Aus meinen Kinderschuhen … Teil 5

Ich habe in letzter Zeit oft Träume aus meiner Kindheit. Keine Ahnung, ob das mit den Wechseljahren zusammenhängt. Mir fallen viele Geschehnisse aus meiner Kindheit und Jugend wieder ein.

Als ich so langsam von Kind zum Teenie wurde, realisierte ich, dass mein Papa um einiges strenger war, als die meisten anderen Väter. Zwar hätte er für mich getötet und mich bis aufs Blut beschützt. Als Süditaliener war für ihn aber klar, dass ein Mädchen sein Leben zwischen Schule und Haushalt zu verbringen hat. Weiterlesen

Nervensägen

Der Göttergatte und ich wollen unserer vierbeinigen Freundin das Reisen beibringen. Dazu gehört natürlich auch das Bahnfahren. Der Lärm am Bahnhof, die vielen Menschen, die Gerüche – alles ein ziemlicher Stress für das Fellknäuel. Und alles muss erst mal gelernt sein. Es braucht Geduld und manchmal sogar Nerven wie Drahtseile. Tickets lösen (neuerdings müssen wir ja auch für den Hund eins haben) und dann am Perron auf den einfahrenden Riesen warten. Ellie scheint ruhig – bei näherem Hinschauen merkt man aber, dass der Stresspegel doch ziemlich hoch ist. Weiterlesen

Nie ohne Eltern

Meine Güte, ich werde alt – und merke es an den heutigen Gepflogenheiten im Bezug auf Babys und Erziehung.

Es gibt schon Baby-Pyjamas mit Sensoren, Überwachungsarmbänder für Kinder und Überwachungsphones jeglicher Art. Nun forscht Google an Teddybären mit Kameraugen. Klingt bescheuert? Ist es in meinen Augen auch!

Wir steuern ganz offenbar tatsächlich auf die totale Rundumüberwachung zu. Und wenn man nach dem Prinzip „Die Nachfrage bestimmt das Angebot“ geht, dann scheint es ja Eltern zu geben, die nach diesen elektronischen Rundumnannys schreien. Ich verstehe es nicht. Können Kinder also bald schon keine Geheimnisse mehr haben? Und das soll bitte was bringen? Ein gutes Gefühl für die Eltern? Oder einfach nur eine Menge Geld für die Erfinder und Kids, die sich wie Inhaftierte im Hafturlaub fühlen müssen? Weiterlesen

Schreiben von A – Z: J = Jung

Ob jung, jugendlich oder jung geblieben – alles Dinge, die etwas Positives an sich haben. Ich meine: Mit jung werden doch lauter schöne Eigenschaften in Verbindung gebracht. Eigenschaften wie fit, munter, aufgestellt, hübsch, unbeschwert, frei, sorglos oder weltoffen. Mit jugendlich werden unzählige Dinge entschuldigt, die später nicht mehr gehen. Dinge wie betrunken sein, zu schnelles Autofahren, dämliches Aufführen, in die Patsche treten oder sich so richtig daneben benehmen. Ab einem gewissen Alter werden solche Taten weit weniger verziehen, als in der Jugend. Weiterlesen

Voll lustig!

Wieviele Mütter und Väter von kleinen Kindern gehen davon aus, dass der Nachwuchs automatisch lustig findet, was die Eltern lustig finden. Eigentlich doch alle, oder?

„Schau mal Emma, ein Clown – lustig oder?“ Emma schreit wie am Spiess!

„Guck nur Nils, der Mann macht lustige Tiere aus Luftballons.“ Nils rennt weg und versteckt sich.

„Huch Jonas, guck, der Zauberer zaubert die Mäuse weg!“ Jonas heult und sucht die Mäuse.

Kleine Kinder haben offenbar eine ganz andere Wahrnehmung als wir Erwachsenen. Und genau eine solche Situation hat sich letzthin in der Fussgängerzone der Stadt zugetragen. Vor dem grossen Einkaufszentrum stand einer dieser mit Goldspray eingesprayten Menschen, die regungslos auf einem Podest stehen und sich nur bewegen, wenn man eine Münze in den Hut wirft. Dieser Goldjunge da vor dem Einkaufszentrum machte sogar noch ein Tänzchen und Faxen, wenn das Geld klimpernd im Hut landete. Das nahm eine junge Mutter als Anlass, ihrem Spross im Kinderwagen doch die Freude des Tages zu machen. Sie stellte den Kinderwagen genau vor den goldenen Mann, warf ein paar kleine Geldstücke in den Hut und schaute begeistert ihren Spross im Kinderwagen an. Dessen Begeisterung hielt sich in Grenzen, um nicht zu sagen, er brach in totale Panik aus. Er zappelte wie wild, ruderte mit den Armen, schrie wie am Spiess und drehte sein Gesicht so weg, dass er den goldenen Mann bloss aus seinem Blickwinkel verbannen konnte. Die Mama schien das absolut nicht zu begreifen, so lustig wie sie es doch fand. Weiterlesen

Die Sache mit den Genen

Ein kleines Menschlein wird geboren, und schon geht die Suche nach dem Erbgut los. „Die Nase hat er ganz vom Papa.“
„Die Lippen sind aber von der Mama.“
„Der schiefe Zeh ist genau wie bei der Oma.“
„Die Form der Ohren hat er vom Opa.“

Im Verlauf der Monate und Jahre können sich diese Ansichten schlagartig wieder ändern. Je nach Betrachter. Dann kommt stattdessen die Sache mit den Talenten. Bei der ersten schönen Zeichnung des heranwachsenden Sprosses geht die Suche nach dem Ursprung los. Bestimmt ist das Künstlerische von der Mama. Sollte der Spross handwerklich begabt sein, streiten sich Papa und Opa darum, von wem er nun dieses Talent hat. Grundsätzlich steht aber eines fest: Alle Eltern sehen in ihrem Kind ganz besondere Talente. Rückblickend – als Mutter von erwachsenen Kindern – finde ich es lustig, wie wir uns damals ausgiebig und oft stundenlang darüber unterhalten konnten, was unsere Kinder besonders gut können. Und bluffen war Pflicht, schliesslich konnte man sich ja nicht lumpen lassen. Weiterlesen