Vorsorge ist besser …

… als das bittere Nachsehen zu haben!

Habt ihr euch auch schon mit dem Ende eures Lebens beschäftigt? Ganz egal, wie alt ihr gerade seid oder wie gesund, fit, krank oder gebrechlich – das spielt überhaupt keine Rolle. Ich bin immer wieder überrascht, wie sehr Herr und Frau Schweizer ein Problem damit haben, sich mit der eigenen Endlichkeit zu beschäftigen. Alles wird versichert – und wir sind vermutlich das überreglementierteste Volk der Welt. Aber wehe, es geht um den eigenen Tod oder die Grauzone zwischen Leben und Tod. Darüber möchte „man“ bitte nicht sprechen – und sich schon gar nicht damit auseinandersetzen.

Meine lieben Leser-/innen: Wir werden geboren, wir leben, und es ist noch keiner lebend aus der Nummer rausgekommen – was heisst: Wir sterben alle auch irgendwann.

Früher, als es noch nicht gefühlt 700 Paragraphen gab, die den Tod auch noch per Gesetz festnagelten, da konnte einfach noch gestorben werden. Es gab zwar auch damals schon üble Familienstreitigkeiten wegen der Erbschaft. Und auch damals schon wurden die vorher ach so geliebten Verwandten zu Hyänen, wenn es ums Geld ging. Aber es war doch noch so einiges einfacher als heute.

Im Zeitalter der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (kurz KESB) ist es leider nötig geworden, dass man alles regelt, solange man gesund und munter ist. Wenn man nämlich schon zu krank dafür ist, dann ist es zu spät. Oder ältere Menschen, die meinen, wenn sie tot seien, dann sei ihnen das ohnehin egal … die machen ihren Nachkommen damit gar keinen Gefallen.

Wer nichts regelt, der landet spätestens ganz unsaft in der heutigen Realität, wenn mal etwas sein sollte. Und auch eine Ehe oder mündliche Absprachen mit der Familie gelten dabei null und gar nichts. Was nirgends geschrieben steht, das hat auch keine Gültigkeit. Und da kommt es regelmässig vor, dass Ehegatten bei wichtigen Fragen einfach übergangen werden und die Behörde das letzte Wort hat. Ist beispielsweise ein Ehepartner schwerkrank (im Koma) im Krankenhaus und es geht darum, Entscheide zu fällen bezüglich weiterem Vorgehen etc., dann kommt das böse Erwachen. Stirbt der Ehepartner (oder Lebenspartner), ohne vorher noch etwas geregelt zu haben – dann steht der Zurückgebliebene mit gesperrten Konti und einer Behörde am Hals da. Ungeregelte Dinge landen über kurz oder lang auf dem Tisch des KESB und man wird zu einer Fallakte, zu der man nichts mehr zu sagen hat (und die Angehörigen schon gar nicht mehr).

Drum mein Tipp, meine Lieben:

Kümmert euch um eure Patientenverfügung, den Vorsorgeauftrag und euren Nachlass. Am wichtigsten aber ist der Vorsorgeauftrag mit der Patientenverfügung. Ist keine lange Geschichte, hat aber eine immense Wirkung, wenn etwas passiert. Und es passiert leider täglich und überall. Wir sind nämlich alle nicht unsterblich. Hier nützliche Links:

https://vorsorgeauftrag-vorlage.ch/

https://www.fmh.ch

Schon klar – der Tod ist nicht gerade ein sexy Thema für den Familientisch. Er gehört aber dazu und: Wenn man sich einmal gemeinsam darüber unterhält, dann merkt man nämlich, wieviel man vom anderen Menschen nicht gewusst hat. Wir haben dieses Thema in unserer Familie schon vor-, rück- und seitwärts durchdiskutiert und wir sind froh darum. Es verliert so den Schrecken, den es in den Köpfen der meisten Menschen hinterlässt.

Alles, was man unter dem Tisch lässt, wirkt einschüchternd. Legt man es einmal auf den Tisch und sieht es an, dann verliert es an negativer Wirkung.

P.S.: Es ist schnurzegal, ob ihr 20, 50 oder 80 seid. Der Zeitpunkt ist nie falsch, um zu regeln, was man regeln kann 🙂

 

Wartezimmer in der Onkologie

Grundsätzlich finde ich Wartezimmer bei Ärzten etwas Unangenehmens. Ich habe bei jedem Atemzug das Gefühl, mich mit etwas anzustecken und anfassen mag ich ohnehin schon gar nichts. Es kommt nicht selten vor, dass ich der Praxisassisstentin sage, ich warte draussen an der frischen Luft, sie könne mich holen, wenn ich dran sei.

