Terrorkrümel

Wenn sechs Kilogramm Hund den Aufstand proben, dann kann das zuweilen recht mühsam sein. Auch wenn klein Ellie tatsächlich sehr klein ist, so schafft sie es locker, meine Nerven bis zum Anschlag auf die Probe zu stellen. Die kleine Motte hat es faustdick hinter den Ohren! Schliesslich sind selbige auch gross genug dafür …

Sie kann unschuldig gucken wie ein Lamm – und gleichzeitig ein richtiges kleines Monster sein. Madämchen hat nämlich entdeckt, dass ihre Hundefreunde, bei welchen wir öfters zu Besuch sind, nicht dasselbe fressen, wie sie. Und was macht Madämchen nun? Ich fülle ihren Napf mit ihrem Futter, sie kommt, guckt rein – guckt mich an – guckt wieder rein und läuft weg. Könnte sie dabei noch beleidigt die Wallemähne in den Nacken werfen, sie würde es tun.

Da ich gelernt habe, dass man unerwünschtes Verhalten ignorieren soll, tue ich also, als ob mich das nicht die Bohne interessieren würde. Innerlich koche ich, aber das soll klein Ellie natürlich nicht merken. So nach einer Stunde rufe ich sie, spiele mit den Fingern im Napf rum und sage: „Komm Ellie, feiiiiiiin!“ (ja, ich mache mich dadurch total zum Affen). Die Kleine schwänzelt freudig, guckt wieder in den Napf und ich schwöre euch, dass ihre Augen dann zu mir sagen: „Friss den Mist doch selber, ist ja immer noch dasselbe wie vorhin!“ Und weg ist sie wieder.

Ihr denkt, dass es das schon war. Nein – weit gefehlt. Ellie hat bislang nie reingepinkelt. Die letzten Tage hat sie aber zum Rundumschlag ausgeholt. Sie dreht pikiert im Haus eine Runde, weil im Napf ja immer noch der gleiche Mist liegt … und pinkelt gezielt auf Plätzchen, wo ihre Hundefreunde sonst liegen. Oder aber ich rufe sie, um mit ihr Gassi zu gehen – und sie kommt und pinkelt protestartig auf den Teppich bei der Ausgangstüre. So als wolle sie sagen: „Futterwechsel oder Du kannst das Zeug noch hundertmal waschen!“

Echt jetzt? Dieses kleine Monster probt grad den Aufstand. Und ich bin nicht bereit, auch nur einen Millimeter nachzugeben. Schliesslich bin ich grösser, schwerer und … der Chef. Und das scheint Ellie einfach nicht kapieren zu wollen. Auch das Organigramm unseres Haushalts will sie nicht lesen … dann würde ihr nämlich klar, dass ICH hier der Boss bin.

Inzwischen renne ich mit Wurfgeschossen in der Hosentasche im Haus rum. Und wehe, ich erwische Madämchen, wenn sie sich hinhocken und Pipi machen will … dann fliegt ihr die Schelle um die Ohren! Nicht zu fassen, dass das 6-Kilo-Fellknäuel manchmal so abartig nerven kann. Und dann unmittelbar danach den Unschuldsblick aufsetzen und bei Herrchen petzen … jaja … kleine Weiber!

E L L I E

Was hat ein schwarz-graues Strubbelfell, vier Pfoten, Knopfaugen und eine feuchte Nase? Ellie – mein Fellknäuel.

Seit nunmehr zwei Jahren begleitet mich die „kleine Motte“, wie sie auch liebevoll genannt wird, durchs Leben. Eigentlich erinnere ich mich gar nicht mehr an die Zeit vor Ellie. Irgendwie ist sie in meinen Gedanken schon immer ein fester Bestandteil unseres Familienlebens. Die fünfjährige Schnauzer-Terrier-Mix-Dame hat mein Herz vom ersten Tag an, als ich sie aus dem Tierheim holte, erobert. Meistens ist das Leben mit Ellie positiver Art – manchmal möchte ich sie aber auch mal in den Mixer stecken. Vor allem an jenen Tagen, an welchen sie morgens um fünf aus ihrem Bett in mein Bett hüpft, um sich dort zu übergeben. Damit habe ich gewisse Tagesstartschwierigkeiten. Ellie und ich sind uns da noch nicht so wirklich einig.

