Eine „Religion“ gehört nicht auf die Kassenliste

… und wieder geht sie los, die Diskussion um die Zuckerchügeli mit Wasser, welche von den Krankenkassen bezahlt werden. Es existiert nicht eine einzige Studie, welche die Wirksamkeit der Globulis belegt – und trotzdem wird das weisse Streuselzeug von der Krankenkasse übernommen. Und erst noch von der Grundversicherung – würg!

https://www.20min.ch/schweiz/news/story/Sollen-Schweizer-Globuli-wieder-selbst-bezahlen–269798

Die Befürworter der Chügeli-Religion haben das Gefühl, dass es nur Verlierer gebe, wenn man die Globulis wieder von der Kassenliste nimmt, weil die Prämien trotzdem nicht sinken würden. Falsch! Die Prämien sinken zwar nicht; stattdessen könnten es wirksame Medikamente auf die Liste schaffen, welche im Moment noch in der Warteschlaufe stehen. Warum? Weil wieder Gelder frei würden. Im Moment ist es nämlich so, dass die Kosten explosionsartig in die Höhe schnellen.

Ich kämpfe seit fast drei Jahren mit meinem Herzmenschen auf dem Onkoplaneten um sein Leben. Und was wir in dieser Zeit alles erlebt haben, das würde locker mehrere Bücher füllen. Ich habe mich im medizinisch-onkologischen Bereich in dieser Zeit derart eingelesen und engagiert, dass ich mir beinahe einen „Dr. med.“ an mein Shirt hängen könnte. Und ich engagiere mich mit aller Kraft in der Krebsforschung. Ich verabscheue jegliche Art von Scharlatanerie, welche den Patienten ungerechtfertigte Hoffnungen macht, die dann bitterlich zerschlagen werden. Und dazu gehört die Chügeli-Brigade. Es gibt nämlich sogar Globuli-Anbeter, die tatsächlich behaupten, dieser Mist heile Krebs. Da bekomme ich Ausschlag!!! Das ist, als ob ich einem Querschnittgelähmten versprechen würde, dass er am Ende des Jakobswegs aus seinem Stuhl steigt und davonrennen kann – totaler Blödsinn!

Auf unserem harten Onkoweg habe ich auch etliche Betroffene kennengelernt, denen wichtige Medikamente verwehrt bleiben, weil sie nicht auf der Kassenliste stehen und demzufolge nicht bezahlt werden. Es handelt sich dabei um Medikamente, deren Wirksamkeit mit fundierten Studien belegt sind. Nicht selten handelt es sich sogar um Medikamente, welche in unseren Nachbarländern schon lange auf den Kassenlisten stehen, bei uns aber immer noch warten. Was für ein Hohn, wenn ich daran denke, dass Herr und Frau Globuli vom Homöopathen ihre Dosis Zucker bezahlt bekommen, während schwerkranke Menschen nicht an wichtige Medikamente kommen. Hä? Falscher Film oder wie?

Jap – ich weiss … die Modepraline macht sich mal wieder eine Menge Feinde. Das macht aber nichts! Ich werde nicht aufhören, mich gegen diese bescheuerten „Pseudomediziner“ zu wehren und dafür zu kämpfen, dass wirksame Medikamente definitiv Vorrang haben vor diesem unwirksamen Schrott. Und dazu gehören genauso die unzähligen heilenden Steine, Duftessenzen, Klangtherapien und Säfte … die Liste würde endlos lang, wenn ich alles aufzählen würde. Zum Glück sind die nicht auch noch alle auf der Kassenliste.

Sollte hier ein Globuli-Fan mitlesen, der mir nachweislich eine Wirkung bringen kann, die definitiv auf seine Chügeli zurückzuführen ist, dann trete er vor oder halte für immer den Schnabel und belaste unsere Kassen nicht mehr!

 

 

 

Gut versichert?

In der Schweiz ist das Krankenkassensystem – mit Verlaub – mehr als besonders! Anders als in anderen Ländern bezahlt hier jeder Einwohner seine Krankenkasse selber und das ist obligatorisch. Die einzige Wahl besteht in der Art WIE man sich versichern will. Vom absoluten Minimum bis zur Luxusvariante ist alles drin, wobei man sagen muss, dass aufgrund der expoldierenden Prämien die meisten inzwischen nur noch grundversichert (Minimum) sind. Weiterlesen

Nein danke…

Es gibt Tage, an denen klingelt das Telefon über den Mittag und abends so oft, dass man die Pausen glatt vergessen kann. Ich meine das Telefon zu Hause – und ich meine die Familien-Esstisch-Gemeinsam-Pausen.

Zuerst ruft die nette Dame von der Krankenkasse an, die einen Vergleich machen möchte, weil man damit extrem viel sparen könnte. „Nein danke, kein Bedarf.“ Meine Standardantwort. „Aha, sie wollen also nichts einsparen?“ hakt die nette Dame nach. Meine Gedanken: Das geht Dich einen feuchten Furz an. Meine Worte: „Nein, kein Bedarf.“ Die Gute kann ja auch nichts für ihren doofen Job. Weiterlesen

Tatort Notaufnahme

Musste schon jemand von euch einmal in die Notaufnahme eines hiesigen Spitals. Womöglich am späten Abend oder einem Wochenende. Ich hoffe nicht! Seit nämlich die Hausärzte verständlicherweise keine Lust mehr haben, allzeit für ihre Patienten bereit zu stehen, sehen die Notaufnahmen in den Spitälern zeitweise wie überfüllte Züge zur Hauptpendlerzeit aus. Das haben wir nicht zuletzt dem neuen Krankenkassenmodell zu verdanken. Spardruck sei dank, auch wenn es auf Kosten der Gesundheit geht.

Als ich noch ein Kind war, hat bei einem Notfall die Mutter den Hausarzt des Vertrauens angerufen und der ist mit seinem schwarzen Koffer auf Hausbesuch gekommen. Heute haben die Hausärzte des Vertrauens oft ihre private Telefonnummer gar nicht mehr regisitriert und auf der Praxisnummer antwortet ausserhalb der regulären Dienstzeiten nur der Anrufbeantworter. Dumm nur, dass sich gewisse Unpässlichkeiten nicht an Dienstzeiten halten. Und dann kommt heutzutage die Notaufnahme im hiesigen Spital zum Einsatz. In unserem Fall sah das folgendermassen aus:

Der Sohn kam aus dem Ausland (später Abendflug) nach Hause. Dort hatte er – aufgrund eines unglücklichen Sturzes kurz vor Abflug – eine schmerzhafte Verletzung an der Hand erlitten. Diese war dick angeschwollen, blau und schmerzte sehr. Aufgrund der Schmerzen erschien uns eine gute Nacht unmöglich. Also entschieden wir uns, kurz in die Notaufnahme zum Röntgen zu fahren. Schliesslich sind wir überdurchschnittlich gut versichert und haben diesen Dienst vorher noch nie in Anspruch genommen. Weiterlesen