Auf ein sorgenfreies 2018

Ein ereignisreiches und sorgenvolles 2017 geht so langsam zu Ende. Vor einem Jahr planten wir auf die schnelle (nach der Krebsdiagnose des Göttergatten und der ersten grossen Operation) ein spontanes Weihnachtsfest und die Herzen waren schwer, weil man uns nicht die Hoffnung gemacht hatte, dass wir das nächste Weihnachtsfest auch noch gemeinsam werden feiern können.

Jetzt, ein Jahr später, steht das nächste Weihnachtsfest vor der Tür und … dem Göttergatten geht es unfassbar gut. Er hat in diesem Jahr so ziemlich jede Studie, Statistik und medizinische Logik widerlegt. Mit eisernem Willen und durchwegs positivem Denken (was mir leider immer wieder schwer fällt) hat er sich durch dieses Jahr mit einer weiteren schweren Operation, mit Bestrahlungen und mit Dauerchemiekäulen gekämpft. Und er hat – zu meinem grossen Ärger – nicht ein einziges mal gejammert. Auf die Frage: „Wie geht es Dir?“ kommt immer postwendend ein: „Prima, und Dir?“ Selbst wenn ich ihm von weitem ansehe, dass er erschöpft und ausgelaugt ist, so sagt er immer noch „prima“. Deshalb glaube ich ihm nur, was ich auch sehe. Alle, die mit ihm telefonieren, sind sich immer sicher, dass er morgen einen Marathon laufen wird, so wie er immer sein „priiiiiiimaaaaa“ betont. In Wahrheit sieht es aber manchmal aber nur mässig prima aus – das würde mein Held aber niemals zugeben.

Die Kraft der positiven Gedanken, der Hoffnung und des Glaubens versetzt bekanntlich Berge. Bisher hat er das einwandfrei geschafft. Ich bin überrascht, dass die Alpen noch da sind und wir noch nicht den freien Blick ins Nachbarland haben.

Auch wenn ich Weihnachten eigentlich gar nicht mag, so freue ich mich bis zum Mond und zurück, dass ich meinen Herzmenschen auch in diesem Jahr an meiner Seite haben werde. Das ist das einzige, was ich mir gewünscht habe. Danke, lieber Weihnachtsmann oder liebes Christkind … egal, wer auch immer – einfach DANKE.

Ich wünsche mir, dass das neue Jahr uns etwas mehr Luft zum Atmen geben wird – auch wenn sich die Sorgen leider nicht einfach in Luft auflösen werden, so könnten sie uns mal eine Weile nicht gar so sehr erdrücken. Das wäre prima. Und wir gehen den Weg weiter – gemeinsam … egal, wohin er führt; zusammen mit unseren Kids, der Familie, unseren Freunden und allen, die uns tragen helfen. Fuck cancer – enjoy life! 🙂

Auf in den Kampf

Das Jahr 2016 ist in wenigen Stunden vorbei. Mein ganz persönliches Fazit ist nicht nur durchzogen – es ist eigentlich so, dass ich die Jahresagenda anzünden und in den Wind streuen kann. Soviel zum Vergangenen.

Nun käme ja eigentlich der Teil, in welchem man sich auf die Zukunft freut. In den sozialen Medien liest man überall, dass 2017 nur besser werden kann. Ist das so? Ich bin mal vorsichtig und sage: Wir werden sehen…

Der Göttergatte sagt immer: „Wenn man mal ganz unten ist, dann kann es nur noch bergauf gehen.“ Ja, recht hat er. Es sei denn, man bleibt liegen – und das wollen wir nicht. Ich mag den Spruch: „Am Ende wir alles gut – und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“

Ich fasse keine Vorsätze – ich habe auch keine klaren Ziele. Ich werde Tag für Tag nehmen und weiss, dass 2017 ein harter Kampf wird. Eigentlich sind wir eine extrem kämpferische Familie. Die Schwierigkeit in diesem Fall ist, dass wir unseren Gegner nicht wirklich kennen. Schliesslich hat er sich – fies und hinterlistig – durch die Hintertür reingeschlichen und versteckt sich derart gut, dass man ihn nicht greifen kann. Wie kämpft man gegen etwas, das sich dem Kampf nicht stellt? Schattenboxen!? Ja, so ähnlich fühlt es sich an.

Jetzt hab ichs: BOXEN ist das Stichwort. Ich werde mich im 2017 zusammen mit meinem Göttergatten und unseren Kindern durchboxen. Und ich bin froh, dass ihr alle da draussen – Familie, Freunde, Bekannte, Leserinnen-/ und Leser und Begleiter – am Ring in unserer Ecke steht und uns helft, immer wieder aufzustehen, wenn wir wieder einen Schlag kassieren.

Ich wünsche jedem einzelnen von euch für 2017 gute Gesundheit, Zufriedenheit, Kraft, Mut, Zuversicht und Energie. Nur, wer selber mit sich im Reinen ist, kann auch für andere da sein. In diesem Sinne: Tragt Sorge zu euch und vergesst nicht, zwischendurch mal eure Lieben in die Arme zu nehmen. Gemeinsam stark – auf in den Kampf!

Neue Agenda

Jedes Jahr das gleiche Spiel. Viel zu spät kaufe ich einen neuen Jahresplaner, weil sich die Termine inzwischen stapeln und ich über die kleinen Zettel den Überblick verliere. Und die Geburtstage geraten auch aus dem Blickwinkel. Also heisst es nun, die Termine nachzutragen.

Zuerst alle Geburtstage, dann alle fixen, bereits bekannten Termine (Arzt, Lesungen, Geschäft, Sitzungen, Hundesport und Feiern) und zu guter Letzt die Ferien. Und da kommt immer wieder die Knacknuss in der Familie. Wann ist nun das ideale Datum, an welchem die meisten unserer 4-köpfigen Familie abkömmlich sind und wir eine Woche zusammen in Österreich verbringen können? Ein Ding der Unmöglichkeit, wenn das Tochterkind in Hamburg und der Sohnemann in Zürich studieren, die Ferien von Deutschland und der Schweiz nicht aufeinander abgestimmt sind, der Göttergatte als Lehrer auch noch einmal an andere Ferienpläne gebunden ist und die einzig Flexiblen in diesem Konstrukt Ellie (der Hund) und ich sind. Früher war das bedeutend einfacher. Und wenn ich dann anbringe, dass wir sonst halt diesmal alleine in die Ferien fahren, dann kommt aus dem Hintergrund ein Veto mindestens eines Kindes: „Ich möchte aber auch mit!“ Und das finde ich wunderbar! Denn schliesslich sehen wir die Kids auch so schon selten genug, mit all den Dingen, die sie so zu tun haben.

Die Planung von Ferien erinnert mich deshalb immer so ein bisschen an den Geometrie- und Algebraunterricht von früher: Die Schnittstelle, welche für alle passt. Schwierig! Echt richtig schwierig!

Und beim Übertragen der Termine und dem Platzieren der neuen Agenda wird mir auch immer wieder bewusst, wie schnell die Zeit rennt. Schwupp – und schon wieder ist ein Jahr um. Und schon wieder habe ich manche Termine bis zur nächsten Weihnacht eingetragen und denke, dass das ja noch weit weg ist. Aber eben: Es wird wieder genauso schnell gehen und ich werde wieder genauso spät in die Papeterie rennen, um mir eine neue Tischagenda zu holen. Jedes Jahr das gleiche Spiel!