Ein wahres Wunder …

… dass ich noch lebe!

Im Zug der Covid-Impfung habe ich meinen Impfausweis aus den Tiefen der Kellerschubladen geholt und festgestellt, dass ich in meinem Leben schon 20 mal geimpft worden bin. Und da sind die Grippeimpfungen, die ich jährlich mache, nicht mitgezählt. Ich wurde sogar noch gegen die Pocken geimpft. Unglaublich, oder? Ich meine: Ich habe gesunde Kinder zur Welt gebracht, bin durch die Welt gereist, habe keine neurologischen oder anderen Schäden (ausser meinem Dachschaden – der ist aber angeboren 🙂 ) und habe auch nie das Gefühl gehabt, man täte mir mit einer Impfung etwas Schlechtes. Wir wurden in der Schule alle geimpft und kein Mensch hat deswegen ein Theater gemacht. In der Turnhalle standen wir in der langen Schlange und bekamen alle einen Pieks in den Oberarm – und ein Pflaster drauf. Fertig! Danach war wieder Unterricht.

Wie habe ich mich gefreut, als die Covid-Impfstoffe in Rekordzeit zur Verfügung standen. Was muss da im Hintergrund für eine Riesenmaschinerie angelaufen sein? Und sie läuft auf Hochtouren weiter, um uns hoffentlich nicht im Sumpf der Mutanten sitzen zu lassen. Ob diese Forscher überhaupt je einmal im Bett sind in dieser Zeit. Ich bin echt beeindruckt von der Leistung, die da erbracht wurde und immer noch wird. Ich meine: Die machen nicht einfach den Kühlschrank auf, und ziehen den Stoff aus dem Kühlfach. Die haben Tag und Nacht geforscht, programmiert, getüftelt und alles gemacht, um diesem Mistvieh Herr zu werden. Und auch wenn wir noch nicht wissen, wie lange wir geschützt sind und wogegen der Impfstoff uns zu schützen vermag (mit all den vielen Mutationen), so bin ich unendlich dankbar, dass wir das Privileg haben, uns impfen lassen zu können.

Und dann kommen da doch tatsächlich die Impfgegner aus ihren Globuli-Löchern gekrochen und schmeissen mit Halbwahrheiten um sich, dass mir die Haare zu Berge stehen. Ich habe schon Dinge gelesen wie „greift in unsere DNA ein“ – „kann zeugungsunfähig machen“ – „massive Langzeitschäden“ etc. etc.!

Alles, was es zu den RNA-Impfstoffen (Ribonukleinsäure) zu studieren gibt (Pfizer und Moderna) habe ich meinem bescheidenen Gehirn zugemutet. Und ich habe mir dabei auch die Funktion unseres Körpers und die Faszination des RNA-Verfahrens zu Gemüte geführt. Ich habe gezeichnet, Abläufe für mich rekonstruiert und immer wieder gedacht: „Unfassbar, was da geleistet wurde!!!“ Es gibt auch fantastische You-Tube Videos, in welchen die Forscher mit sehr gutem Anschauungsmaterial erklären, was da in unserem Körper passiert. Die schlausten Köpfe dieser Welt haben ihr ganzes Wissen in diese Arbeit gesteckt und nun läuft im Hintergrund alles auf Hochtouren, was auf Hochtouren laufen kann. Ich ziehe den Hut vor all diesen Menschen.

Wie es da Gruppierungen geben kann, die meinen, etwas Zucker in Chügeliform könne auch nur annähernd dasselbe bewirken wie das, was da von diesen Koriphäen entwickelt wurde, das wird mir immer ein Rätsel bleiben. Oder jene, die ihr Trinkwasser umprogrammieren, um es „gesünder“ zu machen. Die werfen da einfach mal ein paar Steine rein – gut ist. Ah – die Räucherstäbchen hab ich noch vergessen. Es soll ja auch welche geben, die mit dem Gestank der Räucherstäbchen die Viren vertreiben. Ich stell mir dann immer vor, wie der kleine Covid und all seine mutierten Kollegen kotzend und total verärgert diese Menschen attackieren; natürlich schwer beleidigt, weil dieses clevere Virus sich weder mit Rauch, noch mit Wasser oder Zucker bekämpfen lässt.

