Supertalent?

Im deutschen Privatfernsehen läuft ein Format, welches sich Supertalent nennt. Per Definition ist ein Supertalent jemand, der eine bestimmte große Fähigkeit von Geburt an besitzt, ohne diese besonders erlernt oder trainiert zu haben. Manche nennen diese Menschen auch gerne „Wunderkinder“.
Nun ja: Was sich da an Kreaturen bei diesem Fernsehformat aber versammelt, hat ganz offensichtlich rein gar nichts mit Talent zu tun. Ich habe einmal einen Abend lang diesen selbsternannten Talenten zugeschaut und mich gefragt, ob es wirklich so viele Menschen geben kann, die irgendwo eine Wette verloren haben müssen. Anders kann ich mir nicht erklären, warum man sich öffentlich auf diese Weise zum Affen machen müsste. Das müssen verlorene Wetten sein. Oder aber der akute Mangel an der mindesten Intelligenz, die man sich von einem Zweibeiner erhofft.

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Warum einfach nicht immer einfach ist – Gastbeitrag von Christian N.

Was ihr heute hier lest, stammt nicht aus meiner Feder – ich habe einen Gastautor. Lasst euch überraschen!

 

Wenn man versucht, mir Ratschläge zu geben
werde ich wütend.
Das hat mehrere Gründe.
Nummer 1:
Ich fühle mich unglaublich schnell persönlich angegriffen.
Das ist ein Manko meiner Persönlichkeit.

Das muss über kurz oder lang ändern.
Nummer 2:
Die Ratschläge sind oft repetitiv oder wurden von mir
bereits ausprobiert.
Das langweilt mich eher, als dass es mich wütend macht.
Nummer 3:
Und das ist der grosse Punkt.
Früher oder später fällt die Aussage „mach doch
einfach …….dies oder jenes“.
An diesem Punkt werde ich sauer.
An diesem Punkt fühle ich mich derart hilflos, ob dem Unverständnis,
welches mir entgegenschlägt.
Diese Unmöglichkeit, nachzuvollziehen, wieso ich NICHT „einfach“ mache.
Diese offensichtliche Abscheu im Bezug auf meine Unfähigkeit, meine

Situation zu verbessern.
Die Hilflosigkeit, manchen Menschen nie klarmachen zu können, was mein
Problem ist.
Die Verzweiflung, Dinge nicht mit derselben Leichtigkeit anpacken zu können,
wie dies andere tun.
Dies ist der Grund, weshalb das Wort „einfach“ manche Menschen für mich
sehr schwierig macht.

Mein Name ist Christian. Ich bin intelligent, ich bin kreativ. Ich kann gut schreiben, ich kann gut programmieren. Ich liebe es, Probleme zu lösen. Ich kann gut zuhören. Ich kann Menschen zum Lachen bringen.
Und ich verschwende mein Potenzial auf der ganzen Linie!
Ich lebe in einem sensationellen Zeitalter. Es war in der gesamten Geschichte der Menschheit noch nie einfacher, etwas aus sich zu machen, wenn man das Privileg hat, in der ersten Welt geboren zu sein. Computer und Internet bieten dem Menschen unglaubliche Möglichkeiten, Millionen von Menschen zu erreichen.
Und ich sitze zu Hause, gucke mit wehmütigem Blick auf mein Indoorfahrrad und steige doch nicht drauf. Self-improvement (zu deutsch: Selbstverbesserung) ist ein Trend, eine Sekte, eine Erwartungshaltung der Gesellschaft. Niemand hat wirklich einen guten Grund, nichts aus sich selbst zu machen. Und trotzdem erdrückt micht mein Potenzial an vielen Tagen. Die Ideen sprudeln, wollen heraus, schreien meinen faulen Körper aus ihrem bequemen Hirnsitzplatz an und beklagen sich darüber, dass sie nicht umgesetzt werden. Sie halten mich wach, lassen mich im Bett wälzen, anstatt zu schlafen. Sie fordern mich auf, doch nochmal an den Computer zu sitzen und endlich den Artikel zu schreiben, der seit 2 Tagen in meinem Hinterkopf sitzt. „Morgen“, denk ich in diesem Moment. Es ist vernünftiger, jetzt zu schlafen. Und am nächsten Morgen geht die Jagd nach Unterhaltung von vorne los und die Ideen ruhen wieder bis zum Abend.

