Ach Du heiliger Bimbam!!!

Da schlägt man in der Früh die Sonntagszeitung auf und …

… bekommt Magenkrämpfe ob soviel Verlogenheit. Bäh!

„Der Papst bekämpft die Schande mit Denkanstössen!“ – und wo tut er dies? Am Missbrauchsgipfel. Ehm, als ob die Kirche nicht auch so genug Dreck am Stecken hätte, gibt es jetzt schon einen Missbrauchsgipfel. Aha! Ich war wohl noch nie glücklicher darüber, keiner dieser verlogenen Gruppierungen anzugehören. Da stehen mir echt die Haare zu Berge.

Seit die Menschen denken können weiss man, dass nirgends mehr Abstössiges geschieht, als unter dem Deckmantel der katholischen Kirche. Und wenn ich die Herdenführer mit ihren Käppis und dem Blick auf den Boden sehe, dann könnte ich mich heftig übergeben (ich möchte das andere Wort nicht gebrauchen). Wie kann es sein, dass ein Horde alter Männer darüber debattieren, was man bei Missbrauch tun soll oder wie man dies verhindern kann? Und dann gibt der Oberherdenführer mit seinem reinweissen Käppi auch noch eine Liste mit 21 Denkanstössen ab, welche konkrete Schritte zum Schutz Minderjähriger in der Kirche enthalten soll. Und bereits Punkt 1 zeigt klar und deutlich, dass diese gruseligen alten Männer alle nicht ernstgenommen werden können. Da steht nämlich: „Einen praktischen Leitfaden erarbeiten, in dem die Schritte bestimmt werden, welche von den Verantwortlichen in allen entscheidenden Momenten beim Umgang mit einem Missbrauchsfall zu tun sind.“ Hä? Ernsthaft jetzt? Man lasse sich diesen Satz mal auf der Zunge zergehen. Kennt ihr sonst noch eine Organisation, die solche Leitfäden erarbeiten muss? Wie wärs, wenn man auf Punkt 1 einfach setzen würde: „Auflösung einer alten, unehrenhaften, männlich dominierten und durchwegs beschämenden Glaubensgemeinschaft, die bislang nur Unheil anrichtete!“

Ich war als Kind schon kritisch genug, um die Kirche und insbesondere den katholischen Glauben in Frage zu stellen. Ja, ich war wohl einer der ersten Teenager der 60-iger in unserer Region, dessen Eltern Besuch vom Pfarrer bekamen, weil die Tochter im Unterricht zuviele unangenehme Fragen stellte und somit sehr unbequem war. Ich danke meinen absolut einmaligen Eltern, dass die damals fanden: „Wissen sie was? Dann machen wir das doch ganz einfach und nehmen unsere Tochter aus dem Religionsunterricht!“

Und so durfte ich mein Denken frei entfalten und durfte dies auch meinen Kindern weitergeben – die notabene mindestens genauso unangenehme Fragen stellten. Also sind wir kurzerhand in globo aus dieser verlogenen Gemeinschaft ausgetreten!

Wenn ich mir nun das Bild ausmale, wie die alten Käppliträger im Vatikan gemeinsam mit gesenkten Köpfen über ihren Listen brüten, wie man dem Missbrauch am besten begegnen kann, dann frage ich mich wirklich, wie bescheuert man sein muss, um diesen Kreuzträgern immer noch nachzurennen!? Hallo? Der Mensch bildet sich unendlich weiter – der Fortschritt ist unaufhaltsam. Nur eine Institution steht total quer und veraltet nach wie vor unangetastet im Lauch: Die Katholische Kirche. Mir fällt leider nur ein Wort dazu ein: Pfui! 😦

Krank oder selber schuld?

Das Thema Sucht ist wohl seit Menschengedenken ein kontroverses Thema. Ist eine selbstverschuldete Sucht eine Krankheit, oder ist es eine Lebensbehinderung, mit welcher man selber klarkommen muss?

Diese Frage ist brisant, ich weiss – mich interessiert aber die Meinung der Aussenwelt, weil ich mich frage, ob es eine Rechtfertigung dafür gibt, dass das öffentliche Gesundheitssystem für Suchterkrankungen aufkommen muss. Ich meine, wer raucht, Drogen konsumiert oder trinkt, wird in der Krankenkassenabrechnung genauso unter krank abgehandelt, wie jemand, der an Krebs erkrankt oder einen Schlag- oder Herzanfall hatte. Ist das richtig so?

Jeder mündige Mensch hat die Wahl, ob er das Risiko einer Sucht eingehen will, oder nicht. Genauso weiss auch jeder mündige Mensch, dass diese Sucht nicht schadlos an ihm und seinem Körper vorbeigehen wird. Trotzdem tut Mensch, was er eigentlich genau weiss, dass er/sie es nicht tun sollte. Und wenn dann die Schäden kommen, muss das Gesundheitssystem für diese Folgen aufkommen. Und dies, obwohl doch Süchtige selber entschieden haben, diese Sucht einzugehen.

Ich gestehe, ich bin selber suchtfrei und kann von daher nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Ich bin aber in der Jugend mit dieser Thematik sehr nahe konfrontiert worden und habe mich eingehend damit befasst. Und ich muss gestehen, dass ich nie verstanden habe, wie man Suchtpatienten auf die gleiche Ebene stellen kann, wie unverschuldet schwer kranke Menschen. Für mich und mein Gefühl ist das ein Hohn all jenen gegenüber, die sich einfach nur ein halbwegs gesundes Leben wünschten, und die niemals die Wahl hatten. Ein Suchtmensch hatte die Wahl – irgendwann; und hat sich falsch entschieden. Daran lässt sich nunmal nicht rütteln. Oder sehe ich das so falsch?

Stinksauer

Eine Woche lang haben wir mit der Familie des verschwundenen Pauls mitgelitten. Ein 12-jähriger Junge, der aus seiner Wohngemeinde in der Schweiz einfach spurlos verschwunden ist. Eine Wohngmeinde aus meinem Heimatkanton und ein Geschehen, welches mich als Mutter sehr betroffen macht. Und ich habe jeden Tag gehofft, dass man den Jungen lebend finden möge. Weiterlesen