Was macht Beda Stadler?

Ich habe 2015 mit Beda Stadler ein Interview machen dürfen. Seit die Debatten um die Impfplicht wieder entbrannt sind, ist Beda Stadler in aller Munde. Und unser Interview aktueller denn je. Als grosser Fan von Beda schalte ich deshalb unser Interview 4 Jahre später noch einmal auf:

 

Beda Martin Stadler (65) ist emeritierter Professor und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie der Universität Bern. Sein Gebiet ist die Grundlagenforschung im Gebiet der Allergologie und Autoimmunität und die angewandte Forschung zur Herstellung von rekominanten humanen oder künstlichen Antikörpern und Impfstoffen für die Therapie. Er gilt als grosser Kritiker der Alternativmedizin und ist gleichzeitig sehr religionskritisch.

 

Beda Stadler, als Professor „im Ruhestand“ und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie der Uni Bern sind Sie ein überdurchschnittlich gescheites „Haus“. Verstehen Herr und Frau Schweizer, wenn Sie in der Alltagsssprache à la Stadler sprechen?

Der Fachjargon ist tatsächlich ein Problem. Es ist verlockend, sein Unwissen dahinter zu verstecken. Anfänglich war es ziemlich anstrengend, nur Worte zu gebrauchen, die von allen verstanden werden. Da es keine dummen Fragen gibt, sondern nur dumme Antworten, lag es somit an mir, die Situation zu verändern. Letztlich hat mir das aber sogar bei den Vorlesungen geholfen. Versteht ein Student etwas nicht, liegt das Problem beim Dozenten, nicht beim Studenten. Dies gilt allerdings nur für rationale Fragen, nicht für Glaubensfragen.

Aufgefallen sind Sie immer wieder durch Ihre Kolumnen mit bissigen Seitenhieben gegen die Alternativmedizin. Provozieren Sie gerne?

Die Provokation ist die schnellste Art und Weise, etwas auf den Punkt zu bringen. Zudem bin ich ungeduldig und betrachte mich als Selbstverteidiger. Ich habe nicht die Nerven, mir stundenlang den Stuss anderer Leute anzuhören. Wollte ich mir das antun, würde ich dafür in eine Kirche gehen. Jeder hat das Recht, noch so absurdes Zeug zu glauben, aber niemand hat das Recht, mir seinen Glauben aufschwatzen zu wollen. Ganz nach dem Motto: Bete nicht in meiner Schule, dafür denke ich nicht in deiner Kirche! Ich muss allerdings zugeben, dass es mir Spass macht, mich über alle Formen von Aberglauben – sei es Bio, Alternativmedizin, Esoterik oder Religion – lustig zu machen.

Denken Sie, dass Aufkärung im Bereich der Medizin eine gewisse Provokation braucht, damit der Mensch von heute zuhört?

Ich glaube nicht, dass es die Provokation braucht. Man sollte aber unterhaltend und wahrhaftig sein. Leider wirkt diese Haltung für die meisten Menschen bereits wie eine Provokation. Viele Wissenschaftler verwechseln seriöse Information mit Langeweile. Es gibt meiner Meinung nach kein Recht, einen anderen Menschen zu langweilen und ihm damit Zeit zu stehlen. Viele Dinge, die ich vor Jahren sagte, waren einst eine Provokation. Heute regt sich niemand mehr auf, sie sind ein Teil des Zeitgeistes und keine Provokation mehr. Die Aufklärung wird letztlich siegen, schliesslich haben die Hexenverbrennungen bei uns abgenommen.

Was sagen Sie, wenn Ihnen ein missionierender Homöopath erklärt, dass er auch Krebs mit seinen Kügelchen heilen kann?

