Nette Menschen und andere …

Ich habe mich heute mit meiner lieben Freundin einer für uns neuen Herausforderung gestellt. Wir haben gemeinsam in unserer hiesigen Kleinstadt in der Fussgängerzone Flyer verteilt – für unser Lieblingsmodegeschäft. Ist ja klar, dass diese schräge Idee von mir kam. Offenbar tut man sich sonst sowas nicht freiwillig an … zum Teil sogar berechtigterweise. Aber wir hatten ein saumässiges Gaudi, wenn auch nicht alle Menschen nett zu uns waren.

Da wir zwei Ü50-Frauen mit Stil sind, haben wir uns das Ganze viel einfacher vorgestellt. Oder vielleicht sind wir auch einfach von uns aus gegangen – Frauen mit guter Kinderstube. Tja, da sind aber lange nicht alle so.

Die ersten beiden „Fremde-Menschen-Ansprachen“ brauchten noch etwas Überwindung, zumal wir beide da schon eine Abfuhr kassieren mussten. Das lief nämlich in etwa so:

Wir, mit einem breiten Lächeln: „Wunderschönen Nachmittag – dürfen wir ihnen eine Shoppingidee mitgeben?“
Fremde Menschin: „Ne!“ und dann böse den Kopf wegdrehen und stinkig weitergehen.

Wir haben uns verdutzt und ziemlich überfordert angeguckt und dann laut zu lachen begonnen. Darauf waren wir so gar nicht vorbereitet. Wir dachten, wenn wir freundlich und lachend auf die Menschen zugingen, dann käme das auch so zurück. Weit gefehlt – das sehen lange nicht alle so.

Glücklicherweise waren danach einige erfolgreiche Ansprachen, welche gerne und dankend entgegengenommen wurden. Manche hatten sogar auch ein Lächeln, eine Frage oder ein kleines Gespräch für uns bereit. Die machten es einem besonders leicht. Aber jene, die einen einfach mit einer Handbewegung abwehren wie eine lästige Fliege … mit denen konnte ich mich nicht wirklich anfreunden. Denen habe ich jeweils ein: „Ich wünsche ihnen auch einen schönen Tag“, hinterher geschickt. Meine Freundin dachte ja zuerst, es läge an ihr … bis ich auch eine böse Abwehrwinkfrau erwischte. Da haben wir gemeinsam gelacht und uns gefragt, wie schlecht man gelaunt sein muss, wenn man mit einem Miesmacherblick sondergleichen durch die Stadt marschiert und dabei alles abwehrt, was einem begegnet.

Ich würds ja noch verstehen, wenn wir wie verlauste Penner oder Bettler aussehen würden. Tun wir aber gar nicht. Ich denke, dass wir eher etwas exotisch in der Flyerwelt wirken müssen … so als Ü50-iger mit lässiger Kleidung. Und wir haben uns ja bewusst jene Frauen ausgesucht, welche ins „Beuteschema“ unseres Lieblingsmodegeschäftes passen. Und das, meine Lieben, war gar nicht so einfach. Ich will hier ja nicht rassistisch rüberkommen, aber mindestens ein Drittel der Frauen, die uns heute in der hiesigen Kleinstadt begegnet sind, waren verhüllt und sprachen kein Deutsch. Da schränkt sich der Kreis der Möglichkeiten sehr schnell ein. Mir war bislang gar nicht bewusst, dass wir soviele Menschen mit Migrationshintergrund in unseren Gefilden haben.

Fazit eines solchen Nachmittags: Unsere hübsche Kleinstadt hatte auch schon lebendigere Zeiten; selbst an der „Rue de Blamage“, unserer Solothurner Riviera, hatte es praktisch keine Menschen“ – der Anteil fremder Nationalitäten ist höher, als wir gedacht hätten – es gibt viele nette Menschen, aber es gibt auch viele, die mit dem Schnellzug durch die Kinderstube gerast sind. Und wir haben beschlossen, dass wir das wiederholen werden, um herauszufinden, ob die Resonanz tages-, temperatur- oder mondabhängig ist. 🙂

Komplimente sind Glückssache

Ich habe eine liebe Freundin mit Hund. Gemeinsam spazieren wir oft im Wald oder dem Aareufer entlang und philosophieren, lamentieren, kritisieren – vor allem aber lachen wir viel zusammen. Sie über mich – ich über sie – wir über uns. So auch letzthin … auf meine Kosten!

