönen Tagen hier war die immer wiederkehrende Frage der Therapeutinnen im Ayurveda-Spa: „Könnten Sie bitte wieder auftauchen aus der Entspannung, die Behandlung ist beendet.?“ Ich habe regelmässig geantwortet mit: „Nein, ich möchte nicht – ich möchte gerne noch ein paar Stunden liegenbleiben.“

Eine Ode an mein Heimatland, welches also an unerwarteten Orten wunderschöne Oasen birgt. 🙂

 

Vorfreude ist die schönste Freude?

Man sagt ja, Vorfreude sei die schönste aller Freuden. Also ich kann das überhaupt nicht bestätigen. Irgendwie läuft da bei mir was gehörig falsch. Wenn ich mich nämlich auf etwas sehr freue, dann geht es zu 99,9 % gründlich in die Hose. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist – aber ich kenne es nicht anders.

In der Regel ist es so, dass ich mir schon im Vorfeld ganz fest vornehme, mich NICHT ZU FREUEN. Ich habe nämlich so langsam den leisen Verdacht, dass in meinem Kopf ein kleiner Teufel sitzt, der sich – sobald ich mich auf etwas freue – mit allem bewaffnet, was er hat, um mich dann mit sämtlichen Viren, Bakterien und Wehwechen zuzuschiessen, die er mobilisieren kann. Kleiner Arsch das!!!

Es spielt auch absolut keine Rolle, ob es sich um einen Ausflug, ein Wellnessweekend mit Freunden, Ferien oder einfach ein Konzert handelt. Jedesmal, wenn sich nur die kleinste Vorfreude in mir regt, wird der Teufel aktiv. Und wenn der Tag X kommt, dann hat er vermutlich jedesmal noch seine ganze Verwandtschaft eingeladen, um mir das Leben so richtig schwer zu machen und mir das erfreuliche Ereignis gründlich zu versauen. Ich bin so inzwischen auch zum Meister der Absagen, Annullationen und Abbrüche jeglicher Ereignisse geworden 😦

Ich weiss, dass ich das als Kind und Jugendliche schon hatte. Je grösser die Freude, umso kränker war ich. Was ist das bloss für ein Phänomen? Und es ist so unglaublich schwer, sich nicht auf etwas zu freuen, was man gerne machen möchte. Dieser Sabotageteufel merkt, wenn ich ihn austricksen will. Der scheint meine Endorphine schon zu riechen, bevor mein Körper sie überhaupt ausschütten kann. Ich habe keine Ahnung, wie ich diesen Saukerl loswerde – aber er ist grad wieder mal daran, mir etwas so richtig vermiesen zu wollen.

Falls mir jemand einen Tipp hat, wie man sich „nicht freut“, dann bitte her damit!

 

Auf ein sorgenfreies 2018

Ein ereignisreiches und sorgenvolles 2017 geht so langsam zu Ende. Vor einem Jahr planten wir auf die schnelle (nach der Krebsdiagnose des Göttergatten und der ersten grossen Operation) ein spontanes Weihnachtsfest und die Herzen waren schwer, weil man uns nicht die Hoffnung gemacht hatte, dass wir das nächste Weihnachtsfest auch noch gemeinsam werden feiern können.

Jetzt, ein Jahr später, steht das nächste Weihnachtsfest vor der Tür und … dem Göttergatten geht es unfassbar gut. Er hat in diesem Jahr so ziemlich jede Studie, Statistik und medizinische Logik widerlegt. Mit eisernem Willen und durchwegs positivem Denken (was mir leider immer wieder schwer fällt) hat er sich durch dieses Jahr mit einer weiteren schweren Operation, mit Bestrahlungen und mit Dauerchemiekäulen gekämpft. Und er hat – zu meinem grossen Ärger – nicht ein einziges mal gejammert. Auf die Frage: „Wie geht es Dir?“ kommt immer postwendend ein: „Prima, und Dir?“ Selbst wenn ich ihm von weitem ansehe, dass er erschöpft und ausgelaugt ist, so sagt er immer noch „prima“. Deshalb glaube ich ihm nur, was ich auch sehe. Alle, die mit ihm telefonieren, sind sich immer sicher, dass er morgen einen Marathon laufen wird, so wie er immer sein „priiiiiiimaaaaa“ betont. In Wahrheit sieht es aber manchmal aber nur mässig prima aus – das würde mein Held aber niemals zugeben.

Die Kraft der positiven Gedanken, der Hoffnung und des Glaubens versetzt bekanntlich Berge. Bisher hat er das einwandfrei geschafft. Ich bin überrascht, dass die Alpen noch da sind und wir noch nicht den freien Blick ins Nachbarland haben.

Auch wenn ich Weihnachten eigentlich gar nicht mag, so freue ich mich bis zum Mond und zurück, dass ich meinen Herzmenschen auch in diesem Jahr an meiner Seite haben werde. Das ist das einzige, was ich mir gewünscht habe. Danke, lieber Weihnachtsmann oder liebes Christkind … egal, wer auch immer – einfach DANKE.

Ich wünsche mir, dass das neue Jahr uns etwas mehr Luft zum Atmen geben wird – auch wenn sich die Sorgen leider nicht einfach in Luft auflösen werden, so könnten sie uns mal eine Weile nicht gar so sehr erdrücken. Das wäre prima. Und wir gehen den Weg weiter – gemeinsam … egal, wohin er führt; zusammen mit unseren Kids, der Familie, unseren Freunden und allen, die uns tragen helfen. Fuck cancer – enjoy life! 🙂