Ja, ihr habt es schon lange gewusst: Ich war noch nie ein Fan der unschädlichen Alternativmedizin. Aber weil sie eben unschädlich ist, hat sie in meinen Augen auch keinen Nutzen (ausser dem berühmten Placebo-Effekt). Inzwischen gehen mir diese Globulianer aber tierisch auf den Senkel … wir bekämpfen hier gerade eine weltweite Pandemie – nicht einen simplen Schnupfen. Ich halte Globulis für genauso nützlich wie die Bibel: Wer fest dran glaubt, dem tut es in der Seele bestimmt gut. Gesunde Seele = gesunder Körper. Sagt man so! Aber hört auf, den Leuten Angst zu machen vor einer Impfung.

Ich wäre sehr dafür, dass den Impfgegnern ein Attest ausgestellt wird, mit welchem sie auf jede medizinische Behandlung verzichten, welche eine Covid-Infektion nach sich ziehen kann. DAS wäre mal konsequent und würde unser Gesundheitssystem extrem entlasten.

Und ich? #teammoderna

Wortschatzerweiterung

Über ein Jahr sind wir schon gefangen im Auge des Hurricans – wow, klingt wie ein Vorspann eines dramatischen Films aus Hollywood. De facto ist es aber so, dass uns seit über einem Jahr ein fieses Virus mit all seinen Mutanten in Atem hält (oder eben den Atem nimmt).

Ich gehöre nicht zu jenen, die dieser Tatsache viel Positives abgewinnen kann. Ich gehöre aber auch nicht zu der Gruppe, die sich tagtäglich deswegen mokiert – es nützt nämlich schlicht und ergreifend nichts. Es ist, wie es ist. Bescheiden! Und das einzige, was wir dagegen tun können, ist uns vernünftig und schlau zu verhalten. Viel mehr können wir dem cleveren kleinen Kerl mit all seinen Kollegen nicht entgegenhalten. Leider gehören „vernünftig“ und „schlau“ bei vielen Mitmenschen nicht zu den Kernkompetenzen ihres Lebens. Drum sind wir nun da, wo wir eben jetzt sind: Ganz schön in der Schei …. !

Was ich an mir beobachte (ja, ich beobachte mich selber … cool oder?) ist, dass sich mein Wortschatz in diesem Jahr sehr verändert und auch erweitert hat. Während ich noch vor einem Jahr beim Wort „vulnerabel“ fragend aus der Wäsche geguckt habe, gehört das Wort inzwischen zum Alltag. Davon gibt es noch eine Menge mehr, oder habt ihr früher Wörter wie:

Inzidenz
R-Wert
Vektor
RNA-Impfstoff
Lockdown
Shutdown
Social Distancing
Triage
Aerosole
evidenzbasiert
exponentiell
Reproduktionszahl
Homeoffice
Homeschooling
Hotspot
Mortalität
Mutant
PCR-Test
Quarantäne
Superspreader
Tracing
Vakzine
Webinar
Flatten the curve
FFP
Long Covid
systemrelevant

in euren Gesprächen in irgend einer Form verwendet? Klar, die Mediziner und Wissenschaftler unter euch haben diese Wörter bestimmt schon vorher gekannt und verwendet. Für mich waren einige davon neu und ich musste mich erst an sie gewöhnen. Und es ist erstaunlich, wie ich sie alle heute in meinen Gesprächsalltag einbaue, ohne es noch zu merken. Das beweist doch einmal mehr, dass auch eine 2-fache Oma noch eine Menge lernen kann. Das ist aber auch so ziemlich einzige, was ich diesem Jahr an Positivem abgewinnen kann – die Wortschatzerweiterung.

Nein, das ist noch was: Man wird nicht mehr bei jeder Begrüssung von Kreti und Pleti abgeküsst!!! Das finde ich wunderbar und das werde ich auch nie wieder einführen in meinem Leben. Never ever!! Wie oft habe ich mich früher darüber geärgert, wenn entfernte Bekannte meinten, bei der Begrüssung drei Küsschen verteilen zu müssen, um anschliessend auszuführen, dass sie die letzten 3 Tage mit Magen-Darm-Grippe im Bett verbracht haben. DANKE AUCH!! Ein bisschen mehr Abstand darf für mich absolut normaler Alltag bleiben. Ausser bei meinen Liebsten. Dort muss er nicht sein. Aber das Pfotenschütteln (inzwischen finde ich das richtig gruselig) und das „Geknutsche“ darf bei den Undingen bleiben, welche diese Pandemie mit sich gebracht hat.

Fazit: Ich bin schlauer geworden, habe verdammt viel gelernt und hätte so langsam genug von dem ganzen Mist. Aber eben: Solange „schlau“ und „vernünftig“ nicht in jedem Kopf angekommen sind, werden wir weiter rudern müssen … mit einem Paddel … und Wellengang … und einem Leck im Schiff …