5 Jahre seit …

… ich an diesem grauen Novembermorgen aus dem Fenster schaute und wusste, dass sich unser Leben nie wieder so anfühlen würde, wie es sich zuvor angefühlt hat.

Es war der Morgen, nachdem man mir auf dem Korridor eines Krankenhauses die Diagnose „Krebs“ bei meinem Göttergatten ins Gesicht klatschte. Es war der Morgen, an jenem ich mit meiner Hündin in den Garten ging und nicht verstehen konnte, warum sich die Welt noch genauso dreht, wie sie dies zuvor getan hat. Es war jener Morgen, an dem ich mich fragte, wie ich mir ein Leben ohne meinen Göttergatten vorstellen sollte.

An diesem Tag habe ich funktioniert wie eine Maschine. Ich habe organisiert, durchgedacht, aufgegleist und auf Raten der Ärzte alles Administrative in die Wege geleitet, um einen prognostizierten nahen Tod zu regeln, soweit man dies halt eben regeln kann. Es war, als ob mein ganzen System auf Autopilot geschaltet hätte und ich stand neben mir und schaute mir bei all dem zu.

Der Göttergatte hatte auch zu diesem Zeitpunkt die Tragweite dieser Diagnose noch nicht verstanden – zum Glück. Er war guter Dinge und lag wohl im Krankenhaus, allerdings mit einem völligen Unverständnis für all die Geschehnisse um ihn herum, und mit dem einen Satz, den ich nie vergessen werde: „Was interessieren mich die Statistiken dieser Ärzte, ich schreibe meine eigene Statistik?!“

Ich hatte damals nicht einen Hauch von Verständnis dafür. Meine Welt war aus den Fugen geraten und er war selbst da noch stoisch.

Nun – ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass uns ein Spaziergang bevorstand. Wir gehen gemeinsam einen nicht immer einfachen Weg. Und er hat schon so einiges über sich ergehen lassen müssen. Unser Leben hat sich nachhaltig verändert und ich frage mich oft, was gewesen wäre, wenn er sich nach der vernichtenden Diagnose aufgegeben hätte. Aber Fakt ist, dass er dies niemals getan hat und so hat er aus prognostizierten wenigen Monaten inzwischen inzwischen 5 JAHRE gemacht!!!

5 Jahre, in welchen wir viele Steine aus dem Weg räumen mussten; allerdings eben auch 5 Jahre, in welchen wir soviel Schönes erleben konnten. Ich hätte damals nicht im Traum daran gedacht, dass wir noch gemeinsam Grosseltern werden könnten. Im Gegenteil: In meinem Kopf war der Gedanke, dass ich all das nicht mehr mit ihm erleben würde. Inzwischen sind wir zweifache Grosseltern, haben einige wunderbare Reisen gemeinsam gemacht und durchleben gar gemeinsam eine Pandemie. Okay, zugegeben: SELBIGE stand nicht auf unserer Bucketlist; aber da wurden wir leider nicht gefragt.

Das Krebsvieh ist leider zäh, sehr zäh … und leider unbesiegbar – aber wie er wenige Monate in 5 Jahre verwandelt hat, macht doch Mut, dass unser Weg noch etwas dauern wird. Und es macht Hoffnung auf weitere Erlebnisse, mit welchen ich damals nicht gerechnet habe.

Wie heisst es so schön: Das Spiel ist erst zu Ende, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat. Wir gehen in eine weitere Verlängerung und starten heute das 6. Jahr. Unfassbar!

Was lernen wir daraus? Mit dem Kopf im Sand haben wir zu wenig Luft, um auch harte Wege in Angriff zu nehmen. Also immer schön den Kopf oben halten …

Im Irrenhaus

Meine lieben und treuen Leser/innen – so kann man sich irren: Ich dachte, ich arbeite in einem Tierheim. Mit jedem Arbeitstag wird mir aber irgendwie bewusster, dass es ein IRRenhaus sein muss. Ein lustiges IRRenhaus – bestehend aus einem IRRen Team, angeführt von einem IRRsinnig besonderen Chef, der unterstützt wird von seinen IRRE kreativen Eltern und seiner IRRwitzigen Familie. In den Boxen wohnen IRRsinnig laute Vierbeiner. Das Office wird aktuell von IRRE aufsässigen Fliegen überfallen und das macht das Arbeiten am IRRsinnig langsamen Computer für die leicht verwIRRte Modepraline auch nicht gerade einfacher. Im Team hat es lauter leicht wIRRe Weibchen, die ALLE meine Töchter sein könnten. Und jede hat so ihre eigene IRRe Geschichte, die sie im Vorbeigehen kurz noch mitteilen muss. Weil man bekanntlich über den Chef und dessen Familie keine Intimitäten schreiben darf, müssen halt die anderen Teammitglieder herhalten. Sorry, Mädels – aber da müsst ihr durch! Weiterlesen

Mein Hund ist cleverer als ich

Die Frechen unter euch denken nun: Logisch, war doch klar. Andere fragen sich vielleicht, wie ich darauf komme. Nun ja – es ist auch nicht mit weiblich oder so zu erklären, denn meine Hündin Ellie und ich sind beide weiblich. Und wie ich darauf komme, ist ganz einfach:

Ellie und ich machen zusammen Hundesport – in der Fachsprache nennt sich das Agility. Dabei geht es um Teamarbeit zwischen Mensch und Tier, klare Kommandos, Körpersprache, Schnelligkeit, Wendigkeit, Cleverness, Mut und Fitness. Ja, und Ellie ist definitiv besser als ich. Wir sind zwar ein echt gut eingespieltes Team und wir haben einen tollen Trainer, aber dieser Parcours mit all den Hindernissen überfordert mich immer wieder. Während andere mit ihren Hunden kämpfen, weil sie entweder nicht durch den Pneu springen wollen oder Angst vor einer Hürde haben, kämpfe ich mit meinen Hirnwindungen. Man läuft den Parcours immer wieder anders: Machmal wird zuerst über Hindernisse gehüpft, über Kletterwände gedüst, durch Pneus gesprungen und Slalom gelaufen. Manchmal geht’s zuerst durch einen Tunnel und dann über Hindernisse, Wippen etc. und zurück. Dabei muss der Mensch das Tier sehr genau führen, damit es weiss, was es zu tun hat. Toll – denn Ellie hat es mit mir nicht leicht. Weiterlesen