Ich rede mit anderen Menschen, höre von ihren „realen“ Problemen. Manchen geht es wirklich nicht gut. Burnout. Depressionen. Angstzustände. Alkoholismus. Manche verdrängen ihre Probleme, andere akzeptieren sie und versuchen, an sich zu arbeiten. Wiederum ganz andere wollen sich keine Hilfe holen. „Uns geht es doch so gut in der Schweiz. Was hab ich das Recht, mich schlecht zu fühlen?“ Ich staune. Es ist ein Gedanke, den ich ähnlich auch hatte. Aber das war es nie, was mich davon abhielt, mir helfen zu lassen. Es war immer das Verdrängen. Die Überzeugung: „Ich komm hier selber raus. Morgen fange ich an.“ Nie wäre mir in den Sinn gekommen, dass das Elend anderer Menschen mir nicht das Recht gibt, mich schlecht zu fühlen. Ein schlechtes Gewissen, ja. Eine Verantwortung, ja. Das Gefühl, mein Talent nutzen zu müssen. Aber nie der Gedanke, dass ich es nicht verdient hätte, mich schlecht zu fühlen.

Meine Motivationsschwierigkeiten fühlen sich nichtig an im Vergleich zur Not auf der ganzen Welt, aber auch schon um mich herum. Aber ich akzeptiere, dass es mir schlecht geht und ich das Recht dazu habe. Und ich hoffe, jeder der daran zweifelt, lässt sich dieses Recht in Zukunft nicht mehr nehmen und sucht sich ebenfalls Hilfe.

Meine Name ist Christian, und ich bin auf dem langen Weg zur Besserung.

Ich danke meinem Gastautor und werde ihm demnächst wieder eine Plattform auf meinem Blog zur Verfügung stellen!

Wettkampf der Glucken

Jede Glucke hat das schönste Küken. Das hat die Natur so eingerichtet. Im Alltag bedeutet das nichts anderes, als dass jede Mutter das Gefühl hat, das schönste und klügste Kind zu haben. Eigentlich eine schöne Einrichtung. Wird der Spross geboren, kann er auch noch so hässlich sein, die Mama findet ihn einfach zuckersüss. Ich nehme mich da nicht aus. Auch ich hatte bei meinen Kindern bei der Geburt im Wochenbett das Gefühl, die hübschesten Geschöpfe geboren zu haben. Alles andere wollte ich weder hören noch sehen, und das ist auch gut so. Weiterlesen

Stelleninserate Deluxe

Aus reiner Neugier lese ich immer wieder die Stelleninserate in den Tageszeitungen. Und ich merke dabei immer wieder, dass ich nicht einmal wüsste, auf welche Stelle ich mich bewerben könnte. Die meisten Berufsbezeichnungen habe ich nämlich noch nie gehört. Dass der Hausabwart heute Facility Manager genannt wird, daran habe ich mich inzwischen gewöhnt. Begriffe wie Manager und Coach scheinen ohnehin beinahe in jedem Beruf Einzug gehalten zu haben. Es klingt halt einfach so unglaublich intelligent, wenn man sich mit einem solchen Titel schmücken kann. Weiterlesen

DER Pickel !!!

Berufsbedingt habe ich hin und wieder mit Models zu tun. Ich muss dazu sagen, dass ich das grosse Glück habe, ganz tolle Models gefunden zu haben, die sich benehmen wie die hübsche Frau von nebenan (keine Zicken) und deren IQ überdurchschnittlich hoch ist. Mit ihnen zu arbeiten ist eine wahre Freude und sie widerlegen jegliche Vorurteile, die über Models im Umlauf sind. Kein Tussigehabe, keine wandelnden Make up-Säulen, keine Haardramen und keine blasierten Gesichter. „Meine“ Models strahlen, reden mit den Leuten, sind offen und zum Knuddeln. Keine Hungerhaken mit verkrampftem Blick! Und genau mit diesen hübschen Ladies hatte ich kürzlich wieder einen gemeinsamen Abendeinsatz. Und nun kommts: Das Küken der Crew kam direkt von der Arbeit und hatte ein Riesenproblem. Dieses Riesenproblem sass gemäss ihrer Erklärung mitten auf ihrer Stirn – DER Pickel!

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