Kühe tun nichts

Meine allerliebste Freundin hat Angst vor Kühen – oder zumindest ziemlichen Respekt. Seit Jahren lache ich sie deswegen aus und predige ihr immer, dass diese schönen Tiere doch nichts tun. Im Gegenteil: „Hast Du schon mal in deren wunderschöne Augen mit den langen Wimpern geschaut?“ Ein Satz von mir, der mir kürzlich selber in den Ohren klang, als ich ein schräges Kuherlebnis hatte. Weiterlesen

Lippenstift gesucht

Ich liebe dunkles Rot. Dieses schöne, satte Beerenrot, welches edel und warm aussieht. Nicht das knallige, grelle Rot. Und weil diese Lippenstiftfarbe in meiner Ausstattung fehlte, habe ich mich in eine Kosmetikabteilung eines Fachhauses aufgemacht, um mir einen solchen Lippenstift zu besorgen. Als Frau mit einem Minimum an Schminkartikeln bin ich nicht sehr versiert im Einkaufen von Gesichtsfarbe. Ich verfüge ja nicht einmal über Makeup, gehöre demzufolge zu den Unwissenden in diesem Metier.

Im Fachmarkt angekommen, werde ich von drei Makeup-Kloninnen empfangen. Glaubt ihr nicht? Ist aber so! Alle dunkle Extensions in den Haaren; alle gemalte Augenbrauen, die wie fette Pommes über den Augen hingen; alle knallviolette Augendeckel; alle zugekleisterte Gesichter, dass keine Hautpore mehr zu erkennen war; alle schrill pinkfarbene Lippen und alle Wangenrouge, dass man damit locker eine Wohnwand streichen könnte. Oh mein Gott! Und die angeklebten Wimpern waren so lang, dass ich mich gar nicht recht auf die Augen konzentrieren konnte, weil dieses Geklimpere mich ganz nervös machte.
Klonin eins: „Was darf ich Ihnen zeigen?“
Ich: „Ich suche einen dunkelroten Lippenstift. Dunkle Beere.“
Klonin eins: „Matt, glänzend, longstay oder pflegend?“
Ich: „Also, ehm, einfach Lippenstift halt.“
Bedauernswerter Blick von Klonin eins zu Klonin zwei und drei. Fieses Grinsen!
Klonin zwei hängt sich ins Gespräch: „Soll der Lippenstift gut halten, oder möchten sie lieber einen, der sich leicht wieder wegwischen lässt?“
Ich: „Ach so. Lieber lang halten.“
Klonin drei düst los und holt aus unzähligen Schubladen gefühlte 500 Stifte. Diese legt sie Klonin eins auf den Tisch und diese legt los:
„Also, da hätten wir den Cerise dark, mit leichtem Schimmer“, dabei malt sie sich einen Balken auf den Handrücken, „oder den Cranberry blue in matt oder ……oder ….. oder!“ Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass ihre beiden Handrücken nach 2 Minuten vollgemalt mit den unterschiedlichsten Rottönen sind. Ich hatte bis dahin nicht einmal gewusst, dass es soviele verschiedene Rot gibt. Dann der Satz des Tages von Klonin eins:
„Und, welcher gefällt Ihnen am besten?“
Ich: „Der Rote!?“
Sie: „Welcher?“
Ich: „Ehm, dieser da!“ Dabei zeige ich auf einen Strich inmitten der gefühlt 100 Striche auf ihrem rechten Handrücken.
Sie: „Ja, das dürfte wohl dieser hier gewesen sein.“ Dabei nimmt sie einen Stift und testet, bemerkt aber, dass es der falsche Ton ist. „Oder war es dieser da?“

Nun ja, die Suche nach dem richtigen Stift hat dann noch einmal eine Weile gedauert. Die Diskussion der Kloninnen darüber, ob denn dieses Rot überhaupt zu meinem Teint passe, hat noch einmal eine weitere Ewigkeit gedauert. Und ich bin nach einer knappen Stunde mit einem Lippenstift aus dem Fachhaus geflüchtet. Notiz an mich: Den nächsten Lippenstift kaufe ich wieder im Drogeriemarkt – auf die Gefahr hin, dass es das falsche Rot ist. Aber das tue ich mir nicht mehr an!

N.B.: Der Lippenstiftkauf hat so lange gedauert, dass es klein Ellie nicht mehr bis nach draussen geschafft hat – sie hat beim Ausgang des Kaufhauses auf den Teppich gepinkelt… 🙂