Zucchettigeneration

Da sitzt man im Zugabteil und wird von einer Schulklasse von ungefähr 20 Zwergen umringt. Was für ein lustiges Bild. Bunte kleine Rucksäcke zieren die kleinen Wanderer und sobald jeder seinen Platz hat, wird auch sofort ausgepackt, was die Mamas und Papas zu Hause an Proviant eingepackt haben. Da staunt unsereiner nicht schlecht. Ich meine: Unsere Kinder durften doch tatsächlich auf der Schulreise noch die geliebte Milchschnitte oder die Gummibärchen als Highlight zücken. Heute sieht das total anders aus:

Kleine Knirpse kennen tatsächlich Ausdrücke wie vegan, Laktose, Fructose, Kohlenhydrate und Zuckeranteil. Hä? Ich meine: Das sind doch all jene Dinge, die unsere Kindheit erst so richtig cool gemacht haben. Und sie coolsten Mamas waren jene, die es schafften, irgendwo heimlich ein Sportovo oder einen Schokoriegel in den Rucksack zu schmuggeln – so als kleine Überraschung. Leute … ich wäre heute sowas von raus, das gibt es gar nicht!

Die Kleinen packen ihre sorgfältig farblich abgestimmten Tupperdosen in allen Grössen aus. Und was da alles zum Vorschein kommt, lässt mich Bauklötze staunen. Zucchetti, schön geschnitten in mundgerechte Stückchen. Karotten, wunderbar als Sticks hergerichtet. Peperoni in schönen Farbvariationen oder Radieschen mit eingeschnitzten Gesichtchen. Aha! Dann hätten wir da noch die Reiswaffeln (natürlich ohne Schokolade) und die Bionussvariation aus dem Reformhaus – schön assoritert in der speziell dafür konzipierten Tupperdose.

Ich unwissende Mutter sitze also mit offenem Mund staundend im fahrenden SBB-Gesundheitstempel für Zwerge und frage mich, ob die Kleinen das wirklich alles lieben oder ob die Mamas sich da einen Küchenwettkampf der Vitamine liefern!?

Eines weiss ich aber mit Sicherheit: Ich hätte in der heutigen Zeit wohl keine Chance mehr, da auch nur ansatzweise mithalten zu können. Meine Grosskinder bekämen immer noch das knusprige Brötchen, die Knabbertüte (Tuttifrutti) mit Nüssen und Beeren drin, das Sportovo, den Apfel und die Gummibärchen mit. Ich würde damit ganz bestimmt nicht den Ernährungsaward gewinnen – aber ich denke, dass der Zwerg darüber ganz bestimmt nicht unglücklich wäre.

Unser Held

Heute war Grosseinsatz an der Krebskampffront. Der Göttergatte hatte eine weitere grosse Operation vor sich, auf welche wir seit ein paar Wochen gebibbert haben. Und in den letzten Tagen wurde die Nervosität schier unerträglich – zumindest für mich. Er nahm es relativ gelassen – wie immer – und war bis heute morgen gut gelaunt. Die Kids und ich fuhren ihn heute früh in die Klinik und man hätte bei ihm meinen können, wir würden einen Ausflug machen. Äusserlich total gelassen – innendrin hats ganz bestimmt gearbeitet wie verrückt … aber mein starker Indianer würde das NIEMALS zugeben 🙂 !

Die vier Stunden vom Moment, als wir ihn am Eingang des Operationssaales verabschiedeten, bis zum Anruf des Chirurgen, kamen mir vor wie Lichtjahre. Auch wenn das Tochterkind und der Sohnemann sich alle Mühe gaben, mich abzulenken. Schwierig … mit jeder weiteren halben Stunde standen meine Magennerven mehr auf Sturm und meine Hände glichen zwei Tropfsteinen (Angstschweiss). Meine Güte, was war ich froh, als der erlösende Anruf kam: „Alles gut gelaufen – er liegt nun auf der Intensiv und sie können in einer Stunde kurz zu ihm gehen.“

Intensivstation nach grosser Operation – da stellt man sich beim ersten Besuch immer auf einen richtigen kranken Menschen ein. Der Göga war aber schon eine Stunde nach OP wieder auf Spasskurs – meine Güte! Der Mann ist mein Held … seit 30 Jahren mein Held!!! Da kommen wir in die Intensivstation und er fragt uns: „Hey, wisst ihr, wie man einen Typen nennt, der so tut, als ob er etwas werfen würde?“ Hä??? „SCHEINWERFER!“ Und dabei konnte er sich köstlich amüsieren. Nach einer vierstündigen OP mit unzähligen Schläuchen im Körper.

Ich wünsche unserem Held so sehr, dass auch die nächsten Tage ohne Komplikationen verlaufen und wir damit einen weiteren Meilenstein an der Krebskampffront hinter uns lassen können. Da wo ich jammern und mich bedauern würde, ist er positiv und schaut nach vorne – immer mit dem Satz: „Der Krebs ist nur Nebensache – die Hauptsache ist das Leben.“ Ich liebe diesen Mann! 🙂

Danke und ein schönes Weihnachtsfest

Alle, die mich regelmässig auf meinem Blog besuchen wissen, dass ich in letzter Zeit kaum zum Schreiben kam. Da ich immer nach dem Motto „family first“ gelebt habe, mussten meine Geschichten ruhen. Mein Göttergatte und meine Familie brauchen mich mehr denn je und ihr habt mich alle wieder einmal überrascht. Warum?