Würde ein Homöopath in meiner Gegenwart so was behaupten, würde ich ihn bitten, mir dies schriftlich zu geben. Danach würde ich ihn für seine menschenverachtende Haltung vor Gericht ziehen – in der Hoffnung, dass er viel Geld verliert oder eine Zeit lang ins Gefängnis wandert. Übrigens habe ich in den letzten Jahren viele Homöopathen kennen gelernt. Darunter war kein einziger, von dem ich den Eindruck hatte, er würde irgend etwas davon glauben, was seine Anhänger herumerzählen. Ich habe auch noch nie eine Frau kennengelernt, die mit Kügelchen eine Schwangerschaft verhindern will. Wenn’s drauf ankommt, scheint die Homöopathie intuitiv nicht zu wirken…
Als ich einmal sagte, Homöopathen hätten nicht alle Tassen im Schrank, hat mir ein Homöopath zwei Tassen gesandt. Das war übrigens bislang der einzige Homöopath, der ein wenig Humor gezeigt hat. Leider waren die beiden Tassen so potthässlich, dass ich sie gleich wegschmeissen musste – und somit am Humor selbst dieses Homöopathen zweifelte.

Weibeln Sie für die Präimplantationsdiagnostik oder lehnen Sie sich zurück und überlassen das der New Generation?

Es ist eine Katastrophe, dass sich derzeit fast niemand für die Präimplantationsdiagnostik einsetzt. Ich hoffe, ich erhalte noch irgendwo eine Gelegenheit, etwas dafür zu tun. Leider gibt es für solche wichtigen, humanistischen Anliegen einfach keine Lobby. Es ist schade, dass viele rationale Menschen sich von der Politik fernhalten, aber es ist verständlich.

Sind Sie mit den Jahren ruhiger geworden, oder können Sie sich immer noch so wunderbar aufregen, wenn die Alternativmediziner die Studien der Schulmedizin einfach so im Vorbeigehen über den Haufen werfen wollen?

Ich rege mich etwas weniger auf. Das hat aber nichts mit meinem Alter zu tun, sondern mit der Tatsache, dass Alternativmediziner in meiner Gegenwart etwas vorsichtiger geworden sind. Schliesslich ist es ihnen gelungen, ihre Placebos in unserer Verfassung zu verankern. Wir sind das einzige Land auf diesem Planeten, das einen solchen Unfug in der Verfassung hat. Dies ist aber dermassen lukrativ für die Alternativmediziner, das sie etwas kleinlauter wurden, um ihre Pfründe zu schützen. Zudem beobachte ich eine Kehrtwende bei den Studenten. Medizinstudenten glauben diesen alternativen Mist je länger je weniger. Das ist doch erfreulich!

Haben Sie das Gefühl, dass die Menschen in den letzten Jahren wieder mehr Vertrauen in die Schulmedizin gewonnen haben, oder wird die Chügelibrigade stärker?

Das Vertrauen in die Schulmedizin wächst eigentlich ständig. Alle wollen Schulmedizin, falls sie wirklich krank sind. Was sich geändert hat, ist das Verlangen von Gesunden nach Alternativmedizin, wofür sie sogar noch staatliche Beihilfe bekommen, um sich ihren esoterischen Glauben von anderen Leuten bezahlen zu lassen. Viele Schweizer haben sich über die Gier der Bänker aufgeregt, aber die Gier der Gesunden auf gratis Wellnesspräparate scheint ungebrochen. Viele wollen Präparate und Streicheleinheiten in der Höhe ihrer Krankenkassenprämien beziehen, damit sie per Ende Jahr finanziell quitt und gesund sind. Unser Gesundheitssystem basiert aber auf Solidarität. Wer das Geld der Gemeinschaft mit Alternativmedizin verprasst, verhält sich ziemlich asozial.

Angenommen, Sie erwachen mit 40 Grad Fieber, irgendwo im Nirgendwo – und neben Ihnen steht ein Fläschchen mit Similisan-Kügelchen. Sont nichts! Nehmen, oder grinsen, umdrehen und weiterfiebern?

Ich würde alle Kügelchen auf einmal in meinen Tee kippen, weil ich ihn süss mag. Zudem würde ich mich daran erinnern, wie die Juristen dieser Firma mich verklagen wollten, weil ich in einer Kolumne spasseshalber gesagt habe, Similisan komme vom lateinischen „simulare“, weil nur Simulanten solche Kügelchen zu sich nehmen. So was will ich natürlich nicht mehr behaupten, sonst habe ich wieder Juristen auf dem Buckel, und da ist mir ein wenig Fieber doch noch lieber.