In der Onkologie ist das anders. Krebs ist bekanntlich nicht ansteckend – was aber nicht bedeutet, dass das Warten im Wartezimmer der Onkologie angenehmer wäre. Ich mache diesen Besuch so alle 3 bis 4 Wochen mit meinem Göttergatten und es gibt Tage, da sind diese Besuche kurz und schmerzlos. Und es gibt Tage, da ist das Wartezimmer so voller Schicksale, dass mir schon vor der Sprechstunde beim Onko-Doc der Atem stockt.

Nach 18 Monaten Leben nach den Onkoregeln weiss ich, wie belastend dies sein kann. Sowohl für den Patienten, als auch für sein Umfeld. Und an Tagen wie heute, an welchen das Wartezimmer voller Patienten ist, die miteinander ins Gespräch kommen und deren Schicksale offen diskutiert werden, realisiere ich einmal mehr, wie glücklich man sich schätzen kann, wenn man gesund ist. Im Onkowartezimmer sind nämlich irgendwie alle gleich – einfach nur dankbar, wenn sie mit der Hoffnung aus der Sprechstunde entlassen werden, dass es wieder gut wird. Und da sitzen sich Jung und Alt gegenüber – manche reden, anderen wortlos und mit ängstlichem Blick.

Es gibt Tage, an welchen wir lange warten müssen, weil nunmal jeder Patient das Recht auf eine einzigartige Behandlung hat. Und das darf ruhig dauern. Dann studiere ich regelmässig die Menschen, die im Wartezimmer sitzen und überlege mir, welches Schicksal sich wohl hinter jedem Einzelnen verbergen mag. Eines ist sicher: Ein Leben mit Krebs ist NIEMALS schön – egal welches Gesicht die Krankheit zeigt. Aber es kann durchaus lebenswert sein. Der Göttergatte macht es bislang wunderbar vor. Er nimmt Tag für Tag und geniesst alles, was er machen kann. Und er macht soviel wie nur geht – Aufschieben ist nicht mehr!! Es kann aber auch über Nacht ändern und auf einmal ist es kein Leben mehr, sondern ein Durchhalten. Auch jenen Patienten begegnet man dort. Und dann frage ich mich immer: Wie lange kann ein Mensch eine derart gemeine Krankheit ertragen, wenn es nur noch durchzuhalten gilt, bis das Ende kommt? Ich ziehe meinen Hut vor jedem, der mit einer Krebs-Diagnose umzugehen versteht – der damit leben muss und der sich von der Angst nicht auffressen lässt. Ich weiss nicht, ob ich so tapfer wäre – oder ob ich mich in eine Ecke setzen und auf den Tod warten würde.

Aber eines weiss ich: Man kann sich auf so eine Diagnose und den Weg danach niemals vorbereiten – es gilt, Tag für Tag zu nehmen und das Glas so lange wie möglich halb voll zu sehen. Leer wird es ganz von selber, drum sollte man jeden guten Tag geniessen. Und das gilt nicht nur für Krebspatienten. Das gilt auch für alle Gesunden: Jeden Tag geniessen, es kann alles so schnell vorbei sein! Und wenn ihr das nächste überlegt, was man alles auf später verschieben könnte, dann denkt an meine Zeilen und TUT ES JETZT – was morgen ist, wissen wir nämlich alle nicht.

 

Zauberspray

Immer noch läuft die Fussballeuropameisterschaft. Zwar sind unsere Jungs der Schweizernati heute im Elfmeterschiessen ausgeschieden, und das finde ich extrem schade. Aber viel mehr hat mich während des ganzen Spiels dieser unglaubliche Zauberspray der medizinischen Spielerbetreuer interessiert. Ich möchte auch so ein „Aua-wegmach-Teil“.

Da wird ein stattlicher Fussballspieler in die Wade getreten und kringelt sich auf dem Boden, als ob er die nächsten zwei Minuten auf gar keinen Fall überleben würde. Selbst wenn der Schiedsrichter ihn antippt, um zu fragen, ob er Hilfe brauche, kann er weder sprechen noch sonstwie reagieren. Er zieht sich mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen wie ein Embryo und als Zuschauerin am Fernsehapparat habe ich das Gefühl, dass der arme Mann vermutlich nie wieder wird gehen können.

Das ist der Moment, in welchem die zwei medizinischen Betreuer mit ihren Koffern übers Spielfeld rennen, um den sterbenden Spieler zu retten. Und dann kommt der Zauberspray zum Einsatz. Durch Socken, Schuhe und Wadenschoner wird aus einer riesen Dose gesprayt, was das Zeug hält. Kurz darauf steht der Spieler wieder auf, hinkt noch ein oder zwei Schritte, um dann gesundgesprayt wieder loszuspurten. Ich will auch einen solchen „Aua-wegmach-Spray“. Dann könnte ich bei der nächsten Migräneattacke meinen Kopf damit einsprayen und … wie durch ein Wunder wäre ich schmerzfrei.