Nun ja: Bevor ich ahnen konnte, dass sich bei uns eine fiese Krankheit in die Familie schleichen würde, habe ich bei „JRZ“ (Jeder Rappen zählt) im Adventskalender mitgemacht. Ich habe dort eine Klickaktion aufgeschaltet, welche lautete: „Jeder Klick auf meinem Blog im Dezember bis zum Weihnachtsfest spült einen Franken in die Kasse von JRZ.“ Diese Geld kommt Kindern zu Gute, welche alleine auf der Flucht sind.

Nun könnte man annehmen, dass die Klickzahlen auf null gesunken sind, weil ich schreibtechnisch nicht mehr wirklich aktiv sein konnte. Falsch gedacht. Ihr seid der Hammer! Täglich habt ihr offenbar meinen Blog weiterbesucht, um zu schauen, ob die Modepraline wieder schreibt. Und als ich das erste mal nach 4 Wochen wieder eine Geschichte aufgeschaltet habe, sind die Klickzahlen durch die Decke gegangen. So kommt es, dass ich heute einen 5-stelligen Betrag an JRZ überweisen konnte.

Ich bedanke mich für eure Treue – ihr habt mit mir zusammen für Kinder auf der Flucht geklickt und dabei kräftig mitgeholfen, dass jene unterstützt werden, die im Leben alles verloren haben.

Ihr seid der Hammer!!!

In diesem Sinn wünsche ich euch ein schönes Weihnachtsfest im Kreise eurer Lieben und – seid dankbar für jede schöne Minute.

Leider wahr…

Eine hiesige Zeitung sucht das Brautpaar 2017. Jede Woche kann man die Bilder, Namen und Jahrgänge der hübschen Paare also bestaunen. Und mit Entsetzen habe ich festgestellt, dass die Brautpaare die Jahrgänge meiner beiden Kinder haben. Hilfe!

Erst noch habe ich die Beiden in den Kindergarten begleitet, den ersten Schultag zelebriert, das Abschlussfest besucht und den Lehrvertrag gefeiert. Dann kam der Lehrabschluss, die Berufsmatura, die verschiedenen Stationen im In- und Ausland und … irgendwie ist die Zeit davongerannt. Einfach so – ohne zu fragen. Und nun sind diese Jahrgänge unter den Brautpaaren zu finden. Manche sind sogar schon Eltern. Ach herrjeh … ich scheine alt zu werden. Weiterlesen

Geschrieben vor 2 Jahren … Reblog Teil 5

Trotzphase

Was habe ich mich früher geärgert, wenn meine Kinder trotzig waren. Wobei ich sagen muss, dass ich diesbezüglich glimpflich weggekommen bin. Diese Phasen waren bei uns von kurzer Dauer und vermutlich auch weniger intensiv, als bei manch anderen. Tobsuchtsanfälle blieben zum Glück ganz aus. Und wer nun denkt, dass die Pubertät dafür umso extremer wurde, der hat leider recht (arme Eltern…). Aber zurück zur Trotzphase:

Ich war letzthin am Bahnhof im Kiosk, um mir eine Zeitschrift für die Zugfahrt zu besorgen. Da war auch eine junge Mutter mit ihren zwei Kleinkindern. Der Junge sass im Buggy und war vielleicht 2-jährig, das Mädchen war so um die 4 Jahre alt. Schon beim Eintreten in den Kioskbereich hörte ich, wie die junge Mutter erklärte, dass sie nur Getränke für die Zugfahrt bräuchten. Keine Süssigkeiten. Und das an einem Ort, wo alle Süssigkeiten auf Kinderaugenhöhe platziert sind. Na toll! Weiterlesen

Hilfe, es sind Schulferien

Da hat man endlich die Kinder gross und müsste sich bei der Urlaubsplanung nicht mehr nach den Schulferien richten – aber nein: Der Göttergatte ist ja Lehrer an der Berufsschule und jetzt geht das wieder von vorne los. Aber wir sind ja flexibel, und gehen also wieder in der Hauptsaison in die verdienten Wellnessferien.

Eines ist sicher: Die Welt wird NICHT aussterben. Im weltbesten Lieblingshotel wimmelt es nur so von Kindern und es gibt kein Entkommen. Egal wo man hinsieht, hintritt oder sich hinbewegt … irgendwie steht immer irgendwo ein Zwerg. Ich liebe Kinder, keine Frage. Aber aktuell leben wir gerade inmitten einer Zwergeninvasion. Weiterlesen

Ganze Sätze?

Auf unserem Spaziergang durch die Wälder der Heimat sind meine liebe Hundefreundin und ich mit unseren Hunden unzähligen Schulkindern begegnet. Diverse Klassen waren offenbar auf einer Sternwanderung und so kam es, dass wir mit unseren Vierbeinern grosse Gruppen von Grunschulkindern kreuzten. Klein Ellie fand lustig, dass unzählige Händchen mit „ooooch“ und „süüüüüüüss“ über ihr Fell streichelten. Ihrem Hundefreund Timmi waren die Kinder relativ egal. Weiterlesen