Herzlichen Dank, für dieses erfrischend offene Interview und alles Gute für die Zukunft!

mehr über die Arbeit von Beda Stadler unter http://www.immunology.unibe.ch

Was macht Beda Stadler?

Ich habe 2015 mit Beda Stadler ein Interview machen dürfen. Seit die Debatten um die Impfplicht wieder entbrannt sind, ist Beda Stadler wieder in aller Munde. Und unser Interview aktueller denn je. Als grosser Fan von Beda schalte ich deshalb unsere Interview 4 Jahre später noch einmal auf:

 

Beda Martin Stadler (65) ist emeritierter Professor und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie der Universität Bern. Sein Gebiet ist die Grundlagenforschung im Gebiet der Allergologie und Autoimmunität und die angewandte Forschung zur Herstellung von rekominanten humanen oder künstlichen Antikörpern und Impfstoffen für die Therapie. Er gilt als grosser Kritiker der Alternativmedizin und ist gleichzeitig sehr religionskritisch.

 

Beda Stadler, als Professor „im Ruhestand“ und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie der Uni Bern sind Sie ein überdurchschnittlich gescheites „Haus“. Verstehen Herr und Frau Schweizer, wenn Sie in der Alltagsssprache à la Stadler sprechen?

Der Fachjargon ist tatsächlich ein Problem. Es ist verlockend, sein Unwissen dahinter zu verstecken. Anfänglich war es ziemlich anstrengend, nur Worte zu gebrauchen, die von allen verstanden werden. Da es keine dummen Fragen gibt, sondern nur dumme Antworten, lag es somit an mir, die Situation zu verändern. Letztlich hat mir das aber sogar bei den Vorlesungen geholfen. Versteht ein Student etwas nicht, liegt das Problem beim Dozenten, nicht beim Studenten. Dies gilt allerdings nur für rationale Fragen, nicht für Glaubensfragen.

Aufgefallen sind Sie immer wieder durch Ihre Kolumnen mit bissigen Seitenhieben gegen die Alternativmedizin. Provozieren Sie gerne?

Die Provokation ist die schnellste Art und Weise, etwas auf den Punkt zu bringen. Zudem bin ich ungeduldig und betrachte mich als Selbstverteidiger. Ich habe nicht die Nerven, mir stundenlang den Stuss anderer Leute anzuhören. Wollte ich mir das antun, würde ich dafür in eine Kirche gehen. Jeder hat das Recht, noch so absurdes Zeug zu glauben, aber niemand hat das Recht, mir seinen Glauben aufschwatzen zu wollen. Ganz nach dem Motto: Bete nicht in meiner Schule, dafür denke ich nicht in deiner Kirche! Ich muss allerdings zugeben, dass es mir Spass macht, mich über alle Formen von Aberglauben – sei es Bio, Alternativmedizin, Esoterik oder Religion – lustig zu machen.

Denken Sie, dass Aufkärung im Bereich der Medizin eine gewisse Provokation braucht, damit der Mensch von heute zuhört?

Ich glaube nicht, dass es die Provokation braucht. Man sollte aber unterhaltend und wahrhaftig sein. Leider wirkt diese Haltung für die meisten Menschen bereits wie eine Provokation. Viele Wissenschaftler verwechseln seriöse Information mit Langeweile. Es gibt meiner Meinung nach kein Recht, einen anderen Menschen zu langweilen und ihm damit Zeit zu stehlen. Viele Dinge, die ich vor Jahren sagte, waren einst eine Provokation. Heute regt sich niemand mehr auf, sie sind ein Teil des Zeitgeistes und keine Provokation mehr. Die Aufklärung wird letztlich siegen, schliesslich haben die Hexenverbrennungen bei uns abgenommen.

Was sagen Sie, wenn Ihnen ein missionierender Homöopath erklärt, dass er auch Krebs mit seinen Kügelchen heilen kann?

