R D S

Drei Buchstaben mit manchmal fatalen Auswirkungen. Was ist ein RDS? Es ist etwas, worüber man ungern spricht, weil es peinlich ist – sagt man. Mir ist ja bekanntlich fast gar nichts peinlich, drum schreibe ich auch über RDS. Aber was genau ist nun RDS?

ReizDarmSyndrom.

Klingt total harmlos, oder? Ist es eigentlich auch, wenn es nicht so unglaublich schmerzhaft und manchmal einfach nicht zu kontrollieren wäre. Wer ein Reizdarmsyndrom hat, der weiss, was ich meine. Für die anderen: Es ist einfach nur SCHEISSE … wortwörtlich. Ich hatte diese mühsame „Krankheit“ nicht immer. Aber ich habe sie schon lange. Seit ich nach etlichen Bauchoperationen nämlich so viele Verwachsungen im Bauch habe, dass meine Darm ziemlich beleidigt fand, er müsse anfangen, mir mit unkontrollierbaren Koliken und anschliessend endlosen Klositzungen das Leben schwer zu machen. Mal gehts über längere Zeit prima, dann wieder gar nicht. Und es hat weder eine Logik, noch einen Nahrungsmittelzusammenhang. Einzige Ausnahmen sind  Peperoni (Paprika) und Zwiebeln … da weiss ich, dass ich gut daran tue, mich nicht weiter als zwei Meter von einer Toilette wegzubewegen. Wehe, ich erwische mal eine Sauce mit Peperoni drin und merke es zu spät … fatal!

Bekanntlich sind solche Phänomene immer dann am aktivsten, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann – Murphys Law. Also, eigentlich kann man sowas gar nie brauchen. Es gibt aber Momente, da ist es nicht nur schmerzhaft, da ist es einfach auch peinlich und jenseits von brauchbar. Momente, wie zum Beispiel:

–> im Flugzeug (sehr ungutes Timing)
–> während einer Sitzung (sehr sehr ungutes Timing)
–> bei der Essenseinladung bei Freunden (sehr sehr sehr ungutes Timing)
–> auf der Autobahn im Stau (mehr als suboptimales Timing)
–> während des Shoppingtrips inmitten einer Grossstadt (extrem ungünstiges Timing)

Ja, das sind jene Momente, in welchen ich mit Schweissperlen auf der Stirn in regelmässigen Abständen von ein oder zwei Minuten hechle wie ein Hund und nicht so genau weiss, ob ich es noch bis zur nächsten Toilette schaffe. Äusserst peinlich, wenn nicht. Und mindestens genauso peinlich ist, wenn man es schafft, dann aber irgendwo eine Toilette erwischt, die akutisch so konzipiert ist, dass alle einfach alles hören …! Das ist der Moment, in welchem man sich wünscht, einfach mit der Spülung zu verschwinden und nie wieder aus der Toilette rauskommen zu müssen. Oberhypermegapeinlich!

Klar, es ist keine wirklich schlimme Krankheit – aber sie kann einem manchmal ganz schön den Spass verderben. Und sie schafft es immer wieder, mir Momente im Leben zu bescheren, auf die ich sehr gerne verzichten würde. Ich denke da auch an jenen Moment im Musical, als ich eine halbe Stunde eine Damentoilette blockiert habe und sich die Warteschlange davor gefühlt drei Kilometer angestaut hat. Nein, das möchte man nicht – schon gar nicht, wenn man anschliessend wieder durch besagte Klotüre rauskommen und an den bösen Blicken der wartenden Frauen vorbeigehen muss.

Echt, Leute – ein richtig beschissenes Thema!

Mit dem Alter …

… werden die Ansprüche an gewisse Dinge eindeutig höher. Zumindest ist das bei mir so!