Es gibt noch andere Situationen, die wir nicht ganz gleich sehen. Ellie sieht zum Beispiel nicht ein, dass MEIN Stuhl eben MEIN Stuhl ist. Kaum erhebe ich mich für 10 Sekunden, sitzt Ellie drauf. Oder der Fahrersitz im Auto. Der gehört dem Fahrer … nicht Ellie. Das sieht Ellie aber anders. Sie liebt es, hinterm Steuerrad hervorzugucken. Wenn sie könnte, würde sie vermutlich noch über meinen Fahrstil motzen. (Für alle, die nun panisch werden: Solche Sachen darf sie nur auf dem Feldweg – nicht auf der Autobahn!)

Dass man den Paketboten, den Briefträger oder den Pizzamann nicht fressen kann, das hat Ellie inzwischen begriffen. Warum sie diese aber nach wie vor ankläffen muss, weiss kein Mensch. Wenn es an der Türe klingelt, düst die kleine Furie sofort nach vorn und geht auf Angriff … als ob sie da was auszurichten hätte. Ich glaube ja, dass Ellie im Spiegel einen gefährlichen und beisswütigen Riesenhund sieht. Das ist die einzig logische Erklärung, warum sie auf alles losdüst, was mindestens fünfmal so gross ist, wie sie. Kleine Tiere interessieren sie nicht. Die sind ihr vermutlich einfach zu klein. Erst ein einziges Tier hat es geschafft, Ellie mit seinem Knurren zum Kuschen zu bringen. Das war ein 60 Kilogramm schwerer Landseer. Da hat selbst Ellie mit ihren knapp 6 Kilo begriffen, dass der nun doch eine Schuhnummer zu gross ist. Der Napf dieses Hundes hätte für Ellie locker als Wanne herhalten können. Aber die Kleine ist ja bekanntlich wasserscheu. Während andere Hunde in der Aare baden, schaut sie verständnislos am Ufer zu. Könnte sie mit der Pfote den Vogel zeigen, sie würde es wohl tun. Für sie ist Wasser maximal zum Trinken geeignet … und auch das nur sehr wenig.

Ich habe mir mit klein Ellie ein 5. Familienmitglied geholt … und diesen Platz füllt sie voll und ganz aus. Überall und immer ist Ellie mit dabei … und sie hat mit ihren Knopfaugen die Herzen aller geknackt, die sie kennengelernt haben. Einfach ein Fellknäuel mit Charmefaktor 🙂

Echt jetzt?

Die regelmässigen Leser-/innen meines Blogs wissen, dass ich seit über einem Jahr meine kleine Hündin Ellie habe. Meine treue Begleiterin – Tag und Nacht. Mir ist erst kürzlich aufgefallen, dass ich in dieser ganzen Zeit tatsächlich jeden Tag in der Natur war. Täglich – und das, obwohl ich vorher ein totaler Naturmuffel war. Ich war die Couchpotatoe schlechthin und seit Ellie ist alles anders. Weiterlesen

Anfängerfehler

Als Frischling in der Hundehaltung mache ich noch jede Menge Anfängerfehler. Und ich scheine zudem bei jedem Winseln und Bellen meines Hundes zu meinen, es fehle ihm an etwas. Dumm nur, wenn der Hund so klug ist, dass er das schamlos ausnutzt. Und noch dümmer, wenn ich Neuling das manchmal ziemlich lange nicht merke. Da fragt sich dann jeweils, wer hier wen erzieht und ob ich womöglich hin und wieder von meinem Vierbeiner ganz schön verarscht werde. Weiterlesen