Würde ein Homöopath in meiner Gegenwart so was behaupten, würde ich ihn bitten, mir dies schriftlich zu geben. Danach würde ich ihn für seine menschenverachtende Haltung vor Gericht ziehen – in der Hoffnung, dass er viel Geld verliert oder eine Zeit lang ins Gefängnis wandert. Übrigens habe ich in den letzten Jahren viele Homöopathen kennen gelernt. Darunter war kein einziger, von dem ich den Eindruck hatte, er würde irgend etwas davon glauben, was seine Anhänger herumerzählen. Ich habe auch noch nie eine Frau kennengelernt, die mit Kügelchen eine Schwangerschaft verhindern will. Wenn’s drauf ankommt, scheint die Homöopathie intuitiv nicht zu wirken…
Als ich einmal sagte, Homöopathen hätten nicht alle Tassen im Schrank, hat mir ein Homöopath zwei Tassen gesandt. Das war übrigens bislang der einzige Homöopath, der ein wenig Humor gezeigt hat. Leider waren die beiden Tassen so potthässlich, dass ich sie gleich wegschmeissen musste – und somit am Humor selbst dieses Homöopathen zweifelte.

Weibeln Sie für die Präimplantationsdiagnostik oder lehnen Sie sich zurück und überlassen das der New Generation?

Es ist eine Katastrophe, dass sich derzeit fast niemand für die Präimplantationsdiagnostik einsetzt. Ich hoffe, ich erhalte noch irgendwo eine Gelegenheit, etwas dafür zu tun. Leider gibt es für solche wichtigen, humanistischen Anliegen einfach keine Lobby. Es ist schade, dass viele rationale Menschen sich von der Politik fernhalten, aber es ist verständlich.

Sind Sie mit den Jahren ruhiger geworden, oder können Sie sich immer noch so wunderbar aufregen, wenn die Alternativmediziner die Studien der Schulmedizin einfach so im Vorbeigehen über den Haufen werfen wollen?

Ich rege mich etwas weniger auf. Das hat aber nichts mit meinem Alter zu tun, sondern mit der Tatsache, dass Alternativmediziner in meiner Gegenwart etwas vorsichtiger geworden sind. Schliesslich ist es ihnen gelungen, ihre Placebos in unserer Verfassung zu verankern. Wir sind das einzige Land auf diesem Planeten, das einen solchen Unfug in der Verfassung hat. Dies ist aber dermassen lukrativ für die Alternativmediziner, das sie etwas kleinlauter wurden, um ihre Pfründe zu schützen. Zudem beobachte ich eine Kehrtwende bei den Studenten. Medizinstudenten glauben diesen alternativen Mist je länger je weniger. Das ist doch erfreulich!

Haben Sie das Gefühl, dass die Menschen in den letzten Jahren wieder mehr Vertrauen in die Schulmedizin gewonnen haben, oder wird die Chügelibrigade stärker?

Das Vertrauen in die Schulmedizin wächst eigentlich ständig. Alle wollen Schulmedizin, falls sie wirklich krank sind. Was sich geändert hat, ist das Verlangen von Gesunden nach Alternativmedizin, wofür sie sogar noch staatliche Beihilfe bekommen, um sich ihren esoterischen Glauben von anderen Leuten bezahlen zu lassen. Viele Schweizer haben sich über die Gier der Bänker aufgeregt, aber die Gier der Gesunden auf gratis Wellnesspräparate scheint ungebrochen. Viele wollen Präparate und Streicheleinheiten in der Höhe ihrer Krankenkassenprämien beziehen, damit sie per Ende Jahr finanziell quitt und gesund sind. Unser Gesundheitssystem basiert aber auf Solidarität. Wer das Geld der Gemeinschaft mit Alternativmedizin verprasst, verhält sich ziemlich asozial.

Angenommen, Sie erwachen mit 40 Grad Fieber, irgendwo im Nirgendwo – und neben Ihnen steht ein Fläschchen mit Similisan-Kügelchen. Sont nichts! Nehmen, oder grinsen, umdrehen und weiterfiebern?

