Die Jugend liest mit

Ich weiss seit heute, dass ich mindestens einen blutjungen Follower auf meinem Blog habe. Warum ich das weiss? Wir waren heute eingeladen bei einer lieben Familie mit zwei lustigen Jungs. Der eine davon – 15-jährig – hat mit seinem Wissen über meine Blogposts geglänzt. Ich war beeindruckt, zumal ich nicht damit gerechnet habe, dass Jünglinge diesen Alters sich für meine Geschichten interessieren. Aber ich wurde eines Besseren belehrt – zumindest zum Teil. Denn der Satz des Abends, aus dem Munde besagten Jünglings war:

„Doch, ich lese eigentlich alle Deine Beiträge, und die meisten davon sind sogar gut!“

Und nun lasst euch den Satz nochmal ganz langsam auf der Zunge zergehen. Die meisten sind sogar gut – und das aus dem Munde eines 15-Jährigen. Hey, Leute, ich fühle mich geehrt. Hallo? Ich meine – hätte mir das ein Literaturkritiker gesagt, so hätte mich das nicht die Bohne interessiert. Aber ein lustiger, aufgestellter und vermutlich ziemlich pubertierender Jüngling hat meine Geschichten als „meistens gut“ befunden. Hallo? Da können jene, die von Marcel Reich-Ranicki als gut beurteilt wurden aber sowas von einpacken. Ich habe die Absolution eines hormongebeutelten Jungendlichen, und das ist vermutlich mehr wert, als jedes versierte Literatururteil. Also ich bin augenblicklich rund fünf Zentimeter gewachsen und habe ihm gesagt: „Junge, herzlichen Dank. Mit diesem Satz hast Du Dir gerade eine eigene Geschichte auf meinem Blog verdient. Er wurde zwar etwas rot im Gesicht, aber das hätte er vermutlich niemals zugegeben. Und ich bin mir sicher, dass er jetzt, wenn er diese Zeilen liest, vor sich hin grölt und denkt: „Die hat das tatsächlich gemacht – die hat eine Geschichte über mich geschrieben. Und dabei hat sie nicht mal meinen Namen genannt.“ Ja, meine Guter, ich nenne grundsätzlich niemals einen Namen – aber alle, die Dich kennen werden wissen, dass es sich um Dich handelt. Und ich danke Dir nochmals für das grosse Kompliment, dass die meisten meiner Geschichten sogar gut seien! Kicher…

Blogparade – Gültige Stimme

Toe von winkelbauer hat eine ganz besondere Blogparade gestartet. Bei der Aktion „gültige Stimme“ geht es darum, die eigene Lebensweise und die momentane Situation in der Gesellschaft zu reflektieren. Woher die Aktion kommt, könnt ihr auf toes Blog nachlesen. Graceblog hat dazu den Startbeitrag gemacht und mich dazu aufgefordert, weiterzumachen. Dankeschön – ich übernehme nun! Es geht darum, die folgenden vier Fragen zu beantworten:

1. Was ist ein gutes Leben?

Was EIN gutes Leben ist, weiss ich nicht – wüsste ich es, hätte ich vermutlich die absolute Antwort auf unzählige Fragen. Ich finde aber, dass ich ein gutes Leben habe. Dazu gehört für mich Gesundheit, eine tolle Familie, liebe Freunde, eine Arbeit, welche Spass macht, ein schönes Zuhause und jeden Tag die Motivation, mein gutes Leben zu erhalten. Zudem gehört dazu noch eine solide Bildung, stetige Weiterentwicklung und Interesse für alle Dinge, die dieses Leben ermöglichen.

