Lachen erlaubt

Krebs ist ein Arschloch! Da sind wir uns wohl alle einig. Jeder, der in irgendeiner Form von Krebs betroffen ist weiss, was ich meine. Egal, ob selber Patient oder ob Begleitperson – das Krabbentier ist hinterlistig, unberechenbar und fies. Und bei einer Diagnose mit dem Begriff „unheilbar“ vergeht einem erst mal das Lachen.

Im Verlauf der Krankheit muss man irgendwie lernen, hin und wieder trotzdem mal zu lachen. Lachen entspannt, ist gesund und gibt dem Gehirn den Impuls, Endorphine (Glückshormone) auszuschütten. Ohne diese ist das Leben zwar zu bewältigen, macht aber nicht wirklich viel Sinn. Wir kämpfen nun seit über zwei Jahren gegen das Krabbentier, welches bei meinem Göttergatten diverse Zimmer bezogen hat. Und wir versuchen (mal mit mehr oder weniger Erfolg), das Leben trotzdem nicht immer ganz so ernst zu nehmen. Und da gehört auch mal eine gehörige Portion Galgenhumor und Lachen dazu.

Wieder einmal ganz eindrücklich erlebt haben wir dies heute im Wartezimmer der Onkologie. Normalerweise sitzen die Menschen dort betrübt, still und mit starrem Blick ins Leere oder auf den Boden. Die Stimmung lädt nicht gerade zum Tanzen ein, was absolut verständlich ist. Es wird aber auch nicht einfacher die Krankheit zu ertragen, wenn man sich und der Umwelt das Lachen verbietet. Und so kommt es des Öfteren mal vor, dass ich mit jemandem im Wartezimmer ins Gespräch komme. Daraus entwickeln sich nicht selten ganz lustige Episoden, welche schlussendlich alle zum Lachen verleiten. Und schwupp, steigt die Stimmung von eisigen unter null Grad in eine erträgliche Höhe.

Ich sage nicht, dass Krebs lustig sei – absolut nicht. Im Gegenteil. Die Krankheit wirft eine Familie ganz schön aus der Bahn und verlangt allen viel ab. Allen voran dem Patienten – den Angehörigen aber oft nicht weniger. Und deshalb ist es wichtig, dass man auch mal lachen darf. Viele Menschen meinen, bei Krebspatienten einfach nicht mehr lachen zu dürfen, weil es pietätlos sei. Das ist totaler Quatsch! Es hilft einem Patienten nicht, wenn er schon krank ist und ihm alle nur noch mit Mitleidsgesicht oder Trauermiene begegnen.

Die Krankheit ist allgegenwärtig – 24 Stunden am Tag. Das bedeutet aber nicht, dass man 7 Tage die Woche nur noch trauern muss. Man darf auch mal unbeschwert lachen – dem Krebs ist das nämlich ohnehin egal. Oder nein: Der freut sich, wenn man sich nicht mehr zu lachen traut. Er ist nämlich ein Arschloch. Je mehr man die Kraft hat, sich trotz erschwerter Lebensumstände zu freuen und zu lachen, umso schlechter fühlt sich das Krabbentier in seiner Wohnung. Und was ist genialer, als dem hinterlistigen und ungebetenen Untermieter das Leben so unangenehm wie möglich zu machen?

Go for it – Weinen erlaubt und gehört dazu … Lachen aber auch! 🙂

 

Krankenhausgeschichten

Wir kennen privat ein paar liebe Menschen, die im Krankenhaus arbeiten. Sei es als Arzt, oder als Pflegefachkraft. Und manchmal, wenn wir in gemütlicher Runde beieiander sitzen, dann werden Müsterchen aus dem Spitalalltag hervorgeholt, die uns die Lachtränen in die Augen treiben. Da gibt es Dinge, die gibts gar nicht …

Insbesondere auf der Notfallstation scheint man so einiges anhören müssen. Und dabei dann immer ernst zu bleiben, wäre für mich undenkbar. Da sind die Dinge wie Rückenbeschwerden, Brustschmerzen oder gebrochener Arm noch die kleinsten Aufgaben.

Stell sich mal einer vor, da kommt ein Mann breitbeinig durch die Notaufnahme gehampelt und will sofort einen Arzt sehen. Bei der Aufnahme will man natürlich zuerst wissen, was denn sein Problem sei. Schmerzen am After. Okay … er kommt in ein Behandlungszimmer und wartet auf den Arzt – hinsetzen will er sich aber nicht.