Sie schwamm mal wieder in ihrem sexy Bikini in der Aare, während ihr Hund die Füsschen kühlte und Ellie und ich aus sicherer Entfernung vom Ufer aus zusahen. Mein Hund und ich sind bekanntlich wasserscheu. Und weil die sexy Nixe danach trocknen musste, machten wir noch einen Spaziergang im warmen Sommerwind.

Während uns der Naturföhn durch die Haare blies, kam ich auf die Idee, mich in Richtung Himmel zu strecken … ganz spontan, einfach so. Keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin. Auf jeden Fall setzte ich an zu einer Pose, die im Yoga bestimmt einen Namen haben muss. Ich winkelte ein Bein an (stand also wohlgemerkt nur noch auf einem Bein) und faltete die Hände über dem Kopf. Dabei machte ich mich ganz lang und meinte: „Guck mal, diese Pose hat bestimmt einen Namen, oder?“ Ihre trockene Antwort darauf: „Ja, siehst aus wie ein geschwollener Flamingo!“

Wehe, ihr lacht jetzt! Ich meine – der Satz hätte so wunderschön sein können, wenn sie das „geschwollen“ weggelassen hätte. Aber nein: Bäääm!!! Brutale Ehrlichkeit in geballter Ladung. Das hab ich nun von meinen angefressenen 10 Kilo Übergewicht … der Flamingo sieht also geschwollen aus. Tja – damit muss ich nun leben. Auch die Tatsache, dass ich ihr sagte, dass ich nun ihretwegen zum Psychiater gehen müsse, hielt sie vom Lachkrampf nicht ab. Ich konnte mich aber kurzum revanchieren … sie hat es nämlich nicht so mit dem fehlerfreien Sprechen. Sie wollte mich geschwollenen Flamingo trösten, indem sie mir sagte, dass sie dafür morgens wegen ihres Rheumas öfters zuerst ein „Ibuproffein“ nehmen müsse, weil ihre Gelenke rostig seien. Jaja, Ibuproffein … eine Ableitung meiner Hundefreundin von Ibuprofen. Wäre ja alles halb so schlimm, wenn sie nicht im medizinischen Bereich arbeiten würde – und es TROTZDEM nicht richtig sagen kann! Pha … der geschwollene Flamingo kann wenigstens die Worte richtig aussprechen. So – da hast Du Deine Revanche! Ich zum Psychiater – Du zum Logopäden! 🙂

2015 – mein Loslass-Jahr

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich einen Beitrag über das Loslassen geschrieben. Dabei ging es um das Mama-Kind-Verhältnis und die Kunst des Loslassens. Ich scheine aber in der absoluten Loslass-Phase meines Lebens zu sein (was für ein dämliches Wort – mein Duden hat soeben aus dem Bücherregal gehustet…). Ich habe nämlich wieder etwas Grosses losgelassen: Mein Unternehmen. Prima, oder? Ich bin stolz auf mich! Weiterlesen

Sandkastenfreundin gefunden

Jahrelang habe ich mich gegen Facebook gewehrt. Ich hatte das Gefühl, dass das nur etwas für die Jungen sei. Stattdessen habe ich mir Instagram eingerichtet, war bei Twitter und habe zu bloggen begonnen. Und irgendwie habe ich mich immer wieder gefragt, was an diesem Facebook so spannend sein könnte. Meine Kinder haben mir schon lange gesagt, dass Facebook zu Werbezwecken und zum Pflegen eines Netzwerkes gerade im Beruf sehr dienlich sein könne. Ich konnte mir das nicht vorstellen.

Bis vor kurzem. Da habe ich – warum auch immer – eines Abends still und heimlich selber (stolz!) Facebook eingerichtet. Zugegeben, das Einrichten ist einfach, beim Anwenden schrie ich dann ein paar mal laut HIIIILFEEE! Wie gut, wenn man Kinder hat, die mit all diesen Medien geboren wurden. Weiterlesen

Best friends (BF)

Habt ihr auch eine beste Freundin oder einen besten Freund? Gibt es das heutzutage überhaupt noch? Also ich gehöre zu den seltenen Exemplaren, die seit 30 Jahren eine beste Freundin haben. So nach dem Motto: Durch dick und dünn für immer! In guten wie in schlechten Zeiten – ohne ein Paar zu sein. Bei uns war das tatsächlich immer so. In der Schulzeit, in der ziemlich haarsträubenden Jugendzeit, in der Lehrzeit, in der Mamazeit, im Berufsalltag, in den Ferien und einfach eigentlich überall.

Inzwischen ist es so, dass wir nicht nur beste Freunde sind, sondern sogar zusammen arbeiten und uns – da unsere Kinder im gleichen Alter sind – auch immer gerne über deren Probleme austauschen. Weiterlesen