2. Was läuft falsch?Auf der Suche nach dem Fehler in der hochzivilisierten ersten Welt gibt es für mich genau eine Antwort: Totale Übersättigung! Wir leben privilegiert und sind von der Haarwurzel bis zu den Zehennägeln total übersättigt und grenzenlos verwöhnt. Das schlimmste daran ist, dass wir das nicht zu bemerken scheinen. Oder wir sind ganz einfach Meister darin, es zu ignorieren. Wir müssen weder hungern, noch fallen täglich Bomben auf unser Land. Ein Dach überm Kopf ist normal und wer einmal nicht in Urlaub fahren kann, benennt dies nicht selten schon als totales Drama. Die Früchte, welche täglich schön arrangiert in den Läden liegen, sind entweder zu wenig gleichmässig geformt oder zu wenig reif. Die Wohnungen sind uns zu teuer oder aber zu klein, zu gross, zu dunkel, zu hell oder zu lärmig. Wenn einer von gefühlt 500 möglichen Fernsehsendern einmal ausfällt, löst das nicht selten innerfamiliäre Riesenprobleme aus. Und so zieht sich das Dauergemotze durch unser ganzes Leben. First world problems vom Feinsten – bis zum Erbrechen. Und drum läuft eigentlich nur eines falsch: Wir wissen all das nicht mehr zu schätzen, weil wir übersättigt sind.
3. Was braucht es?Eine Verkleinerung des Konsumangebots. Da wird die aktuelle Geldpolitik mit der instabilen Wirtschaftslage wohl schon einen grossen Teil übernehmen. Diverse Arbeitsstellen werden gestrichen, Firmen oder Geschäfte müssen schliessen und die Preispolitik muss demzufolge überdacht werden. Das gesamte Niveau in Sachen Angebot wird runtergeschraubt, es wird noch etwas lauter gejammert – das Resultat wird aber vermutlich ein Weg sein, der back to the roots lauten könnte. Von allem etwas weniger, aber für alle genug. So könnte ein gesundes Gleichgewicht wieder hergestellt werden und wir müssten lernen, das zu schätzen, was wir haben. Auch wenn es weniger sein wird. Mal ganz im ernst: Was braucht es denn wirklich, zum Glücklichsein? So verdammt wenig. Und dieses wenig dafür gleichmässig verteilt. Die Lösung läge auf der Hand, wir können sie nur nicht mehr sehen, weil sich zu viel Müll zwischen unseren Augen und der Hand auftürmt.4. Wer ist eine gültige Stimme?Jeder, der interessiert am Leben teilnimmt. Also eigentlich jeder, den ich mag, kenne, lese oder höre. Ganz besonders würde ich mich aber über die Teilnahme der folgenden Bloggerinnen freuen.https://schnipseltippse.wordpress.com/http://siebenundvierzigplus.de/https://anettburri.wordpress.com/

https://esmarinschekocht.wordpress.com/

Da es aber noch rund 500 andere gibt, über deren Teilnahme ich mich nicht weniger freuen würde, so kann ich hier nur sagen: An euch alle – haut in die Tasten! (Wenn nicht, ist auch keiner böse…). Schliesslich hat jeder, der eine Stimme hat, auch das recht, diese zu gebrauchen. Und da gehört das ja gerne genauso dazu, wie das nein danke.

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Die Krux mit den Journalisten

Ich habe in meinem Leben schon einige Erfahrungen mit Journalisten gemacht. Manche waren okey, andere waren … naja … mit Verlaub … eher bescheiden! Als Ex-Journi weiss ich, dass man mit der Pressefreiheit die Macht hat, jemanden zu Tode zu schreiben, ihn auf ein Podest zu heben oder auch einfach neutral zu sein. Letzteres wäre eigentlich bei einer Berichterstattung die Meinung. Alles andere ist nicht fair und gehört sich ganz einfach nicht. Es sei denn, man schreibt eine „Glosse“: Dort darf man seine eigenen Meinung sehr wohl kund tun. Allerdings gibt es auch dort Regeln. Schimpfwörter und Verunglimpfungen gehen auch in einer Glosse nicht – es sei denn, man sei ein ziemlich unprofessioneller Schreiberling. Weiterlesen

Frauen in der Chefetage

Ich hätte ehrlich nicht gedacht, dass ich zu diesem Thema eine Geschichte machen würde. Wahrscheinlich deshalb, weil für mich klar war, dass dies im 21. Jahrhundert kein Thema mehr sein sollte. Ist es aber offenbar immer noch. Habe ich doch letzthin in der Zeitung folgende Headline gesehen:

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Rote Buchstaben die mich buchstäblich anschreien! Und steht da wirklich das Wort „langsam“ am Anfang des Satzes? Ich möchte hier noch klarstellen, dass es sich bei besagter Zeitung nicht um ein unbedeutendes Blatt aus dem Niemandsland handelt. Nein, eine renommierte Tageszeitung mit Stellenangeboten im hinteren Teil, die sich sehen lassen. Und dann diese Headline! Weiterlesen

Engelchen und Teufelchen

Ich habe zwei kleine Begleiter in meinem Leben. Der eine sitzt auf der rechten Schulter

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und der andere auf der Linken.

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Die beiden sind auf Lebenszeit bei mir eingemietet – manchmal eher ruhig, manchmal extrem aktiv. Ich kann nicht sagen, welchen der beiden ich lieber mag. Irgendwie gehören sie beide zu mir und meinem Wesen. Es gibt aber Tage, da möchte ich gerne mit der Hand über die Schulter wischen und vor allem den kleinen roten Fiesling loswerden! Weiterlesen