Arzt: „Guten Tag, was führt Sie zu uns?“
Patient: „Ich hab Schmerzen am After!“
Arzt: „Sind diese plötzlich aufgetaucht?“
Patient: „Ziemlich plötzlich, ja!“
Arzt: „Wie ist ihr Stuhl?“
Patient: „Normal.“
Arzt: „Was ist für Sie normal? Hart oder weich?“
Patient: „Nun ja, ein normaler Bürostuhl halt. Aber was hat das mit meinem After zu tun?“

Okay, Leute … und wenn ihr denkt, dass das schon der Lachkrampf gewesen sein muss, dann habt ihr euch geirrt. Es hat sich nämlich bei der Untersuchung herausgestellt, dass der Gute eine TV-Fernbedienung im Allerwertesten hatte. Ja, ihr lest absolut richtig. Die Erklärung, wie selbige da reingeraten sein soll, ist aber nun der absolute Brüller:

„Ich hab mich nackt aufs Sofa gesetzt und die lag da – war ein Versehen.“

Ja, logisch. TV-Fernbedienungen liegen in aller Regel genau so auf dem Sofa, dass sie komplett im Po verschwinden, wenn man sich versehentlich draufsetzt. Macht Sinn! Vielleicht wollte der Gute ja freihändig umschalten und hat sich gedacht, dass es da am einfachsten wäre, dies mit dem Rektum zu tun. Wäre ich Arzt, ich hätte mich derart schlapp gelacht, dass man anschliessend mich hätte behandeln müssen.

Es gibt Dinge, die gibt’s gar nicht! 🙂

Regenwurm und Goldfisch

Wie versüsst man einem Patienten den Krankenhausaufenthalt? Also: Man massiert ihm täglich die Füsschen mit Fussbalsam – man lenkt seine Gedanken mit doofen Ratespielen in andere Galaxien – man geht mit ihm Kaffee trinken und … man spielt UNO!!! Ja, der Göttergatte und ich spielen zusammen UNO und zwar mit unterschiedlichen Regeln, was zu ziemlich komischen Spielabläufen führt.

Der Zufall will es, dass das Tochterkind sich während einer solchen UNO-Episode ins Krankenbett des Papas legt und uns beim Spielen zuschaut. Und weil wir uns ständig „verspielen“ (vor allem ich!) und ich die Regeln einfach immer aufs Neue erfragen muss (Spatzenhirn), meint das Tochterkind zuerst: „Also, UNO ist in etwa das einzige Spiel, welches man sogar mit Neugeborenen spielen kann, weil es so simpel ist. Aber ihr schafft es, selbst das nicht auf die Reihe zu bekommen.“

Jaja, ich gebe ja zu, dass ich spieltechnisch in etwa die grösste Niete dieses Planeten bin. Ich bin nur gut im Flunkern … aber dafür müsste man erst die vielen unterschiedlichen Regeln kapieren und speichern. Bei meinem Löchersieb im Kopf scheint das einfach unmöglich. Und so kichert das Tochterkind im Papa-Krankenbett vor sich hin und auf einmal meint sie: „Wenn ich euch so zuschaue, habe ich das Gefühl, ein Regenwurm spielt gegen einen Goldfisch“, was soviel heissen soll wie: Dumm spielt gegen dümmer!

Und dann legt das liebe Kind noch nach mit: „Darüber könntest Du doch mal eine Geschichte schreiben, hä!?“ Okay, meine Liebe – erledigt!

Die eingebildete Kranke…

…oder warum ich keine Beipackzettel bei Medikamenten lesen darf!

Es ist ein Übel, welches mich seit Jahrzehnten begleitet. Eigentlich nicht lustig, aber irgendwie halt doch zum Lachen. Dass manche mich Hypochonder nennen, finde ich aber nicht in Ordnung, denn Hypochondrie ist eine ernsthafte psychische Erkrankung. Ich leide eher an einem Tick, welcher darauf zurückzuführen ist, dass ich ganz einfach immer alles bis ins Detail wissen will. Mich interessiert jeder medizinische Begriff, ich kenne Medikamente, die Ärzte in ihren gescheiten Büchern nachlesen müssen und ich stelle Diagnosen, bevor der Arzt sie stellt. Ein befreundeter Arzt meinte mal, ich hätte besser Medizin studiert. Wenn ich nämlich mit ihm fachsimple – und das tue ich oft und gerne – könnte man tatsächlich meinen, ich hätte eine Ahnung. Warum ich diesbezüglich so wissbegierig bin und weshalb ich immer alles sofort nachlese, weiss ich selber nicht. Ich bin aber tatsächlich so etwas wie eine wandelnde Apotheke und auch mein Umfeld weiss, dass bei jeglicher Art von Krankheit die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass ich das richtige Pülverchen dagegen habe. Weiterlesen