Ich würde alle Kügelchen auf einmal in meinen Tee kippen, weil ich ihn süss mag. Zudem würde ich mich daran erinnern, wie die Juristen dieser Firma mich verklagen wollten, weil ich in einer Kolumne spasseshalber gesagt habe, Similisan komme vom lateinischen „simulare“, weil nur Simulanten solche Kügelchen zu sich nehmen. So was will ich natürlich nicht mehr behaupten, sonst habe ich wieder Juristen auf dem Buckel, und da ist mir ein wenig Fieber doch noch lieber.

Herzlichen Dank, für dieses erfrischend offene Interview und alles Gute für die Zukunft!

mehr über die Arbeit von Beda Stadler unter http://www.immunology.unibe.ch

Globuli versus Schulmedizin / mein 200. Beitrag!!!

Ich hatte das Vergnügen, an einer Party zwischen einem Schulmediziner (Kardiologe) und einer Verfechterin der Homöopathie zu sitzen. Das ist ein hervorragender Platz, solange nicht das Thema Krankheiten und deren Behandlung auf den Tisch kommt. Und vor allem, solange beide Parteien tolerant sind. Sobald aber das Missionieren und Belehren anfängt, wird es in der Sandwichposition ganz schön ungemütlich.

Die Globuli-Frau ist der festen Überzeugung, dass nahezu alles mit diesen Wunderkügelchen zu behandeln ist. Der Schulmediziner steht drüber und gibt höchstens ein breites Grinsen, gefolgt von: „Also, mit Sicherheit schadet es nicht…“, von sich. Mit diesem Satz holt er aber die Globuli-Frau bereits aus dem Busch. „Soll das heissen, dass Homöopathie nichts nützt?“ Der Arzt: „Nein, das habe ich nie gesagt – ich sage nur, dass es bestimmt nicht schadet.“ Sein schelmisches Grinsen sagt aber in Wahrheit eigentlich: „Glaub daran und geniess das Zuckerwasser in Kügelchenform.“

Ich muss gestehen, dass ich mich bei solchen Diskussionen  köstlich amüsiere. Und ich beobachte immer wieder, dass die Verfechter der Homöopathie in der Regel viel aggressiver reagieren, wenn man ihre Philosophie in Frage stellt, als dies die Schulmediziner tun. Ich bin selber eine Verfechterin der Devise: Alles was nützt, ist ok. Worum es sich dabei handelt, ist völlig egal. Kräuter, Kügelchen, Tabletten, Crèmes, Sirup, Antibiotika – total egal, Hauptsache, der Patient ist danach geheilt und fühlt sich besser. Selbst wenn es Bunte Smarties sind … wenn der Glaube daran Berge versetzt, ist es doch auch gut. Der Placeboeffekt hat nicht selten die grösste Wirkung überhaupt. Weiss ein Patient nicht, dass er ein „leeres“ Medikament zu sich nimmt, besteht durchaus die Möglichkeit, dass trotzdem eine Wirkung eintritt. Sein Gehirn stellt sich nämlich nach der Einnahme auf die Besserung ein und nicht selten tritt diese tatsächlich kurz darauf ein. Die Kraft der Selbstheilung scheint also stärker zu sein, als man oft annimmt. Diejenigen, die allerdings Krebs, Aids oder andere tödliche Krankheiten auf Gedeih und Verderben mit Globuli bekämpfen wollen – die lösen bei mir nur Kopfschütteln aus. Eine gesunde Verbindung aus Alternativ- und Schulmedizin ist in meinen Augen die Lösung. Und bei der Alternativmedizin gibt es auch noch unendlich viele Verzweigungen. Manche machen mehr Sinn, andere weniger. Pflanzenheilkunde, welche die Indianerstämme schon praktizierten und die in der heutigen Zeit verfeinert eingesetzt wird, kann irgendwie nicht komplett daneben sein. Schliesslich gab es früher nur Pflanzen, welche als Heilmittel eingesetzt wurden. Die Herstellung chemischer Medikamente ist noch gar nicht so lange üblich. Viel länger hat die Menschheit sich mit den Ressourcen der Natur geholfen. Etwas anderes war ganz einfach nicht da.

Aber spannend sind Diskussionen zwischen der Globuli-Brigade und den Schulmedizinern allemal – vor allem, wenn man dazwischen sitzt!