Vor 25 Jahren sind er Göttergatte und ich mit einem Wohnmobil durch Australien gereist. Heute würde ich das Gefährt von damals eher als Playmobil bezeichnen – ganz bestimmt nicht Wohnmobil. Ich meine: Wir sprechen hier von einem kleinen, umgebauten VW-Bus, in welchem sowohl Küche, Essen als auch Schlafen verpackt waren. Ich glaube, dass es gar keine kleineren Wohnungen mit Rädern gibt. Aufrecht stehen konnten wir da drin nicht – ausgestreckt liegen konnte der Göga auch nicht. Also eigentlich konnten wir sowieso immer erst liegen, nachdem wir den Esstisch und die Sitzecke zum Schlafplatz umgebaut hatten (und das jeden Tag). Und dann lagen wir so dicht beieinander, dass wir nicht anders konnten, als uns gegenseitig zu nerven. Bei 40 Grad ist es nunmal nicht wirklich toll, wenn der Mensch neben Dir an Dir kleben bleibt, weil er so schwitzt. Und die langen Beine musste der Göga zwischen den Fahrer-/und Beifahrersitzen durchstrecken, weil er sonst gar nicht hätte liegen können. Weiterlesen

Kleiner Stammtisch – grosse Probleme

Die Welt ist ziemlich aus den Fugen geraten. Die Medien sind voll mit Hiobsbotschaften aus allen Richtungen und täglich werden wir mit dramatischen Meldungen und Bildern konfrontiert, die manchen Optimisten in die Knie zwingen. Es gibt Tage, an welchen man am besten die Medienleitungen kurz mal alle kappt, um wieder Luft zu bekommen. Oder man macht es wie der Göttergatte und ich – und geht in eine hiesige Landgaststätte, um sich nach dem Marsch mit dem Hund einen Kaffee zu genehmigen. Und da werden die wirklich echten Probleme dieser Welt in ausgiebiger Lautstärke diskutiert. Weiterlesen

Wie gut…

…dass meine Lieblingstochter und ich nicht klaustrophobisch sind. Wir sind nämlich vor kurzem in einem Aufzug stecken geblieben.

Da denkt man nichts böses, kommt müde spät abends nach Hause (also, eigentich ins neue Zuhause der erwachsenen Tochter), steigt in den Aufzug und … ratter und rumpel – Ende Gelände! Witzigerweise dachten wir ja zuerst, das ganze sei ein Witz, weil wir nämlich gleichentags erst angereist waren und uns bislang sowas noch nie passiert ist. Panik – null. Lachanfall – aber wie!! Und dabei meint die Lieblingstochter total cool: „Jede Wette, hier hängt irgendwo eine Kamera. Das ist ein Test für alle Schweizer, die sich neu in der grossen Stadt aufhalten…!“ Ohne Witz, sie hat sich dabei sogar im ganzen Fahrstuhl nach einer Kamera umgesehen. Weiterlesen

Dreister geht nimmer!!!

Nun stell sich mal jeder einen Tag in einem Textiloutlet vor, an welchem einfach nichts läuft. Nicht einmal die Nase. Die Stadt ist leer, selbst die Tauben scheinen nicht aus den Nestern gehüpft zu sein. Es ist mitte Nachmittag und noch kein Bein hat sich ins Geschäft verirrt. Könnt ihr euch vorstellen, dass man da das Gefühl hat, der Zeiger auf der Uhr sei mit Sekundenkleber befestigt? Und noch viel schlimmer: Dieser doofe Zeiger sollte sich bis halb sieben noch so einige Male im Kreis drehen. Das sind die richtig harten Tage an der Textilfront…. Weiterlesen

Toiletten-Lektüre

Kennt ihr das – mit der Zeitung auf dem Klo zu sitzen? Gemütlich, lesend, manchmal so lange, bis die Beine einschlafen? Hand aufs Herz: Die meisten kennen das, oder?

Das grösste aller Lieblingskomplimente bekam ich im Bezug auf mein kürzlich veröffentlichtes Buch letzthin von einer treuen Leserin, und zwar genau zum Thema Toiletten-Lektüre. Sie hat mein Buch gekauft, liess es bei mir signieren (das macht mich immer unglaublich stolz) und erzählte dann meiner Tochter: „Die Geschichten Deiner Mama sind der Hammer. Ich habe das Buch auf der Toilette deponiert. Eine Geschichte ist gerade ein Toilettengang lang, das passt wunderbar.“ Weiterlesen