Wenn ein Seestern verschwindet

Als Bloggerin habe ich nicht nur Menschen, die meine Geschichten lesen – ich lese auch sehr gerne die Geschichten der anderen. Vom ersten Tag an im Netz hatte ich eine treue Leserin, die einen Blog hat, auf welchem sie in regelmässigen Abständen über sich, ihr Leben und ihre fiese Krankheit Krebs berichtete. Eine tapfere, junge Frau mit einer Familie (Mann und zwei Jungs). Da ihr Markenzeichen beim Blog ein Seestern war, habe ich immer ihre Likes auf meinem Blog gesehen – und sie hat regelmässig kommentiert. Leider hat sich im Verlauf der Monate und Jahre ihre Krankheit wortwörtlich durch ihren Körper gefressen und ihre Freundin hat die letzten Wochen in regelmässigen Abständen auf ihrem Blog berichtet, wie es um den Zustand der Lieben steht.

Ich weiss nicht so recht, ob abzusehen war, dass es nicht mehr lange dauern würde. Aber ich gehe mal davon aus, dass das Ende sehr nahe war. Ich habe diese Frau niemals persönlich kennengelernt (wie die meisten Blogger/innen), aber irgendwie wird man sich durch seine regelmässigen Geschichten halt trotzdem vertraut und fühlt mit – sehr sogar. Ich habe immer gestaunt, wie tapfer die Gute war und wie optimistisch sie immer wieder jede Diagnose weggesteckt hat.

Als ich nun durch ihre Freundin erfahren habe, dass sie vor 2 Tagen in den Armen ihres Mannes für immer eingeschlafen ist, war ich traurig. Ja, man kann auch traurig über den Verlust von jemandem sein, den man persönlich niemals kennengelernt hat. Ich glaube, dass wir Blogger/innen sogar oft sehr viel mehr Persönliches von uns preisgeben, als dies die Menschen sonst im Alltag tun. Deshalb kommt man sich durch die Texte oft sehr nah. Und es tut mir unendlich leid, weil ich den Seestern nun nie wieder bei meinen Kommentaren haben werde.

Liebe Babs, wo auch immer Du nun sein magst – ich bin mir sicher, dass Du bei uns Bloggern einen festen Platz behalten wirst. Und Deinen drei Männern wünsche ich unendlich viel Kraft!

Hera?

Kennt ihr die süssen SMS-Spalten oder Kleinstinserate in der Zeitung? Jene, wo Spielsachen verschenkt, Puppen gesucht, Klebebilder getauscht oder Tiere vermisst werden. Die klitzekleinen Miniinserate eben, die für die Absender aber oft einen unsagbar grossen Wert haben.

Heute haben der Göttergatte und ich in der Zeitung ein genau solches Inserat der knuffigsten Sorte entdeckt. Steht doch da:

Entlaufen in Stöckelhausen am Rosenweg eine Landschildkröte. Hört NICHT auf den Namen Hera, heisst aber so – und wird sehr vermisst von Hermes. Und uns! Bitte melden unter ……. Weiterlesen

Das Leben auf den Kopf gestellt

Mein Buch „von süss bis ungeniessbar“, der Blog – wie gedruckt, ist nun seit gut 3 Monaten auf dem Markt. Und die Resonanz ist grösser als erwartet. Neben einigen Interviews habe ich auch schon Lesungen gemacht und mein Alltag schlägt Purzelbäume.

Eigentlich hat sich ja schon vieles verändert, als ich letztes Jahr im September zu bloggen begann. Für mich wurde da schon einiges anders. Mein Hauptaugenmerk lag auf einmal wieder auf meiner Schreiberei und andere Dinge, die vorher wichtig waren, traten in den Hintergrund. Für mich eine durchwegs positive Entwicklung. Als aber das Buch auf den Markt kam, ging noch einmal ein Wirbelsturm durch mein Leben. Von heute auf morgen wurde ich anders wahrgenommen. Und das ist äusserst spannend. Nicht nur, dass ich plötzlich nicht mehr nur „die mit der Boutique in Solothurn“ bin – es ist mir sogar schon passiert, dass ich in einer fremden Stadt angesprochen wurde: „Sind sie nicht die mit dem Blogbuch?“ Meine Güte, was habe ich mich wichtig gefühlt! Ja, jetzt dürft ihr ruhig lachen. Ich musste über mich auch lachen. So muss sich wohl ein Promi fühlen, der ständig angesprochen wird. Und mit so einem – bei aller Liebe – möchte ich echt nicht tauschen. Weiterlesen

Wer mich nicht kennt…

…soll nicht über mich urteilen! Wie schön es doch wäre, wenn sich alle daran halten würden. Gegenseitig, übers Kreuz, rauf und runter und einfach überhaupt im Leben. Ein altes indianisches Sprichwort bringt es auf den Punkt:

Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gegangen bist.

Wieviel Wahres dieser Satz doch beinhaltet. Die Indianer wussten offenbar sehr gut, wovon sie sprechen. Und ich weiss es auch – zumindest in dieser Hinsicht! Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch gerne mal eine Lästertante bin: Zum Beispiel im Sommer, wenn ich in einem Strassenkaffee sitze und den Menschen zusehe. Dann liebe ich es, über alles zu lästern, was mir misfällt. Genauso liebe ich es aber auch, alles zu bewundern, was mir gefällt. Ich glaube, dass der Mensch dieses Tratsch-Gen irgendwie schon bei der Geburt mitbekommt. Manche haben mehr davon, andere weniger. Das sind aber Lästereien, die keinem schaden und niemanden verletzen. Wenn es weh tut,  hört für mich der Spass nämlich auf. Wenn mir etwas nicht passt, erfährt mein Gegenüber das von mir und zwar ziemlich direkt. So hat jeder auch die Chance, gleich darauf zu reagieren, zu erklären oder auch einfach auf dem Absatz umzudrehen und zu gehen. So finde ich das Miteinander oder notfalls sogar das Gegeneinander in Ordnung. Was aber gar nicht geht, passiert mir leider des Öfteren. Und das, seit ich denken kann. Weiterlesen