Was denn noch?

Ich stelle die Intelligenz der Menschheit seit ein paar Jahren immer öfter in Frage. Wir zerstören, um danach wieder mühsam reparieren zu müssen. Wir gefährden, um danach wieder retten zu müssen. Wir sind die wohl dümmste Spezies auf diesem Planeten. Keine andere Spezies hat es so fehlerfrei im Griff, sich selber zu sabotieren. Leider! Und dann schlage ich die Tageszeitung auf und …

… greife mir einmal mehr an den Kopf. Das kann doch wohl nicht wahr sein, oder? Von einem Individuum, welches an Selbstverliebtheit, Zerstörungswut, Aggression und Dummheit nicht zu überbieten ist wurden tatsächlich Skulpturen erstellt, welche höchstens einem Gruselkabinett nützen würden. Und als ob das alleine nicht schon Ironie genug wäre, gibt es sogar noch grössere Idioten, welche für so ein hässliches Etwas satte 28’000 Dollar hinblättern.

Wäre es der 1. April, würde ich es unter schlechtem Scherz abtun. Aber nein: Nichts mit Scherz. Traurige Realität. Und ich überlege mir gerade, was man mit 28’000 Dollar alles Gescheites hätte tun können. Jede Menge käme mir da in den Sinn. Vor allem im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo sich zwischen Arm und Reich ein riesiger Graben auftut, könnte man damit unendlich viel Besseres tun.

Heute ist einer jener Tage, an welchen ich mich frage, ob ich solche „News“ überhaupt noch wissen will. Aber man kommt ja ohnehin nirgends dran vorbei. Sogar ich greife dieses Thema hier auf meinem Blog auf. Wie tief muss die Menschheit noch sinken, bevor die Erkenntnis kommt, dass wir uns mal wieder auf das Wesentliche besinnen sollten? Und unter dem Wesentlichen verstehe ich definitiv nicht, dass man sich einen nackten Donald Trump für 28’000 Dollar ins Wohnzimmer stellt. Ich geh mich jetzt mal kurz übergeben …. 😦

Alle verschwägert oder wie?

Der Göttergatte und ich weilen heute noch einmal einen Tag in Marrakesch, bevor wir morgen in Richtung Fés unseren Trip durch Marokko weiterfahren. Ich bin gespannt, ob es dort anders ist. Man sagt nämlich, dass es in Fés noch viel mehr an ursprünglichem Handwerk (Gerbereien) zu sehen gibt. Hier auf dem Markt und in den Gassen ist vor allem „Made in China“ zu sehen … leider.

Und das beste, was uns Touristen passieren kann, ist ein cleverer einheimischer Guide. Der zeigt einem zuerst alle Sehenswürdigkeiten, ohne dass man irgendwo anstehen muss und dann geht das Einkaufsvergnügen der besonderen Art los. Dann wird man zum Teppichhändler geschleppt, der zufälligerweise der Bruder des Guides sein soll und der alles nur Unikate hat. Wenn man dann nach viertelstündigem Kampf endlich glaubhaft erklärt hat, dass man wirklich KEINEN Teppich möchte, dann gehts weiter zur Schwägerin, die den schönsten Schmuck Marokkos machen soll und die für all die Unikate sogar noch ein Zertifikat hat. Dort habe ich mich sogar dazu hinreissen lassen, einen völlig überteuerten Silberring zu kaufen – natürlich ein Unikat und natürlich mit Zertifikat (wer’s glaubt, wird seelig). Aber man gönnt sich ja sonst nichts und will dem Guide die Freude machen, dass man ein doofter Tourist ist und den Quatsch glaubt.

Dann geht man noch zum Cousin, der die besten und einzig wahren Gewürze Marrakeschs hat – sonst sollte man nämlich nirgends Gewürze kaufen, die sind alle schlecht. Jaja, der Guide weiss Bescheid. Und dann hat der noch gefühlt 200 Onkels, Neffen, Tanten, Cousinen, Brüder, Schwestern und weiss der Geier was noch alles. Der Satz: „Ich will ihnen nur zeigen, sie müssen nicht kaufen“, lässt uns jedesmal die Haare zu Berge stehen … denn die sind sich hier offenbar gewohnt, zur Not auch die eigene Grossmutter zu verkaufen, wenn es sich denn lohnt.

Die Gefahr, dass wir gross shoppen würden, ist in unserem Fall relativ klein. Zu kitschig sind in unseren Augen viele der Dinge hier. Und die wenigen hübschen Trouvaillen wären zu umständlich für einen Transport in die Schweiz. So werden wir alle Erinnerungen auf Fotos und im Herzen mitnehmen … denn soviel „Bling, Glitzer, Farbe und Kitsch“ kann ein Mensch alleine gar nicht in seine Wohnung hängen. Aber Hauptsache, man hat in Marrakesch quasi eine einzige riesige Familie kennengelernt … zufälligerweise … oder so … 🙂

Kundenservice?

