Wenn Groupies ins „Alter“ kommen

So, nun sitze ich also da am Laptop – nach einem sensationellen Konzert von Mark Forster in Zürich. Nach knapp sieben Stunden Schlaf und mit Dauerrauschen in den Ohren (trotz Ohrenschutz) habe ich leichte After-Konzert-Beschwerden. Nun ja, das kommt davon, wenn man mit 50 Jahren meint, den Star zuerst treffen zu müssen, um dann die erste Reihe knapp zwei Stunden vor Konzertbeginn zu verteidigen und dann noch weitere zwei Stunden mitzuhüpfen und mitzusingen. Wir sind einfach nicht mehr die Jüngsten. In besagtem Fall haben wir vermutlich das Durchschnittsalter sogar massiv angehoben. Es hatte unsagbar viele Kids, die textsicher das ganze Konzert durchgehalten haben. Unsere Groupietruppe hat aber eher wenig Jugendliches dabei. Mehrheitlich bewegt sich unser Alter zwischen 50 und Ü60. Bild gefällig?

Also der sympathische Typ in schwarz ist kein Groupie – das ist Mark Forster; dies für alle, die nicht wissen, wie der Star des Abends aussah 🙂

Zugegeben, wir sind alles junggebliebende Oldies – aber eben Oldies. Das hat sich auch bemerkbar gemacht, als wir nach dem Konzert die Halle verliessen. Während bei der jüngeren Generation wohl eher die Eindrücke des Abends das Thema waren, war es bei uns der Austausch von „Wehwehchen“ nach diesem Abend. Da hatten wir neben Durst und Hunger Dinge wie Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Fussweh, Beinweh, Müdigkeit, Ohrenschmerzen und Kopfbrummen. Daran merkt man eindeutig, wenn man zur Oldiestruppe der Groupies gehört, was uns aber nicht davon abhalten wird, unsere Touren auf coolen Konzerten weiterzumachen. Schliesslich lebt man nur einmal …!

Der Vorteil daran, ein älteres Groupie zu sein: Wir reisen angenehm, organisieren gut, können alleine pinkeln gehen, müssen uns nicht mit Alkohol zuschütten, um eine Party zu haben und „zehren“ nach einem solchen Abend in der Regel relativ lange vom Erlebten. Selbst wenn es nur wegen der Nachwehen ist! 🙂

Groupies forever!

Eine grosse Gemeinschaft

Wenn ein Star ruft – folgen seine Fans dem Ruf. Das hab ich schon an etlichen Grossanlässen erlebt. Nun war ich bei Andreas Gabalier an einem Openairkonzert und habe nicht schlecht gestaunt. Wenn Gabalier ruft, kommen die Fans nicht nur in Scharen (ausverkauft, über 30’000 Menschen) – nein: Sie kommen in Dirndl, rot-weiss karierten Hemden und braunen Lederhosen. Die Sonnenbrillen sind rot-weiss kariert … die gesamten Outfits sind auf Gabalier abgestimmt. Ich würd mal sagen: Mehr Identifikation und Zugehörigkeitsgefühl geht nicht! So hab ich das noch nie gesehen – und es war wunderschön. Natürlich hab ich auch mitgemacht … logisch! Ehrensache!

Dazu kommt, dass der Volks Rock’n’Roller es schafft, von Kind bis Oma ALLE zum Mitfeiern und Mitsingen zu bewegen und dass die Menge sich total friedlich bewegt. Keine Rangeleien, keine Pöbeleien, kein Polizeieinsätze … total friedlich feiern 30’000 Menschen eine Party. Da wird geschunkelt, geklatscht, getanzt, geheult und all das gemeinsam. Und Gabalier lebt mit seinen Fans zusammen all das auf der Bühne aus. 2 1/2 Stunden spielt der Entertainer ohne Pause ein Wahnsinnsprogramm … geht von Lied zu Lied ohne Unterbruch … verschwindet nie hinter der Bühne und … bleibt nach der letzten Zugabe noch über eine Viertelstunde auf der Bühne sitzen, winkt, sagt wieder tschüss, trinkt seine Wasserflasche leer, winkt wieder und bleibt bei seinen Fans, bis diese das Stadion verlassen. Null Starallüren … einfach eine coole Socke!

Jaja, schon klar … Gabalier könnte fast mein Sohn sein … aber genau das macht es eben aus: Der junge Entertainer bringt mit seiner Musik jung und alt zusammen und all das total friedlich. Und keiner fühlt sich doof, wenn er rot-weiss kariert oder volkstümlich gekleidet da rumrennt … weil es die ganze Gemeinschaft rund um Gabalier tut. Ich oute mich: Ich bin FAN!!! 🙂

Nicht mehr fähig…

…ein paar schlaue Zeilen zu schreiben. Warum? Ganz einfach: Ich habe mit meinen lieben Freundinnen heute zum letzten Mal auf seiner Abschiedstournee den Graf von Unheilig live gesehen und wir hatten die grosse und einmalige Ehre, den Künstler Backstage zu besuchen.

Der Graf von Unheilig schützt seine Privatsphäre sehr und es ist daher kaum möglich, näher als bis zum Bühnenrand an ihn ranzukommen. Als absoluter Fan (ich habe ihn 5 mal live gesehen und liebe seine Musik) ist mir das Herz kurz in die Hosen gerutscht, als ich erfuhr, dass ich ihn mit meinen Freundinnen Backstage besuchen darf. Ein sympathischer Mann, der meinen Puls auf 180 hochtrieb … ich werde das wohl nie vergessen.

Ich fühle mich gerade wie ein 16-jähriges Groupie! Danke für dieses unglaubliche Erlebnis!

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Atemlos…

… ging ich durch die Nacht …

… obwohl der Captain meiner Seele

… mir eigentlich prophezeit hatte, dass es die Hölle würde, morgen früh

… aber ich bin ja schliesslich nicht fehlerfrei

… und so hörte ich nicht zu hundert Prozent

… denn ich will immer wieder – dieses Fieber spür’n

… selbst wenn mein Herz deswegen einen Marathon macht …

… so ist und bleibt dies für mich ein Phänomen !!!

Die eingefleischten Fans haben es gemerkt – für alle anderen: Nein, ich hab mir nicht den Kopf gestossen – ich war am Helene Fischer Konzert und hab mir eine Überdosis eingefangen. Und deshalb habe ich aus ihren Best Of’s einen Text gebastelt. Quasi zur Verarbeitung meines Helene-Traumas! Ok, ich habe eine Erklärung: Ich habe dieses Konzert einem Riesenfan (7-jähriges Mädchen) geschenkt und damit wohl einen Kindertraum wahrgemacht. Und ja, die Show war der Hammer. Und ja, Helene ist ein Multitalent. Aber alles andere – HILFE! Ausnahmezustand sondergleichen! Weiterlesen