Das Grauen hat einen Namen: Puppy mills

Puppy mills ist Englisch und würde eins zu eins übersetzt eigentlich Welpe (Puppy) und Mühlen (mills) heissen: Also Welpenmühle – was nichts anderes bedeutet als Massenhundezucht. In den USA eine leider gängige Art, Modehündchen zu Gebärmaschinen zu machen. Leider fehlen in den meisten Staaten die Gesetze dagegen und bekanntlich bestimmt ja die Nachfrage das Angebot. Was bedeutet das also? Ja, richtig: Die Menschen sind derart unterbelichtet, dass sie nach wie vor im Internet und in diffusen Tierhandlungen Welpen bestellen oder kaufen, ohne nachzufragen, ob diese Tiere aus artgerechter Zucht und Haltung stammen. Hauptsache modisch, schnell und günstig! Weiterlesen

Ausgewurstet?

So, jetzt wissen wir es alle: Wurst kann töten! Gemäss der WHO ist dieses Teufelszeug krebserregend. Dafür hat es eine sauteure (sorry, tofuteure) Studie gebraucht, welche vermutlich in zwei bis drei Jahren wieder über den Haufen geschmissen wird. Und deshalb muss ich jetzt auch noch meinen Senf dazu geben (zur Wurst und zum Thema!). Es ist ja nicht so, dass die Welt nicht schon genügend andere Probleme hätte. Da braucht es unbedingt noch die Wurststudie. Absolut zwingend! Und weil wir ja clevere Kerlchen sind, wissen wir auch, dass

rauchen töten kann…

Alkohol töten kann…

Insektizide an Obst und Gemüse töten kann…

Schadstoffe in der Luft töten können…

und und und….DAS LEBEN EIGENTLICH ZIEMLICH TÖDLICH IST! Weiterlesen

Schlepperbanden

Ja, ich weiss: Ich will keinen politischen Blog. Aber manchmal gibt es einfach Themen, von welchen ich die Finger trotzdem nicht lassen kann. Und bei genau diesen Themen glüht meine Tastatur, weil ich vor Wut derart in die Tasten haue. Das ist jeweils der Moment, in welchem der Göttergatte mich fragt, ob ich die Tasten gleich durch den Tisch hindurch hauen wolle. Machmal möchte ich das tatsächlich, ja!

Wieviele Menschen sind in den letzten Monaten wegen fiesen Schlepperbanden gestorben? Ich habe es aufgegeben, noch zählen zu wollen. Und jeden Tag sind es neue Hiobsbotschaften, die uns erreichen. Welches die übelste Variante der Schlepperbanden ist, um an Geld zu kommen, kann ich nicht mehr sagen. Sie werden immer dreister, krasser und unmenschlicher. Dass man diesen Flüchtlichen erst ihr ganzes Geld abnimmt, um sie dann auf hoher See oder in einem Lastwagen sterben zu lassen, ist für mich einfach nur barbarisch. Und als ich die Meldung vom Lastwagen in Österreich hörte, in welchem über 70 Menschen auf kleinstem Raum einfach in der Sonne erstickten, weil die Schlepper mit dem Geld das Weite suchten, war ich erst nur sprachlos. Wer zum Teufel tut so etwas?

Haben diese Schlepper auch nur ansatzweise sowas wie ein Herz? Oder sind die mit Eis und Beton im Brustkorb ausgestattet. Ich könnte nicht einmal ein Tier totschlagen – aber Menschen wissentlich sterben zu lassen, um sich damit noch zu bereichern … etwas, was ich einfach nicht in meinen Kopf bringe. Was geht in einem Menschen vor, der so etwas tut. Der muss doch wissen, mit was für Höllenqualen seine Opfer ihr Leben verlieren. Und trotzdem tut er das!?

Bin ich ein schlechter Mensch, wenn ich inzwischen so wütend bin, dass ich jedem Schlepper das gleiche Schicksal wünsche, wie seinen Opfern? Jeder von diesen Barbaren sollte selber im Meer um sein Leben schwimmen oder in einem Lastwagen ohne Sauerstoff vergeblich nach Luft schnappen. Und wisst ihr was? Ich würde den Teufel tun, diese miesen Typen retten zu wollen – nein! Diese Barbaren werden sonst in unseren Gefängnissen noch auf Staatskosten durchgefüttert – und das haben sie nicht einmal ansatzweise verdient.