Bekanntlich macht der Onlinehandel die schönen Geschäfter kaputt.
Bekanntlich bin ich keine Onlineshopperin.
Bekanntlich habe ich mit meinen Geschäften selber vor dem Onlinehandel kapituliert.
Bekanntlich gibt es nur eines, was noch gegen den Onlinehandel spricht:

Der persönliche Kontakt und die Beratung im Geschäft.

Und so bin ich gestern mit einer lieben Freundin in Bern durch die Läden gezogen – auf der Suche nach einem Hippiekleid (für sie, nicht für mich!).

Die Berner Gassen waren voller Menschen, die Geschäftslokale waren leer. Keine Kunden – trostlos! Ich muss dazu sagen, dass wir kaufwillig waren. Und das merkt man, wenn eine Frau etwas kaufen WILL.
Wir sind durch etliche Geschäfte gegangen, welche keine Hippiekleider im Angebot hatten. Im Lieblingsgeschäft meiner lieben Freundin hatten sie aber dann doch noch, was wir suchten. Das einzige Problem: Die Verkäuferin/Beraterin hatte null Bock, sie zu bedienen – geschweige denn, sie zu beraten. Ich düste durch den Laden, holte alle Kleider, die ich finden konnte, während die gute Frau Verkaufsberatung mit ihren Kolleginnen quatschte und mir dabei noch zusah. Meine Liebe Freundin steckte einmal den Kopf aus der Kabine und meinte laut und deutlich: „Könnte mir vielleicht mal jemand aus dem Kleid helfen?“ Die Frau Verkaufsberatung schaute MICH an!!! Hallo??? Ich meine: Ich mach sowas ja gerne. Aber wenn alle jammern, sie hätten keine Kunden – und dann kommt da eine offensichtlich kaufwillige Kundin, die sogar genau artikulieren kann, was sie haben möchte, müsste man da nicht die Beine in die Hand nehmen und rennen was das Zeug hält? Ware suchen, Ware bringen, Grössen austauschen, helfen, beraten, bedienen … weiss der Geier was alles? Nö, die Liebe fand das absolut unnötig.

Resultat: Meine liebe Freundin hat KEIN Kleid gekauft und als wir beim Kassenkorpus vorbeigingen, sah ich da tatsächlich ein bislang unentdecktes Kleid hängen und meinte:  „Hey, schau, das wäre auch schön!“
Die Verkäuferin: „Ja, das hätten wir auch noch gehabt, stimmt.“
Meine liebe Freundin: „Jetzt hab ich keine Lust mehr, mich nochmal auszuziehen.“

Echt jetzt, Leute – ihr könnt eure Geschäfte ja auch selber sabotieren. Aber dann einfach nicht mehr jammern, wenn die Jobs weg sind! So einen miesen Service habe ich in besagtem Laden mit drei Buchstaben leider nicht das erste mal erlebt. Schade!

Ich hab übrigens inzwischen entdeckt, dass es das Kleid auch online zu bestellen gibt …

Sinnfreie Regel

Wir leben im Land der Gesetze und Regeln. Die Schweiz hat für beinahe alles und jedes ein Gesetz oder eine Regel, die es einzuhalten gilt. Oft machen diese Regeln Sinn – manchmal auch nicht … aber irgendein Mensch denkt sich ja diese Regeln aus.

Heute wurden das Tochterkind und ich mit der sinnfreisten Regel konfrontiert, die wir je gehört haben. In einem beliebten Stadtcafé in unserer „Ambassadorenstadt“ sind wir nach einer Einkaufstour eingekehrt. Wir haben beim Eingang in der Auslage die Kuchen und Süssigkeiten studiert, um uns anschliessend am Tisch etwas bestellen zu können. Das machen wir seit gefühlt 100 Jahren in besagtem Stadtcafé so.

Die Bedienung – welche notabene in besagtem Café immer sehr zuvorkommend ist – hat sich auch sofort nach unseren Wünschen erkundigt. Ich habe einen Erbeerkuchen aus der Auslage bestellt (der ist dort besonders gut) und das Tochterkind ein kleines Birchermüesli.

„Tut mir leid, wir haben nur grosse Birchermüesli“, so die Bedienung.
„Nein, in der Auslage vorne hat es grosse und kleine Müesli, ich hab sie beim Reinkommen gesehen“, erklärt das Tochterkind.
„Ja, das ist so. Die sind aber nur zum Mitnehmen über die Gasse gedacht. Servieren dürfen wir diese nicht. Wir dürfen hier nur grosse Birchermüesli servieren.“

Das war jener Moment, in welchem ich nach der versteckten Kamera suchte und fragte:
„Das ist jetzt nicht ihr ernst, oder?“
„Leider schon, es tut mir leid. Wir haben schon des öfteren beim Chef nachgefragt, ob wir das nicht ändern dürfen. Er will das nicht.“ Der Bedienung war das sichtlich peinlich – obwohl sie ja gar nichts für diese Regel kann.
Da hat sich bei mir der kindliche Widerstand (den hab ich auch mit 50 Jahren noch) geregt und ich habe zu ihr gesagt:
„Nun ja, dann gehen wir jetzt einfach an die Theke, kaufen das Müesli und sie isst es hier am Tisch.“
Die Bedienung ist noch einmal um gefühlt fünf Zentimeter tiefer im Boden versunken und erwiderte:
„Tut mir leid, das dürfen sie nicht. Ich bin verpflichtet, sie dann darauf hinzuweisen, dass sie das hier nicht essen dürfen.“

Okay – ihr ahnt richtig: Die Modepraline hat nach dem Chef verlangt. Eine derart sinnfreie Regel wollte ich mir nun doch gerne erklären lassen. Der Gute hat aber glücklicherweise am Montag frei … denn auf diese Erklärung wären wir nun doch sehr gespannt gewesen.

Also noch einmal für Anfänger: Man darf sich in besagtem Stadtcafé in der Auslage auslesen, was man möchte – es wird am Tisch serviert. Nicht aber das kleine Birchermüesli … also, eigentlich gar kein Birchermüesli aus der Auslage. Denn dieses gibt es nur in gross aus der Küche. Und ich überlege immer noch, was die Verkaufsstrategie dahinter sein soll. Fazit: Ein Birchermüesli weniger verkauft und eine Kundin mehr sauer gemacht. Irgendwie geht diese Rechnung nicht wirklich auf … oder verstehe ich da nun etwas falsch?

Das Grauen hat einen Namen: Puppy mills

Puppy mills ist Englisch und würde eins zu eins übersetzt eigentlich Welpe (Puppy) und Mühlen (mills) heissen: Also Welpenmühle – was nichts anderes bedeutet als Massenhundezucht. In den USA eine leider gängige Art, Modehündchen zu Gebärmaschinen zu machen. Leider fehlen in den meisten Staaten die Gesetze dagegen und bekanntlich bestimmt ja die Nachfrage das Angebot. Was bedeutet das also? Ja, richtig: Die Menschen sind derart unterbelichtet, dass sie nach wie vor im Internet und in diffusen Tierhandlungen Welpen bestellen oder kaufen, ohne nachzufragen, ob diese Tiere aus artgerechter Zucht und Haltung stammen. Hauptsache modisch, schnell und günstig! Weiterlesen

Grosse Klappe – nix dahinter

Wer mich kennt weiss es, die anderen erfahren es jetzt: Ich habe eine grosse Klappe. Ausgenommen sind die seltenen Tage, an welchen ich 40 Grad Fieber und eine fette Halsentzündung habe. Ansonsten läuft mein Mundwerk eigentlich immer wie geschmiert. Und man sagt, ich hätte immer das letzte Wort – klar, ich sehe das total anders, aber eben…

Und nun ist mir doch tatsächlich etwas passiert, von dem ich geschworen hätte, dass es mir nie und nimmer passieren würde. Ich habe mich nämlich total zu- und überreden lassen. Aber volle Pulle! Zu allem Überfluss auch noch in einer Materie, in welcher ich selber bestens bewandert sein sollte. Schäm! Weiterlesen

Messebesuch

Mögt ihr Messen? Stand an Stand gereiht, in grossen Hallen – enge Gänge, viele Menschen!? Ich mag das eigentlich überhaupt nicht, habe mich aber letzthin mit einer Kollegin an einem strahlend schönen Nachmittag per Zufall in eine Messe „verirrt“. In Anbetracht der Tatsache, dass das Wetter überhaupt nicht geeignet war, um den Tag in einer Messehalle zu verbringen (Sonne, 25 Grad), waren wir auch so ziemlich die einzigen Besucherinnen. Ein Vorteil, wie wir dachten. Kein Gedränge, keine stinkenden Schweissfahnen, einfach nur Platz für uns! Aber das ganze hatte definitiv auch einen grossen Nachteil: Die Standbetreiber langweilten sich derart, dass wir zu DEN Messeopfern des Tages wurden. Weiterlesen